Projekt Unbeschwert – Episode 1

Projekt Unbeschwert – Episode 1

Episode 1 – Die Adipositas-OP als letzte Hoffnung

Viele Leute fragen sich vermutlich, wie ich es soweit habe kommen lassen. Ich solle doch einfach aufhören so viel zu essen und mich zusammenreißen. Genau das frage ich mich auch manchmal. Und dann fallen mir die vielen Dinge ein, die mich den den letzten 21 Jahren beschäftigt und beeinflusst haben und dessen Gesamtheit dazu beigetragen hat, dass ich heute so bin, wie ich bin und so aussehe, wie ich aussehe. Und dann merke ich, dass ich eben nicht einfach so aufhören kann zu essen. Sei es aufgrund von physischen Ursachen (ja, mein Magen ist nicht so groß wie eine Tomate, sondern eher so groß wie eine Honig-, wenn nicht gar Wassermelone), weshalb ich häufig Hunger habe und viel essen muss, um satt zu sein. Oder aber auch aufgrund von seelischen Ursachen, wobei für mich Essen ein Ventil für stressige Situationen ist. Inzwischen ist übermäßiges Essen aber auch einfach zur Gewohnheit geworden, da muss noch nicht einmal Stress mit im Spiel sein.

Um es gleich vorwegzunehmen: Dieser Eintrag heute mag vielleicht so klingen, als wär mein gesamtes bisheriges Leben nur negativ gewesen. Nein, so war es wirklich nicht, natürlich war nicht mein ganzes Leben eine Enttäuschung oder Katastrophe. Es gab viele schöne Erlebnisse, tolle Chöre und schöne Aktionen mit diversen Freundeskreisen. Ich bin mit einer tollen Familie gesegnet, die immer zu mir gestanden hat und zu mir steht und dafür bin ich mehr als dankbar. Aber da ich in diesem Eintrag ja meine “Gewichtsgeschichte” behandeln möchte und erzählen möchte, wie es zu der Entscheidung für die OP kam, stehen natürlich eher die negativen Dinge im Vordergrund. Die Erlebnisse, die mich überhaupt so weit gebracht haben und welche die vielen tollen Erlebnisse in meinen Leben teilweise überlagert haben.

Richtig begonnen hat meine “Gewichtsgeschichte”, als ich neun Jahre alt war, in der vierten Klasse der Volksschule. Ich hatte immer schon ein wenig Probleme damit, Freundschaften zu schließen, hatte keine beste Freundin und war oft neidisch auf Klassenkameradinnen, die eine Solche hatten. Meine Lösung: Süßigkeiten! Denn Süßigkeiten schlossen mich nicht aus und der Zucker war ein wunderbarer Seelentröster. Der Schlüssel der daheim verschlossenen Süßigkeitentruhe war schnell gefunden und von meinem Taschengeld kaufte ich mir keine Mädchenzeitschriften, sondern beim Greissler neben der Schule weitere Süßigkeiten.

So begannen die Probleme. Meine Eltern machten sich Sorgen, hatte ich doch inzwischen bereits einiges an Übergewicht und nicht mehr nur harmlose “Speckfalten”. Sie gingen mit mir zum Arzt und wir beschlossen, dass ich am Besten eine Kur machen sollte, um abzunehmen.

Dies sollte nicht die einzige Kur bleiben, insgesamt habe ich knapp 1 ½ Jahre meines Lebens in diversen stationären Kuraufenthalten verbracht. Bei allen habe ich sehr gut abgenommen und war stolz auf meine Leistungen. Ich bekam Komplimente, Lob und fühlte mich super. Doch leider hielten die dort erzielten Erfolge nicht lange an.

