„Bonding“ und Abnehmen?

„Bonding“ und Abnehmen?

Manuela Weiss, Expertin für Selbstführung und Stressmanagement, hat sich bereit erklärt, dir ihre Erfahrungen zum Thema zu beschreiben. Und – wir haben für dich 3 funkelnagelneue Beratungspakete zum Thema! Neugierig? Dann bitte weiterlesen! 🙂

Was bedeutet Bonding?

Bonding ist das englische Wort für Bindung – eine Herzensbeziehung entstehen zu lassen.

Das erste tiefe Bonding erleben wir bei einer klassischen Geburt. Der Geburtsvorgang wird ja vom Ungeborenen ausgelöst – es startet selber seine Reise durch den Geburtskanal. Wenn nun ein Kind mit Kaiserschnitt auf die Welt kommt, so fällt diese wichtige erste Erfahrung der Selbstwirksamkeit weg und dies kann Auswirkungen auf das Selbstbewusstsein dieses Menschen haben.

Dies kann sich z. B. so zeigen, dass diese Personen jegliches Risiko scheuen, oder sogar süchtig danach sind. Manche haben Angst vor etwas Neuem und fühlen sich minderwertig. Oder ihnen fehlt das nötige Selbstvertrauen und sie glauben, dass andere mehr können und auch wüssten.

An dieser Stelle sei jedoch gesagt, dass dies nicht automatisch für jedes Kaiserschnittkind gilt.

Es können in weiterer Folge bei jedem Kind – egal wie es auf die Welt gekommen ist – Risse in der Entwicklung vorkommen. Und diese Risse können wieder verbunden werden, mit Bonding.

Doch wie hängt Bonding nun mit Gewichtsproblemen zusammen?

Ich möchte hier gerne meinen persönlichen Erfahrungsbericht schreiben:

Seit mehreren Jahren habe ich mit den verschiedensten Methoden versucht abzunehmen. Keine Kohlenhydrate, nur Kohlenhydrate, kein Eiweiß, viel Eiweiß, Trennkost, Paleo, einen Tag essen-einen Tag nichts essen, Hypnose, Arbeit an meinen Glaubenssätzen usw. usw. usw.

Das Ergebnis war jedes Mal dasselbe:

Sobald 4 Kilo weg waren, konnte ich gar nicht schnell genug schauen, waren sie wieder oben. Es musste doch einen Grund dafür geben, warum mein Körper sofort wieder diesen „Schutzpanzer“ sich aneignete. Ich recherchierte, las Bücher – und dann hatte ich einen Schlüsselmoment.

Es war wieder der Moment, als ich vier Kilo herunten hatte und ich merkte, wie ich wieder mehr Süßes und ungesundes Essen zu mir nahm, als mir bewusst wurde, wie leer und schutzlos ich mich fühlte. Es war ein Gefühl in meiner Bauchgegend und ist schwierig zu beschreiben. Wenn ich dann etwas gegessen hatte, hatte sich sozusagen mein Bauch beruhigt. Zu dieser Zeit war ich in einer mehrjährigen Ausbildung über Körperarbeit mit dem Thema Bonding…

Unsere Eingeweide sind umhüllt von mehr als 100 Millionen Nervenzellen. Das sind mehr als wir im gesamten Rückenmark haben. Unser Bauch wird daher oft auch als „zweites Gehirn“ bezeichnet.

Nun, dieses zweite Gehirn hat mich in den vielen Jahren immer wieder manipuliert, sodass ich nicht abnehmen konnte. Doch warum? Was war in mir hier abgespeichert bzw. verankert als Verhaltensmuster, das ich noch nicht erkannt hatte?

Genau zu diesem Zeitpunkt ist mir das Thema „Bonding“ zugefallen und mir wurde schlagartig klar, woran es bei mir lag. In den Momenten, wo ich diese 4 Kilo losgeworden war und ich mich so leer fühlte, habe ich kein Essen gebraucht, sondern Bonding!!!

Ich begann sofort daran zu arbeiten, dieses Bonding in mir mehr und mehr zu installieren. Der Endeffekt: der Jo-Jo-Effekt blieb und bleibt bis heute aus :-D.

Aus dieser Erfahrung – und auch durch Gespräche mit anderen – wurde mir klar, dass dies ein essentieller Aspekt beim Abnehmen ist!

Kennen Sie dieses Gefühl der Leere, oder ist es Ihnen noch gar nicht bewusst geworden? Ich lade Sie ein, einmal in sich hineinzuhorchen und genau auf die Antwort zu hören.

Alles Liebe

Manuela Weiss, MBA

www.manuelaweiss.com

office@manuelaweiss.com

069911996675

 

Wenn du Interesse an diesem Thema hast Ernährungsberatung mit Bonding zu kombinieren, findest du hier unsere gemeinsamen Pakete:

 

„Schnupperpaket“

1x Bonding, ca. 60min: 120.- inkl. Mwst

1x Ernährungsberatung inkl. BIA Messung, ca. 60min: 125.-

 

Oder „Klassik“:

3x Bonding á ca. 60min: 360.- inkl. Mwst.

1x Ernährung – Erstberatung inkl. BIA Messung, ca. 60min und 2x Ernährung – Folgeberatungen á ca. 25min: 255.-

Für dieses Paket gewähren wir dir einen Rabatt von 5%!

 

Oder „De Luxe“: 

6x Bonding á ca. 60min: 720.- inkl. Mwst.

