Projekt Unbeschwert – Mein Leben mit einem Magenbypass

Projekt Unbeschwert – Mein Leben mit einem Magenbypass

Liebe LeserInnen,

hier darf ich euch mit der folgenden Einleitung ein ganz besonderes Projekt, einen ganz besonderen und persönlichen Bericht vorstellen. Die Geschichte einer Betroffenen – das „Projekt Unbeschwert – Mein Leben mit einem Magenbypass“.

Dies ist ein Bericht aus ganz persönlicher Sicht, aber auch ich werde zum Thema passende Einträge schreiben. Gleich vorweg – all das stellt keine Werbung oder Empfehlung für einen bariatrischen Eingriff dar. Für Fragen/Termine zum Thema stehe ich selbstverständlich zur Verfügung. Ebenso wie meine Kollegin in Korneuburg, Diätologin Raphaela Lebeth – https://www.diaetologie-lebeth.at/ – die das Projekt gemeinsam mit mir betreut.

Aber nun lasse ich Euch/Sie sich selbst ein Bild machen und übergebe die Feder – Los geht es! 🙂

 

Einleitung

Warum ein Blog über Adipositas-OPs?

Lange habe ich mich dagegen gesträubt, ja sogar dagegen ausgesprochen, mich einer Adipositas OP zu unterziehen. Ich wollte es alleine schaffen. Ich hatte bereits einige Male bewiesen, dass ich es kann, das mit dem Abnehmen! Nachdem ich nun aber ganze 21 Jahre meines Lebens damit beschäftigt bin, mich mal mehr, mal weniger mit dem Thema Übergewicht und Adipositas auseinanderzusetzen, unzählige Abnehmversuche hinter mir habe, in Rehakliniken war, meinen Lebensstil versucht habe zu ändern und in Verhaltenstherapien versucht habe die Ursachen des übermäßigen Essens zu finden, musste ich mir irgendwann eingestehen, dass ich es vermutlich doch nicht auf die konservative Art schaffe, dauerhaft abzunehmen. Deshalb habe ich mich (zumindest zu Beginn) schweren Herzens dazu entschlossen, als allerletzten Versuch einen solchen Eingriff bei mir vornehmen zu lassen. Warum schweren Herzens? Mit der Entscheidung für die OP habe ich mir auch gleichzeitig eingestanden, dass ich es eben nicht schaffe und dieses Eingestehen hat mich sehr viel Überwindung gekostet.

Wie jeder Mensch, so ist auch die Geschichte eines/einer jeder/jedes Einzelnen unterschiedlich und einzigartig. Dieser Blog hat nicht zum Ziel, für eine Adipositas OP zu werben. Für wen und wann eine OP gut und sinnvoll ist, das hängt von vielen Faktoren ab und ist äußerst individuell und nicht pauschal zu sagen. Und für manche ist es auch der falsche Weg. Ich möchte in dem Blog über die vielschichtigen Probleme, Risiken, Umstellungen, aber natürlich auch Freunden und Erfolge, die mit der OP verknüpft sind, informieren. Sie bekommen einen Einblick in das Wie/Was/Warum es bei mir zu so einer OP gekommen ist und wie ich mit der neuen Situation umgehe und was mich beschäftigt. Mir ist aufgefallen, dass nicht nur bei vielen Menschen und Ärztinnen und Ärzten, sondern auch bei den Operierten selbst oder solchen, die sich auf eine Adipositas OP vorbereiten, viel Unwissen und Unsicherheit in Bezug auf das Thema herrscht. Dieser Blog soll auch dazu beitragen, dass eine etwas größere Personengruppe mehr über die vielschichtige (individuelle) Thematik Adipositas/Adipositastherapie und hier vor allem dann auch über die Adipositaschirurgie erfährt.

Aber anstatt eines wissenschaftlichen Artikels möchte ich hier teilweise auf ernsthafte, teilweise auf lustige oder ironische Weise von meinem “Projekt Unbeschwert” erzählen. Denn das ist es für mich: Ein Projekt, um in ein in vielerlei Hinsicht unbeschwerteres Leben (so erhoffe ich es mir zumindest) zu gehen. Sowohl im Hinblick auf das (hoffentlich) schrumpfende Gewicht, als auch im Hinblick auf mein gesamtes Leben. Ich erhoffe mir, dass mein Leben unbeschwerter wird und die aktuell vielfältigen Einschränkungen aufgrund des Gewichts weniger werden. Anstelle des Fetts wünsche ich mir in meinem Leben wieder mehr Platz für Freude, Zuversicht und Normalität- Unbeschwertheit eben. Sie sehen, es ist viel Konjunktiv und Hoffnung, eine Garantie für einen Erfolg dieser OP gibt es nicht.

