Und wie ist das mit dem Essen nach der Operation…?

Und wie ist das mit dem Essen nach der Operation…?

Der Kostaufbau nach der Operation, DO´s and DONT´s

Passend zur Episode 6 gibt es hier einige wichtige DO´s and DONT´s zur Ernährung unmittelbar nach der Operation. Bitte beachtet, dass dies nur ein Ausschnitt ist, keinesfalls vollständig und lediglich einen Eindruck liefern soll. Es ist immens wichtig, jede vom jeweiligen Zentrum/Klinik angebotene Gelegenheit zu nutzen um sich über die Ernährung danach – vom unmittelbaren Kostaufbau bis zur Langzeiternährung – zu informieren. Wenn finanziell möglich, lohnen sich auch begleitende Einzelberatungen bei KollegInnen.

Der Kostaufbau gestaltet sich grundsätzlich in drei Phasen und erfolgt je nach OP und Befinden des Patienten unterschiedlich schnell:

  • Flüssigphase – Brühe, Tee, …
  • pürierte Kost und
  • schließlich der Übergang zur sogenannten leichten Vollkost*

* Der Heilungsprozess wird ungünstig beeinflusst durch zu scharfe, zu saure, zu fette, geräucherte oder gepökelte Speisen, sowie alles, was Blähungen auslösen könnte. Auch sehr kaltes oder sehr heißes Essen kann Probleme bereiten, da die Temperaturanpassung nicht mehr so gut erfolgen kann. Unbedingt gemieden werden sollte zudem alles, was grobkörnig ist und mechanische Reizungen auslösen könnte (z. B. grobes, frisches Brot, Kräuter).

Die Dauer der einzelnen Phasen des Kostaufbaus richtet sich im Wesentlichen nach der Verträglichkeit und Toleranz der Nahrung. Wichtig ist – nicht nur unmittelbar nach der OP sondern für IMMER – eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß (täglich mind. 60 bis 120 g, dies hängt ab von Größe und dem sich verändernden Gewicht) sicherzustellen.

Der Schwerpunkt der Mahlzeiten liegt daher auf eiweißhaltigen, fettarmen Lebensmitteln, die ggf. durch Eiweißsupplemente ergänzt werden (zitiert aus: „Ernährung vor und nach bariatrischen Eingriffen, M. Hellbardt, Leipzig, Ernährungsumschau 11/2012). Dies bewirkt einerseits eine schnelle und länger anhaltende Sättigung, andererseits sorgt es dafür, dass der Körper vom überschüssigen Fett „zehrt“ und Muskelmasse möglichst erhalten bleibt und vielfältige Mangelerscheinungen vermieden werden.

Die DO´s and DONT´s:

Speziell in den ersten Tagen und Wochen nach der Adipositasoperation kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Die häufigsten Gründe für Übelkeit und Erbrechen sind:

  • zu schnelles Essen
  • der Verzehr von zu großen Nahrungsmengen
  • unzureichendes Kauen von Lebensmitteln nach der 4. postoperativen Woche
  • das Trinken von Flüssigkeiten zu den Mahlzeiten

Versuche daher, im Laufe der ersten Wochen aus deinen Fehlern zu lernen und zu reflektieren, was zu der unerwünschten Reaktion wie Übelkeit oder Erbrechen geführt hat. Erbrechen sollte unbedingt vermieden werden. Lerne aus den Reaktionen Ihres Körpers. In der ersten Zeit nach dem Eingriff stehen die Operationsnähte noch unter erheblichem Druck, so dass sie im schlimmsten Fall nach Erbrechen reißen können. Später kann häufiges Erbrechen zu einer Ausdehnung des Magenpouches führen.