1x Ernährung – Erstberatung inkl. BIA Messung, ca. 60min + 4x Ernährung – Folgeberatungen á ca. 25min + 1x BIA (zum Sonderpreis im Rahmen des Paketes!): 410.-

Für dieses Paket gewähren wir dir einen Rabatt von 10%!

 

WICHTIG: Bei jedem Paket findet vorab ein kostenloses Gespräch (telefonisch) mit Manuela Weiss statt!

Nähere Informationen bezüglich Bonding bei Manuela Weiss (siehe Kontaktdaten oben), bezüglich Ernährung bei Birgit Barilits (via Kontaktformular oder FB Messenger).

Wir freuen uns auf Dich!

Birgit und Manuela

 

Foto: Fotolia

Projekt Unbeschwert – Episode 10

Projekt Unbeschwert – Episode 10

Klappt die Abnahme? JAA!!!

Das Thema dieser Episode ist eigentlich die Hauptmotivation, weshalb sich vermutlich 98% der Betroffenen zu einer bariatrischen Operation entscheiden: das Abnehmen. Über meine Motive warum ich abnehmen will usw., habe ich ja schon einiges geschrieben. In dieser Episode möchte ich euch etwas darüber erzählen, wie bei mir der Gewichtsverlust nach der OP ausgesehen hat und auch etwas darüber, was nach der (hoffentlich) großen Abnahme passiert bzw. passieren kann. Aber von vorne.

Begonnen habe ich die Reise mit 146 kg. Das war bei meinem ersten Gespräch im Spital und das war auch so ziemlich mein Höchstgewicht. Zum Zeitpunkt der OP wog ich 143 kg. Zwar wusste ich, dass eigentlich fast alle nach der OP abnehmen, aber was, wenn es vielleicht bei mir nicht klappen würde? Am Abend vor der OP sagte mir eine Krankenpflegerin: „Warten Sie ab, Sie werden schon bald in eine Kleidergröße 40 passen“. Ich?? Ich, die 56/58 Kleidergröße hat? Nun ja, ich war skeptisch.

Drei Tage nach der OP wurde ich entlassen. Ob ich wohl schon etwas abgenommen hatte? Am nächsten Morgen stellte ich mich auf die Waage und war überglücklich: 5 kg weniger. Wahnsinn. Nichtsdestotrotz wusste ich, dass es zu Beginn viel Wasser ist, was ausgeschieden wird. Aber es war ein Anfang und das motiviert ungemein. Aus meinen früheren Abnehmversuchen wusste ich, dass es äußerst kontraproduktiv ist, jeden Tag auf die Waage zu steigen. Zu groß sind die täglichen Schwankungen und zu schnell ist man enttäuscht. Mein Wiegetag ist der Montag. 1x pro Woche wiegen hat sich für mich als optimal herausgestellt. So hatte ich meine Abnahme gut protokolliert, ließ die Waage aber nicht meinen Alltag und meine Laune bestimmen. 

Auch wusste ich, dass bei mir auf eine „gute Abnehmwoche“ (= wo ich viel abgenommen habe) meist eine Woche kam, wo ich weniger abnahm. So habe ich mir einigen Druck nehmen können, gleich in Unruhe zu verfallen, wenn die Abnahme mal etwas weniger war. Aber: Ich bin auch hier wirklich mit einer tollen Abnahme gesegnet gewesen. Die ersten 4 Monate verlor ich etwa 10 kg im Monat. Kein Wunder, bei den Mini-Portionen, die ich aß. Mir war es jedoch von Anfang an wichtig, mich auch ausreichend zu bewegen und das wenige was ich aß, sollte ausgewogen und gesund sein. Und ich achtete auch darauf, dass ich nicht zu wenig aß. Man könnte glauben „Je weniger, desto besser“. Aber eine gewisse Energiezufuhr braucht der Körper. Die ersten Monate habe ich sehr konsequent mein Essen protokolliert und geschaut, dass ich auf ca. 1.200 kcal am Tag kam und genügend Eiweiß zu mir nahm. Immer noch weniger, als der Grundumsatz, aber für mich ideal, da ich mich damit leistungsfähig und energiegeladen fühlte. Ehrlich gesagt war ich sogar überrascht, dass ich so viel Energie hatte! Der Sport sorgte dafür, dass die Kilos, die purzelten, größtenteils tatsächlich Körperfett waren und nicht nur Muskelmasse. Die brauche ich ja schließlich noch, um weitere Kalorien zu verbrennen! Neben dem wöchentlichen Gang auf die Waage ließ ich zudem regelmäßig meine Körperzusammensetzung messen. Diese Messungen, zusammen mit Blutwerten und den purzelnden Pfunden bescheinigten mir: Weiter so, es ist alles im grünen Bereich!

Es gibt ein Wort im Wortschatz von Menschen, die über 100 kg wiegen, das heißt UHU. Damit ist nicht der Vogel gemeint, sondern die Tatsache, dass man „Unter hundert Kilo“ wiegt. Dies ist ein großer, großer Meilenstein bei den meisten. So auch bei mir. Bei mir „landete“ der UHU am 21. September 2018, 5 ½ Monate nach der OP. Wahnsinn! Ich habe im Sommer 2011 einmal ganz, ganz kurz für eine Woche 99,9 kg gewogen, dann aber sehr schnell wieder viel zugenommen und so war dieses Gefühl an diesem denkwürdigen 21. September einfach unbeschreiblich. Da kullerte auch die ein oder andere Freudenträne. Längere Zeit unter 100 kg war ich, glaube ich mit 15 Jahren. Ich war einfach nur froh und dankbar, dass alles so gut klappte.