Ich werde sicherlich nicht alles richtig machen und meine Lebensweise nach der OP wird wohl nicht immer so sein, wie es vielleicht von ErnährungsberaterInnen und ÄrztInnen empfohlen wird. Aber wer ist schon perfekt?? Ich gebe jedoch mein Bestes, um zumindest zum größten Teil mein Leben so zu gestalten, wie man es nach einem solchen Eingriff tun sollte (wobei es da auch wieder verschiedene Meinungen und Herangehensweisen gibt, wie eigentlich überall). Diesen “Guidelines” füge ich noch Individualität hinzu und würze es mit Lebensfreude und Experimentierfreudigkeit. So entsteht hoffentlich ein tolles, gesundes und wohlschmeckendes Gericht, welches mich stärkt und begleitet bei meinem “Projekt Unbeschwert” (und auch darüber hinaus!)

Lassen Sie sich überraschen und freuen Sie sich auf zwölf Episoden meiner Reise in ein unbeschwerteres Leben!

 

Nächster Eintrag: Episode 1 – Die Adipositas-OP für mich als letzte Hoffnung

Kleine Muntermacher gegen das Tieeeeeefffff…

Kleine Muntermacher gegen das Tieeeeeefffff…

Diverse Energydrinks und Cola Getränke sind häufig das Mittel der Wahl, wenns darum geht sich aus dem Vormittags/Nachmittags/Insgesamt-tief zu reißen. Richtig zu essen und Schlafhygiene sind da natürlich ein immens wichtiges Thema, aber heute geht es darum, was tun, wenn das Tief da ist und ich ungesunde Getränke oder picksüße Snacks vermeiden will. PS: Es ist nicht wirklich besser einfach nur die Süßstoffvariante zu nehmen…

 

Aufputschende Getränke – selbst gemacht! 😊

Koffein – Kaffee, maximal 3 Tassen pro Tag

Ich liebe Kaffee! Bei mir gibt es an normalen Tagen 1 starken Kaffee in der Früh, das wars. An Tagen wo ich sehr früh aufstehen muss oder sehr anstrengenden Tagen gibt es auch nach dem Mittagessen bzw. am Nachmittag einen kleinen Espresso. Auch ein Einspänner ist mal drin (Espresso mit Obershaube). Oder probiert doch mal einen „Low Carb Kaffee“: Doppelter Espresso oder 1 Tasse starker Filterkaffee, 1 ML (10g) Kollagenpulver (ML liegen in der Regel bei), 1 Tropfen Stevia oder ½ TL Birkenzucker, ¼ TL Zimt, 1 EL Schlagobers – alles im Shaker oder in einem Schraubglas schütteln. Sehr lecker!

Gutes Kollagenpulver gibt es von verschiedenen Anbietern, Bio und aus Weidehaltung ist am Besten.

Theobromin – Kakao, selbst gemacht

Wenn man den Kakako mit 1/4 l normaler Milch macht, ist das wie eine Mahlzeit! Das sollte man mitbedenken. Also als Frühstück oder als Mittagessen nehmen, aber da soll nichts mehr oder nicht mehr viel dazukommen. Und keinen „Zuckerkakao“ verwenden, sondern echtes Kakaopulver ist hier gefragt. Gesüßt werden sollte nur wenig, zB wieder mit 1 Tropfen Stevia oder wenig Birkenzucker. Das Getränk ist eher herb und mit wenig Süße.

Teein – Mate Tee, Grüner Tee, Schwarzer Tee

Entweder heiß in der Thermoskanne mitnehmen, oder abkühlen lassen und einen selbstgemachten Eistee zubereiten. Mit Minze oder Melisse, Zitrone, Limette, … zusätzlich aromatisieren und so wenig wie möglich Süßen.

