Und nach dem Training ein Heidelbeersmoothie…

Und nach dem Training ein Heidelbeersmoothie…

ExpertInnen empfehlen in einem relativ engen Zeitfenster nach dem Krafttraining Eiweiß aufzunehmen. Das Milchprotein wird schnell aufgenommen und hat eine optimale Aminosäurenzusammensetzung. So kann der Muskel besser wachsen und regenerieren. Und so schmeckts auch gut, wenn es in einen cremigen Smoothie verpackt ist! Aber da sollte man natürlich vorher auch wirklich trainieren…;)

Wenn also nach dem Training nicht eine reguläre Mahlzeit mit einer Eiweißquelle folgt, dann kann der Otto Normaltrainierer auch mal so ein „Shake“ nehmen. Damit nicht teure, mit Süßstoffen vollgepumpte, mysteriöse Pulvermischungen zum Einsatz kommen, kann man den auch selbst machen. Das sieht dann zB so aus:

Heidelbeersmoothie 

Zutaten für 2 große Gläser:

  • 100g Heidelbeeren, frisch oder tiefgekühlt
  • 250g Topfen 10%
  • Saft von 1 Zitrone
  • 1 EL Mandelmus (optional)
  • 25g Whey (optional)
  • 250ml Wasser

Nährwerte pro Glas (ca.): 220kcal, 25g Eiweiß, 10g Kohlenhydrate, 8g Fett

Alle Zutaten im Standmixer gut durchpürieren. Der Saft der Zitrone kann ruhig mit den Kernen hinein, bzw. kann die Zitrone auch geschält und mitgemixt werden. Wer mag kann noch eine kleine Banane dazumixen. Die Variationsmöglichkeiten sind beinahe endlos! Verschiedenes Obst und idealerweise ein Anteil Gemüse, Kräuter, … In Schraubgläser gefüllt lässt sich der Homemade Shake auch gut transportieren oder für den nächsten Tag vorbereiten. Ab und an dient er auch als Frühstücksersatz oder Mahlzeitenersatz. Die Obstportionen sind so auch gleich mal erledigt. Praktisch! 🙂

Viel Spaß beim Trainieren und Smoothie mixen! Aber Achtung: Shakes bedeuten auch immer zusätzliche kcal! 😉

 

Foto: Birgit Barilits

 

 

Ofengemüse mit Topfen – gar nicht fad :)

Ofengemüse mit Topfen – gar nicht fad :)

Das ist ja so ein Ding, wenn man bei Ernährungsberatungen mehr Gemüse empfiehlt, beispielsweise in Form von „Gemüsesticks“ mit Topfendip… Da schlafen dann dem Gegenüber manchmal die Gesichtszüge ein. Ich stelle mir dann die Gedanken vor, die da so durchs gegenüberliegende Gehirn wandern, … „Nicht schon wieder Gemüsesticks“, „Klischee“, „fader gehts ja ned“, „ich hasse diese ewige Gemüseschnippelei“, „aufwändig“… etc.

Aber ich probiers einfach nochmal ;). Ja, Gemüsesticks mit Topfendip. Aber nicht fad, sondern gut gewürzt, mit guten Ölen, zum Sattessen und obendrein noch gesund!

Die Zutaten fürs Ofengemüse (2 Portionen):

  • ca. 400g bunte Karottenmischung
  • 2 kleine bis mittelgroße Zucchini
  • 1 Fenchelknolle
  • 1-2 EL Olivenöl
  • Rosmarin, Thymian, Oregano, Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer
  • 50g Pecorino

Das Gemüse putzen, die Karotten der Länge nach vierteln, so dass in etwa gleich große Stifte herauskommen. Die Zucchini etwas größer schneiden, damit sie nicht zu weich werden. Die Karotten habe ich mit Olivenöl, Rosmarin, Salz und Cayenne-Pfeffer gewürzt, die Zucchini mit Thymian, Oregano, Salz und Pfeffer. Einfach die Stifte in einer Salatschüssel mit Olivenöl und den Gewürzen vermischen. Auf Backpapier ausbreiten und bei 180 – 200° Heißluft ca. 20min backen. Beim Servieren mit kleinen Pecorino-Würferl bestreuen. Ich liebe diesen salzigen Schafkäse! 🙂

Die Zutaten für den Topfendip (2 Portionen):

  • 250g Magertopfen
  • 1 EL Leinöl
  • 2 EL Hanfsamen geschält
  • 1 kl. Zwiebel, fein geschnitten
  • 1 EL Dill
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL grober Dijonsenf
  • etwas Wasser

Den Topfen gleich in der Gemüseschüssel anrühren, so gehen die Reste der Gewürze und des Olivenöls hinein und nichts wird verschwendet.