Eines war bis dahin bei mir auch noch nicht eingetreten: ein Stillstand. Viele Operierte berichten, dass nach einer Weile ein Stillstand eintritt und sie eine Zeit lang nicht oder nur sehr wenig abnehmen. Die ersten 10 Monate meiner Abnahme bin ich davon verschont geblieben. Nach dem 5. Monat wurde die Abnahme etwas langsamer, aber es ging stetig bergab. Nach 10 Monaten stellte sich dann auch bei mir ein Stillstand ein. Dies war jedoch nicht ganz „unverschuldet“. Die Portionsgrößen wurden größer und das ein oder andere Mal schlich sich auch eher Ungesundes auf den Speiseplan. Damit begann bei mir die kritische Phase.

Die Phase, in der die eigentliche Arbeit beginnt und man genau auf sein Verhalten schauen muss und ehrlich zu sich selbst sein muss, damit sich alte Verhaltensweisen nicht wieder einschleichen. In den ersten Monaten mit schneller Abnahme ist es ein bisschen wie verliebt sein. Alles ist toll, das Leben schön, die Kilos purzeln und man bekommt Komplimente (vorausgesetzt natürlich, es geht einem gut). Dann aber hat man sich ein wenig „eingelebt“, kann wieder etwas mehr essen und es dreht sich vielleicht nicht mehr alles nur noch um die OP. So zumindest bei mir. Die körperlichen Einschränkungen aufgrund des Gewichts sind bei mir so gut wie verschwunden. Was aber nicht verschwunden ist, ist die Kompensation von stressigen Situationen mit Essen.

Ich esse natürlich viel weniger, aber in manchen Situationen ertappe ich mich dabei, dass in meinem Kopf noch die alten Muster vorherrschen. Mein BMI betrug zu Beginn 53, nun liegt er bei 30. Ich bin ganz kurz davor „nur“ noch übergewichtig und nicht mehr adipös (= wenn der BMI größer als 30 ist) zu sein. Vor der OP habe ich gelesen, dass man mit dem Bypass ca. 80 % des Übergewichts verlieren kann. Das habe ich geschafft. Optimal wäre es, wenn ich noch ein paar Kilo abnehmen würde. Was ich mir aber noch mehr wünschen würde, ist, dass ich dauerhaft ein gesundes Verhältnis zum Essen aufbauen kann und es nicht mehr als Kompensation, Ablenkung oder sonstiges nutzen muss. Damit wäre mir viel, viel mehr geholfen. 

Mein Fazit zum Thema abnehmen: Ich habe 65 kg abgenommen. Ich bin tatsächlich bei Kleidergröße 40 (manchmal sogar 38!) „gelandet“ und ich kann all das tun, was ich tun will, und mein Gewicht schränkt mich nicht mehr ein. Die „prognostizierten“ 80 % des Übergewichts habe ich verloren, eigentlich ideal. Jetzt sollte bei mir der Fokus weniger auf der Abnahme sein, sondern eher auf der Analyse und dem Beobachten meines Verhaltens mit dem Ziel, dass keine Zunahme erfolgt. 

Von diesem Phänomen berichten viele Operierte. Die Abnahme klappt super, irgendwann gibt es einen Stillstand. Manchmal kann man es sich erklären, manchmal nicht. Aber dann droht wieder das Hinabrutschen in alte Verhaltensweisen und Muster. Hier gibt es drei Optionen: selbst beobachten und geeignet gegensteuern. Oder aber sich Hilfe holen, zum Beispiel bei einem Psychologen/einer Psychologin oder einer Ernährungsberaterin/einem Ernährungsberater oder bei der Familie oder anderen Vertrauenspersonen. Oder aber man ignoriert die Signale und nimmt wieder zu. Das wäre äußerst schade, schließlich hat man schon so viel erreicht!! 

Die bariatrische Operation ist eine Krücke. Sie hat mir geholfen, dass ich wieder laufen kann. Bildlich gesprochen ist der Knochen verheilt, aber noch brüchig. Und ich muss behutsam weiter damit arbeiten und den Knochen und alles drum herum stärken, damit am Ende ein alleiniges Laufen ohne jegliche Probleme möglich ist. 

 In diesem Sinne: Feiern wir unsere Erfolge, genießen das neue Leben und bleiben wir wachsam und sorgsam, damit die Abnahme stabil bleibt!

 

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Episode 5

Episode 6

Episode 7

Erfolge 🙂

Episode 8

Episode 9

 

Fotos: Patientin, anonym

Bau dir deine Woche!

Bau dir deine Woche!

Immer mehr werde ich (wieder) eine Freundin der „analogen“ Planung. Es macht Spaß und bringt Ruhe ins Gehirn, wenn man es sich gemütlich macht und mit Stift und Papier arbeitet, statt mit blinkenden Bildern, grellen Farben und vom scrollen schon zitternde Augen und einen verkrampften Daumen bekommt… (kennst du das?)

Also – Back to the roots! Mach dir einen Plan, mach ein „Bullet Journal“ oder auch nicht, verwende einen Zeichenblock oder kariertes Papier, mach eine Tabelle oder lass es sein, aber lass deine Gedanken schweifen und überleg dir, wie du deine kommende Woche gestalten willst. Denn DU hast es in der Hand.

