„Bonding“ und Abnehmen?

„Bonding“ und Abnehmen?

Manuela Weiss, Expertin für Selbstführung und Stressmanagement, hat sich bereit erklärt, dir ihre Erfahrungen zum Thema zu beschreiben. Und – wir haben für dich 3 funkelnagelneue Beratungspakete zum Thema! Neugierig? Dann bitte weiterlesen! 🙂

Was bedeutet Bonding?

Bonding ist das englische Wort für Bindung – eine Herzensbeziehung entstehen zu lassen.

Das erste tiefe Bonding erleben wir bei einer klassischen Geburt. Der Geburtsvorgang wird ja vom Ungeborenen ausgelöst – es startet selber seine Reise durch den Geburtskanal. Wenn nun ein Kind mit Kaiserschnitt auf die Welt kommt, so fällt diese wichtige erste Erfahrung der Selbstwirksamkeit weg und dies kann Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein dieses Menschen haben.

Dies kann sich z. B. so zeigen, dass diese Personen jegliches Risiko scheuen, oder sogar süchtig danach sind. Manche haben Angst vor etwas Neuem und fühlen sich minderwertig. Oder ihnen fehlt das nötige Selbstvertrauen und sie glauben, dass andere mehr können und auch wüssten.

An dieser Stelle sei jedoch gesagt, dass dies nicht automatisch für jedes Kaiserschnittkind gilt.

Es können in weiterer Folge bei jedem Kind – egal wie es auf die Welt gekommen ist – Risse in der Entwicklung vorkommen. Und diese Risse können wieder verbunden werden, mit Bonding.

Doch wie hängt Bonding nun mit Gewichtsproblemen zusammen?

Ich möchte hier gerne meinen persönlichen Erfahrungsbericht schreiben:

Seit mehreren Jahren habe ich mit den verschiedensten Methoden versucht abzunehmen. Keine Kohlenhydrate, nur Kohlenhydrate, kein Eiweiß, viel Eiweiß, Trennkost, Paleo, einen Tag essen-einen Tag nichts essen, Hypnose, Arbeit an meinen Glaubenssätzen usw. usw. usw.

Das Ergebnis war jedes Mal dasselbe:

Sobald 4 Kilo weg waren, konnte ich gar nicht schnell genug schauen, waren sie wieder oben. Es musste doch einen Grund dafür geben, warum mein Körper sofort wieder diesen „Schutzpanzer“ sich aneignete. Ich recherchierte, las Bücher – und dann hatte ich einen Schlüsselmoment.

Es war wieder der Moment, als ich vier Kilo herunten hatte und ich merkte, wie ich wieder mehr Süßes und ungesundes Essen zu mir nahm, als mir bewusst wurde, wie leer und schutzlos ich mich fühlte. Es war ein Gefühl in meiner Bauchgegend und ist schwierig zu beschreiben. Wenn ich dann etwas gegessen hatte, hatte sich sozusagen mein Bauch beruhigt. Zu dieser Zeit war ich in einer mehrjährigen Ausbildung über Körperarbeit mit dem Thema Bonding…

Unsere Eingeweide sind umhüllt von mehr als 100 Millionen Nervenzellen. Das sind mehr als wir im gesamten Rückenmark haben. Unser Bauch wird daher oft auch als „zweites Gehirn“ bezeichnet.

Nun, dieses zweite Gehirn hat mich in den vielen Jahren immer wieder manipuliert, sodass ich nicht abnehmen konnte. Doch warum? Was war in mir hier abgespeichert bzw. verankert als Verhaltensmuster, das ich noch nicht erkannt hatte?

Genau zu diesem Zeitpunkt ist mir das Thema „Bonding“ zugefallen und mir wurde schlagartig klar, woran es bei mir lag. In den Momenten, wo ich diese 4 Kilo losgeworden war und ich mich so leer fühlte, habe ich kein Essen gebraucht, sondern Bonding!!!

Ich begann sofort daran zu arbeiten, dieses Bonding in mir mehr und mehr zu installieren. Der Endeffekt: der Jo-Jo-Effekt blieb und bleibt bis heute aus :-D.

Aus dieser Erfahrung – und auch durch Gespräche mit anderen – wurde mir klar, dass dies ein essentieller Aspekt beim Abnehmen ist!

Kennen Sie dieses Gefühl der Leere, oder ist es Ihnen noch gar nicht bewusst geworden? Ich lade Sie ein, einmal in sich hineinzuhorchen und genau auf die Antwort zu hören.

Alles Liebe

Manuela Weiss, MBA

www.manuelaweiss.com

office@manuelaweiss.com

069911996675

 

Wenn du Interesse an diesem Thema hast Ernährungsberatung mit Bonding zu kombinieren, findest du hier unsere gemeinsamen Pakete:

 

„Schnupperpaket“

1x Bonding, ca. 60min: 120.- inkl. Mwst

1x Ernährungsberatung inkl. BIA Messung, ca. 60min: 125.-

 

Oder „Klassik“:

3x Bonding á ca. 60min: 360.- inkl. Mwst.

1x Ernährung – Erstberatung inkl. BIA Messung, ca. 60min und 2x Ernährung – Folgeberatungen á ca. 25min: 255.-

Für dieses Paket gewähren wir dir einen Rabatt von 5%!

 

Oder „De Luxe“: 

6x Bonding á ca. 60min: 720.- inkl. Mwst.

1x Ernährung – Erstberatung inkl. BIA Messung, ca. 60min + 4x Ernährung – Folgeberatungen á ca. 25min + 1x BIA (zum Sonderpreis im Rahmen des Paketes!): 410.-

Für dieses Paket gewähren wir dir einen Rabatt von 10%!

 

WICHTIG: Bei jedem Paket findet vorab ein kostenloses Gespräch (telefonisch) mit Manuela Weiss statt!

Nähere Informationen bezüglich Bonding bei Manuela Weiss (siehe Kontaktdaten oben), bezüglich Ernährung bei Birgit Barilits (via Kontaktformular oder FB Messenger).

Wir freuen uns auf Dich!

Birgit und Manuela

 

Foto: Fotolia

Projekt Unbeschwert – Episode 10

Projekt Unbeschwert – Episode 10

Klappt die Abnahme? JAA!!!

Das Thema dieser Episode ist eigentlich die Hauptmotivation, weshalb sich vermutlich 98% der Betroffenen zu einer bariatrischen Operation entscheiden: das Abnehmen. Über meine Motive warum ich abnehmen will usw., habe ich ja schon einiges geschrieben. In dieser Episode möchte ich euch etwas darüber erzählen, wie bei mir der Gewichtsverlust nach der OP ausgesehen hat und auch etwas darüber, was nach der (hoffentlich) großen Abnahme passiert bzw. passieren kann. Aber von vorne.

Begonnen habe ich die Reise mit 146 kg. Das war bei meinem ersten Gespräch im Spital und das war auch so ziemlich mein Höchstgewicht. Zum Zeitpunkt der OP wog ich 143 kg. Zwar wusste ich, dass eigentlich fast alle nach der OP abnehmen, aber was, wenn es vielleicht bei mir nicht klappen würde? Am Abend vor der OP sagte mir eine Krankenpflegerin: „Warten Sie ab, Sie werden schon bald in eine Kleidergröße 40 passen“. Ich?? Ich, die 56/58 Kleidergröße hat? Nun ja, ich war skeptisch.