Die Nährwerte pro Portion ca.: 500kcal, 36g EW, 25g F, 36g KH, 11g Ballaststoffe

Ich garantiere, das schmeckt nicht fad und macht auf gesunde weise schön satt! 🙂 Dazu noch ein grüner Salat… yummy… und schon hat man das mit dem täglichen Gemüse „erledigt“ ;).

Eure Diätologin

Mag. Birgit Barilits, BSc

 

Fotos: Birgit Barilits

 

Getrocknete Zitronenschalen und noch ein paar Tipps…

Getrocknete Zitronenschalen und noch ein paar Tipps…

bio zitronenschale

Ich versuche bei der Verarbeitung von Lebensmitteln so wenig „Reste“ wie möglich zu produzieren. Reste von Gerichten gibt es bei mir auch kaum, weil erstens meistens alles aufgegessen wird und zweitens aus Resten noch viele gute Sachen hergestellt werden können. Lebensmittel wegwerfen ist mir zuwieder.

Ich kaufe häufig unbehandelte Bio Zitronen, für Salate, Smoothies, etc. Die Schale kommt aber relativ selten zum Einsatz. Eigentlich schade drum! Die Lösung: vor dem Auspressen mit einem Sparschäler die aromatische Schale dünn abhobeln und trocknen. Am besten bei niedriger Temperatur im Backrohr. Wenn die Schalen komplett trocken sind, können sie in einem Schraubglas gelagert werden und im Tee landen, oder gemahlen in Muffins oder was einem sonst noch so einfällt. Das klappt auch mit unbehandelten Orangenschalen. Oder Apfelschalen, wenn man mal einen geschälten Apfel braucht.

Ein weiterer Tipp, wenn du viele Zitronen zu Hause hast und sie nicht so schnell verbrauchen kannst, einfach die Schalen gleich fein abreiben und in Eiswürfelbhältern einfrieren. Gleiches geht mit dem Saft! und hier noch ein heißer Tipp, um zu vermeiden, dass die Zitrusfrüchte im Körbchen schimmlig werden:

  1. Körbchen oder Schüssel gut waschen, sollte einmal was schimmlig geworden sein
  2. Serviette oder Küchenrolle hineinlegen
  3. 2 Tropfen Kiefernadelöl darauf tropfen, dann Zitronen, Limetten, … hineinlegen und freuen, dass nix mehr schimmelt! Genial! 🙂 Bitte darauf achten, dass es sich um ein 100% naturreines ätherisches Öl handelt!

 

Eure Diätologin

Foto: Birgit Barilits

 

Exkurs Kennzeichnung ätherischer Öle: Gute Qualität ist schwer zu erkennen, aber es gibt viele Hinweise auf gute Qualität, dies beginnt schon bei der Kennzeichnung:

  • Name der Ursprungspflanze: Deutscher und botanischer Name
  • Bezeichnung: 100% naturreines ätherisches Öl
  • Pflanzenteil: Blatt, Blüte, Zweige usw.
  • Mengenangabe
  • Chargennummer
  • Herstellername
  • Herkunftsland: Das Anbaugebiet bestimmt die Qualität mit!
  • Gewinnungsverfahren
  • Anbauart: kontrollierter biologischer Anbau (kbA), demeter-zertifizierte Bio-Qualität (demeter), Wildsammlung (Ws), konventioneller Anbau (konv.)
  • Lösungsmittel: Angabe des Lösungsmittels bei Extraktion
  • Verdünnungsverhältnis: und womit es verdünnt wurde, zB Melisse in Jojoba, Vanille-Extrakt in Alkohol
  • Verwendungsdauer nach dem Öffnen oder Ablaufdatum.
  • evtl. Verwendungshinweise
  • Sicherheitshinweise: „Vor Kindern sicher aufbewahren“, “nicht für Schwangere geeignet”, etc.
  • Gefahrenstoffzeichen: laut EU-Verordnung: je nach Öl individuell; nur bei einer Zulassung als Bedarfsmittel
  • evtl. Dosierungsempfehlung

 

Eggs Benedict mit Räucherlachs

Eggs Benedict mit Räucherlachs

Zugegeben: Die pochierten Eier habe ich nicht so schön hinbekommen. Und das Frühstück wurde auch gleich verspeist. Daher gibt es leider kein Bild davon.