Hier hast du einige Ideen, um einzelnen Tagen ein Motto und Struktur zu verleihen: Pick dir was raus, oder lass dir selbst etwas einfallen!

  • Monday is for a fresh start. (zB ich mach mir jetzt endlich einen Termin mit der Personal Trainerin aus, zB Cornelia Brückner!
  • Montag ist für den Neustart 😊
  • Monday is for motivation!
  • Montag: Joggen

Bild: Fotolia

  • Tuesday is for meal prep.
  • Dienstag wird vorgekocht!
  • Tuesday is for tough girls in the gym.
  • Dienstag: Krafttraining

Foto: Birgit Barilits, Bild: Fotolia

  • Wednesday is for „weiter geht´s“
  • Mittwoch steht für „just do it“
  • Wednesday is for way to go!
  • Mittwoch: Relax-Yoga
  • Thursday is for keep going!
  • Donnerstag ist zum dranbleiben!
  • Thursday is for writing the shopping list (zB für Meal Prep Tuesday)
  • Donnerstag: Intervalltraining Laufen

Bild: Fotolia

  • Friday is for fitness
  • Freitag für die Fitness!
  • Freitag is for …… (insert your goal/quote)
  • Freitag: Zirkeltraining/Krafttraining
  • Saturday is for „go out and play“
  • Samstag ist für „geh raus und hab Spaß“
  • Saturday is for meeting friends
  • Samstag: Strandbad, Schwimmen

Foto: Birgit Barilits

  • Sunday is for „hit the pause“
  • Sonntag ist Pause!
  • Sunday is funday!
  • Sonntag: Ruhetag

Foto: Daniela Dutka, Bild: Fotolia

 

Viel Spaß und Motivation beim selbst „analog gehen“ 🙂

Eure Diätologin

Projekt Unbeschwert – Episode 9

Projekt Unbeschwert – Episode 9

Essen? Da war doch was! Langzeiternährung nach der OP

Liebe Leserinnen und Leser,

Willkommen zu Episode 9 des “Projektes Unbeschwert”! In dieser Episode dreht sich alles um das Thema Essen. Eine Illusion kann ich Ihnen und Euch schon bereits jetzt nehmen: Die Beschäftigung mit dem Thema Essen wird sich auch nach der OP nicht ändern. Es ist nun einmal so, dass man auf Nahrung nicht verzichten kann. Vor der OP hat sie dazu geführt, dass ich immer weiter zugenommen habe und nach der OP habe ich die Chance die Nahrung wieder als “meinen Freund” anzusehen und sie so zu dosieren, dass das Gewicht runter und nicht wieder rauf geht. Aber auch dafür muss ich mich mit dem Thema beschäftigen und unliebsame (Essens-) Gewohnheiten nach Möglichkeit reduzieren bzw. abstellen oder andere Wege finden, damit umzugehen. Denn: Die OP ist eine Krücke. Das Essverhalten wird dadurch nicht geändert, dafür muss jede und jeder selbst sorgen. Und das ist ein verdammt langwieriger Prozess, der viel Kraft und Nerven kostet. Ein Kommentar einer Dame nachdem ich ihr von der OP erzählt habe war:

“Na dann brauchst du ja jetzt auch keine Kalorien mehr zählen und nicht mehr so viel Sport machen”

FALSCH!!! Kalorien zählen muss man vielleicht tatsächlich nicht, aber man muss genau beobachten was man isst. Das Führen eines Ernährungstagebuches (zu Beginn habe ich es kontinuierlich geführt und nach etwa 6 Monaten eher sporadisch und nur um zu schauen, ob die Zufuhr von Fetten, Eiweißen, Kohlenhydraten ok ist) hat mir dabei sehr, sehr geholfen.

Das Thema Essen verändert sich sehr in den verschiedenen “Phasen” nach der Operation. Zu Beginn ist man schnell pappsatt. Zumindest ich. Ein Hungergefühl hatte ich aber noch. Manche berichten, dass sie dieses nach der OP “verloren” haben, dies ist bei mir nicht so. Zu Beginn war ich natürlich noch sehr vorsichtig bei der Wahl der Nahrungsmittel (so soll es ja auch sein, die ersten 6-8 Wochen soll man Schonkost zu sich nehmen, da die Narben von innen verheilen müssen und sich der Körper umstellen muss)  und ich musste auch sehr darauf schauen ca. alle 3 Stunden etwas zu essen und auch darauf achten, Essen und Trinken voneinander zu trennen. In der Vorbereitung hatte ich gelernt, dass man 30 Minuten vor und 30 Minuten nach dem Essen keine Getränke zu sich nehmen soll (wobei die Meinungen, ob man 30 Min vor dem Essen nichts trinken soll, auseinander gehen). In der ersten Zeit war ich pausenlos damit beschäftigt zu schauen, wann ich denn jetzt essen und wann ich trinken sollte. Da musste ich mich schon sehr umstellen, hatte ich doch vorher immer ZUM Essen getrunken. Ein kleines Beispiel: Wie sollte das in der Früh mit dem Trennen von Essen und Trinken machen, wenn ich nicht ewig warten wollte, bis ich ins Büro kann? Da war Kreativität und Ausprobieren gefragt und ich war froh, dass ich die ersten zwei Wochen nach der OP daheim diese ganzen Prozesse üben konnte. Aber: Ich kann euch beruhigen, das geht einem relativ schnell in Fleisch und Blut über.