Mit diversen PsychologInnen arbeitete ich intensiv an den zugrunde liegenden Ursachen meines Übergewichts. Müsste man die Ursache kurz und knapp beschreiben, so würde ich es unter den Worten “fehlende Liebe” subsumieren. Fehlende Liebe, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise verstanden werden kann. Zum einen eben jene bereits beschriebenen Freundschaften. Dies hat sich eigentlich nie wirklich verändert, es war mal mehr, mal weniger präsent, vor allem aber zwischen 1. und 5. Klasse Gymnasium und während meines Bachelorstudiums. Im Nachhinein denke ich, dass es vielleicht auf einfach eine verzerrte Wahrnehmung war, aber das habe ich damals so nicht gesehen. Essen war gerade in diesen Zeiten ein zuverlässiger Begleiter. Es enttäuschte mich nicht, sondern half mir über manch langen Abend oder ein einsames Wochenende hinweg.
Der andere Teil der fehlenden Liebe war aber auch die Liebe zu mir selbst. Es gab selten Situationen, wo ich wirklich glücklich und zufrieden mit mir war. Ich habe immer sehr hohe Erwartungen an mich selbst gestellt und mir ehrgeizige Ziele gesetzt. Diese konnte ich jedoch nur selten wirklich erreichen. Zurück blieb Frust und das Gefühl des Versagens, es schon wieder nicht geschafft zu haben. Und was gab es zum Trost? Richtig. Essen. Gegessen habe ich meist alleine und heimlich. Essen in der Öffentlichkeit war mir unangenehm. Sah man mich in Gesellschaft essen, konnt man sich nicht erklären, warum ich so eine Figur hatte. Die großen Mengen und vielen Süßigkeiten aß ich alleine und heimlich. Essen war schon wie eine Droge geworden, oft ging ich sogar zu unterschiedlichen Supermärkten, damit die Leute nicht sahen, wie oft ich einkaufte.

Auch meine Umwelt ließ mich spüren, dass ich mit meiner Figur nicht zum Mainstream gehörte. Ich wurde immer wieder auf der Straße und in der Öffentlichkeit angesprochen, dass ich doch dringend abnehmen solle und was für eine Zumutung ich doch für die Gesellschaft bin und dass ich bloß abhauen sollte.
Als Jugendliche hatte ich einmal ein Date, wir hatten uns online kennengelernt. Wir wollten ins Kino. Pünktlich erschien ich vor dem Kino und wartete und wartete, es kam aber niemand. Nach einer halben Stunde bin ich dann wieder gegangen. Am Abend kam eine SMS, in der er schrieb, dass er wieder gegangen wäre, ich solle es ihm nicht übel nehmen, mit so einer Dicken wolle er nichts anfangen.
Auch beim Radfahren wurde ich nicht mit Kommentaren verschont, das schlimmste Erlebnis hatte ich, als ich einen langen steilen Berg hinauf fuhr. Es war anstrengend und ich fuhr dementsprechend langsam. Den ganzen Berg hinauf begleiteten mich vier “freundliche Herren” in einem aufgemotzten weißen Auto. Sie riefen mir zu, was für eine fette Sau ich doch sei und warfen mir allerhand Beschimpfungen und Beleidigungen an den Kopf. Als ich endlich oben angekommen war, war ich fertig mit der Welt. Ich ließ meinen Tränen freien Lauf, aber anstatt es jemandem zu erzählen, aß ich.

Ich wusste, dass Essen ein Seelentröster war, aber die Strategien Essen durch etwas anderes zu ersetzen wie z. B. die beste Freundin anrufen oder ein Bad nehmen, haben bei mir nicht funktioniert. Wie auch, wenn man keine wirkliche beste Freundin hat und eigentlich Niemanden, der wirklich weiß, wie es in einem aussieht?
Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht, ich war immer aktiv und bin es auch noch, ich hatte Hobbys und einen Freundeskreis, habe mich jedoch fast immer ein bisschen wie die “Außenseiterin” gefühlt, wie “der Problemfall”. Ich hatte (und habe es auch teilweise heute noch) immer das Gefühl, dass ich wesentlich mehr in Freundschaften investiert habe, als ich zurückbekam. Aus dem Ganzen wurde ein totaler Teufelskreis, jegliche Ablehnung schob ich auf mein Gewicht, fühlte mich einsam und nicht zugehörig, aß … Im Nachhinein betrachtet, handelte es sich dabei um eine bequeme Methode, jegliche Enttäuschung, Konflikt oder Sonstiges aufs Übergewicht zu schieben und nicht zu hinterfragen. Vielleicht hatten die Dinge ja auch andere Ursachen, als immer nur das Gewicht?!  Aber hinterher ist man immer schlauer, damals habe ich das nicht so gesehen.