Drei Tage nach der OP wurde ich entlassen. Ob ich wohl schon etwas abgenommen hatte? Am nächsten Morgen stellte ich mich auf die Waage und war überglücklich: 5 kg weniger. Wahnsinn. Nichtsdestotrotz wusste ich, dass es zu Beginn viel Wasser ist, was ausgeschieden wird. Aber es war ein Anfang und das motiviert ungemein. Aus meinen früheren Abnehmversuchen wusste ich, dass es äußerst kontraproduktiv ist, jeden Tag auf die Waage zu steigen. Zu groß sind die täglichen Schwankungen und zu schnell ist man enttäuscht. Mein Wiegetag ist der Montag. 1x pro Woche wiegen hat sich für mich als optimal herausgestellt. So hatte ich meine Abnahme gut protokolliert, ließ die Waage aber nicht meinen Alltag und meine Laune bestimmen. 

Auch wusste ich, dass bei mir auf eine „gute Abnehmwoche“ (= wo ich viel abgenommen habe) meist eine Woche kam, wo ich weniger abnahm. So habe ich mir einigen Druck nehmen können, gleich in Unruhe zu verfallen, wenn die Abnahme mal etwas weniger war. Aber: Ich bin auch hier wirklich mit einer tollen Abnahme gesegnet gewesen. Die ersten 4 Monate verlor ich etwa 10 kg im Monat. Kein Wunder, bei den Mini-Portionen, die ich aß. Mir war es jedoch von Anfang an wichtig, mich auch ausreichend zu bewegen und das wenige was ich aß, sollte ausgewogen und gesund sein. Und ich achtete auch darauf, dass ich nicht zu wenig aß. Man könnte glauben „Je weniger, desto besser“. Aber eine gewisse Energiezufuhr braucht der Körper. Die ersten Monate habe ich sehr konsequent mein Essen protokolliert und geschaut, dass ich auf ca. 1.200 kcal am Tag kam und genügend Eiweiß zu mir nahm. Immer noch weniger, als der Grundumsatz, aber für mich ideal, da ich mich damit leistungsfähig und energiegeladen fühlte. Ehrlich gesagt war ich sogar überrascht, dass ich so viel Energie hatte! Der Sport sorgte dafür, dass die Kilos, die purzelten, größtenteils tatsächlich Körperfett waren und nicht nur Muskelmasse. Die brauche ich ja schließlich noch, um weitere Kalorien zu verbrennen! Neben dem wöchentlichen Gang auf die Waage ließ ich zudem regelmäßig meine Körperzusammensetzung messen. Diese Messungen, zusammen mit Blutwerten und den purzelnden Pfunden bescheinigten mir: Weiter so, es ist alles im grünen Bereich!

Es gibt ein Wort im Wortschatz von Menschen, die über 100 kg wiegen, das heißt UHU. Damit ist nicht der Vogel gemeint, sondern die Tatsache, dass man „Unter hundert Kilo“ wiegt. Dies ist ein großer, großer Meilenstein bei den meisten. So auch bei mir. Bei mir „landete“ der UHU am 21. September 2018, 5 ½ Monate nach der OP. Wahnsinn! Ich habe im Sommer 2011 einmal ganz, ganz kurz für eine Woche 99,9 kg gewogen, dann aber sehr schnell wieder viel zugenommen und so war dieses Gefühl an diesem denkwürdigen 21. September einfach unbeschreiblich. Da kullerte auch die ein oder andere Freudenträne. Längere Zeit unter 100 kg war ich, glaube ich mit 15 Jahren. Ich war einfach nur froh und dankbar, dass alles so gut klappte.

Eines war bis dahin bei mir auch noch nicht eingetreten: ein Stillstand. Viele Operierte berichten, dass nach einer Weile ein Stillstand eintritt und sie eine Zeit lang nicht oder nur sehr wenig abnehmen. Die ersten 10 Monate meiner Abnahme bin ich davon verschont geblieben. Nach dem 5. Monat wurde die Abnahme etwas langsamer, aber es ging stetig bergab. Nach 10 Monaten stellte sich dann auch bei mir ein Stillstand ein. Dies war jedoch nicht ganz „unverschuldet“. Die Portionsgrößen wurden größer und das ein oder andere Mal schlich sich auch eher Ungesundes auf den Speiseplan. Damit begann bei mir die kritische Phase.

Die Phase, in der die eigentliche Arbeit beginnt und man genau auf sein Verhalten schauen muss und ehrlich zu sich selbst sein muss, damit sich alte Verhaltensweisen nicht wieder einschleichen. In den ersten Monaten mit schneller Abnahme ist es ein bisschen wie verliebt sein. Alles ist toll, das Leben schön, die Kilos purzeln und man bekommt Komplimente (vorausgesetzt natürlich, es geht einem gut). Dann aber hat man sich ein wenig „eingelebt“, kann wieder etwas mehr essen und es dreht sich vielleicht nicht mehr alles nur noch um die OP. So zumindest bei mir. Die körperlichen Einschränkungen aufgrund des Gewichts sind bei mir so gut wie verschwunden. Was aber nicht verschwunden ist, ist die Kompensation von stressigen Situationen mit Essen.

Ich esse natürlich viel weniger, aber in manchen Situationen ertappe ich mich dabei, dass in meinem Kopf noch die alten Muster vorherrschen. Mein BMI betrug zu Beginn 53, nun liegt er bei 30. Ich bin ganz kurz davor „nur“ noch übergewichtig und nicht mehr adipös (= wenn der BMI größer als 30 ist) zu sein. Vor der OP habe ich gelesen, dass man mit dem Bypass ca. 80 % des Übergewichts verlieren kann. Das habe ich geschafft. Optimal wäre es, wenn ich noch ein paar Kilo abnehmen würde. Was ich mir aber noch mehr wünschen würde, ist, dass ich dauerhaft ein gesundes Verhältnis zum Essen aufbauen kann und es nicht mehr als Kompensation, Ablenkung oder sonstiges nutzen muss. Damit wäre mir viel, viel mehr geholfen. 

Mein Fazit zum Thema abnehmen: Ich habe 65 kg abgenommen. Ich bin tatsächlich bei Kleidergröße 40 (manchmal sogar 38!) „gelandet“ und ich kann all das tun, was ich tun will, und mein Gewicht schränkt mich nicht mehr ein. Die „prognostizierten“ 80 % des Übergewichts habe ich verloren, eigentlich ideal. Jetzt sollte bei mir der Fokus weniger auf der Abnahme sein, sondern eher auf der Analyse und dem Beobachten meines Verhaltens mit dem Ziel, dass keine Zunahme erfolgt. 

Von diesem Phänomen berichten viele Operierte. Die Abnahme klappt super, irgendwann gibt es einen Stillstand. Manchmal kann man es sich erklären, manchmal nicht. Aber dann droht wieder das Hinabrutschen in alte Verhaltensweisen und Muster. Hier gibt es drei Optionen: selbst beobachten und geeignet gegensteuern. Oder aber sich Hilfe holen, zum Beispiel bei einem Psychologen/einer Psychologin oder einer Ernährungsberaterin/einem Ernährungsberater oder bei der Familie oder anderen Vertrauenspersonen. Oder aber man ignoriert die Signale und nimmt wieder zu. Das wäre äußerst schade, schließlich hat man schon so viel erreicht!! 

Die bariatrische Operation ist eine Krücke. Sie hat mir geholfen, dass ich wieder laufen kann. Bildlich gesprochen ist der Knochen verheilt, aber noch brüchig. Und ich muss behutsam weiter damit arbeiten und den Knochen und alles drum herum stärken, damit am Ende ein alleiniges Laufen ohne jegliche Probleme möglich ist. 

 In diesem Sinne: Feiern wir unsere Erfolge, genießen das neue Leben und bleiben wir wachsam und sorgsam, damit die Abnahme stabil bleibt!