  • Zu schnelles Essen: Wenn du vor der Operation ein „schneller Esser“ warst solltedst du dich nach dem Eingriff ganz bewusst auf das langsame Essen konzentrieren. Schauen z. B. beim Essen auf die Uhr. Wenn dein Körper nach dem Essen mit Übelkeit oder Erbrechen reagiert, versuche bei der darauffolgenden Mahlzeit bewusst, 3–5 min länger zu essen. Nimm dir gerade am Anfang diese Zeit, um Verträglichkeiten auszutesten.
  • Verzehr von zu großen Nahrungsmengen: Teste nach dem Eingriff dein individuelle Verzehrsmenge aus. Iss vorerst mit einem kleinen Löffel oder einer kleinen Gabel und zähle die Bissen ab. Wenn dir zB. nach dem 7. Löffel übel wird, versuche bei der nächsten Mahlzeit, nur 6 Löffel voll zu essen. Jeder Löffel und jeder kleinste Bissen zu viel führt nach einer Magenoperation direkt zu einer unangenehmen Reaktion des Körpers.
  • Unzureichendes Kauen von Lebensmitteln: Nach der 4. postoperativen Woche kann es durch unzureichendes Kauen von Lebensmitteln zu Erbrechen oder Übelkeit kommen. Kau bewusst und genieß die Speisen durch langes Kauen. Spüre den Geschmack und die Konsistenz der Lebensmittel im Mund.
  • Trinken von Flüssigkeiten zu den Mahlzeiten: Durch das Trinken von Flüssigkeiten zu den Mahlzeiten erfolgt eine schnelle Füllung des Magens, so dass Verzehrsmengen schnell überschätzt werden. Daher sollte Essen und Trinken in zeitlichem Abstand von 30 min stattfinden, damit der kleine Magen mit hochwertigen Lebensmitteln gefüllt wird, die deinem Körper auch Substanz liefern.

Die Portionsgrößen müssen dem kleinen Magenpouch dauerhaft, das heißt ein Leben lang, angepasst bleiben. Wenn du deinen Mini-Magen mit süßen Lebensmitteln füllst, wirst du möglicherweise recht unmittelbar „bestraft“ (mit Durchfall oder Erbrechen) und du gefährdest deinen Abehm-Erfolg und deine Gesundheit! Besonders gefährdet sind operierte Personen, die „alles“ vertragen und essen können!

Also, die Devise lautet NACHDENKEN – INFORMIEREN – PLANEN und sich an den PLAN halten.

 

Deine Diätologin

 

Literaturtipp/Buchtipp:

Ernährung bei Adipositas-Operationen, Magenbypass – Omega-Loop-Bypass – Schlauchmagen, von Birgit Lötsch, Eva Russold, Bernhard Ludvik

Quellen:

  • Case Management in der Adipositaschirurgie, Hanna Dörr-Heiß u. Eva Wolf, Springer Verlag (Arbeitsblätter)
  • Ernährung im Kontext der bariatrischen Chirurgie, Mario Hellbardt (Hrsg.), Pabst Science Publishers
  • Beratungsbroschüren des Krankenhauses der barmherzigen Schwestern Wien
  • Bariatrisches Assessment, Stefanie Wagner, BSc, Bachelorarbeit an der FH St. Pölten
  • Ernährung vor und nach bariatrischen Eingriffen, M. Hellbardt, Leipzig, Ernährungsumschau 11/2012
Projekt Unbeschwert – Episode 6

Projekt Unbeschwert – Episode 6

Geschafft!! Der Beginn meines Lebens 2.0 nach einem erfolgreichen 2. OP Versuch

Willkommen liebe LeserInnen in meinem Leben 2.0!
Leben 2.0, so nennen viele Operierte ihr Leben, welches nach der OP beginnt. Warum? Weil man die Chance bekommt, ein neues Leben zu beginnen, durch die OP hat man eine “Krücke” bekommen, die einem hilft, wieder normal große Portionen zu essen (bzw. eigentlich mini-mini Portionen, aber ich meine damit, dass man keine riesigen Portionen mehr braucht, um satt zu werden), die das Hungergefühl reduziert und die einen dabei unterstützt ein neues Essverhalten zu erlernen.

Die OP ist aber eben nur eine Krücke und kein Allheilmittel. Denn eines ist gewiss: Es wird der Magen operiert und nicht der Kopf. Und diese Tatsache kann einem sehr schnell zum Verhängnis werden und es erfordert viel Kraft, Aufwand, Durchhaltevermögen und kritische Selbstanalyse, wenn man sein Leben 2.0. wirklich nutzen will.

Aber erst einmal zu meiner OP und meinen ersten Tagen danach. Es sind ja noch weitere Blogeinträge geplant, wo ihr mehr darüber erfahrt, wie mein Leben 2.0 abläuft 🙂

Einen Tag vor der OP wurde ich im Spital aufgenommen, es wurde noch Blut abgenommen und einige andere Untersuchungen gemacht, um auch wirklich sicher zu gehen, dass es mir gut geht. Das ist es Gute bei der OP. Man geht vorbereitet in die OP und ist gut durchgecheckt. Bei mir passte alles und so konnte die OP wie geplant stattfinden.