Maca Pulver

Als Nahrungsergänzung, zB von Biogena

Ingwer

Ingwerwasser, heiß oder kalt, wirkt anregend, tonisierend, im Winter auch wärmend und stärkt das Immunsystem. Einfach BIO!! Ingwer in Scheiben schneiden (3-5) und in 1l Wasser ziehen lassen. Ich gebe immer ein paar dünne Scheiben in meine Wasserflasche und fülle diese den ganzen Tag über immer wieder auf. Natürlich kann auch der Ingwertee noch verfeinert werden, wie auch oben bei den anderen Tees.

Raus an die frische Luft!

5 min zügig auf und ab gehen und tief atmen, vielleicht auch noch mit den Armen wedeln (Achtung wo man das macht ;), könnte seltsam wirken) – auch im Büro kann (hoffentlich) mal gut gelüftet werden und einige Kniebeugen oder Hampelmänner schaden auch nichts.

Nüsse

Als kleiner Snack zwischendurch eine Handvoll Nüsse knabbern. Walnüsse, Mandeln, Haselnusskerne, Pekan, Para, … enthalten viele gute Mineralstoffe, zB Selen, Zink, Magnesium und helfen unserem Körper sogar dabei Serotonin zu produzieren. Obendrauf bekommt das Gehirn und der Körper auch noch ein paar Vitamine und wertvolle ungesättigte Fettsäuren.

Ätherisches Öl zum Riechen (Achtung*)

Pfefferminzöl (Mentha Piperita), oder Rosmarinöl (Rosmarinus officinalis L., Chemotyp Cineol idealerweise) – 1 kleinen Duftstein besorgen oder notfalls auf ein Taschentuch tropfen, nur 1 Tropfen Rosmarin oder 1 Tropfen Pfefferminzöl daraufgeben und mitnehmen. Bei Bedarf daran riechen. Sonnentor, Primavera, Farfalla, Feeling sind gute Marken. Auch gut in der U Bahn wenns mal nicht so wohlriechend duftet oder die Nase verstopft ist 😉.

*Diese Empfehlung gilt für gesunde Erwachsene; Rosmarinöl: Vorsicht bei hohem Blutdruck; Pfefferminzöl: Vorsicht bei chronischen Atemwegserkrankungen, nicht zur Einnahme, nicht auf die Haut oder Schleimhäute bringen (für eine ausgiebige Aromaberatung kann ich wärmstens empfehlen: Aromainsel).

Mahlzeit/Zwischenmahlzeit Buttermilchshake

0,5l Buttermilch natur, 100g gefrorene Beeren (Heidelbeeren, Himbeeren), ½ TL Birkenzucker, mit Stab- oder Standmixer pürieren, kann auch sehr gut in einer Flasche in die Arbeit oder in den Unterricht mitgenommen werden.

Also dann, viel Spaß beim Experimentieren! Für Fragen und ausgiebige Beratungen stehe ich selbstverständlich gerne zur Verfügung! 🙂

Eure Diätologin

 

 

Mag. Birgit Barilits, BSc, Diätologin

Fotos: Fotolia; Birgit Barilits

Wann, wenn nicht jetzt?

Wann, wenn nicht jetzt?

Hast du ein Auto? Wenn nicht, dann stell dir doch bitte mal vor, du hättest eines. Ein Auto, bei dem an der Armatur ein paar Warnleuchten aufblinken. ZB von der Bremse, oder vom Tank der gleich leer ist. Was machst du?

1. Wartest du, bis du gegen eine Wand oder den Vordermann fährst, weil du nicht mehr bremsen kannst?

2. Wartest du, bis du auf der Autobahn oder im Nirgendwo strandest?

Nein! Du tust rechtzeitig was (hoffentlich)!

In diesem Sinne – wenn es irgendwo zwickt und zwackt, so ein bisschen, immer wieder mal, aber meistens ignorierst du es, … dann sieh es als Signal an, daß es höchste Zeit ist etwas zu tun! Beispielsweise könnte man mit so lästigen Wehwehchen wie Rückenschmerzen oder Kniebeschwerden zur Physiotherapeutin (zB Judith Dallos, Wahlphysiotherapeutin) gehen, mit Magen-Darm- oder Stoffwechselproblemen zur Diätologin (Birgit Barilits 🙂 ).

Übrigens – wenn ich den Vergleich mit dem Auto nochmal für meine Beratung hernehme: Was das Essen betrifft kann der Tank auch zu voll sein. Der darf da ruhig mal auch leer werden, damit der Körper an die Reserven geht ;).