Aber ich habe hier ein niedliches Katzenbild. Das geht angeblich immer:

Dieses Rezept findet sich sicherlich in vielen Kochbüchern, ich habe es aus „Paleo Küche für Genießer“ von Danielle Walker. Außerdem ist es mein absolutes Standardfrühstück, wenn ich in England bin!!! Dort kommt das Gericht typischerweise auf kleinen, getoasteten Brioche Buns… yummy…

Je nachdem, ob man dazu frisches knuspriges Baguette, Toast, Vollkornbrot, … isst, oder das Brot weglässt, fällt es unter Low Carb oder auch Paleo – oder nicht. Es ist definitiv etwas aufwändiger, aber es lohnt sich, denn es schmeckt ganz köstlich! Eine selbstgemachte Hollandaise kann schon was. Vielleicht mal als schönes Sonntagsfrühstück ausprobieren? Als besondere Aufmerksamkeit für den Lieben/die Liebe? 🙂

Originalrezept (4 Portionen)

Sauce Hollandaise:

  • 2 Eigelb
  • 2 TL frisch gepresster Zitronensaft
  • ¼ Tasse Kokosfett oder Ghee
  • ¼ TL Meersalz
  • 1 Prise Cayenne Pfeffer oder Paprika

Außerdem:

  • 4 Eier
  • 1 EL klarer Essig
  • 4 Tassen junger Spinat (alternativ: Blattspinat tiefgekühlt)
  • 8 Scheiben Räucherlachs
  • 2 TL Kapern

Die Nährwerte pro Portion (ca.): 259kcal, 17g Eiweiß, 20g Fett, 1g Kohlenhydrate

Zubereitung:

Den Spinat putzen und blanchieren oder auftauen und weichdünsten.

Für die Sauce Hollandaise das Eigelb und den Zitronensaft in einer Metallschüssel verquirlen, die Schüssel auf einen Topf mit kochendem Wasser stellen (= über Dampf schlagen). Achtung, gut quirlen und darauf achten das das Ei nicht stockt! Nach und nach die geschmolzene Butter oder Ghee mit einem Schneebesen einrühren. Die Sauce wird „mehr“, dick, gelb und schaumig. Die Gewürze einrühren, vom Herd nehmen und warm stellen. Sollte die Sauce etwas zu dick werden, kann man noch etwas heißes Wasser einrühren oder nach Geschmack noch etwas Zitronensaft bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Im Originalrezept werden die Eier pochiert, ich habe der Einfachheit halber weiche Eier zubereitet, diese dann geschält und auf den Spinat gesetzt. Wer es probieren möchte braucht einen etwas größeren Topf der zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Dieses sollte sieden, nicht sprudelnd kochen. 1 EL Essig dazugeben. Die Eier einzeln aufschlagen und einzeln in eine leicht geölte Tasse oder einen geölten Schöpfer geben. Das Wasser umrühren, sodaß ein richtiger Strudel entsteht und das Ei mitten hineinplatzieren. Nach 2-4min ist es fertig. Mit einem Siebschöpfer herausheben, etwas abtropfen. Es braucht etwas Übung! Ich habs leider bis jetzt nicht geschafft, da fehlt mir wohl die Geduld. 😉

Zum Servieren wird ein Häufchen Spinat, 2 Scheiben Räucherlachs, 1 Ei und die Sauce auf dem Teller angerichtet und noch mit den Kapern dekoriert. Guten Appetit!

Wer sich nun fragt

  • warum ich hier Butterschmalz und Kokosöl verwende,
  • was es überhaupt mit Fetten und Ölen auf sich hat,
  • was es Wissenswertes dazu gibt,
  • wie man damit umgeht,
  • was Paleo ist und ob und für wen das Sinn macht,

kann mich gerne kontaktieren :).