Langsam stieg die Aufregung. Was mich wohl nach der OP erwarten würde? Ich machte mich auf das Schlimmste gefasst: dass ich Schmerzen haben würde, mich wochenlang nur von flüssiger Nahrung ernähren kann oder sonst irgendwie Einschränkungen haben würde. Ich hatte von Leuten gelesen, denen es super ging, andere haben die ersten Monate wirklich zu kämpfen gehabt. Aber, wie schon beim letzten Mal geschrieben: JedeR macht seine eigenen Erfahrungen und das sollte man im Hinterkopf behalten.

Am nächsten Tag wurde ich um 5 “geweckt” (gut geschlafen hatte ich nicht wirklich…), ich sollte gleich die Erste im OP sein. Um halb 8 ging es los und ich wurde in die OP Vorbereitung geschoben. Ich kann gar nicht sagen, wie oft ich meinen Namen sagen sollte und mein Geburtsdatum. Man wollte sicher gehen, dass ich auch die richtige OP bekam und nicht zufällig mit einer neuen Hüfte aufwachte oder so was. Die letzten Minuten bevor ich dann final in den OP geschoben wurde waren nicht angenehm. Langsam stieg die Panik. Was, wenn doch bei der Narkose etwas schief gehen würde? Würde ich wieder wach werden und es wäre nicht erfolgreich gewesen? Es war nicht die OP, vor der ich mich fürchtete, sondern die Narkose. Denn auch die Narkose birgt ein Risiko, gerade bei viel Übergewicht und bei mir noch mehr, das hatte man ja gesehen… Die Tränen kullerten nur so, aber die OP PflegerInnen versuchten mich zu beruhigen und schnell bekam ich vom geschäftigen Treiben um mich herum nichts mehr mit und befand mich im Reich der Träume.

— 4 Stunden später–

Ich wachte auf und lag auf derselben Intensivstation wie auch schon drei Monate zuvor. Diesmal hingen aber deutlich weniger Kabel an mir. Das konnte nur ein gutes Zeichen sein! Schon kam ein Pfleger und eröffnete mir, dass alles gut gelaufen sei. Gott sei dank!!! Mein Leben 2.0. hatte begonnen!! Mir war kurz übel, aber heutzutage gibt es für alles Mittel und Wege, um Beschwerden zu lindern, und schnell war die Übelkeit wieder vorbei. Man hielt mir ein Telefon an die Wange, so konnte ich meinem Vater sagen, dass ich wieder unter den Lebenden war. Allerdings war ich noch ziemlich benebelt. Kein Wunder. Immerhin hatte ich eine OP hinter mir.

Erstaunlicherweise hielten sich auch meine Schmerzen in Grenzen, ich fühlte mich keinesfalls so elend, wie ich gedacht hatte. Nach 2 Stunden musste ich zur Toilette. Und siehe da: Ich war sogar in der Lage aufzustehen und auf die Toilette zu gehen!! Zwar langsam und etwas wackelig auf den Beinen, aber mithilfe einer Schwester und dem Geländer an der Wand des Ganges ging das Ganze erstaunlich gut. Nichtsdestotrotz war ich schläfrig, plauderte zwar mit meinem Vater, hatte jedoch die Augen weitestgehend geschlossen.

Am Nachmittag bekam ich Durst. War aber unsicher: Durfte ich schon trinken? Immerhin war gerade an meine Magen herumorperiert worden! Was, wenn da etwas nicht dicht war? Aber: Studieren geht über Probieren und ich sollte sogar versuchen zu trinken. Ganz langsam nahm ich einen Schluck, in Erwartung, dass er sofort wieder Retour kommen würde. Aber nichts da. Er blieb drin und kullerte durch den Magen. Super! Es ist schon erstaunlich, was man mit der heutigen Medizin alles machen kann. Im Vorhinein hatte ich gelernt, dass man gerade zu Beginn kleine Schlucke nehmen muss, Trinken in großen Schlucken und “in einem Zug” sei wohl erst mal nicht möglich (oder gar nicht mehr möglich) und ich nahm daher zu Beginn Baby-Schlucke. Immer in gespannter Erwartung, wie mein Körper darauf reagieren würde. Ihr seht also schon: Die vielen ersten Male hatten begonnen! (Einen ausführlicheren Beitrag über die vielen ersten Male nach der OP gibt es im April) Ich musste alles neu ausprobieren, lernen und schauen, wie es mir damit geht. Laaaaaangsam. Es dauert ca. sechs Wochen, bis die inneren Wunden vollständig verheilt sind. Diese Zeit sollte man dem Magen und Darm auch geben, ihn möglichst gut und pfleglich behandeln und so bei der Heilung unterstützen.