(…ein zu dickes Auto hab ich nicht gefunden 😉 )

Wann, wenn nicht jetzt? Und wenn du noch etwas Zeit zum Nachdenken brauchst, dann startest du vielleicht im Herbst mit uns in eine neue Runde „Gewichtsreduktion mit Ernährung, Bewegung und Entspannung“ ! Meine Kollegin Conny Schatzer und ich freuen uns auf dich!

Deine Diätologin, Birgit

 

Mag. Birgit Barilits, BSc, Diätologin

Fotos: Fotolia

Wohlbefinden steigern und Stoffwechsel verbessern mit Ernährung, Bewegung und Entspannung

Wohlbefinden steigern und Stoffwechsel verbessern mit Ernährung, Bewegung und Entspannung

Das umfassende und kontinuierlich betreute Programm – nur für Frauen* – mit Mag. Birgit Barilits, BSc und Conny Schatzer – Diätologinnen

Für eine Gewichtsreduktion ist eine Ernährungsumstellung die dauerhaft umsetzbar ist, essentiell. Zusätzlich soll mehr körperliche Bewegung den Alltag auf die Dauer bereichern. Die Umstellungen sollen daher zur Person selbst und zum Alltag der Person passen, Freude machen, umsetzbar sein und genussvoll sein. Nur so kann es gelingen „dran zu bleiben“! Um Sie auf dem Weg zu Ihrem persönlichen Gewichtsziel zu unterstützen, bieten wir Ihnen im Rahmen dieses einmaligen und nachhaltigen Programmes eine umfassende und professionelle Unterstützung, mit

  • Ernährungsberatung und Kochen (mit Genuss!),
  • Bewegung (mit Freude!) und
  • Entspannung für die Seele

Über 25 Termine über 9 Monate verteilt – ein Programm für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Ohne Jojo-Effekt.

Ihr Nutzen

Nach der Teilnahme verfügen Sie über umfassendes Wissen und eine persönliche Toolbox. Dies unterstützt Sie auch in der Folge bei der Erhaltung Ihrer Gewichtsziele. Sie lernen Gleichgesinnte kennen und haben die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen. Wir bieten Ihnen ein umfassendes und durchdachtes Programm, das wir mit Leidenschaft gemeinsam mit Ihnen durchziehen! Sie lernen wie Sie

  • Wohlbefinden und Selbstbewusstsein steigern
  • Gesunde Ernährung nachhaltig in den Alltag integrieren
  • Gut für sich selbst sorgen
  • Den Alltag für sich und Ihre Familie genussvoll gestalten können
  • Krankheiten vorbeugen und Medikamente reduzieren
  • Arbeitsfähigkeit erhalten
  • Ernährungswissen vermehren mit unserem Programm: „Gewichtsreduktion mit Ernährung, Bewegung und Entspannung!“

Welche Vorteile bietet das Paket?

  • 9 Monate kontinuierliche und motivierende Betreuung durch zwei engagierte Diätologinnen.
  • 3 aufeinander abgestimmte Phasen: Einstiegsphase – Lernphase – Stabilisierungsphase
  • Beratung, Bewegung und Entspannung kombiniert in einem Programm! à Unterstützt das Erreichen der gesetzten Gesundheitsziele durch Entwicklung gesunder Routinen.
  • Transparenz: Keine versteckten Kosten, klares Leistungsangebot.
  • Inkludiert: Unterlagen, Handouts, Unterstützungen, …
  • Wir achten auf eine gute Gruppenzusammensetzung und ein angenehmes Miteinander, in dem jede Teilnehmerin sich gut aufgehoben fühlen kann!

* Nächste Runde nur für Männer! 🙂

Die Programmleiterinnen

Mag. Birgit Barilits, BSc, Diätologin, Ernährungsberaterin, Psychologin, Coach, Nordic Walking Instructor, leidenschaftliche Köchin.

„Als Ernährungsberaterin habe ich die Möglichkeit, mein Wissen weiterzugeben, Erfahrungen auszutauschen und Menschen zu unterstützen, den Weg zu einem gesünderen Lebensstil zu finden!“

Conny Schatzer, Diätologin, Ernährungsberaterin, Mikronährstoffcoach, Nordic Walking/Aqua/Smovey/Gymnastik Trainerin, diplomierte Gedächtnistrainerin und Fachberaterin für essbare Wildpflanzen.