 

Fotos: Patientin, anonym

Hülsenfrüchtchen… BOHNEN! :)

Hülsenfrüchtchen… BOHNEN! :)

Nein auch diesmal ist nicht die „Hüsn“ aus Blech gemeint ;). Sondern

Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen und Sojabohnen sind reich an Nährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente). Sie sind – je nach Zubereitungsart –  relativ kalorienarm und haben einen hohen Eiweiß- und Ballaststoffgehalt. Hülsenfrüchte liefern beispielsweise die Vitamine B1, B6 und Folsäure. Der hohe Ballaststoffgehalt wirkt sich positiv auf die Darmgesundheit und den Cholesterinspiegel aus. Der hohe Kaliumanteil kann sich positiv auf den Blutdruck auswirken. Wichtig, je nach Größe müssen Hülsenfrüchte unterschiedlich lange eingeweicht werden. Oder zumindest, wenn sie sehr klein oder geschält sind gut abgespült werden. Das Einweichwasser wird verworfen. Durch das Einweichen und Kochen werden Phasine und Lektine ab gebaut beziehungsweise großteils zerstört, das macht die Früchtchen bekömmlicher. Sie sind Bestandteil vieler beliebter Eintopfgerichte, mischen sich perfekt mit Gemüse und passen als Beilage zu Fisch und Fleisch. Im Folgenden werden einige verschiedene Sorten von Bohnen beschrieben 🙂 – und am Ende des Beitrags gibt es wieder ein paar Rezepte!

Tipp: Achten Sie beim Einkauf wenn möglich auf das Herkunftsland und auf Bio-Qualität. Viele Sorten und Produkte gibt es auch schon in Bio-Qualität aus Österreichischem Anbau. Gustieren Sie in Ihrem örtlichen (BIO)Supermarkt oder im Internet.

 

Bohnen

Es gibt in verschiedenen Farben und Größen, und auch geschmacklich bieten sie feine Nuancen! Je nach Größe und Farbe haben sie unterschiedliche Kocheigenschaften. Manche sind schnell gar und zerkochen, andere bleiben eher fest. Je nach Kocheigenschaft kann man cremige und sämige Suppen zubereiten, Aufstriche oder die bissfesteren Varianten beispielsweise für Salate verwenden. Allgemein kann man sagen, dass Bohnen reich an Zink, Lecithin, Kalium, Phosphor, Magnesium, verschiedenen und verschiedenen Vitaminen des B Komplexes sind (Nervenfutter!). Zudem sind sie wie die meisten Hülsenfrüchte sehr eiweißreich. Wie alle Hülsenfrüchte sind sie ein wahres Superfood – richtige kleine Nährstoffbomben – und zudem auch supergünstig, wenn man sie im getrockneten Zustand kauft und selbst zubereitet. Natürlich kann man auch problemlos Dosen mit essfertigen Hülsenfrüchten kaufen, wenn es mal schnell gehen muss. Die Fisolen, also die unreifen Bohnen werden übrigens eher zum Gemüse gezählt, als zu den Hülsenfrüchten.

Die Ackerbohne

Wikipedia: Die Ackerbohne (Vicia faba), auch Saubohne, Schweinsbohne, Favabohne, Dicke Bohne, Große Bohne, Pferdebohne, Viehbohne, Faberbohne oder Puffbohne genannt, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Diese Nutzpflanze gehört zur Gattung der Wicken (Vicia), im Gegensatz zur Gartenbohne, die der Gattung Phaseolus angehört.

Ackerbohne Nährwerte pro 100g (Konserve): 99kcal, 11g EW, 11,5g KH, 0,8g F, 12g Blst

Die Feuerbohne

Wikpedia: Die Feuerbohne, in Österreich auch Käferbohne genannt, (Phaseolus coccineus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Phaseolus in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Die leuchtend hellrote Blüte ist namensgebend für die Feuerbohne. Weitere Trivialnamen sind Prunkbohne, Blumenbohne, Schminkbohne, Türkische Bohne, Arabische Bohne oder die griechischen Gigantes.

Feuerbohne Nährwerte pro 100g (gekocht): 88kcal, 7g EW, 13,2g KH, 0,7g F, 4,8g Blst

Die weiße Bohne

„Weiße Bohnen“ ist eigentlich keine Artenbezeichnung, sondern ein Sammelbegriff für alle weißen bis cremefarbenen Bohnen. Wie auch die anderen Bohnensorten haben weiße Bohnen viele Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium, Kalzium und Phosphor und einen hohen Ballaststoffgehalt. Das regt die Verdauung an und wirkt sich positiv auf den Cholesterinspiegel aus. Die getrockneten Bohnen sollten mindestens 12 Stunden eingeweicht werden, bevor sie 1,5-2 Stunden gekocht werden. Selbstverständlich können sie aber auch „fertig“ aus der Dose verwendet werden um Zeit zu sparen.

Weiße Bohnen Nährwerte pro 100g (Dose bzw. gekocht): 89kcal, 6,6g EW, 11g KH, 0,7g F, 6,7g Blst

Die Adzuki Bohne

Die Pflanze gehört – natürlich – auch zur Familie der Hülsenfrüchte und somit zu den Schmetterlingsgewächsen. Die Wuchshöhe beträgt zwischen 40 und 90 cm. Die sogenannte „Rote Sojabohne“ wird unter Kennern als die edelste Hülsenfrucht geschätzt. Auch wenn sie auch die „rote Sojabohne“ genannt wird, sie ist nicht zu verwechseln mit der Sojabohne oder der Mungbohne. Diese werden weiter unten noch beschrieben. In Japan werden aus der Adzukibohne auch Süßspeisen zubereitet.

Adzukibohne Nährwerte pro 100g (getrocknet): 329kcal, 19,9g EW, 62,9g KH, 0,5g F, 12,7g Blst

Die schwarze Bohne

Wikipedia: Frijoles negros ist ein spanisches Gericht aus schwarzen Bohnen, das in Kuba, Venezuela, Puerto Rico, Mexiko und anderen Ländern Lateinamerikas zubereitet wird. Die schwarze Bohne, eine Hülsenfrucht der Art Phaseolus vulgaris, wird normalerweise in Dosen- oder getrockneter Form gekauft. Schwarze Bohnen sind würzig und leicht süßlich im Geschmack.

Die Bohnen kochen eher mehlig weich, und passen gut zu exotischen Gerichten, mischen sich gut mit exotischen Gewürzen und geben optisch auch etwas her. In Eintöpfen und gebraten als Beilage zu Reis oder Hirse oder als Brotaufstrich.

Nährwerte schwarze Bohne pro 100g (getrocknet): 306kcal, 21,7g EW, 38,8g KH, 2,6g F, 20,6g Blst

 

Die Kidneybohne

Wikipedia: Die Kidneybohne ist eine Sorte der Gartenbohne (Phaseolus vulgaris). Sie ist wegen ihrer optischen Ähnlichkeit in Form und Farbe nach der Niere benannt (‚kidney‘ = Niere). Rote Kidneybohnen sollten nicht mit der Adzukibohne (Vigna angularis) und der Feuerbohne (Phaseolus coccineus) verwechselt werden. Von der Konsistenz her sind Kidneybohnen weich und etwas mehlig und haben einen leicht süßlichen Eigengeschmack. Zudem lassen sie sich einfach in andere Gerichte einfügen, da sie relativ leicht das Aroma weiterer Zutaten annehmen.