Wie das geht? Nicht rauchen, leicht verdauliche Kost essen die den Magen nicht zu sehr belastet und die er nicht groß “verarbeiten” muss, kauen, kauen, kauen, nichts mit Kernen und sonstigen Dingen essen, die eventuell in den Nähten hängen bleiben können usw. In einem zertifizierten Adipositaszentrum gehört die ernährungsmedizinische Vorbereitung jedoch zwingend zur OP Vorbereitung dazu und ich kann nur jeder und jedem raten, dass man sich vorher mit dem Thema “Ernährung und Verhalten nach der OP” auseinandersetzt. Es kommt zwar eh meist anders, als man sich das vorgestellt hat, aber man hat zumindest gewisse Grundlagen, Verhaltensweisen und Empfehlungen, an die man sich halten kann.

Am Abend kam dann mein Vater noch einmal vorbei und da wurde ich langsam wieder fitter. Also ging ich ein paar erste Schritte mit ihm auf dem Gang. Je schneller der Kreislauf in Schwung kam, desto besser! Ich war glücklich, das war ja alles viel besser gelaufen, als ich mir gedacht hatte.

Die ersten Schritte…

Nachdem die Nacht komplikationsfrei verlaufen war, wurde ich am nächsten Tag auf die Normalstation verlegt. Dort erwartete mich zum Mittagessen eine leckere Brühe. Mir war weder übel noch hatte ich starke Schmerzen. Ob ich überhaupt operiert war? Ja, schon, denn es waren 5 große Pflaster auf meinem Bauch und das Gehen und an- und ausziehen war doch etwas mühsam.

Am Abend gab es noch eine “lustige” Begebenheit: Bei der genaueren Betrachtung meines Bauches fiel mir eine Art “Hügel” an einer Stelle auf. Was das wohl sein konnte? Als eine Schwester kam, fragt ich sie um Rat, sie wusste aber auch nichts und holte einen Arzt hinzu. Er kam, drückte auf meinem Bauch herum (das tat zugegebenermaßen schon recht weh…), konnte aber eine weitere Diagnostik nur per Ultraschall feststellen. Leider war der zuständige Facharzt dafür jedoch bereits im Feierabend, der Arzt nahm sich jedoch Zeit und gemeinsam suchten wir ein Ultraschallgerät auf. Der Arzt flitzte durch die Gänge, ich war zwar schon recht gut zu Fuß, aber mit seinem Tempo konnte ich nur 36 Stunden nach der OP nicht mithalten. “Ach, ich habe ganz vergessen, dass Sie erst so kurz operiert sind” kommentierte er nur und flitzte weiter. Der Ultraschall zeigte aber weder freie Flüssigkeit, noch irgendein anderes Ergebnis, was einen Grund zur Beunruhigung darstellen sollte, von daher konnte ich diesmal in gemächlicherem Tempo wieder aufs Zimmer gehen.

Die ersten „Bissen“ 😉 …

Am Sonntag bekam ich zum Frühstück bereits ein ungetoastetes Toastbrot. Ich schnitt die Rinde ab und aß ganz langsam und bedacht, auch hier wieder mit der Erwartung, dass mein Magen in irgendeiner Weise rebellieren würde. Aber auch das tat er nicht. Ich war hocherfreut. Nach einem halben Toast war ich satt. Nachmittags saß ich bereits mit meinem Vater in der Cafeteria des Spitals und freute mich über Kamillentee (soll ja bekanntlich beruhigen und tat hoffentlich dem Magen auch gut) und freute mich noch mehr, dass es mir so gut ging. Noch besser: am nächsten Tag sollte ich entlassen werden!