„Mit diesem Programm habe ich die Möglichkeit Ihnen viel Raum und Zeit zu geben, um Ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Bedürfnisse zu fördern und zu erkennen. Ich freue mich darauf Sie ein Stück lang begleiten zu dürfen.“

Bei Interesse kontaktieren Sie mich gerne!

Flyer zum Download

Rechnerei mit Nährstoffen… Low Carb, Paleo, Logi, DACH, …? Teil 3

Rechnerei mit Nährstoffen… Low Carb, Paleo, Logi, DACH, …? Teil 3

Ich habe mir vor einiger Zeit die Mühe gemacht, verschiedene Diäten bzw. Ernährungsformen (je nach Auslegung) hinsichtlich der Nährwerte auszurechnen (Fehler können sich da natürlich eingeschlichen haben, aber so im Großen und Ganzen stimmt das schon 😉 ). Der(Haupt)Grund dafür war meine damalige Abschlussarbeit, ein weiterer Grund die Argumentation, dass diese bestimmten Diäten allesamt zu wenig Ballaststoffe hätten und zuviel Eiweiß. Teilweise stimmts, besonders, wenn man den Empfehlungen laut DACH Gesellschaften folgt. Aber es gab auch Beispiele, die meiner Meinung nach diesen Empfehlungen überlegen sind. Ich erlaube mir also hier Auszüge (teilweise etwas umformuliert/abgeändert/ergänzt) aus meiner Arbeit zu bringen 🙂

Teil 3: LOGI Methode / Flexi Carb

Diese Methode wird beschrieben nach Angaben aus dem Buch von Nicolai Worm und Doris Muliar „Low Carb – Die Ernährungsrevolution“ (Worm und Muliar 2005). LOGI – übersetzt bedeutet das „low glycemic index“ – basiert auf der Annahme, dass es dem Menschen quasi angeboren wäre, kohlenhydratarm zu essen. Da auch keine absoluten Verbote bestehen oder auf gewisse Lebensmittel völlig verzichtet werden muss, soll es lt. Autor auch möglich sein, diese Diät dauerhaft einzuhalten. Ich finde da hat er recht :). Ich muss sagen, das System gefällt mir ausgesprochen gut. Möglicherweise bin ich ein bisschen vorbelastet, durch die Vorträge und Workshops mit Dr. Worm und Dr. Walle und das Bodymed Konzept ;). Für Interessierte: Die neue Variante des Konzeptes heißt „Flexicarb“. Die Rezepte wurden aber damals aus dem oben genannten Buch entnommen:

  • Frühstück: Erdbeermüsli (1 TL Rapsöl, 2 EL Haferflocken, 10g Haselnusskerne, 50ml fettarme Milch, 75g Magerquark, Süßstoff nach Belieben, 200g Erdbeeren)
  • Snack: Paprika und Buttermilch
  • Mittagessen: Fruchtiger Salat mit Putenbrust (200g Radieschen, 1 kleiner Apfel, 100g geräucherte Putenbrust, 3 EL Apfelessig, 1 EL Walnussöl, schwarzer Pfeffer, 2 EL Schnittlauchröllchen)
  • Snack: Erdbeeren und Kefir
  • Abendessen: Filetsteak mit Raclette-Spinat (500g frischer Spinat oder 200g tiefgekühlter Spinat, 1 rote Zwiebel, 1-2 Knoblauchzehen, 2 EL Rapsöl, Salz, Pfeffer, gemahlener Koriander, 1 Rinderfiletsteak 150g, 1 Scheibe Raclette-Käse 30g, 1 Scheibe Vollkornbrot)

Tabelle 1: Nährstoffverteilung in % eines mit nut.s berechneten Beispieltages

  DACH* Beispieltag
  Energie: 1415,9 kcal
KH % 55 24
Eiweiß % 15 30
Fett % 30 42
ges. FS % Max. 10 10
e.u. FS % Mehr als 10 19
m.u. FS % 7-10 11
Omega 3 FS % 0,5 3
Omega 6 FS % 2,5 8
Cholesterin mg 300mg 163,3mg
Ballaststoffe g 30g 28,5g

*Anmerkung: DACH Referenzwerte 2015 (Deutsche Gesellschaft für Ernährung et al. 2015) und Rationalisierungsschema 2004 (Kluthe et al. 2004)

