Warum ist die Sache mit dem Abnehmen eigentlich so mühsam?

Warum ist die Sache mit dem Abnehmen eigentlich so mühsam?

Du bist schlau, erfolgreich, erfinderisch, du schupfst Familie, Haushalt und Arbeit. Du schaffst unendlich viel, das du dir vornimmst. Nur die Kilos wollen einfach nicht weg. Am liebsten würdest du einfach eine Pille schlucken, die dir deinen Wohlfühlkörper beschert…

Gibt es leider nicht. Also was macht Sinn? Eine Möglichkeit ist es, das Thema von der Ernährungsseite und Bewegungsseite anzugehen. Aber auch da bist du eigentlich mit deinem Wissen schon recht Fit. Zumindest behauptest du immer wieder „ich weiß eh, woran es liegt“ oder „ich weiß eh, was ich tun müsste“, „mir fehlt einfach nur die Disziplin“… (Natürlich ist es nicht gerade motivierend, und es erleichtert die Sache auch keineswegs, wenn man so in eine Art „Selbstgeisselung“ hineinrutscht.)

Eine andere Möglichkeit (an statt nach der Wunderpille zu suchen) ist es, das Thema von mehreren Seiten her anzugehen. Gewohnheiten ändern, Umgang mit Stress lernen, sich selbst austricksen und den Schweinehund bekämpfen, den Umgang mit Rückschlägen und Hindernissen erlernen oder neu lernen… Für mich gehört das alles zusammen. Ernährung, Bewegung und Psyche sind die Säulen der Gesundheit und Fitness, und die Basis für dein Wohlbefinden.

Ich versuche hier einmal einige Ansatzpunkte aufzurollen. Üblicherweise geht die Geschichte ja so los:

Ich habe Übergewicht, ich fühle mich nicht wohl in meinem Körper. 😦 Warum bin ich übergewichtig? –> Weil ich zu viel esse. Was ist die „Behandlung“? –> Weniger essen, anders essen, mehr trainieren.

Das Problem ist, es klappt so nicht. Das hast du möglicherweise schon mehrmals probiert. Zig Diäten und Trainingsprogramme. Das ist der Teil wo du sagst „im Grunde weiß ich es ja eh“. Es lohnt sich aber die Frage zu stellen, „warum esse ich zu viel?“. Also etwas in die Tiefe zu gehen.

Warum esse ich zu viel, und dann auch noch das Falsche? 😦

A – Ich liebe Essen! Ich habe sooo Lust drauf. Wenn da eine Tafel Schokolade liegt, muss ich sie geradezu essen.

B – Ich habe Hunger/Gusta! Ständig, oder auch immer wieder, sehr schnell wieder. Ich bin so im Stress, ich bin froh, wenn ich überhaupt zum Essen komme. Egal was. Dann habe ich natürlich Hunger.

Auch hier macht es Sinn, weiter zu fragen… Was ist die Ursache dafür, dass ich dieses starke Verlangen nach Essen habe?

Ich liebe Essen! Ich habe sooo Lust drauf. Warum?

A – Emotionen: Wie gehst du mit Emotionen um? Mit Ärger, Frust, Traurigkeit, Stress? Anstatt hier einen vernünftigen Umgang zu finden, dich selbst kennenzulernen oder die Probleme anzugehen, isst du möglicherweise. Das hat natürlich wieder viel mit Erlerntem und Gewohnheiten zu tun. „Ich hatte so einen stressigen Tag, diese Schokolade hab ich mir verdient. Ich brauch das jetzt.“ Und dann ist da noch…

B – Dopamin: Wenn du isst, wenn du Süßes, Kohlenhydrate, Deftiges, Knuspriges… zu dir nimmst, wird dadurch auch dein Belohnungszentrum angesprochen. Essen macht glücklich! Essen ist nicht nur „erlernte“ Belohnung sondern tatsächlich auch im Gehirn „gefühlte“ Belohnung. Schnitten, Kuchen und Co sorgen dummerweise dafür, dass wesentlich mehr des „Glückshormons“ ausgeschüttet wird, als wenn du gesunden Brokkoli isst. 😉

C – Zusammensetzung der Mahlzeiten/Mahlzeitenfrequenz: Du lässt möglicherweise streng Kohlenhydrate weg und bekommst dann Heißhunger darauf. Du ernährst dich vegetarisch und dadurch möglicherweise sehr kohlenhydratreich. Du isst zu oft oder zu selten. Und damit sind wir wieder bei den Hormonen…

Diese Themen sind ebenfalls Arbeitsfelder. Bleibt noch der „Hunger“ oder häufig vielmehr der Gusta…

Ich habe Hunger/Gusta! Ständig. Immer wieder. Warum? Hier spielen Hormone und der Stoffwechsel eine sehr große Rolle.