Dem war tatsächlich so, mein Leben 2.0 Zuhause konnte beginnen. Die ersten 3 Tage sollte ich mich noch von breiiger Kost ernähren. Alles, was irgendwie den Magen “in Arbeit” versetzen könnte, sollte ich auslassen. Im Vorhinein hatte ich mir bereits einige Rezepte herausgesucht, die man dann in den ersten Wochen kochen konnte. Bei meinem ersten Frühstück zuhause gab es Rührei (natürlich ohne Röstaromen und nur mit wenig Salz) und nach einem halben Rührei war ich satt. Man muss wirklich sehr, sehr gut auf seinen Körper hören und bei dem kleinsten Sättigungsgefühl aufhören zu essen. Das klingt einfach, ist es aber gar nicht. Vorher gab es bei mir entweder Hunger oder “zu viel gegessen”. Das war schon die erste Hürde, dass man da gut auf seinen Körper hört. Und diese Hürde besteht weiterhin und wird nach den ersten 9 Monaten erst richtig auf die Probe gestellt, wenn man sich erst an alles gewöhnt hat. Es gibt weiterhin viele, viele leckere Sachen auf der Welt und gerade bei Buffets oder bei Gelegenheiten, wo es viel gutes Essen gibt, ist man schnell versucht mehr zu essen, als man eigentlich sollte. Dieses Problem hat man jedoch die ersten Tage und Wochen und manchmal sogar Monate nicht.

Eine weiter “Neuerung” bei der Ernährung ist es, dass man ca. alle 3 Stunden etwas essen soll. Es ist ja eh nicht viel, aber der Körper braucht Nahrung – insbesondere Eiweiß – und es ist erwiesen, dass, wenn man zu wenig davon isst, weniger abnimmt und noch mehr den Risiken der Mangelernährung ausgesetzt ist. Dies wollte ich unter allen Umständen vermeiden. Zudem soll man zwischen Essen und Trinken in etwa eine halbe Stunde Zeit verstreichen lassen. Gerade am Anfang bedeutet das viel Organisation und Abstimmung immer die Zeiten einzuhalten und zu schauen, wie das Ganze jetzt getaktet wird. So war ich die ersten Tage vor allem damit beschäftigt, mich an den neuen Rhythmus zu gewöhnen. Ein Glück, dass ich noch nicht arbeiten musste!

Das waren also die ersten 4 Tage meines Lebens 2.0. Ich hatte mir das Schlimmste ausgemalt, aber es war so ungefähr das Beste passiert, was mir hätte passieren können. Nämlich: Es ging mit gut! Und das machte mich so glücklich! Und: Ich war nach mini-mini Portionen satt! Viele Frisch-Operierte (oder auch Langzeit-Operierte) verspüren erst einmal kein Hungergefühl und müssen sich zum Essen zwingen. Das kann ich von mir nicht behaupten. Ich hatte Hunger. Aber ich war nach sehr, sehr kleinen Portionen satt und ich kann euch gar nicht sagen, wie froh mich das machte. Meine Erwartungen an die OP, nämlich das ich weniger Hunger hatte bzw. schneller satt wurde, hatte sich jetzt schon erfüllt.

Mein Leben 2.0. war also großartig und eigentlich bilderbuchmäßig gestartet und ich war gespannt, was es noch für mich bereithalten würde.

Darüber und über meine vielen “Ersten Male” erzähle ich euch im April.

 

Fotos: Autorin (anonym)

 

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Episode 5

Warum nicht mal den ganzen Kopf?

Warum nicht mal den ganzen Kopf?

ein prachtstück

Ich mag Karfiol. In fast allen Varianten. Als Salat, gebraten, gedünstet, als Suppe, als „Reis“, mit anderen Gemüsen gemischt, paniert (böse, böse 😉 ), …

Dieser Kopf war so schön, das ich ihn nicht zerteilen wollte. Zumindest nicht gleich….

Wie funktioniert das?

  1. die Blätter entfernen und den Karfiol „putzen“, wenns denn was zu putzen gibt
  2. den Strunk soweit als möglich abschneiden, ohne die Rosen zu verletzen.
  3. den Strunk mit dem Messer kreuzweise tief einstechen
  4. den Kopf mit dem Strunk nach unten in köchelndes, gesalzenes Wasser setzen, er sollte etwa 2/3 eingetaucht sein, Deckel auf den Topf setzen
  5. dünsten bis der Kopf noch gut bissfest ist, eher noch etwas knackig (testen mit einem Holzstaberl)
  6. herausheben und mit Butter einstreichen, etwas salzen
  7. im Backrohr (180-200°, ca. 25min) backen bis oben eine braune „Kruste“ entsteht
  8. wie im Bild zB mit gehackten gerösteten Haselnüssen bestreuen

Der Karfiol schmeckt jetzt herrlich buttrig und leicht nussig. Das passt sehr gut als Beilage, aber auch mal einfach so. Wir haben uns einfach einen Löffel geschnappt und gleich aus der Pfanne gegessen, so gut wars! 🙂

Guten Appetit!