Tabelle 2: Aufschlüsselung der Nahrungsfette

   Fett gesamt g gesättigte Fettsäuren g
einfach ungesättigte Fettsäuren g Mehrfach ungesättigte Fettsäuren g Omega-3 mg Omega-6 mg Cholesterin
   66,7  16,0  30,3  18,0  5.104,7 12.859,6 163,3
% der Tagesenergie 42 10 19 11 3 8

Besondere Merkmale des Tagesbeispieles:

  • Der Anteil des Gesamtfettes in % der Tagesenergie beträgt am Beispieltag 42% und liegt damit über den Empfehlungen der DACH Referenzwerte. Der Anteil an gesättigten Fettsäuren und mehrfach ungesättigten Fettsäuren bewegt sich jedoch annähernd im Rahmen. Es wird ein hoher Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren konsumiert. In der Evidenz-basierten Leitlinie „Fettzufuhr und Prävention ernährungsmitbedingter Erkrankungen“ wird beschrieben, dass einfach ungesättigte Fettsäuren mit überzeugender Evidenz den Abfall des HDL verhindern, die Triglyzeride senken und das Verhältnis von Gesamt- zu HDL- und LDL- zu HDL-Cholesterol verbessern (Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. 2015).
  • Das Verhältnis von Omega 6 zu Omega 3 beträgt rund 2,5 zu 1 und kann damit als sehr gut eingestuft werden. Es wird, zumindest am berechneten Beispieltag ein hoher Anteil an Omega 3 Fettsäuren aufgenommen (3% beziehungsweise 104,7 mg).
  • Der Eiweißanteil ist mit 30% am Beispieltag deutlich höher als es die gesunde Ernährung empfiehlt. Ein hoher Proteinkonsum wird von vielen Fachkräften immer noch als Auslöser für Nierenerkrankungen angesehen, es zeigen jedoch auch viele Studien, dass dies nicht der Fall ist – sowohl in Studien an Tieren, als auch an Menschen zeigte sich, dass ein hoher Proteinkonsum eventuell chronische Nierenerkrankungen beschleunigt, wenn schon eine milde Insuffizienz vorhanden ist. Albuminurie und Diurese und auch die Natrium- und Kaliumausscheidung werden gefördert. Allerdings scheint auch Adipositas selbst eine chronische Nierenerkrankung zu fördern, da der übergewichtige Körper gesteigerte metabolische Anforderungen hat (Schwingshackl und Hoffmann 2014).
  • Ballaststoffe: Siehe da! 🙂
  • Fazit: Nicht nur in meinen Augen ein empfehlenswertes Konzept!

Literatur:

  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung; Österreichische Gesellschaft für Ernährung; Schweizerische Gesellschaft für Ernährungsforschung (2015): D-A-CH-Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr. 2. Aufl. Neustadt an der Weinstraße: Neuer Umschau Buchverl.
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (2015): Evidenz-basierte Leitlinie – Fettzufuhr und Prävention ernährungsmitbedingter Erkrankungen. Unter Mitarbeit von Günther Wolfram, Angela Bechthold und Heiner et.al. Boeing. Online verfügbar unter https://www.dge.de/wissenschaft/leitlinien/leitlinie-fett/, zuletzt geprüft am 21.11.2015.
  • Elmadfa, Ibrahim (Hg.) (2012): Österreichischer Ernährungsbericht 2012. 1. Aufl. Wien: Bundesministerium für Gesundheit.
  • Feinman, Richard D.; Pogozelski, Wendy K.; Astrup, Arne; Bernstein, Richard K.; Fine, Eugene J.; Westman, Eric C. et al. (2015): Dietary carbohydrate restriction as the first approach in diabetes management: critical review and evidence base. In: Nutrition 31 (1), S. 1–13. DOI: 10.1016/j.nut.2014.06.011.
  • Kluthe, R.; Dittrich, A.; Everding, R.; Gebhardt, A.; Hund-Wissner, E.; Kasper, H. et al. (2004): Rationalisation Scheme 2004 of the Association of German Nutritional Physicians, the German Obesity Association, the German Academy of Nutritional Medicine (DAEM), the German Nutrition Society (DGE), the German Society for Nutritional Medicine (DGEM), the German Association of Dieticians (VDD), the Association of Home Economists and Nutrition Scientists (VDO E ). In: Akt Ernähr Med 29 (5), S. 245–253. DOI: 10.1055/s-2004-828365.
  • LCHF.de (2016): LCHF. Online verfügbar unter http://lchf.de/, zuletzt geprüft am 06.01.2016.
  • Pesta, Dominik H.; Samuel, Varman T. (2014): A high-protein diet for reducing body fat: mechanisms and possible caveats. In: Nutrition & metabolism 11 (1), S. 53. DOI: 10.1186/1743-7075-11-53.
  • Schwingshackl, Lukas; Hoffmann, Georg (2014): Comparison of high vs. normal/low protein diets on renal function in subjects without chronic kidney disease: a systematic review and meta-analysis. In: PloS one 9 (5), S. e97656. DOI: 10.1371/journal.pone.0097656.
  • Tarantino, Giovanni; Citro, Vincenzo; Finelli, Carmine (2015): Hype or Reality: Should Patients with Metabolic Syndrome-related NAFLD be on the Hunter-Gatherer (Paleo) Diet to Decrease Morbidity? In: Journal of gastrointestinal and liver diseases : JGLD 24 (3), S. 359–368. DOI: 10.15403/jgld.2014.1121.243.gta.
  • Westman, Eric C.; Phinney, Stephen D.; Volek, Jeff S. (2011): Die aktuelle Atkins-Diät. Das Erfolgsprogramm von Ärzten optimiert ; [bis zu 7 Kilo leichter in 2 Wochen]. Dt. Erstausg., 6. Aufl. München: Goldmann (Goldmann, 17240).
  • Worm, Nicolai; Muliar, Doris (2005): Low Carb. Die Ernährungsrevolution ; so kochen Sie sich schlank. 2. [Aufl.]. München: Gräfe und Unzer.