 

Eure Diätologin

Mag. Birgit Barilits, BSc

 

Fotoquelle: Fotolia

Adipositas Chirurgie – Risiken und Nebenwirkungen…

Adipositas Chirurgie – Risiken und Nebenwirkungen…

Jede Operation stellt ein Risiko dar, also natürlich auch die ersehnte Adipositas OP, sei es nun die Sleeve-Gastrektomie, der Magenbypass, Omega Loop, Mini Bypass, … oder welche Methode auch immer.

Klar, auch die morbide Adipositas mit BMI Werten über 40 ist an sich krankhaft und stellt einen massiven Risikofaktor dar für diverse Begleit- und Folgeerkrankungen. In diesem Beitrag soll es aber um die OP Risiken gehen, daher habe ich hier einige der Risiken zusammengetragen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!). Vor der Operation wird natürlich auch und besonders in den ärztlichen und chirurgischen Vorgesprächen genau aufgeklärt…

„Der Patient ist über Operationsverfahren und mögliche Behandlungsalternativen, über

Therapieeffekte, Komplikationen einschließlich Sterblichkeit, Notwendigkeit zur Nachsorge

inkl. möglicher lebenslanger Supplementation und plastische Folgeoperationen aufzuklären.“

Quelle: S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen, Version 2.3 (Februar 2018) AWMF-Register Nr. 088-001, https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/088-001.html, Stand 10.02.2019

 

Probleme bei der Narkose:  

Die Adipositas assoziierten Begleiterkrankungen können zu relevanten anästhesiologischen und intensivmedizinischen Problemen führen. Probleme werden verursacht durch

  • funktionelle Einschränkungen im Hals und Nackenbereich durch den „kurzen“, dicken Hals, die Fettansammlungen im Nacken
  • Auch die Venen sind schwer zu erreichen und evtl. auch in einem schlechten Zustand
  • Die Sauerstoffversorgung (Oxygenation und Ventilation) ist erschwert wenn (und das trifft häufig zu) auch die Lungenfunktion eingeschränkt ist (bestehende COPD oder Schlaf-Apnoe) bzw.
  • da die Lunge durch das hohe Gewicht (Druck der intraabdominellen Fettmassen) so schwere Arbeit leisten muss. Der Sauerstoff Verbrauch ist dadurch erhöht und
  • der Thorax ist nicht so elastisch, …

Quelle: Welk, I., & Schröder, S. (2015). Anästhesiologische Herausforderungen bei Adipositas–was sollte die Fachpflege wissen?. Jahrbuch Intensivmedizin, 233.

Komplikationen nach der Operation:

  • Oberflächliche und tiefe Wundinfekte
  • Intraabdominelle Infektionen und Wunddehiszenzen (Wunde schließt nicht)
  • Pneumonien
  • Tiefe Beinvenenthrombosen mit Lungenembolie
  • Sepsis und septischer Schock

Spezifisch bei Magenband (wird aber nur mehr selten durchgeführt):

  • Bandslippage (Band verrutscht)
  • Dehnung des Vormagens
  • Magenbandleck
  • Ösophagusdilatation (Speiseröhre erweitert)
  • Banderosionen
  • Magenstenosen und Obstruktionen (Verengungen und Verlegungen)
  • Portkammerinfektionen
  • Ösophagus und Magenperforationen (Durchbrüche)

Spezifisch bei Magenbypass:

  • Anastomosenulzera (Geschwüre an der Narbe)
  • Narbenhernien
  • Anastomosenstrikturen (extreme Narbenbildung)

Spezifisch bei Schlauchmagen:

  • Stenosen (Verengungen) oder auch Weitung des Lumens

Letalität:

  • Ja, man kann bei einer Operation auch sterben, auch wenn das glücklicherweise sehr, sehr selten vorkommt. Geringstes Sterberisiko während der OP stellt das Magenband dar. Je nach Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Operation (egal welche Art) erhöht sich das Risiko.

Spätkomplikationen

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Blähungen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Dumping-Syndrom
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Sodbrennen
  • Fettstühle

Quelle: Keuthage, W. (2010). Bariatrische Operationen bei Adipositas und Typ-2-Diabetes–Typ-2-Diabetiker profitieren überproportional. Diabetes aktuell, 8(03), 124-130.