Nährwerte Kidneybohne pro 100g (Dose): 124kcal, 9,4g EW, 15,5g KH, 0,6g F, 9g Blst

Die Sojabohne

Wikipedia: Der Anbau der Nutzpflanze Sojabohne ist seit 3050 v. Chr. in Japan und zumindest seit 1550 v. Chr. in Korea und China als Nahrungspflanze nachgewiesen[2][3]. Die Sojabohne wird heute auf sechs Prozent der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut und ist die weltweit wichtigste Ölsaat. Ihre zunehmende Bedeutung spiegelt sich in dem seit den 1970er Jahren von allen Nutzpflanzen höchsten Zuwachs an Anbaufläche wider. Während 1960 17 Millionen Tonnen produziert wurden,[4] waren es 2016 bereits 334,9 Millionen Tonnen.[5]

Als Ölsaat enthalten Sojabohnen etwa 20 Prozent Öl. Das Sojaöl wird vor allem als Lebensmittel, aber z. B. auch für die Produktion von Biodiesel verwendet.[4] Nach der Ölpressung wird das verbleibende Extraktionsschrot (Sojakuchen) erhitzt, um die für Tier und Mensch giftigen und unbekömmlichen Bestandteile zu zerstören (Trypsininhibitoren und Hämagglutinine) und dann zu 98 Prozent in der Tierproduktion verfüttert und zu 2 Prozent als Nahrung für den Menschen verwendet.[6] Sojabohnen enthalten etwa 37 Prozent Eiweiß. Als Nahrung ist die Eiweißqualität der Sojabohne mit der von tierischem Eiweiß vergleichbar, was die Sojabohne von anderen Pflanzen abhebt.

Nährwerte Sojabohne pro 100g (getrocknet): 340kcal, 38g EW, 18g F, 6,3g KH, 2g Blst

Die Mungbohne

Wikipedia: Die Mungbohne (Vigna radiata), auch Mungobohne, Jerusalembohne oder Lunjabohne genannt und auch als Mung Dal oder Mung Daal bekannt, ist eine Pflanzenart aus der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae oder Leguminosae). Im deutschsprachigen Raum werden die Keimlinge oft auch fälschlicherweise als Sojasprossen bezeichnet. Diese Nutzpflanze ist nahe verwandt mit einer Reihe anderer „Bohnen“ genannter Feldfrüchte, insbesondere mit der Urdbohne (Vigna mungo). Die Mungbohne wird seit einigen 1000 Jahren in Indien angebaut und ist heute in ganz Südostasien verbreitet.

Was Sie bei uns als „Sojasprossen“ kaufen sind in der Regel gekeimte Mungbohnen!

Nährwerte Mungbohne pro 100g (getrocknet): 274kcal, 23,1g EW, 41,5g KH, 1,2g F, 17,3g Blst

 

Rezepte mit Bohnen:

 Ackerbohnensalat mit frischer Minze und Pecorino, 4 Portionen

  • 1,5kg frische „dicke Bohnen“, in der Hülse oder alternativ aus dem Glas oder der Dose eine entsprechende Menge, ca. 100g pro Portion
  • 1 Bio Zitrone
  • 100g Pecorino
  • 50g Rucola
  • frische Minze
  • Salz, Pfeffer
  • 3 EL Olivenöl.

Die Bohnen enthülsen und in einem großen Topf Salzwasser aufkochen. In drei bis fünf Minuten weich kochen. Dann abgießen, in eiskaltem Wasser abschrecken und die Häutchen entfernen. Die Bohnen mit geriebener Zitronenschale, Zitronensaft, klein gehackter Minze und Olivenöl gut vermischen. Mit grobem Meersalz und schwarzem Pfeffer aus der Mühle würzen. Den gewaschenen Rucola in eine Salatschüssel geben und die gewürzten Bohnen und den gehobelten Käse darauf verteilen.

Käferbohnensalat, klassisch

  • Ca. ½ kg gekochte Käferbohnen, aus der Dose für „Schnelle“
  • 1 Zwiebel
  • Apfelessig
  • Kürbiskernöl
  • Salz, Pfeffer

Die Zutaten vermischen, dabei die Käferbohnen mit der Gabel teilweise etwas andrücken/zerdrücken, damit sie die Marinade gut aufnehmen. Auch eine Variante kombiniert mit gekochtem Rindfleisch ist möglich. Am besten noch mit frischen Gartengemüse verfeinern für mehr Farbe!

Kleine Anmerkung zum Kürbiskernöl: Es besteht ca. zu 50% aus sogenannten mehrfach ungesättigten Fettsäuren und wird daher gemeinhin zu den „gesunden“ oder „guten“ Pflanzenölen gezählt. Allerdings sind von diesen 50% der Löwenanteil sogenannte Omega 6 Fettsäuren, und nur ein winzig kleiner Anteil Omega 3. Ein Überschuss an Omega 6 Fettsäuren aus verschiedenen Nahrungsquellen, seien sie nun tierisch oder pflanzlich, ist auf die Dauer nicht gut für uns, da so die entzündungshemmenden Qualitäten der Omega 3 Fettsäuren überlagert werden. Natürlich haben Kürbiskerne und damit auch das Öl viele andere tolle und auch gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe. Aber meine Empfehlung ist, nicht jeden Salat und jedes Gericht in Kürbiskernöl zu ertränken. Käferbohnensalat, Rindfleischsalat, grüner Salat, die Eierspeis, der Guglhupf, das Vanilleeis, noch das Brot eintunken… Ihr versteht? 😉

Aufstrich aus weißen Bohnen, orientalisch gewürzt

Ca. 320g weiße Bohnen aus der Dose, 2 Knoblauchzehen, Pfeffer, ½ TL Koriander, ½ TL Senfsamen, ½ TL Kreuzkümmel, ½ TL Zimtpulver, 1 getrocknete Chili, Zitronensaft und Schalenabrieb (BIO!), frischer Koriander, Salz, Pfeffer, Gemüsebrühe, Salz, Pfeffer

Die Bohnen abtropfen lassen und gut mit Wasser abspülen. Die trockenen Gewürze in einer Pfanne ohne Öl rösten, bis die Gewürze anfangen, intensiv zu duften, mörsern wenn ganze Körner. Olivenöl in eine kleine Pfanne geben und bei milder Hitze den grob geschnittenen Knoblauch und die gehackte Chilischote leicht anrösten. Die gerösteten Zutaten und den Zitronensaft zu den Bohnen geben und pürieren oder mit dem Stampfer zerdrücken. Beim Pürieren etwas Gemüsebrühe dazugeben bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist. Mit Salz, Pfeffer abschmecken und mit frischem Koriander bestreuen.

Adzuki-Bohnen-Paprika Pfanne mit Basmatireis, 4 Portionen

250g getrocknete Adzukibohnen, 3 große Paprikaschoten, am Besten rote und gelbe, 2 große rote Zwiebel, 2 EL Olivenöl, Rosmarin, Thymian, Knoblauch, Salz, Pfeffer, 1 Tasse Basmatireis

Die Adzukibohnen über Nacht einweichen, das Wasser am nächsten Tag abgießen, die Bohnen abspülen und dann mit viel Wasser weich kochen. Zwiebeln und Knoblauch fein schneiden, die Paprikaschoten in größere Stücke schneiden. Alles zusammen in Olivenöl leicht anrösten, sie sollen keine Farbe nehmen. Dazu dann die gekochten Bohnen geben und mit etwas Gemüsebrühe weitere 15-20min dünsten. Mit den Gewürzen abschmecken.

Schwarze Bohnen „mexikanisch“
200 g getrocknete schwarze Bohnen, 2 mittelgroße Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 1 handvoll getrocknete Tomaten, 1 Rippe Bitterschokolade (85%), 2 Dosen Tomaten in Stücken, 1 Handvoll Rosinen. Gewürze: 2 TL Zucker, 2 TL Kreuzkümmel gemahlen, schwarzer Pfeffer, Salz, 1 TL Chiliflocken, 2 Lorbeerblätter, 1 Bund frischer Koriander, 1 Tasse Gemüsebrühe, Olivenöl.

Die Bohnen über Nacht in Wasser einweichen, abgießen und mit frischem Wasser und den Lorbeerblättern zum Kochen bringen. Zugedeckt 60-70 Min. köcheln. Abgießen und jetzt erst salzen. Inzwischen Zwiebeln und Knoblauch schälen und hacken. Die getrockneten Tomaten klein schneiden und die Bitterschokolade hacken.