Das Gefühl “abnormal” zu sein war omnipräsent, Kleidung konnte ich schon lange nicht mehr in normalen Geschäften kaufen, Flugsitze wurden zu eng, Stühle unbequem und die Sorge, etwas aufgrund meines Gewichtes kaputtzumachen war groß.
Trotzdem: Wie anfangs bereits erwähnt war in dieser Phase zwischen meinem 10. und 20. Lebensjahr nicht alles schlecht, aber mein Gewicht stellte so etwas wie eine unsichtbare Mauer dar zwischen mir und meiner Umwelt, die ich nicht imstande war, dauerhaft einzureißen.

Ich war immer schon ein sehr aktiver Mensch, bin mit jedem Gewicht Fahrrad gefahren. Ja, auch mit 140 kg, da hatte mein Fahrradmechaniker sehr viel Geduld mit mir und hat mir stabilere Speichen eingebaut, da sich auf Grund des viele Gewichtes immer wieder Speichen lösten. Egal, so konnte ich fahren! Ich war Volleyball spielen und schwimmen und bis heute reise ich total gerne und bin ein sehr kommunikativer Mensch, der gerne unter Leuten ist. Durch mein Gewicht waren mir aber Grenzen gesetzt, meine Aktivität wurde nach und nach immer mehr eingeschränkt. Mit Normalgewichtigen konnte ich beim Sport nicht mithalten. Ich schaffte die Dinge zwar, aber ich war viel langsamer als sie. Das führte mir immer wieder vor Augen, wie “anders” ich war und das Anschauen des eigenen Scheiterns tat verdammt weh. Warum musste ich auch immer solche Sachen machen!

Nach solchen Ereignissen aß ich entweder noch mehr, oder aber ich beschloss, dass es jetzt reicht und schmiedete Pläne, wie ich den Kilos an den Leib rücken wollte. Zu Beginn klappte das meistens alles wunderbar, sobald aber meine sorgsam geschmiedeten Pläne und Listen durch Unvorhergesehens, Stressiges, Demütigendes, … durchkreuzt wurden fiel meine Selbstdisziplin zusammen wie ein Kartenhaus. Immer, wenn ich mich voll und ganz dem Abnehmen widmen konnte und wenig Störfaktoren von außen kamen, dann klappte das Abnehmen. Wurde es aber turbulenter und lief etwas nicht nach Plan, dann war wieder alles egal und ich aß wieder unkontrolliert.

In dieser Zeit – bis ich 25 war, wäre eine Operation nicht die richtige Wahl für mich gewesen, zu viele äußere Faktoren und innere Blockaden waren da und wenn ich mir das heute durchlese, dann war die psychische Belastung in der Zeit so groß, da wäre die OP nicht das Mittel der Wahl gewesen.

Dies hat sich erst in den letzten fünf Jahren geändert, denn meine “äußere Situation” sollte sich 2013 ändern, als ich für mein Masterstudium nach Wien zog. Vom ersten Tag an habe ich tolle Leute in Wien kennengelernt, fühlte mich als Teil und nicht mehr nur als Außenseiterin und wurde so akzeptiert, wie ich war. Dieses Gefühl hatte ich so bisher fast nie gehabt. Ich war gefestigt in meinem Umfeld, das Essen konnte ich aber trotzdem nicht lassen. Warum? 12 Jahre voller Diäten, Erfahrungen und Erlebnisse sind nicht spurlos an mir vorüber gegangen, ich hatte keine richtige Beziehung mehr zum Essen bzw. sie war völlig gestört. Hinzu kam, dass mein Magen durch das häufige “zu viel Essen” und das viele Essen über einen langen Zeitraum so gedehnt war, dass ich viel mehr essen musste, um statt zu sein.

Nach zwei Reisen, die für mich sehr demütigend und schmerzhaft waren (ich wurde noch mehr auf mein Gewicht angesprochen als sonst und mir wurden beim Sport/Bewegung wieder einmal mehr meine Grenzen aufgezeigt), gelang es mir dann aber doch noch einmal im Jahr 2015 einen Abnehmversuch zu starten. Jetzt, im Gegensatz zu meinen Versuchen vorher, mit Unterstützung einer Freundin. Dafür bin ich ihr ewig dankbar. Alles lief super, mit viel Sport und gesunder und ausgewogener Ernährung nahm ich 22 kg ab, ganz allein ohne Hilfe und auch nicht in einer Reha, sondern mitten im Leben, im Studienalltag! Ein super Gefühl!!