Risken durch die veränderte Ernährungssituation nach der OP:

Mangelernährung bis zu gravierenden Mangelerscheinungen durch die Restriktion und – je nach OP Art – gegebene Malabsorption. FAKT ist eben, hernach besteht ein geringes Nahrungsvolumen, also ich kann viel weniger essen, und mein Körper kann es auch nicht mehr so aufnehmen wie vorher. Es kann (und das tut es auch sehr häufig, da das Thema oftmals auf die leichte Schulter genommen wird) also Probleme geben bei der Deckung des Flüssigkeitsbedarfs, der Deckung des Proteinbedarfs und der Deckung des Mikronährstoffbedarfs (Kalzium, Vitamin D, A, E, K, B12, Folsäure, B1, B6, Eisen, Zink, Kupfer) – das kann gravierende Folgen haben!

Zeichen und Symptome einer Proteinmalnutrition:

  • Ödeme (Kwashiorkor)
  • Muskelschwund (Marasmus)
  • Schwere Steatorrhoe und /oder Diarrhoe
  • Massiver Gewichtsverlust (entweder über das festgelegten Ziel hinaus oder zu schnell)
  • Erniedrigte oder sinkende viszerale Protein-Marker (z. B. Albumin und Prealbumin)
  • Steathosis hepatis

Häufige Symptome

  • brüchige Haaren und Fingernägel
  • Zahnausfall
  • Haarausfall
  • chronischer Müdigkeit
  • Infektanfälligkeit
  • Nervosität und Reizbarkeit, Schlafstörungen bzw. Schlaflosigkeit
  • verminderter Konzentrationsfähigkeit, Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Osteoporose

Dumping Syndrom:

Bei manchen PatientInnen kommt es nach bariatrischen Operationen zum Dumping Syndrom. Entweder dem sogenannten Frühdumping, dies geschieht, wenn sehr süße Lebensmittel gegessen werden. Es kommt zu einem  hyperosmolaren Nahrungsangebot in der abführenden Schlinge. Durch die Hyperosmolarität kommt es zum massiven Flüssigkeitseinstrom in den Darm. Dies kann zu starken Durchfall bis zu Kreislaufkollaps führen. Das Frühdumping tritt direkt, d.h. ungefähr 15-30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme auf.

Oder es kommt zum sogenannten Spätdumping, etwa 1-2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme. Durch einen schnellen Blutzuckeranstieg kommt es zu einer erhöhten Insulinsekretion die wiederum zu einer Unterzuckerung mit den damit verbunden Symptomen   (z.B. Schwächegefühl, Schweißausbruch und Konzentrationsschwierigkeiten) führt.

Quelle: Kasper, Heinrich: Ernährungsmedizin und Diätetik, 12. Auflage, München, 2014.

Erneute Gewichtszunahme, Reoperationen, …

Auch das gibt es und steht immer als Risiko im Hintergrund. Denn der Kopf wird nunmal nicht mitoperiert…

 

Buchempfehlung sowie wichtige oder interessante Links (kleine Auswahl):

 

Eure Diätologin.

 

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Adipositas und Adipositaschirugie in Österreich – ein paar Zahlen.

Die Gutachtenerstellung vor einer bariatrischen Operation

Adipositaschirurgie?

Die Reihe „Unbeschwert“ – ein Patientinnenbericht:

Projekt Unbeschwert – Mein Leben mit einem Magenbypass

Kontakte zu Beratung und Betreuung vor und nach bariatrischer OP sowie zur Gutachtenerstellung:

Raphaela Lebeth, BSc, Klosterneuburg: Diätologie Lebeth

Mag. Birgit Barilits, BSc, Wien: Ernährungssachen

Saftiger Mohnkuchen – low carb und glutenfrei

Saftiger Mohnkuchen – low carb und glutenfrei

Ich experimentiere ja gerne beim Kochen, manchmal wirds was, manchmal nicht ;). In diesem Fall hat es ausgezeichnet geklappt, daher wird das Rezept in meine Sammlung aufgenommen!

Es ging darum, die Reste aus der Mandelmilch-Produktion sinnvoll zu verwerten. Eine Möglichkeit ist eben, einen Kuchen daraus zu backen!