Bild: Birgit Barilits

Im Urlaub auf’s Gewicht achten? Pro- und Kontra…

Im Urlaub auf’s Gewicht achten? Pro- und Kontra…

plantsch
Plantsch…

Wir befinden uns quasi schon in der Urlaubszeit, der Sommer hat es endlich geschafft! (Auch wenn das Wochenende eher auf der kühlen Seite war 🙂 )

Für viele ist der (Bade-)Urlaub immer wieder auch mit dem Thema Figur – bzw. Gewicht verbunden. Eigentlich will man ja schon mit seinem „Idealgewicht“ in den Urlaub starten. Häufig kreisen die Gedanken schon Wochen und Monate vorher um das Bikini- und Sportoutfitthema…

Darum dreht es sich auch im aktuellen Beitrag: Im Urlaub auf’s Gewicht achten? Pro- und Kontra…

Pro (oder besser – Do´s):

Um dich im und nach dem Urlaub auch weiterhin in deiner Haut wohl zu fühlen, solltest du dich bei der Speisenauswahl auf leichtere Gerichte stürzen und sämtliche „Regeln“ beachten, die zur gesunden Ernährung gehören: Gut kauen (denn „gut gekaut ist halb verdaut“), langsam essen, um den Punkt der Sättigung zu erkennen, beim Buffet den Teller schön anrichten und dir nur dann nachholen, wenn du wirklich noch Hunger verspürst. Außerdem ist es auch im Urlaub möglich, der Verdauung Zeit zu geben und einen angemessenen Abstand zwischen den Mahlzeiten einzuhalten. Vermeide es, dich durch den Tag zu „snacken“ und konzentriere dich auf die Hauptmahlzeiten. Nutze die Zeit im Urlaub auch für sportliche Aktivitäten, damit du zu Hause auf der Waage keine unangenehmen Überraschungen erlebst.

Kontra:

Im Urlaub solltest du dir besonders viel Zeit zum Genießen nehmen. Es gibt – hoffentlich – keine Termine und keine Hektik, sondern Zeit und Gelegenheit die köstliche Landesküche auszuprobieren und sich durch die verschiedenen Gerichte zu kosten. Verschwende keinen Gedanken an deine Figur oder daran, dass die Panna cotta oder Crème brûlée oder (hier bitte sämtliche bekannten und möglichen Köstlichkeiten einsetzen) sich auf deine Hüften schlagen könnten. Abnehmen kannst du zu Hause. Und ein bis zwei Kilo die du aus dem Urlaub mit nach Hause bringst sind schließlich kein Drama.

Meine Auflösung:

Das Kontra ist ganz eindeutig auch ein Pro und lässt sich wunderbar mit den Ratschlägen des ersten Absatzes verbinden!