Die ersten beiden Monate war meine Ernährung durch die Schonkost natürlich relativ eingeschränkt bzw. im Aufbau begriffen. Als es dann wieder Richtung Vollkost und Langzeiternährung nach der OP ging, da begann die eigentliche Arbeit und Auseinandersetzung mit dem Was und Wieviel. Ich bin dabei das Thema relativ strukturiert angegangen und habe versucht, meine Woche im Voraus zu planen, um meine Mahlzeiten möglichst ausgewogen zu gestalten. Der Vorteil ist, dass man ohne Stress überlegen kann, was man zu den Hauptmahlzeiten isst.

Nach der OP ist es wichtig, dass man genug Eiweiß zu sich nimmt. Eiweiß unterstützt die Abnahme und trägt dazu bei, dass die Muskeln richtig funktionieren. Zu Beginn ist die Nahrungsmenge noch so wenig, dass es nicht möglich ist, das gesamte Eiweiß über normale Nahrung aufzunehmen. Hier kann man sich durch Shakes und Proteinriegel und andere Proteinprodukte Abhilfe schaffen. Was da für einen das Richtige ist und welches einem schmeckt und was man verträgt, das ist ein bisschen Trial and Error. Ich habe vieles ausprobiert und ein neutrales Eiweißpulver gefunden, welches ich in Milch gemischt habe und damit meinen Kaffee getrunken habe. Das hat wunderbar funktioniert, den Kaffee mit Milch trank ich sowieso und dank des Pulvers in der Milch konnte ich gleich 25g Eiweiß auf diese Art und Weise aufnehmen. Inzwischen ist meine Nahrungsmenge wieder mehr geworden und ich kann das Proteinpulver weglassen (die Proteinriegel und Proteinprodukte esse ich jedoch trotzdem weiter, da ich einige gefunden habe, die wirklich lecker sind). Der immer wieder verbreitete Mythos “Man muss lebenslang Eiweißdrinks oder Eiweißpulver zu sich nehmen” stimmt demnach nicht. Dank meines Ernährungstagebuchs kontrolliere ich immer mal wieder, ob meine Eiweißaufnahme im grünen Bereich ist und kann – wenn dem nicht so ist – nachjustieren. Die Blutwerte geben mir auch recht – alles in Ordnung beim Eiweiß.

Vor der OP habe ich immer gerne Süßigkeiten gegessen. In den ersten 8 Monaten nach der OP war der Süßes-Gusto nicht komplett verschwunden, aber er war nicht präsent. Bei uns auf der Arbeit gab es immer Schokolade, auch oft vor meiner Nase. Das machte mir nichts aus, ich aß meinen Eiweißriegel in der Früh und am Nachmittag meist einen Proteinpudding und das war alles in Ordnung. Nach etwa 8 Monaten änderte sich dies jedoch. Und da begann auch die Zeit, in der ich sehr darauf achten musste (bzw. das muss ich immer noch), was ich esse. Plötzlich wurde die Schokolade wieder interessant und auch meine Portionen wurden größer. Lange nicht so groß wie vor der OP, aber anstatt einer halben Semmel ging plötzlich ¾ davon. Jetzt, 14 Monate nach der OP, geht auch eine ganze Semmel. Es ist aber nicht nur die Menge, die eine “Gefahr” ist, sondern auch das so genannte “grasen”. Man kann zwar lange nicht mehr so viel pro Mahlzeit essen wie früher, aber man isst häufiger. Und so muss man aufpassen, dass man nicht ständig irgendeine Kleinigkeit isst. Dieses ständige Essen führt nämlich oft dazu, dass man wieder mehr zu sich nimmt, als man eigentlich braucht. Deshalb gilt auch nach der OP: Eine Beschäftigung mit dem Was, Wann und Wie des Essens ist notwendig, wenn man nicht wieder zunehmen will.

Auch wenn ich noch so strukturiert versuche, das Thema anzugehen, der Süßes- Gusto ist weiterhin da und es erfordert sehr viel Anstrengung, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Es gibt einen sehr prominenten Spruch unter den Operierten, der besagt “Der Kopf wird nicht mitoperiert”. Es gibt einen Unterschied zwischen dem Kopfhunger und dem physischen Hunger und dies “abzustellen” bzw. sein Verhalten zu erkennen und zu ändern ist ungeheuer schwierig und gelingt auch mir nicht immer.

Dadurch, dass ich viel Sport mache, kann ich das recht gut regulieren und die “zu viel Kalorien” durch sportliche Aktivitäten wieder wettmachen. Das ist zwar gut, da die Kalorienbilanz (Aufnahme vs. Verbrauch) zwar ausgeglichen ist, aber was, wenn ich mal weniger Sport treibe? Ein 100%iges Erfolgsrezept für eine ausgewogene Langzeiternährung für mich habe auch ich noch nicht gefunden. Deshalb ist das Thema Essen auch weiterhin sehr präsent bei mir. Während ich diesen Blog hier schreibe, ist mir einiges bewusst geworden über meine Essensmuster. Essen hat bei mir viel mit Stress zutun. Derzeit versuche ich meine stressigen Situationen zu identifizieren und anstatt zum Essen als Belohnung oder zur Beruhigung dies anders zu kompensieren. Ob das langfristig gelingt? Das ist hier die Gretchenfrage…

Eine Sache hat sich bei mir aber 100% zum Positiven gewendet: Ich habe nicht mehr ständig Hunger. Und ich kann mein Essen mehr genießen und muss nicht Angst haben, dass ich nicht satt werde. Denn das werde ich. Ich kann mit Freunden Essen gehen und einfach nur genießen. Keine komischen Blicke mehr oder ein ungutes Gefühl, weil “die Dicke” mal wieder isst. Ich bestelle mir eine Vorspeise und genieße sie, oder aber ein Hauptgericht und nehme den Rest wieder mit. Je nachdem mit wem ich essen gehe, freut sich auch der oder die über ⅓ meiner Portion.