Daher kommt nun mal das Ausgangsprodukt: Mandel-Kokosmilch aus dem AndSoy Kochmixer (Werbung weil Produktnennung/Kooperation):

Zutaten:

  • 1 Becher (Zubehör) / ca. 80g Mandeln ungeschält (über Nacht eingeweicht, Wasser wegschütten)
  • 1/2 Becher Kokosraspeln (über Nacht eingeweicht, Wasser kann bleiben)
  • 1/2 Becher Sonnenblumenkerne (über Nacht eingeweicht, Wasser wegschütten)
  • 1 Prise Salz
  • 1 Prise Vanille
  • 1 Dattel (ca. 8g)
  • Mit Wasser auffüllen, bis der Wasserstand zwischen den Markierungen ist (ca. 1300ml)

Die Nährwerte* pro Portion, 1 Portion 250ml (ca.!): 146kcal, 4,6g EW, 12,3g F, 6,5g KH

Der Kochmixer macht die Arbeit, wenn die „Milch“ fertiggekocht ist mit dem Sieb abseihen. Ich finde das Sieb besser, mit diesen Sackerl zum abpressen komme ich nicht so gut zurecht. Den Rest bezeichne ich salopp als „Mandeltrester“.

Aber nun zum Mohnkuchen…

Die Zutaten:

  • Mandeltrester, noch feucht
  • 3 Eier
  • 100g Butter
  • 100g Mohn
  • 100g Xylitol
  • Zitronenzesten
  • 1 TL Backpulver

Die Nährwerte* pro Portion (Tortenform ergibt bei mir 8 Teile): 335kcal, 9,3g EW, 27,5g F, 20,9g KH

*Anmerkung zu den Nährwerten der beiden Rezepte: Die Nährwerte sind in diesem Fall ungenau, da ja der Mandeltrester nicht die gleichen Werte hat wie die Ausgangsprodukte. Die Mandel“milch“ wird also ebenso weniger von allem haben wie der Kuchen.

Eier und Xylitol schaumig schlagen, Butter schmelzen lassen und mit Mandeltrester und Mohn sowie den Zitronenzesten und Backpulver vermischen. Die Eier unterrühren.

Eine Form mit Butter auspinseln und mit Mandelmehl oder geriebenen Mandeln oder glutenfreiem Mehl stauben. Bei 180°C Heißluft ca. 45min backen.

Der Kuchen geht nicht sehr auf, aber er ist wunderbar saftig! 🙂

Eure Diätologin

 

Foto: Birgit Barilits

 

Projekt Unbeschwert – Episode 5

Projekt Unbeschwert – Episode 5

Satz mit x… Der erste OP-Versuch ist gescheitert: Wie geht es weiter?

Liebe LeserInnen,

Willkommen im Februar-Beitrag! Heute möchte ich euch daran teilhaben lassen, wie ich den ersten OP-Versuch erlebt habe. OP-Versuch? Ja, ihr habt richtig gelesen. Eigentlich gibt es ja nicht mehrere “Versuche” und eigentlich sollte ja beim ersten Mal alles gut gehen. Eigentlich. Wie ich bereits geschrieben habe, jeder Körper ist anders und einzigartig und mein Körper bzw. meine Lungen scheinen sehr sensibel zu sein, was dazu geführt hat, dass meine OP abgebrochen werden musste.

Aber von vorne und der Reihe nach.
Am 15.1. bin ich mit gepackter Tasche und ein bisschen Aufregung (ich war erstaunt, wie ruhig ich war!!) ins Spital gefahren. Ich lebe alleine, aber für die OP und die ersten 2 Wochen nach der OP waren meine Eltern da und dafür bin ich ihnen unendlich dankbar. Das war eine große Unterstützung, vor allem auch mental. Wenn man weiß, dass man nicht alleine ist lebt es sich wesentlich ruhiger. So begleitete mich mein Vater ins Spital.

Der Tag vor der OP verging wie im Flug. Es wurden noch ein paar Untersuchungen gemacht und dann war es auch schon Zeit zum Schlafen gehen. Die OP sollte am 16.1. früh morgens stattfinden. Nette Zimmernachbarinnen machten den Aufenthalt sehr angenehm. Neben mir lag eine junge Frau, die sich vor 2 Jahren hatte operieren lassen. Sie hatte ihr Wunschgewicht erreicht und war glücklich. Ich war skeptisch mir gegenüber. Ich bin, seit ich denken kann übergewichtig, kenne mich selbst gar nicht schlank. Ob ich wohl auch so toll abnehmen könnte wie sie? Bald würde ich es erfahren, die OP war ja schon am nächsten Tag.