 

Foto: Birgit Barilits

Und nach dem Training ein Heidelbeersmoothie…

Und nach dem Training ein Heidelbeersmoothie…

ExpertInnen empfehlen in einem relativ engen Zeitfenster nach dem Krafttraining Eiweiß aufzunehmen. Das Milchprotein wird schnell aufgenommen und hat eine optimale Aminosäurenzusammensetzung. So kann der Muskel besser wachsen und regenerieren. Und so schmeckts auch gut, wenn es in einen cremigen Smoothie verpackt ist! Aber da sollte man natürlich vorher auch wirklich trainieren…;)

Wenn also nach dem Training nicht eine reguläre Mahlzeit mit einer Eiweißquelle folgt, dann kann der Otto Normaltrainierer auch mal so ein „Shake“ nehmen. Damit nicht teure, mit Süßstoffen vollgepumpte, mysteriöse Pulvermischungen zum Einsatz kommen, kann man den auch selbst machen. Das sieht dann zB so aus:

Heidelbeersmoothie 

Zutaten für 2 große Gläser:

  • 100g Heidelbeeren, frisch oder tiefgekühlt
  • 250g Topfen 10%
  • Saft von 1 Zitrone
  • 1 EL Mandelmus (optional)
  • 25g Whey (optional)
  • 250ml Wasser

Nährwerte pro Glas (ca.): 220kcal, 25g Eiweiß, 10g Kohlenhydrate, 8g Fett

Alle Zutaten im Standmixer gut durchpürieren. Der Saft der Zitrone kann ruhig mit den Kernen hinein, bzw. kann die Zitrone auch geschält und mitgemixt werden. Wer mag kann noch eine kleine Banane dazumixen. Die Variationsmöglichkeiten sind beinahe endlos! Verschiedenes Obst und idealerweise ein Anteil Gemüse, Kräuter, … In Schraubgläser gefüllt lässt sich der Homemade Shake auch gut transportieren oder für den nächsten Tag vorbereiten. Ab und an dient er auch als Frühstücksersatz oder Mahlzeitenersatz. Die Obstportionen sind so auch gleich mal erledigt. Praktisch! 🙂

Viel Spaß beim Trainieren und Smoothie mixen! Aber Achtung: Shakes bedeuten auch immer zusätzliche kcal! 😉

 

Foto: Birgit Barilits

 

 

Ofengemüse mit Topfen – gar nicht fad :)

Ofengemüse mit Topfen – gar nicht fad :)

Das ist ja so ein Ding, wenn man bei Ernährungsberatungen mehr Gemüse empfiehlt, beispielsweise in Form von „Gemüsesticks“ mit Topfendip… Da schlafen dann dem Gegenüber manchmal die Gesichtszüge ein. Ich stelle mir dann die Gedanken vor, die da so durchs gegenüberliegende Gehirn wandern, … „Nicht schon wieder Gemüsesticks“, „Klischee“, „fader gehts ja ned“, „ich hasse diese ewige Gemüseschnippelei“, „aufwändig“… etc.

Aber ich probiers einfach nochmal ;). Ja, Gemüsesticks mit Topfendip. Aber nicht fad, sondern gut gewürzt, mit guten Ölen, zum Sattessen und obendrein noch gesund!

Die Zutaten fürs Ofengemüse (2 Portionen):

  • ca. 400g bunte Karottenmischung
  • 2 kleine bis mittelgroße Zucchini
  • 1 Fenchelknolle
  • 1-2 EL Olivenöl
  • Rosmarin, Thymian, Oregano, Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer
  • 50g Pecorino

Das Gemüse putzen, die Karotten der Länge nach vierteln, so dass in etwa gleich große Stifte herauskommen. Die Zucchini etwas größer schneiden, damit sie nicht zu weich werden. Die Karotten habe ich mit Olivenöl, Rosmarin, Salz und Cayenne-Pfeffer gewürzt, die Zucchini mit Thymian, Oregano, Salz und Pfeffer. Einfach die Stifte in einer Salatschüssel mit Olivenöl und den Gewürzen vermischen. Auf Backpapier ausbreiten und bei 180 – 200° Heißluft ca. 20min backen. Beim Servieren mit kleinen Pecorino-Würferl bestreuen. Ich liebe diesen salzigen Schafkäse! 🙂

Die Zutaten für den Topfendip (2 Portionen):

  • 250g Magertopfen
  • 1 EL Leinöl
  • 2 EL Hanfsamen geschält
  • 1 kl. Zwiebel, fein geschnitten
  • 1 EL Dill
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL grober Dijonsenf
  • etwas Wasser

Den Topfen gleich in der Gemüseschüssel anrühren, so gehen die Reste der Gewürze und des Olivenöls hinein und nichts wird verschwendet.