Die Zwiebeln im Öl glasig dünsten, Knoblauch kurz mitdünsten. Getrocknete Tomaten, Zucker und Kreuzkümmel zugeben und unter Rühren anbraten, bis es duftet. Die Tomaten, die Schokolade und die Brühe dazugeben und aufkochen. Bohnen, Sultaninen und Chiliflocken zugeben und noch weitere 30min köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, abschmecken. Das Koriandergrün (Blättchen und die zarten Stiele) hacken und über die Bohnen streuen. Dazu passt Reis oder Ciabatta.

Kidneybohnen-Oliven-Aufstrich

1 Dose Kidneybohnen, 1 Handvoll entsteinte schwarze Oliven, 1 EL Rahm, 1 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer, evtl. etwas Zitronensaft, frische Petersilie

Alle Zutaten in der Küchenmaschine oder mit dem Stabmixer sämig pürieren, mit Salz und Pfeffer sowie Zitronensaft abschmecken.

Sojabohnen „Rezepte“

Bekannte Produkte aus Sojabohnen:

  • Tofu in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Formen, zB natur, geräuchert, mit Gewürzen – in Eintöpfen, Suppen, oder Seidentofu in veganen Desserts
  • Tempeh, in Scheiben geschnitten und gebraten auf Salat, mit Gemüse, …
  • Edamame, in der Hülse gekochte unreife Sojabohnen, mit Salz, als Vorspeise
  • Natto

Selbst gekeimte Mungbohnensprossen

Vor der eigentlichen Keimung weicht man Mungbohnen etwa 12 Stunden in kaltem Wasser ein, am besten abgedeckt im Dunkeln. Das Volumen vergrößert sich dabei sehr stark, wählen Sie daher ein entsprechend großes Gefäß! 1½ EL Bohnen reichen also für eine ganze Keimschale oder das Keimglas. Schon nach dem Einweichen sieht man, dass die Schale  aufgeplatzt und der Keim zu sprießen  beginnt.

Nun ziehen die Bohnen um in eine Keimschale oder ein Keimglas, wo man sie täglich mindestens 2 x mit kaltem Wasser ausgiebig wässert und spült. Das ist wichtig, damit sich kein Schimmel und keine Fäulnis bilden. Auch zu warme Temperaturen, wie sie im Sommer oft in Wohnungen herrschen sind nicht gut. Nach etwa drei Tagen sind die Sprossen essbar. Bleiben Sie nun dem Licht ausgesetzt und wachsen weiter, werden sie leicht lila und entwickeln ein herberes Aroma. Lange, helle Sprossen, erhält man, wenn die Mungbohnen ohne Licht keimen.

 

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Eure Diätologin 🙂

 

Fotos: Birgit Barilits

Bau dir deine Woche!

Bau dir deine Woche!

Immer mehr werde ich (wieder) eine Freundin der „analogen“ Planung. Es macht Spaß und bringt Ruhe ins Gehirn, wenn man es sich gemütlich macht und mit Stift und Papier arbeitet, statt mit blinkenden Bildern, grellen Farben und vom scrollen schon zitternde Augen und einen verkrampften Daumen bekommt… (kennst du das?)

Also – Back to the roots! Mach dir einen Plan, mach ein „Bullet Journal“ oder auch nicht, verwende einen Zeichenblock oder kariertes Papier, mach eine Tabelle oder lass es sein, aber lass deine Gedanken schweifen und überleg dir, wie du deine kommende Woche gestalten willst. Denn DU hast es in der Hand.

Hier hast du einige Ideen, um einzelnen Tagen ein Motto und Struktur zu verleihen: Pick dir was raus, oder lass dir selbst etwas einfallen!

  • Monday is for a fresh start. (zB ich mach mir jetzt endlich einen Termin mit der Personal Trainerin aus, zB Cornelia Brückner!
  • Montag ist für den Neustart 😊
  • Monday is for motivation!
  • Montag: Joggen

Bild: Fotolia

  • Tuesday is for meal prep.
  • Dienstag wird vorgekocht!
  • Tuesday is for tough girls in the gym.
  • Dienstag: Krafttraining

Foto: Birgit Barilits, Bild: Fotolia

  • Wednesday is for „weiter geht´s“
  • Mittwoch steht für „just do it“
  • Wednesday is for way to go!
  • Mittwoch: Relax-Yoga
  • Thursday is for keep going!
  • Donnerstag ist zum dranbleiben!
  • Thursday is for writing the shopping list (zB für Meal Prep Tuesday)
  • Donnerstag: Intervalltraining Laufen

Bild: Fotolia

  • Friday is for fitness
  • Freitag für die Fitness!
  • Freitag is for …… (insert your goal/quote)
  • Freitag: Zirkeltraining/Krafttraining
  • Saturday is for „go out and play“
  • Samstag ist für „geh raus und hab Spaß“
  • Saturday is for meeting friends
  • Samstag: Strandbad, Schwimmen

Foto: Birgit Barilits

  • Sunday is for „hit the pause“
  • Sonntag ist Pause!
  • Sunday is funday!
  • Sonntag: Ruhetag

Foto: Daniela Dutka, Bild: Fotolia

 

Viel Spaß und Motivation beim selbst „analog gehen“ 🙂

Eure Diätologin

Hülsenfrüchtchen… LINSEN! :)

Hülsenfrüchtchen… LINSEN! :)

Hülsenfrüchte

Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen, Linsen und Sojabohnen sind reich an Nährstoffen (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente). Sie sind – je nach Zubereitungsart –  relativ kalorienarm und haben einen hohen Eiweiß- und Ballaststoffgehalt. Hülsenfrüchte liefern beispielsweise die Vitamine B1, B6 und Folsäure. Der hohe Ballasttoffgehalt wirkt sich positiv auf die Darmgesundheit und den Cholesterinspiegel aus. Der hohe Kaliumanteil kann sich positiv auf den Blutdruck auswirken. Sie sind Bestandteil vieler beliebter Eintopfgerichte, mischen sich perfekt mit Gemüse und passen als Beilage zu Fisch und Fleisch. Im Sommer, naja eigentlich das ganze Jahr über liebe ich diverse Hülsenfrüchte im Salat! Im Folgenden werden einige verschiedene Sorten von Linsen beschrieben 🙂 und natürlich gibt es auch ein paar Rezepte!

Linsen

Es gibt in verschiedenen Farben und Größen, und auch geschmacklich bieten sie feine Nuancen! Je nach Größe und Farbe haben sie unterschiedliche Kocheigenschaften. Manche sind schnell gar und zerkochen, andere bleiben eher fest. Je nach Kocheigenschaft kann man cremige und sämige Suppen zubereiten, Aufstriche oder die bissfesteren Varianten beispielsweise für Salate verwenden. Allgemein kann man sagen, dass Linsen reich an Zink, Lecithin, Kalium, Phosphor, Magnesium, verschiedenen und verschiedenen Vitaminen des B Komplexes sind (Nervenfutter!). Zudem sind sie wie die meisten Hülsenfrüchte sehr eiweißreich. Wie alle Hülsenfrüchte sind sie ein wahres Superfood – richtige kleine Nährstoffbomben – und zudem auch supergünstig, wenn man sie im getrockneten Zustand kauft und selbst zubereitet. Natürlich kann man auch problemlos Dosen mit essfertigen Hülsenfrüchten kaufen, wenn es mal schnell gehen muss.

Bei uns sind die sogenannten Tellerlinsen sehr bekannt. Klassisch in Linsen mit Speck und Semmelknödel! Sie sind relativ groß, grünlich bis hellbraun und werden weich und sämig gekocht.