Fazit zum Thema Essen bei mir nach 14 Monaten: Ja, es ist anders als vor der OP. Man braucht ein bisschen, um “seinen Weg” zu finden, “seine Gewohnheiten” und auch seine Dinge, die man verträgt oder nicht verträgt. Ich habe das Glück, dass ich, mit Ausnahme von Trockenfleisch (aber wer braucht schon Trockenfleisch??), alles vertrage. Viele Dinge habe ich erst nach und nach probiert und geschaut, ob ich sie vertrage. Nichts desto trotz ist die Beschäftigung mit dem Thema Essen omnipräsent, denn mit meinem Kopf muss ich einen Kampf ausfechten, dass eine Rippe Schokolade nicht lebensnotwendig ist und ich sie nicht jeden Tag essen muss und ich auch eigentlich die letzten 2 Bissen der Semmel nicht mehr brauche. Hier hilft nur Geduld und Durchhaltevermögen und eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten.

Aber: Die Abnahme hat funktioniert. Wie und alles Weitere zum Thema “Klappt die Abnahme” erfahrt ihr zum Beginn der Sommerferien im Juli. Bis dahin habe ich vielleicht die 2kg weniger, die mir noch fehlen, damit ich mein selbst gestecktes Ziel, unter 80kg zu sein erreicht habe. Ich werde euch berichten 🙂

 

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Episode 5

Episode 6

Episode 7

Erfolge 🙂

Episode 8

 

Foto: Patientin (anonym)

Ein paar fette Fakten…

Ein paar fette Fakten…

Fette und Öle sind sehr wichtig für unseren Körper!

  • Unterschiedliche Fette und Öle, genauer gesagt Fettsäuren, wirken unterschiedlich in unserem Körper und erfüllen unterschiedliche Aufgaben, zB Omega 3, Omega 6, …
  • Es ist wichtig zu wissen, „welches Fett für welchen Zweck“ eingesetzt wird, zB. was ich erhitzen darf und was nicht, oder wovon ich besser weniger konsumieren sollte.
  • Fett ist der Makronährstoff mit den meisten kcal. 1g Fett hat rund 9kcal.
  • 1 kg Körperfett hat ca. 7000kcal (der Unterschied zu obigen 9kcal ist das in unserem Körperfett(speicher) auch etwas Wasser und Eiweiß enthalten ist, es ist also kein „reines“ Fett.
  • Wenn ich täglich 1 EL Fett (ca. 10-12g, zB in der Pfanne) einspare sind das übers Jahr gesehen aufgerundet ca. 40000kcal. Oder 5,7kg Körperfett.

Anmerkung: Natürlich geht es nicht darum, gutes Fett peinlich genau einzusparen, ich propagiere auch keine strenge Low Fat Ernährung. Zufällig 😉 habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass viele Personen Fett oder Öl seeeehr großzügig in die meistens ohnehin beschichtete Pfanne geben, oder über den Salat…

Willst du mehr über das Thema „gesunde Fette und Öle“ und deren spezielle Eigenschaften und Wirkungen erfahren? Oder möchtest du dich in Ruhe darüber informieren, wie du nach und nach mit Genuss 7000kcal einsparst? Ich freue mich, dich in meiner Praxis zu begrüßen!

Deine Diätologin

 

Foto: Fotolia

Projekt Unbeschwert – Episode 8

Projekt Unbeschwert – Episode 8

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Wenn der Körper anders reagiert als der Kopf

Hallo liebe LeserInnen!

Ich hoffe, es geht Ihnen und euch gut. Schön, dass Sie noch dabei sind bei meinem Weg bzw. Willkommen, falls Sie erst kürzlich dazu gestoßen sind.

Das Thema heute “Wenn der Körper anders reagiert als der Kopf”. Was meine ich damit? Die OP ist kein Spaziergang und oft nimmt man sich die tollsten Sachen nach der OP vor…

und dann sagt einem der Körper aber recht deutlich, dass man noch kürzer treten sollte. So tat er es zumindest bei mir.

Die schwierigste Zeit für mich nach der OP bisher war etwa einen Monat später. Ich ging wieder arbeiten und freute mich an den kleinen Portionen und dem schnellen Sättigungsgefühl. Hin und wieder spürte ich jedoch einen leichten Schmerz im Bauch. Schmerzen im Bauch sind nach so einer OP immer ernst zu nehmen. Es können ganz harmlose Ursachen sein, es kann aber auch sein, dass z.B. etwas mit den Nähten nicht stimmt oder es ein Problem mit dem Darm gibt. Deshalb sollte man bei Schmerzen nicht lange warten, sondern relativ bald zum Arzt gehen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. So bin dann auch ich nach 2 Tagen Schmerzen, die eher mehr als weniger wurden, zum Arzt. Ein Ultraschall brachte uns nicht weiter und man überlegte, was das wohl sein könnte. Schlussendlich haben wir dann die Ursache gefunden. Bei der OP wird, um an Magen und Darm zu kommen, auch Nervengewebe “durchstochen”. Einer dieser Nerven schien das nicht so toll gefunden zu haben, dass man ihn “geärgert” hat und irgendwie ist dieser Nerv eingeklemmt gewesen.