Aber wie Sie sich denken können, das war nicht das Happy End, sonst würde ich diesen Blog hier nicht schreiben. Denn dann kam ein großer Streit mit meiner ehemaligen Mitbewohnerin (erinnerte stark an meine vorherigen Erfahrungen mit Freundschaften), trotz Abnahme war ich beim Wandern mit Normalgewichtigen immer noch zu langsam und ich war so enttäuscht von mir!! Hinzu kam meine Masterarbeit, die mir sehr viel Energie und Nerven raubte. Denn auch hier wurde ich meinen selbst gesteckten Erwartungen nicht gerecht. Es war also wieder passiert: Es gab Stress von außen, oder Dinge, die für mich Stress bedeuteten und damit konnte ich nicht richtig umgehen. Ich hatte mich so diszipliniert beim Abnehmen, den Hunger unterdrückt (ja, auch wenn ich nicht wahnsinnig wenig gegessen habe, die Portionen waren kleiner als vorher und ich hatte häufig Hunger), diese Ereignisse zusammen waren aber zu viel für mich. Ich konnte mit dem Stress, den das Abnehmen eh schon verursachte und dem Stress von außen nicht mehr umgehen, das Stresshormon Cortisol war so außer Kontrolle geraten, dass ich wieder aß.

Dies sollte sich leider so schnell nicht ändern und nach 1 ½ Jahren hatte ich wieder 30 kg zugenommen und wog noch mehr, als vor dem letzten Abnehmversuch. Meine Unzufriedenheit war groß. In meinem Tagebuch habe ich folgende Notiz hinterlassen: “Was mich extrem fertigmacht, ist mein Gewicht. Wie schon die letzten 500.000 Jahre, wie immer in meinem Leben. Wie eine Krankheit, die mal mehr und mal weniger ausgeprägt ist. Immer wenn ich einen neuen Versuch unternehme sie zu heilen und Hoffnung besteht, dass es klappt und dass alles gut wird, dann kommt sie mit voller Wucht zurück”.

Inzwischen hatte ich mein Studium beendet, das Studienende war leider weniger schön, ich war enttäuscht von meinem Professor und enttäuscht über mich wegen der Abschlussnote. Es war wieder das Gefühl des Versagens. Mal wieder schmiedete ich Pläne, um abzunehmen, konnte sie aber nicht einhalten. Die Folge: Noch mehr Enttäuschung und es machte sich wieder einmal dieses “Egal-Gefühl” in mir breit. Es kam, wie es kommen musste, der Fokus aufs gesunde Essen kam erst gar nicht richtig in Fahrt und ich nahm weiter zu.

Das Gute an der ganzen Sache im Gegensatz zu früher war aber, dass ich nun immer mehr verstand warum ich so handelte, wie ich handelte und meine Aktionen hinterfragte. In mein Tagebuch schrieb ich folgende Sätze: “Es sind Gefühle der Enttäuschung, fehlende Anerkennung und Liebe, vielleicht auch Selbstüberschätzung, die mein seelisches Gleichgewicht ins Wanken bringen, worauf ich dann sehr, sehr häufig mit Essen reagiere. Dabei werden viele positive Dinge ausgeblendet oder schlecht gemacht, vielleicht übersehe ich sie auch einfach. Beispielsweise das Lob von Kolleginnen, über meine angenehme Art und die Anerkennung, die ich auf der Arbeit erfahre”. Ich hatte für mich also eine Antwort darauf gefunden, warum ich so handelte, wie ich handelte. Das Problem war, dass ich daraus keine Konsequenzen ableiten konnte, die mir halfen besser mit den Situationen klar zu kommen. Wie behandelt man Enttäuschung und Selbstüberschätzung?