A – Insulin: Du schwimmst durch häufiges Essen, durch Snacken und durch viele einfache Kohlenhydrate auf einer Insulinwelle dahin, oder du hast starke Insulinschwankungen. (Manche sind sogar schon etwas „insulinresistent“. Die Zellen reagieren nicht mehr darauf, die Bauchspeicheldrüse muss immer mehr produzieren.) Viel Insulin bedeutet einerseits du kannst nicht abnehmen, andererseits du brauchst immer flott den nächsten süßen Kick. Eventuell auch…

B – Ghrelin: Das Hungerhormon. Es sagt dir, wann du essen sollst. Bei Übergewichtigen sinkt das Hormon nach einer Mahlzeit übrigens nicht so ab, wie bei Normalgewichtigen… Oder vielleicht schläfst du zu wenig oder nicht erholsam? Auch das kann eine Überproduktion des Hungerhormons bewirken.

C – Leptin: Es sagt dir, wann du aufhören sollst zu essen. Übergewichtige haben sehr viel davon, aber wie bei Insulin, wirkt es nicht mehr. Normalerweise dockt Leptin an Rezeptoren im Hypothalamus an und signalisiert „stopp“. Es gibt also auch die „Leptinresistenz“…

Somit sind quasi alle Bausteine vorhanden… Die Erklärung,

  • warum du Gusta und Hunger verwechselst,
  • warum du vor dich hin snackst,
  • warum du dir so schwer tust, Gewicht zu verlieren.

Einsicht ist der 1. Schritt zur Besserung! Es muss dir bewusst sein, dass du an allen diesen Bausteinen ansetzen musst, und wie du das tun musst. Leider ist die nächste Diät oder das nächste neue Fitnessstudio nicht die alleinige Lösung. Es muss dir bewusst sein, dass das Arbeit ist, ein Projekt ist, in das du investieren musst: Zeit, Arbeit und Durchhaltevermögen. Nur Veränderung bewirkt Erfolg! Und kleine Schritte, die Erfolg bringen machen Spaß und motivieren für die nächsten Schritte! 🙂

Ich gebe zu, das dies eine sehr vereinfachte Darstellung ist, die sicherlich nicht auf jeden zutrifft. Viele, viele andere Faktoren spielen natürlich auch noch mit. Ein bisschen Genetik, ein bisschen Stoffwechsel, ein bisschen Umfeld, ein bisschen Arbeitsalltag, und so weiter. Auch die Motivation ist ein Hund, sozusagen. Einerseits bist du möglicherweise super motiviert, du willst unbedingt eine gesündere Ernährung pflegen, aber möglicherweise hat es doch gerade nicht DIE Priorität… Auch daran lässt sich arbeiten.

Was jetzt?

Bezüglich der Ernährungsseite kann ich dir behilflich sein. Gemeinsam können wir darüber reden, wo in deiner Ernährung Verbesserungsbedarf besteht, wie du Hunger von Gusta unterscheiden kannst, wie du von der Insulinwelle wieder herunterkommst.

Für die Kopfseite arbeite ich mit verschiedenen ExpertInnen zusammen. Beispielsweise Manuela Weiss von SINNvolles erLEBEN (https://www.manuelaweiss.com/). Gemeinsam veranstalten wir einen Workshop mit dem Titel „Stressmanagement für Gehirn und Bauch“. In diesem Workshop versuchen wir diese oben beschriebenen Teile zu verbinden und dir Tools zu geben, wie du einen Alltag hinsichtlich gesunder Ernährung und Lifestyle positiv entwickeln kannst. Der Fokus liegt wie der Name schon sagt auf dem Thema (Alltags)Stress und dem Thema Stressmanagement.

ACHTUNG: Essstörungen sind NICHT das Thema dieses Workshops. Solltest du von einer Essstörung betroffen sein oder den Verdacht haben, kann ich dir gerne auf diesem Gebiet erfahrene KollegInnen bzw. TherapeutInnen empfehlen und dir so hoffentlich weiterhelfen.

HIER kannst du dir alle Infos holen.

Wir freuen uns auf dich! 🙂

 

Bildquellen: Fotolia

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