Die Folgen dieses eingeklemmten Nervs waren wirklich blöd und zwangen mich dazu, kürzer zu treten. Sitzen war kaum möglich und verursachte starke Schmerzen. Lediglich beim Gehen/Dtehen und Liegen ließ es sich aushalten. Hier fiel mir auf, wie viel man eigentlich im Sitzen verbringt und wie “unsozial” das Leben ist, wenn man nicht richtig sitzen kann. Ein Freund hatte Geburtstag und feierte den auf der Donauinsel. Alle saßen fröhlich beieinander und plauderten, ich habe dann “stehend” gratuliert und den Rückweg angetreten, hinsetzen war einfach nicht drin… Ein wirklich blödes Gefühl und ich fühlte mich sozial ziemlich isoliert. Aber es blieb mir nichts anderes übrig, als die Situation anzunehmen und zu akzeptieren, dass der Körper noch Zeit brauchte, um “Wieder ins Gleichgewicht” zu kommen. Gegen eingeklemmte Nerven kann man auch nicht wirklich etwas machen, so half mir nur Abwarten. Gottseidank hatte ich nette Freunde, die mich wieder ein wenig aufgefangen haben und meine – zugegebenermaßen miese – Laune ertrugen und mich aufmunterten. Hier hat sich bezahlt gemacht, dass ich die OP nicht verschwiegen habe und ich erfuhr viel Unterstützung, die mir sehr geholfen hat.

Dieses “Wieder ins Gleichgewicht kommen” des Körpers merkt man aber auch noch an anderen Dingen. Beispielsweise am Haarausfall. Viele Operierte berichten davon, dass sie nach der OP Haare verlieren. Dies ist eine Folge der Hormonumstellung oder – wenn man nicht ausreichend Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe zuführt- kann dies auch eine Folge von Mangelerscheinungen sein. Der Organismus des Körpers “überspringt” eine Wachstumsphase der Haare, was dazu führt, dass diese ausfallen. Dieses Schicksal ist auch mir nicht erspart geblieben. Ich hatte darüber schon vor der OP gelesen und mich “geistig” darauf eingestellt, es war aber trotzdem nicht angenehm. Nach dem Haare waschen und kämmen hatte ich regelmäßig die Hände voller Haare. Allein der Gedanke, dass dies wieder vorbei gehen würde, kann einem dabei helfen, dass man gelassen bleibt. Meine Haare sind jedoch nicht büschelweise ausgefallen, es hielt sich im Rahmen und man merkt soweit nichts, wenn man es nicht weiß. Auch heute, gut ein Jahr nach der OP, verliere ich immer noch mehr Haare als “üblich”, ich hoffe, dass sich das irgendwann legt.

Nach der OP hatte ich eigentlich erwartet, dass ich mich müde und schlapp fühle. Schließlich nahm ich nicht wirklich viel Nahrung zu mir. Woher sollte also die Energie kommen? Aber ich war verblüfft: Dem war nicht so! Nichts desto trotz war ich noch vorsichtig mit meinen Aktivitäten, vor allem sportlicher Natur. Ich wollte nicht irgendwo zusammenklappen, weil ich nicht mehr konnte. Dies merkte ich beispielsweise auf einer Reise nach Südtirol. Wir waren eine Gruppe und wanderten in den Bergen. Ich hatte keine Ahnung, wie lange die Wanderung noch dauern würde und wie mein Körper reagieren würde. Ich war zwar nicht erschöpft, aber mein Körper signalisierte mir nach 1 ½ Stunden, dass ich eher etwas kürzer treten sollte. Ich war enttäuscht. Mein Körper machte mir einen Strich durch die Rechnung. Sowas kannte ich ja schon von vor der OP. Die Abnahme lief zwar super, aber auch mit 120 kg ist es noch viel anstrengender in den Bergen zu wandern als mit 65 kg. Ich musste mich also noch etwas gedulden. Noch konnte ich nicht mit Normalgewichtigen mithalten.

Gerade in solchen Situationen, wie ich sie da erlebt habe ist es wichtig, sich mit seinem Körper auseinanderzusetzen und auf ihn zu hören. Ich hatte so lange nicht auf meinen Körper gehört und ihn so lange vernachlässigt, ich musste erst eine neue “Beziehung” zu ihm aufbauen. Der Körper ist nun einmal das physische Gebilde, welches um unseren Geist herum ist und es kann dem Geist nur gut gehen, wenn es auch dem Körper gut geht. Es gilt also diese beiden in Einklang zu bringen, damit man sich auf beiden Ebenen wohlfühlt.

Diese “Schattenphasen” gibt es immer wieder im Laufe der Abnahme, manche haben sie häufiger, manche seltener. Wichtig ist in diesen Phasen zu akzeptieren, dass einem der Körper (noch) Grenzen setzt und wirklich darauf zu achten die Signale des Körpers ernst zu nehmen. Die OP bietet die Chance, dass man sich wieder auf den Körper und die körperlichen Reaktionen konzentriert. Man ist durch die ganze Umstellung auf allen Ebenen gezwungen, sich sehr intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, und dies kann eine große Chance sein wieder mit seinem Körper in Kontakt zu kommen und eine liebevollere Beziehung zu ihm aufzubauen. Auch wenn es Phasen gibt, wo man am liebsten aus seinem Körper springen würde, weil man enttäuscht oder genervt von den Reaktionen ist.