Die Nährwerte pro Portion ca.: 500kcal, 36g EW, 25g F, 36g KH, 11g Ballaststoffe

Ich garantiere, das schmeckt nicht fad und macht auf gesunde weise schön satt! 🙂 Dazu noch ein grüner Salat… yummy… und schon hat man das mit dem täglichen Gemüse „erledigt“ ;).

Eure Diätologin

Mag. Birgit Barilits, BSc

 

Fotos: Birgit Barilits

 

Getrocknete Zitronenschalen und noch ein paar Tipps…

Getrocknete Zitronenschalen und noch ein paar Tipps…

bio zitronenschale

Ich versuche bei der Verarbeitung von Lebensmitteln so wenig „Reste“ wie möglich zu produzieren. Reste von Gerichten gibt es bei mir auch kaum, weil erstens meistens alles aufgegessen wird und zweitens aus Resten noch viele gute Sachen hergestellt werden können. Lebensmittel wegwerfen ist mir zuwieder.

Ich kaufe häufig unbehandelte Bio Zitronen, für Salate, Smoothies, etc. Die Schale kommt aber relativ selten zum Einsatz. Eigentlich schade drum! Die Lösung: vor dem Auspressen mit einem Sparschäler die aromatische Schale dünn abhobeln und trocknen. Am besten bei niedriger Temperatur im Backrohr. Wenn die Schalen komplett trocken sind, können sie in einem Schraubglas gelagert werden und im Tee landen, oder gemahlen in Muffins oder was einem sonst noch so einfällt. Das klappt auch mit unbehandelten Orangenschalen. Oder Apfelschalen, wenn man mal einen geschälten Apfel braucht.

Ein weiterer Tipp, wenn du viele Zitronen zu Hause hast und sie nicht so schnell verbrauchen kannst, einfach die Schalen gleich fein abreiben und in Eiswürfelbhältern einfrieren. Gleiches geht mit dem Saft! und hier noch ein heißer Tipp, um zu vermeiden, dass die Zitrusfrüchte im Körbchen schimmlig werden:

  1. Körbchen oder Schüssel gut waschen, sollte einmal was schimmlig geworden sein
  2. Serviette oder Küchenrolle hineinlegen
  3. 2 Tropfen Kiefernadelöl darauf tropfen, dann Zitronen, Limetten, … hineinlegen und freuen, dass nix mehr schimmelt! Genial! 🙂 Bitte darauf achten, dass es sich um ein 100% naturreines ätherisches Öl handelt!

 

Eure Diätologin

Foto: Birgit Barilits

 

Exkurs Kennzeichnung ätherischer Öle: Gute Qualität ist schwer zu erkennen, aber es gibt viele Hinweise auf gute Qualität, dies beginnt schon bei der Kennzeichnung:

  • Name der Ursprungspflanze: Deutscher und botanischer Name
  • Bezeichnung: 100% naturreines ätherisches Öl
  • Pflanzenteil: Blatt, Blüte, Zweige usw.
  • Mengenangabe
  • Chargennummer
  • Herstellername
  • Herkunftsland: Das Anbaugebiet bestimmt die Qualität mit!
  • Gewinnungsverfahren
  • Anbauart: kontrollierter biologischer Anbau (kbA), demeter-zertifizierte Bio-Qualität (demeter), Wildsammlung (Ws), konventioneller Anbau (konv.)
  • Lösungsmittel: Angabe des Lösungsmittels bei Extraktion
  • Verdünnungsverhältnis: und womit es verdünnt wurde, zB Melisse in Jojoba, Vanille-Extrakt in Alkohol
  • Verwendungsdauer nach dem Öffnen oder Ablaufdatum.
  • evtl. Verwendungshinweise
  • Sicherheitshinweise: „Vor Kindern sicher aufbewahren“, “nicht für Schwangere geeignet”, etc.
  • Gefahrenstoffzeichen: laut EU-Verordnung: je nach Öl individuell; nur bei einer Zulassung als Bedarfsmittel
  • evtl. Dosierungsempfehlung

 

Eggs Benedict mit Räucherlachs

Eggs Benedict mit Räucherlachs

Zugegeben: Die pochierten Eier habe ich nicht so schön hinbekommen. Und das Frühstück wurde auch gleich verspeist. Daher gibt es leider kein Bild davon.