Am nächsten Tag wurde ich früh morgens abgeholt und durch lange Gänge geschoben. Dann ging die Türe zum OP Bereich auf und ich stand im “Wartebereich”. Ich weiß nicht, wie oft ich meinen Namen und mein Geburtsdatum nennen sollte. Aber damit wollten sie verhindern, dass womöglich mir die neue Hüfte eingesetzt wird, die eigentlich der Herr neben mir bekommen sollte und man wollte sicherstellen, dass ich auch wirklich die bin, die den Omega-Loop Bypass bekommt. Diese Hürden nahm ich und wurde in den OP geschoben. Von da an erinnere ich mich nur noch daran, dass ich die Sauerstoffmaske aufgesetzt bekam und dann schlief ich ein.

Als ich aufwachte, befand ich mich auf der Intensivstation. Im Spital, wo ich operiert wurde, werden die frisch Operierten eine Nacht auf der Intensivstation betreut. Ich hatte mich auf schlimme Schmerzen eingestellt. Ich wachte auf und war an vielen Kabeln angeschlossen. Schmerzen hatte ich jedoch überhaupt keine. Langsam schaute ich runter auf meinen Bauch, um zu sehen, wie dieser aussah. Ich schaute und stellte fest: Ich hatte nichts am Bauch! Wie bitte?? Wenige Minuten später kam ein Arzt und löste das Rätsel: “Da haben Sie uns aber einen gehörigen Schreck eingejagt”, meinte der dann zu mir. “Wir mussten die OP leider abbrechen, da wir Sie nicht intubieren (=in Narkose versetzen) konnten.” Was??? Ich war also nicht operiert worden?? Was war passiert? Bei der Narkoseeinleitung haben sich meine Lungen verkrampft. Bronchospasmus nennen sie das in der Fachsprache. Normalerweise kann man mit Medikamenten die Lungen wieder “entkrampfen”, das hat aber aus irgendeinem Grund bei mir nicht funktioniert und man musste die OP abbrechen. So lag ich also da, mit vielen Schläuchen, die an Maschinen hingen und war enttäuscht. Die ganze Vorbereitung umsonst?? Das konnte es doch nicht gewesen sein…

Drei Tage später wurde ich entlassen, so fehlte mir ja nichts. In diesen drei Tagen habe ich ein bisschen nachgedacht. Mir war von vorn herein bewusst, dass man nie weiß, was passiert. Und die Komplikation kam nicht von der OP selbst, sondern von der Narkose. Ich sprach also noch einmal mit ein paar Ärzten und holte mir Rat und wir entschieden, dass ich der Ursache für die Komplikation erst einmal auf den Grund gehe und dann, wenn es eine Freigabe gibt, es noch einmal probieren werde. Wieder erwies sich mein Hausarzt als perfekter Tippgeber in Sachen Arztempfehlung und er empfahl mir einen sehr guten Lungenfacharzt. Dort wurde ich buchstäblich “auf Herz und Nieren” geprüft, alle Ergebnisse sahen gut aus. Der letzte Test brachte dann aber zutage, dass meine Lungen sehr sensibel auf Gase bzw. Reize von außen reagieren und so konnte man sich erklären, warum das mit der Narkose nicht geklappt hatte. Gottseidank konnte man die Lungen auf die Belastung durch die Narkose “vorbereiten” und ich musste eine Art Asthmaspray nehmen, um sie möglichst du entspannen. So bekam ich die OP- Freigabe und ging erneut ins Spital. Inzwischen war schon März 2018, der neue OP Termin war für den 6. April angesetzt, Freitag nach Ostern.

Ihr seht also: Die OP ist keine Lappalie, jede Narkose ist mit einem Risiko verbunden und in diesem ersten Falle hat es bei mir nicht geklappt. Ob so was häufig vorkommt, fragt ihr euch vielleicht? Ich habe auf Facebook nachgefragt, mir hat niemand geantwortet, dem es ähnlich ergangen ist. Also: Jeder Weg ist individuell.

Um es jedoch vorwegzunehmen: Der 2. Versuch hat geklappt. Ich bin operiert. Wie es mir ergangen ist und wie die ersten Tage nach der OP aussehen, das erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

Fotos: Fotolia, Autorin (anonym)

 

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4