Tellerlinsen Nährwerte: 100g roh: 336 kcal, 23 g Eiweiß, 50 g Kohlenhydrate, 1,6 g Fett, 15g Ballaststoffe

Belugalinsen sind kleiner und im ungekochten Zustand schwarz, sie sehen deshalb aus wie zu groß geratener Kaviar. Beim Kochen verlieren sie etwas ihre Farbe und werden dunkelbraun. Sie schmecken kräftig, nussig, bleiben etwas bissfest und eignen sich bestens für Salate, aber auch für Eintöpfe mit viel Gemüse.

Belugalinsen Nährwerte: 100g roh: 304 kcal, 23,4 g Eiweiß, 40,6 g Kohlenhydrate, 1,6 g Fett, 17 g Ballaststoffe

Berglinsen sind etwas kleiner als Tellerlinsen, hellbraun bis leicht rötlich gefärbt. Sie sind etwas fester und aromatischer als die Tellerlinsen und haben einen feinen, nussigen Geschmack. Sie eignen sich gut für Salate, als Suppeneinlage und könnten auch gekeimt werden.

Berglinsen Nährwerte: 275 kcal, 23,4 g Protein, 40,6 g Kohlenhydrate, 1,6 g Fett, 17 g Ballaststoffe

Rote  Linsen sind bereits geschält, müssen nicht eingeweicht werden und zerfallen daher beim Kochen sehr schnell. Sie eignen sich daher sehr gut für cremige Suppen oder indische Gerichte wie Dhal. Sie sind mild im Geschmack und leichter verdaulich. Sie sehen an den Nährwerten, dass auf Grund der fehlenden Schale weniger Ballaststoffe enthalten sind.

Rote Linsen Nährwerte: 358 kcal, 27 g Eiweiß, 54 g Kohlenhydrate, 2,3 g Fett, 6,5 g Ballaststoffe

Auch gelbe Linsen sind geschält und zerkochen schnell. Wie die roten Linsen sind sie ein fester Bestandteil der indischen Küche, sie sind den roten Linsen sehr ähnlich.

Gelbe Linsen Nährwerte: 350 kcal, 27 g Eiweiß, 52,1 g Kohlenhydrate, 2,2 g Fett, 6,7 g Ballaststoffe

 

Rezepte mit Linsen:

Vegane Linsensuppe mit Räuchertofu, 4 Portionen

250 g Räuchertofu, 1 große Zwiebel, 3 Karotten, 300g Tellerlinsen, 1 EL Olivenöl, 1 EL Tomatenmark, Gemüsebrühe, 1 Schuß Balsamicoessig, frische Petersilie, Salz, Pfeffer

Die Tellerlinsen über Nacht einweichen, das Wasser am nächsten Tag wegleeren und die Linsen gut abspülen. Das Gemüse und den Räuchertofu schneiden und im Olivenöl anbraten. Tomatenmark kurz mitrösten. Die Linsen dazugeben und mit ca. 1l Gemüsebrühe aufgießen. Köcheln lassen bis die Linsen weich sind. Dann mit Salz, Pfeffer und Balsamico abschmecken. Eventuell braucht man noch zusätzlich etwas Wasser oder Gemüsebrühe. Mit frisch gehackter Petersilie bestreuen und servieren. Dazu passen Erdäpfel oder eine Schnitte würziges Brot.

Knackiger Belugalinsensalat, 4 Portionen

250g Belugalinsen, 1 mittelgroßer Zwiebel, Salz, Pfeffer, Apfelessig, Walnussöl, Olivenöl, Wasser, Petersilie

Die Belugalinsen nach Anleitung weichkochen (einen leichten Biss sollen sie noch haben!). Den Zwiebel fein hacken und mit 1 EL Walnussöl, 1 EL Olivenöl, Salz, Pfeffer und Apfelessig zu einer Marinade nach Geschmack abrühren. Mit ca. 150ml Wasser über die noch warmen Linsen gießen und frisch gehackte Petersilie untermischen. Im Kühlschrank am besten über Nacht ziehen lassen.

Berglinsencurry, 4 Personen

300g Berglinsen, 1 großer Zwiebel, 2-3 Karotten, 1 TL Garam Masala, 1 TL Currymischung (mild oder scharf, je nach Wunsch), 1 Tl frischer Ingwer, 1 Knoblauchzehe, 1 TL Paprika, 1 EL Olivenöl, 250g passierte Tomaten oder Tomaten in Stücken, frischer Koriander, 1 Schuß Apfelessig

300g Berglinsen, gut abspülen bzw. ca. 1-2 Stunden einweichen. Den Zwiebelfein würfeln, den Ingwer und den Knoblauch fein hacken und mit allen Gewürzen im Öl anrösten bis die Mischung intensiv duftet. Mit Essig und den Tomaten ablöschen, die Linsen und etwas Wasser dazugeben und weich köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken, und mit viel frischgehacktem Korianderblättern und einem Klecks 10% Joghurt verfeinern. Dazu passt Basmatireis.

Roter Linseneintopf mit Süßkartoffeln und Chili, 4 Personen

400g Süßkartoffeln, 200 g rote Linsen, 1 rote Chili, 1 großer Zwiebel, 1 Knoblauchzehe, 1 EL Tomatenmark, 2 El Rapsöl, ¼ TL Zimt, 1 TL Kreuzkümmel gemahlen, Salz, Pfeffer, frischer Koriander, Gemüsebrühe

Die Süßkartoffeln schälen beziehungsweise die Schale gut waschen (sie können auch mit Schale verwendet werden) und in ca. 2 cm große Würfel schneiden. Chili der Länge nach halbieren und fein schneiden. Zwiebeln und Knoblauch schälen und grob hacken. Die Linsen gut waschen. Rapsöl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln und Knoblauch und Kreuzkümmel leicht anrösten. Tomatenmark, Süßkartoffeln, ca. 1 l Gemüsebrühe dazugeben und zugedeckt köcheln lassen bis die Süßkartoffeln fast weich sind. Dann Zimt und die roten Linsen dazugeben (sie sind sehr schnell gar) und fertig köcheln lassen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit den frisch gehackten Korianderblättern verfeinern.

Aufstrich aus gelben Linsen und Cashewkernen

2 Tassen gekochte gelbe Linsen, 1 Zwiebel, 1 TL Olivenöl, 1 EL weißer Sesam, 1 EL Cashewkerne, Evtl. 1 Knoblauchzehe, Etwas Zitronensaft, Salz, Pfeffer

Zwiebel fein hacken und in Olivenöl anrösten, Sesam und Cashewkerne kurz mitrösten. Dann in der Moulinette zu einer Paste zerkleinern und unter die gekochen Linsen mischen. Dabei die Linsen mit der Gabel gut zerdrücken. Mit Salz, Pfeffer, Zitronensaft abschmecken. Nach Wunsch kann auch Knoblauch dazu oder verschiedene weitere Gewürze!

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Eure Diätologin.

 

Fotos: Birgit Barilits

Vorsichtsgebote…?

Vorsichtsgebote…?

Oder: Nein, wir verwenden ätherische Öle nicht einfach so pur auf der Haut…

100% naturreine ätherische Öle sind eine wunderbare Sache, ein Naturprodukt mit tollen Eigenschaften – und mit Wirkung! Es gibt viele Firmen, die sehr gute Qualität vertreiben, aber es geht nicht nur um die Qualität, sondern um die ANWENDUNG. Das beste Öl wird in Verruf geraten, wenn es falsch angewendet oder schlecht dosiert wird.

Bitte seid euch im Klaren darüber, dass diese wunderbaren Naturprodukte hochkonzentrierte Substanzen sind. Das bedeutet, dass für sehr wenig hochwertiges Öl teilweise Tonnen von Pflanzenmaterial verarbeitet werden und das Endprodukt entsprechend intensiv ist. Sowohl im Geruch, als auch in der körperlichen und seelischen Wirkung. Ein Beispiel: für 1 kg Melissenöl (Melissa officinalis) benötigt man 7 bis 10 Tonnen Melissenkraut. Wenn euch jemand also nonchalant empfiehlt, dieses oder jene Öl großzügig pur zu verwenden, dann Vorsicht! Zudem ist es aus ökologischen und ökonomischen Gründen sinnvoll, sorgsam mit diesen wertvollen Produkten umzugehen!