Aber ich habe hier ein niedliches Katzenbild. Das geht angeblich immer:

Dieses Rezept findet sich sicherlich in vielen Kochbüchern, ich habe es aus „Paleo Küche für Genießer“ von Danielle Walker. Außerdem ist es mein absolutes Standardfrühstück, wenn ich in England bin!!! Dort kommt das Gericht typischerweise auf kleinen, getoasteten Brioche Buns… yummy…

Je nachdem, ob man dazu frisches knuspriges Baguette, Toast, Vollkornbrot, … isst, oder das Brot weglässt, fällt es unter Low Carb oder auch Paleo – oder nicht. Es ist definitiv etwas aufwändiger, aber es lohnt sich, denn es schmeckt ganz köstlich! Eine selbstgemachte Hollandaise kann schon was. Vielleicht mal als schönes Sonntagsfrühstück ausprobieren? Als besondere Aufmerksamkeit für den Lieben/die Liebe? 🙂

Originalrezept (4 Portionen)

Sauce Hollandaise:

  • 2 Eigelb
  • 2 TL frisch gepresster Zitronensaft
  • ¼ Tasse Kokosfett oder Ghee
  • ¼ TL Meersalz
  • 1 Prise Cayenne Pfeffer oder Paprika

Außerdem:

  • 4 Eier
  • 1 EL klarer Essig
  • 4 Tassen junger Spinat (alternativ: Blattspinat tiefgekühlt)
  • 8 Scheiben Räucherlachs
  • 2 TL Kapern

Die Nährwerte pro Portion (ca.): 259kcal, 17g Eiweiß, 20g Fett, 1g Kohlenhydrate

Zubereitung:

Den Spinat putzen und blanchieren oder auftauen und weichdünsten.

Für die Sauce Hollandaise das Eigelb und den Zitronensaft in einer Metallschüssel verquirlen, die Schüssel auf einen Topf mit kochendem Wasser stellen (= über Dampf schlagen). Achtung, gut quirlen und darauf achten das das Ei nicht stockt! Nach und nach die geschmolzene Butter oder Ghee mit einem Schneebesen einrühren. Die Sauce wird „mehr“, dick, gelb und schaumig. Die Gewürze einrühren, vom Herd nehmen und warm stellen. Sollte die Sauce etwas zu dick werden, kann man noch etwas heißes Wasser einrühren oder nach Geschmack noch etwas Zitronensaft bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Im Originalrezept werden die Eier pochiert, ich habe der Einfachheit halber weiche Eier zubereitet, diese dann geschält und auf den Spinat gesetzt. Wer es probieren möchte braucht einen etwas größeren Topf der zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Dieses sollte sieden, nicht sprudelnd kochen. 1 EL Essig dazugeben. Die Eier einzeln aufschlagen und einzeln in eine leicht geölte Tasse oder einen geölten Schöpfer geben. Das Wasser umrühren, sodaß ein richtiger Strudel entsteht und das Ei mitten hineinplatzieren. Nach 2-4min ist es fertig. Mit einem Siebschöpfer herausheben, etwas abtropfen. Es braucht etwas Übung! Ich habs leider bis jetzt nicht geschafft, da fehlt mir wohl die Geduld. 😉

Zum Servieren wird ein Häufchen Spinat, 2 Scheiben Räucherlachs, 1 Ei und die Sauce auf dem Teller angerichtet und noch mit den Kapern dekoriert. Guten Appetit!

Wer sich nun fragt

  • warum ich hier Butterschmalz und Kokosöl verwende,
  • was es überhaupt mit Fetten und Ölen auf sich hat,
  • was es Wissenswertes dazu gibt,
  • wie man damit umgeht,
  • was Paleo ist und ob und für wen das Sinn macht,

kann mich gerne kontaktieren :).

 

Eure Diätologin

Mag. Birgit Barilits, BSc

 

Fotoquelle: Fotolia