  • Der Genuss steht an erster Stelle.
  • Genuss bedeutet, du nimmst dir Zeit und nimmst die Speisen mit allen Sinnen wahr.
  • Genuss verhindert, dass du hastig isst und dich (zB am Buffet) überisst.
  • Der Urlaub ist meistens nicht die richtige Zeit, um sich über das auf und ab der Kilos Gedanken machen…
  • Aktivitäten im Urlaub machen Spaß und machen fit! Unternimm einen Strandlauf am Morgen, eine schöne Wanderung oder entdecke die Stadt und ihre Sehenswürdigkeiten zu Fuß oder mit dem Rad. Dies sorgt möglicherweise für mehr Bewegung, als du zu Hause im Alltag hast…Und so werden es auch garantiert keine 5 kg mehr sein!

Möchtest du an deinem Wohlfühlgewicht arbeiten, ist der Rest des Jahres die richtige Zeit, denn der Alltag macht es oft schwer, sich gut zu ernähren. Diese restlichen  – etwa 330 – Tage sind es, um die du dich – gerne mit meiner Unterstützung – kümmern „willst“ :-).

Wenn du noch Hilfe benötigst, um dich seelisch auf die Challenge „Essen im Urlaub“ vorzubereiten, stehe ich gerne zur Verfügung!

Deine Diätologin 🙂

Wichtig beim Entspannen: Legere Kleidung

 

Fotos: Fotolia, Birgit Barilits

 

Kochen mit Kräutern

Kochen mit Kräutern

Weinbergschnecke. Mag auch Grünes. Am liebsten Klee.
Weinbergschnecke. Mag auch Grünes! 🙂
Rosmarin-Rosinen-Cracker imRosmarinbusch
Viiiiiiiel Bärlauch und Curcuma in der Butter…
Kräutertopfen mit roter Melde

Ich liebe frische Kräuter! Wann immer es passt und möglich ist, verwende ich sie. Bei mir wachsen Rosmarin, Salbei, Thymian (s), Oregano, Basilikum, Zitronenmelisse, Minze (n), Schnittlauch und Schnittknoblauch… Griechischer Salat, Melonensalat, Butterbrot, Soßen und Suppen und auch Fleisch werden damit verfeinert.

Es geht mir also hauptsächlich um den Genuss! Der Duft der sich breit macht, wenn die Kräuter geerntet und kleingehackt werden, das Aroma der Gerichte machen einfach Freude. Optisch macht das natürlich auch etwas her, wenn frisches Grün über das Gericht gestreut wird. Aber auch getrocknete Kräuter schmecken ganz wunderbar.

Heute habe ich also eine Liste von Küchenkräutern die jedes Gericht aufwerten – vielleicht möchtest du ja den Balkon oder das Fensterbrett wieder einmal „auffrischen“ 🙂 :

  • Oregano, Rosmarin, Thymian, Basilikum – Für mediterrane Gerichte.
  • Majoran, Liebstöckl („Maggikraut“), Schnittlauch, Dille, Petersilie – Für Suppen, Soßen, Eintöpfe, Salate.
  • Bohnenkraut, Kerbel, Estragon, Salbei – Ein paar Ideen gefällig? Putenröllchen mit Salbei, Lachsfilet mit Estragonsauce, Bohneneintopf mit…Bohnenkraut! Kerbelpalatschinken mit Frischkäsefüllung

Was bringt die Verwendung von Kräutern?

  • Es kann weniger Salz verwendet werden.
  • Kräuter unterstützen das Aroma der Speisen.
  • Kräuter enthalten gesundheitsförderliche Inhaltsstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe).
  • Sie unterstützen die Verdauung und machen Speisen bekömmlicher.
  • Mit Kräutern arbeiten macht gute Laune!
Der Schneck im Grünen
Der Schneck im Grünen

Übrigens, Kräuter und Gewürze regen auch die Gehirntätigkeit an! Nicht nur, wenn man darüber nachdenkt sie anzubauen oder wie man sie verwendet, sondern tatsächlich, auf Grund der Inhaltsstoffe! 🙂 Da reicht es natürlich nicht, wenn einmal die Woche ein bissl Petersil auf die Erdäpfel zum Schnitzerl kommt…

Lesetipp: Gehirndoping mit Gewürzen, von Sabine Paul

 

Fotos: Birgit Barilits