Das Naturprodukt „100% naturreines ätherisches Öl“ enthält 100te verschiedene chemische Verbindungen (ja die Natur IST Biochemie 😉), die die komplexe Wirkung und den spezifischen Duft ausmachen.

  • Einige davon wirken – wenn sie pur oder in zu niedriger Verdünnung angewendet werden – hautreizend.
  • Einige können die Haut so sensibilisieren, dass leicht ein „Sonnenbrand“ entsteht, das nennt man Phototoxizität.
  • Wenn Öle „altern“ verändern sie sich. Sie können oxidieren, wie ein fettes Pflanzenöl „ranzig“ werden und verhalten sich dann anders.
  • Manche Inhaltsstoffe sind für bestimmte Personen bzw. Personengruppen, in bestimmten Lebenssituationen (Schwangerschaft, Stillzeit) oder bei bestimmten Beschwerden kontraindiziert. Ein Öl kann zB auch für eine erwachsene Person hilfreich sein, für ein kleines Kind oder einen Säugling aber nicht geeignet sein oder sogar schädlich.
  • Manche Öle wirken in niedriger Dosierung anders bis gegenteilig, als in hoher Dosierung.
  • Je dünner und empfindlicher die Haut, je sensibler die Person, desto wichtiger ist es, auf die korrekte Verdünnung mit zB einem guten, fetten Pflanzenöl zu achten…
  • u.v.m.

Also NEIN – wir schmieren uns zB Pfefferminzöl oder „Minze“ NICHT pur auf die Haut. Welches Minzöl ist überhaupt gemeint? Die eine „Minze“ unterscheidet sich von der anderen wie sich der doppelte Sliwowitz von einem Hugo unterscheidet! Und wenn du dir in der Hitze Kühlung verschaffen möchtest, dann wäre zB Pfefferminzhydrolat oder Lavendelhydrolat eine feine Alternative und wesentlich besser geeignet. Du willst wissen, was ein Hydrolat ist und wofür du es anwenden kannst? Besuch mich doch in meiner Praxis! 🙂

NEIN – wir schmieren uns auch kein Lemongrass pur auf die Haut. Es gibt nur seeehr wenige Öle und Fälle wo punktuell eine Anwendung pur möglich ist. Lavandula angustifolia/Lavendel fein kann beispielsweise punktuell aufgetragen werden, etwa auf einen Insektenstich oder eine kleine Verbrennung.

NEIN – wir tropfen und schmieren uns kein ätherisches Öl auf die Mundschleimhaut. Und es ist eben nicht gut wenn es dann brennt. Und auch ein Tee oder ein Gewürz kann von der Wirkung her nicht mit der Wirkung des Öles verglichen werden.

NEIN – wenn die Haut rot wird und brennt und vielleicht auch noch Pusteln bekommt ist das keine „Entgiftungsreaktion“, das soll nicht so sein.

NEIN – wir kippen keine 10 Tropfen von was auch immer pur ins Wasser und trinken das dann wochenlang zur „Entgiftung“. Die Leber wird’s dir danken, denn manche Öle sind auf Dauer hepatotoxisch.

Ätherische Öle sind wunderbare und bei richtiger Anwendung sanfte und gleichzeitig wirkungsvolle Behelfe das Wohlbefinden im Alltag zu steigern, körperliche und psychische Abwehrkräfte zu stärken. ABER – „weniger ist mehr“ lautet die Devise im Falle der ätherischen Öle. Eine gute Beratung zahlt sich aus, damit man wirklich Freude daran hat, sicher anwenden kann und dann auch in den Genuss einer sanften, ganzheitlichen Wirkung kommt. So wie es der Plan der Natur ist. 😉

Dann können wir als verantwortungsvolle BeraterInnen sicherstellen, dass diese Naturprodukte auch weiterhin ohne Schaden angewendet werden, und auch weiterhin angewendet werden dürfen.

Wir AromafachberaterInnen sind im positiven Sinne vernetzt – ich empfehle gerne meine erfahrene Kolleginnen Päivi Helena Blöchl von www.aromainsel.at in Traiskirchen, oder Ingrid Karner von www.aromainfo.at in Graz und weitere Kolleginnen in den Bundesländern, wenn Ihr Kontakt sucht! Auch bei mir in Wien könnt Ihr sehr gerne eine Aromafachberatung buchen! 😊 Mehr Informationen dazu unter „Duftige und aromatische Gschichten“.

Eure Birgit

Diätologin mit Genuss, Aromafachberaterin

 

Fotos: Birgit Barilits

Bild oben: Fotolia

Projekt Unbeschwert – Episode 9

Projekt Unbeschwert – Episode 9

Essen? Da war doch was! Langzeiternährung nach der OP

Liebe Leserinnen und Leser,

Willkommen zu Episode 9 des “Projektes Unbeschwert”! In dieser Episode dreht sich alles um das Thema Essen. Eine Illusion kann ich Ihnen und Euch schon bereits jetzt nehmen: Die Beschäftigung mit dem Thema Essen wird sich auch nach der OP nicht ändern. Es ist nun einmal so, dass man auf Nahrung nicht verzichten kann. Vor der OP hat sie dazu geführt, dass ich immer weiter zugenommen habe und nach der OP habe ich die Chance die Nahrung wieder als “meinen Freund” anzusehen und sie so zu dosieren, dass das Gewicht runter und nicht wieder rauf geht. Aber auch dafür muss ich mich mit dem Thema beschäftigen und unliebsame (Essens-) Gewohnheiten nach Möglichkeit reduzieren bzw. abstellen oder andere Wege finden, damit umzugehen. Denn: Die OP ist eine Krücke. Das Essverhalten wird dadurch nicht geändert, dafür muss jede und jeder selbst sorgen. Und das ist ein verdammt langwieriger Prozess, der viel Kraft und Nerven kostet. Ein Kommentar einer Dame nachdem ich ihr von der OP erzählt habe war:

“Na dann brauchst du ja jetzt auch keine Kalorien mehr zählen und nicht mehr so viel Sport machen”

FALSCH!!! Kalorien zählen muss man vielleicht tatsächlich nicht, aber man muss genau beobachten was man isst. Das Führen eines Ernährungstagebuches (zu Beginn habe ich es kontinuierlich geführt und nach etwa 6 Monaten eher sporadisch und nur um zu schauen, ob die Zufuhr von Fetten, Eiweißen, Kohlenhydraten ok ist) hat mir dabei sehr, sehr geholfen.

Das Thema Essen verändert sich sehr in den verschiedenen “Phasen” nach der Operation. Zu Beginn ist man schnell pappsatt. Zumindest ich. Ein Hungergefühl hatte ich aber noch. Manche berichten, dass sie dieses nach der OP “verloren” haben, dies ist bei mir nicht so. Zu Beginn war ich natürlich noch sehr vorsichtig bei der Wahl der Nahrungsmittel (so soll es ja auch sein, die ersten 6-8 Wochen soll man Schonkost zu sich nehmen, da die Narben von innen verheilen müssen und sich der Körper umstellen muss)  und ich musste auch sehr darauf schauen ca. alle 3 Stunden etwas zu essen und auch darauf achten, Essen und Trinken voneinander zu trennen. In der Vorbereitung hatte ich gelernt, dass man 30 Minuten vor und 30 Minuten nach dem Essen keine Getränke zu sich nehmen soll (wobei die Meinungen, ob man 30 Min vor dem Essen nichts trinken soll, auseinander gehen). In der ersten Zeit war ich pausenlos damit beschäftigt zu schauen, wann ich denn jetzt essen und wann ich trinken sollte. Da musste ich mich schon sehr umstellen, hatte ich doch vorher immer ZUM Essen getrunken. Ein kleines Beispiel: Wie sollte das in der Früh mit dem Trennen von Essen und Trinken machen, wenn ich nicht ewig warten wollte, bis ich ins Büro kann? Da war Kreativität und Ausprobieren gefragt und ich war froh, dass ich die ersten zwei Wochen nach der OP daheim diese ganzen Prozesse üben konnte. Aber: Ich kann euch beruhigen, das geht einem relativ schnell in Fleisch und Blut über.