Wie erwähnt, der Haarausfall ist noch (abgeschwächt) da, die Sache mit dem Nerv hat sich aber gottseidank nur etwa 3 Wochen gehalten. Auch das Gefühl, nicht mithalten zu können und nicht zu wissen, wieviel man sich körperlich zutrauen kann, wurde immer besser. Inzwischen ist es ganz verschwunden. Dies liegt auch definitiv daran, dass ich wieder mehr essen kann, als noch zu Beginn (logisch, ich kann mich ja nicht ein Leben lang von ½ Semmel ernähren).

Wie meine Entwicklung in Bezug auf Essen war und wie meine Ernährung nun aussieht, das erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Episode 5

Episode 6

Episode 7

Erfolge 🙂

Fotos: Birgit Barilits, Patientin (anonym)

Warum ein Ernährungstagebuch führen?

Warum ein Ernährungstagebuch führen?

Warum wollen ErnährungsberaterInnen und DiätologInnen häufig, dass ein Ernährungstagebuch geführt wird? Ich erzähle ihnen ja ohnehin, was ich esse!?

Tja, das ist so eine Sache. Manchmal vergisst man glatt, was man über den Tag so alles gegessen hat, oder es fällt gar nicht auf, was sich so ansammelt. Manchmal wird auch das eine oder andere „Goody“ verschwiegen ;). Auch die Mengen sind nicht so einfach zu ermitteln. Und schließlich geht es oft auch darum was dazu getrunken wird, oder überhaupt über den Tag verteilt getrunken wird. Oder es geht darum herauszufinden, wovon man Bauchgrummeln, Blähungen und Durchfall bekommt. So ein Ernährungstagebuch ist also eine gute Sache. Der Zeitaufwand hält sich auch in Grenzen.

  • Eine einfache Variante ist es beispielsweise, eine Vorlage von der BeraterIn zu verwenden und in die Handtasche/Hosentasche zu stecken. So kann man ganz schnell jedes Mal wenn man etwas isst, notieren was man da zu sich nimmt.
  • Es gibt aber auch bereits jede Menge Apps, in die man Konsumationen eintragen kann. Bei manchen kann man auch einfach seine Mahlzeit abfotografieren! Wie man es lieber mag. Und irgendwie sollte die BeraterIn es auch sehen können. Gibt es eine Möglichkeit das auszudrucken oder Ähnliches? Darauf sollte man daher achten.

So könnte ein Eintrag handschriftlich aussehen:

Beispiel: 1 Teller Nudelsuppe, 1 Teller Augsburger mit Fisolengemüse und Erdäpfel, 1 Apfelkuchen, 1 Glas Mineral in der Kantine, um 13 Uhr.

Oder: 4 Marmeladepalatschinken, selbst gemacht, 2 Häferl Kräutertee mit je 1 TL Honig, zu Hause um 19 Uhr.

Darunter kann man sich dann schon was vorstellen. Es soll alles so genau wie möglich beschrieben werden, damit sich die BeraterIn ein Bild vom WAS und von der MENGE machen kann. Die BeraterIn gibt dir dazu sicherlich Tipps. Handelsübliche Angaben (50g Gouda, 50g Krakauer, 180g Becher Fruchtjoghurt der Marke xy) oder Haushaltsmengen wie 1 Häferl, 1 Salatschüsserl, 1 Desserteller, 1 großer Schöpfer, … sind dabei meistens in Ordnung. Wenn es möglich ist, etwas abzuwiegen ist das natürlich noch genauer!

Beispiel

Wenn es um Beschwerden im Magen-Darm-Bereich geht, um Unverträglichkeiten, sollte jedenfalls die Uhrzeit bei der Mahlzeit stehen und auch wann und welche Beschwerden danach auftreten. Das Tagebuch sollte etwa 2 Wochen geführt werden, so wird es Routine und man vergisst auch Kleinigkeiten wie den Marsriegel oder das Seiderl Bier oder den Café Latte zwischendurch nicht mehr.

DiätologInnen und ErnährungsberaterInnen analysieren dann dieses Ernährungstagebuch, besprechen es gemeinsam mit dir durch, berechnen wenn nötig die Kalorien. Daraus, und natürlich aus einer ausführlichen Anamnese, werden dann Maßnahmen abgeleitet, die dir helfen dein Ziel zu erreichen oder Beschwerden zu lindern.

So ein Tagebuch muss auch nicht permanent und ewig geführt werden, es sei denn du hast Spaß daran. Ich empfehle meinen KundInnen manchmal auch nur für 2 Tage, aber dafür dann wirklich exakt, alles abzuwiegen und zu notieren. Dabei sind Apps eine große Hilfe. Hier geht es schlicht darum einen Eindruck von Mengen und kcal zu bekommen, denn wir schummeln uns ja gerne selbst in die Tasche… 😉 Beziehungsweise neigen wir ALLE! dazu, unseren Energieverbrauch chronisch zu überschätzen und unsere Energieaufnahme chronisch zu unterschätzen. („War ja eh nur eine Praline…“)

Wenn man sich damit anfreunden kann, ist so ein Ernährungstagebuch eine wunderbare Unterstützung. Zum Dranbleiben. Zum Bewußtmachen. Zum Erkennen. Um Gewohnheiten aufzudecken. Zum Lernen.

Vielleicht sehen wir uns ja bei mir in der Praxis!

Deine Diätololgin

 

Beispielbild Ernährungstagebuch: Birgit Barilits

Fotos: Fotolia