Anfang 2017 hatte ich Gürtelrose und ging zu einem Vertretungsarzt, mein Hausarzt war im Urlaub. Die Ärztin hatte mich drei Minuten gesehen und sagte dann, ohne mich und meine Geschichte zu kennen “Warum lassen Sie sich nicht operieren? Sie kriegen die OP sofort genehmigt”. Stinksauer verließ ich die Praxis. Was bildete sich diese Ärztin ein? Diese Aussage war nicht böse gemeint (und das sind sicher viele Aussagen und Ratschläge gewesen, die ich bisher bekommen habe), aber ich habe mich sehr angegriffen gefühlt und ihr Kommentar klang so, als wäre das ganz einfach und die Lösung zu allen Problemen. Aber ich wollte es doch alleine schaffen! Und die Lösung für die ganze Gewichtsthematik war das vermutlich nicht. Dennoch: Der Gedanke bzw. Kommentar zur OP war in meinem Kopf, wenn auch ganz weit weg.

Es ging mir aber zunehmend schlechter, ich begann auch körperliche Beschwerden zu haben (was ich erstaunlicherweise vorher nicht hatte – eigentlich wirklich ein kleines Wunder bei knapp 80 kg Übergewicht!), mein Rücken tat weh, die Füße und auch meine Fitness ließ nach. Deshalb suchte ich nach einem Ratgeber und fand ein Buch, welches mir die Augen öffnete: ein Buch über den Zusammenhang zwischen Hormonen und Übergewicht. In Kombination mit einem Buch über den Zusammenhang zwischen der Funktionsweise des Gehirns und Übergewicht machte das alles für mich total Sinn! Ich fand mich in so vielen Aussagen und Beschreibungen wieder!! Aus dieser Perspektive hatte ich meine “Gewichtsgeschichte” bisher noch nicht betrachtet. Also beschloss ich, als allerletzten Versuch die in dem Buch beschriebene Vorgehensweise zum “Überlisten des Gehirns” auszuprobieren. Ziel sollte es sein, das Hormongleichgewicht im Körper wieder herzustellen, welches durch die Jahre des Ab- und Zunehmens und durch die Größe meines Magens völlig aus dem Gleichgewicht geraten war. Sollte dieser Versuch nicht klappen, so sagte ich mir, dann würde ich mir eine Überweisung für ein Adipositaszentrum holen, um mich über die Möglichkeiten einer bariatrischen OP zu informieren.

Und wie sollte es anders kommen, es funktionierte nicht, ich habe das Programm nicht durchgehalten. Ich haderte mit mir und ging (noch) nicht zum Arzt. Die finale Entscheidung zum Hausarzt zu gehen fiel dann in Griechenland auf der Insel Korfu. Ich machte Urlaub mit einer Freundin, wir wanderten, lagen am Strand, machten Touren. Bei keinen der genannten Aktivitäten habe ich mich richtig wohlgefühlt, ich hatte das Gefühl, dass ich nirgendwo zugehörig bin. Weder fühlte ich mich der “Gruppe der Dicken” zugehörig, noch der “Gruppe der Normalgewichtigen”.

Das Fazit meiner “Gewichtsgeschichte” – meine Möglichkeiten waren ausgeschöpft, ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen als das Thema OP anzugehen. Meine Lebenssituation war gut und stabil, ich hatte keine Probleme, aber viel Hunger und den damit verbundenen Stress. Meine Motivation für die OP war: Den Teufelskreis des Auf und Ab und des Zunehmens und Abnehmens entkommen, den Hunger loswerden und durch einen kleineren Magen schneller satt zu sein. Und in der Folge bei sinkendem Gewicht all das tun, was ich will, all die Dinge tun, die Normalgewichtige auch tun, ohne Angst davor zu haben. Endlich nicht mehr Verstecken müssen oder Ausreden finden, warum ich Dinge nicht machen kann und endlich keine Gedanken mehr machen ob ich dies und jenes schaffe und wenn ja, wie.

Mit diesen Gedanken im Kopf und der für mich gefällten Entscheidung, dass eine OP für mich die wohl letzte und einzige Chance ist, die ich noch nicht probiert hatte, ging ich schlussendlich am 31.8.17 zum Hausarzt und bat ihn um eine Überweisung in ein Adipositaszentrum.

 

Fotoquelle: Pixabay

 

Next: Ein paar Fakten… zum Thema Übergewicht und Adipositas OPs in Österreich

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