Die ersten beiden Monate war meine Ernährung durch die Schonkost natürlich relativ eingeschränkt bzw. im Aufbau begriffen. Als es dann wieder Richtung Vollkost und Langzeiternährung nach der OP ging, da begann die eigentliche Arbeit und Auseinandersetzung mit dem Was und Wieviel. Ich bin dabei das Thema relativ strukturiert angegangen und habe versucht, meine Woche im Voraus zu planen, um meine Mahlzeiten möglichst ausgewogen zu gestalten. Der Vorteil ist, dass man ohne Stress überlegen kann, was man zu den Hauptmahlzeiten isst.

Nach der OP ist es wichtig, dass man genug Eiweiß zu sich nimmt. Eiweiß unterstützt die Abnahme und trägt dazu bei, dass die Muskeln richtig funktionieren. Zu Beginn ist die Nahrungsmenge noch so wenig, dass es nicht möglich ist, das gesamte Eiweiß über normale Nahrung aufzunehmen. Hier kann man sich durch Shakes und Proteinriegel und andere Proteinprodukte Abhilfe schaffen. Was da für einen das Richtige ist und welches einem schmeckt und was man verträgt, das ist ein bisschen Trial and Error. Ich habe vieles ausprobiert und ein neutrales Eiweißpulver gefunden, welches ich in Milch gemischt habe und damit meinen Kaffee getrunken habe. Das hat wunderbar funktioniert, den Kaffee mit Milch trank ich sowieso und dank des Pulvers in der Milch konnte ich gleich 25g Eiweiß auf diese Art und Weise aufnehmen. Inzwischen ist meine Nahrungsmenge wieder mehr geworden und ich kann das Proteinpulver weglassen (die Proteinriegel und Proteinprodukte esse ich jedoch trotzdem weiter, da ich einige gefunden habe, die wirklich lecker sind). Der immer wieder verbreitete Mythos “Man muss lebenslang Eiweißdrinks oder Eiweißpulver zu sich nehmen” stimmt demnach nicht. Dank meines Ernährungstagebuchs kontrolliere ich immer mal wieder, ob meine Eiweißaufnahme im grünen Bereich ist und kann – wenn dem nicht so ist – nachjustieren. Die Blutwerte geben mir auch recht – alles in Ordnung beim Eiweiß.

Vor der OP habe ich immer gerne Süßigkeiten gegessen. In den ersten 8 Monaten nach der OP war der Süßes-Gusto nicht komplett verschwunden, aber er war nicht präsent. Bei uns auf der Arbeit gab es immer Schokolade, auch oft vor meiner Nase. Das machte mir nichts aus, ich aß meinen Eiweißriegel in der Früh und am Nachmittag meist einen Proteinpudding und das war alles in Ordnung. Nach etwa 8 Monaten änderte sich dies jedoch. Und da begann auch die Zeit, in der ich sehr darauf achten musste (bzw. das muss ich immer noch), was ich esse. Plötzlich wurde die Schokolade wieder interessant und auch meine Portionen wurden größer. Lange nicht so groß wie vor der OP, aber anstatt einer halben Semmel ging plötzlich ¾ davon. Jetzt, 14 Monate nach der OP, geht auch eine ganze Semmel. Es ist aber nicht nur die Menge, die eine “Gefahr” ist, sondern auch das so genannte “grasen”. Man kann zwar lange nicht mehr so viel pro Mahlzeit essen wie früher, aber man isst häufiger. Und so muss man aufpassen, dass man nicht ständig irgendeine Kleinigkeit isst. Dieses ständige Essen führt nämlich oft dazu, dass man wieder mehr zu sich nimmt, als man eigentlich braucht. Deshalb gilt auch nach der OP: Eine Beschäftigung mit dem Was, Wann und Wie des Essens ist notwendig, wenn man nicht wieder zunehmen will.

Auch wenn ich noch so strukturiert versuche, das Thema anzugehen, der Süßes- Gusto ist weiterhin da und es erfordert sehr viel Anstrengung, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Es gibt einen sehr prominenten Spruch unter den Operierten, der besagt “Der Kopf wird nicht mitoperiert”. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Kopfhunger und dem physischen Hunger und dies “abzustellen” bzw. sein Verhalten zu erkennen und zu ändern ist ungeheuer schwierig und gelingt auch mir nicht immer.

Dadurch, dass ich viel Sport mache, kann ich das recht gut regulieren und die “zu viel Kalorien” durch sportliche Aktivitäten wieder wettmachen. Das ist zwar gut, da die Kalorienbilanz (Aufnahme vs. Verbrauch) zwar ausgeglichen ist, aber was, wenn ich mal weniger Sport treibe? Ein 100%iges Erfolgsrezept für eine ausgewogene Langzeiternährung für mich habe auch ich noch nicht gefunden. Deshalb ist das Thema Essen auch weiterhin sehr präsent bei mir. Während ich diesen Blog hier schreibe, ist mir einiges bewusst geworden über meine Essensmuster. Essen hat bei mir viel mit Stress zutun. Derzeit versuche ich meine stressigen Situationen zu identifizieren und anstatt zum Essen als Belohnung oder zur Beruhigung dies anders zu kompensieren. Ob das langfristig gelingt? Das ist hier die Gretchenfrage…

Eine Sache hat sich bei mir aber 100% zum Positiven gewendet: Ich habe nicht mehr ständig Hunger. Und ich kann mein Essen mehr genießen und muss nicht Angst haben, dass ich nicht satt werde. Denn das werde ich. Ich kann mit Freunden Essen gehen und einfach nur genießen. Keine komischen Blicke mehr oder ein ungutes Gefühl, weil “die Dicke” mal wieder isst. Ich bestelle mir eine Vorspeise und genieße sie, oder aber ein Hauptgericht und nehme den Rest wieder mit. Je nachdem mit wem ich essen gehe, freut sich auch der oder die über ⅓ meiner Portion.

Fazit zum Thema Essen bei mir nach 14 Monaten: Ja, es ist anders als vor der OP. Man braucht ein bisschen, um “seinen Weg” zu finden, “seine Gewohnheiten” und auch seine Dinge, die man verträgt oder nicht verträgt. Ich habe das Glück, dass ich, mit Ausnahme von Trockenfleisch (aber wer braucht schon Trockenfleisch??), alles vertrage. Viele Dinge habe ich erst nach und nach probiert und geschaut, ob ich sie vertrage. Nichts desto trotz ist die Beschäftigung mit dem Thema Essen omnipräsent, denn mit meinem Kopf muss ich einen Kampf ausfechten, dass eine Rippe Schokolade nicht lebensnotwendig ist und ich sie nicht jeden Tag essen muss und ich auch eigentlich die letzten 2 Bissen der Semmel nicht mehr brauche. Hier hilft nur Geduld und Durchhaltevermögen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten.

Aber: Die Abnahme hat funktioniert. Wie und alles Weitere zum Thema “Klappt die Abnahme” erfahrt ihr zum Beginn der Sommerferien im Juli. Bis dahin habe ich vielleicht die 2kg weniger, die mir noch fehlen, damit ich mein selbst gestecktes Ziel, unter 80kg zu sein erreicht habe. Ich werde euch berichten 🙂

Foto: Patientin (anonym)