Mindset…?

Vielleicht geht es dir ja so wie mir, und du kannst dieses Wort schon nicht. mehr. hören. Oder lesen. Weil es gefühlt ÜBERALL ist. Das heißt aber nicht, dass es nicht doch wichtig ist…

Mindset heißt übersetzt „Denkweise“, von der Bedeutung her beschreibt es Denkweisen, Überzeugungen, Verhaltensmuster und innere Haltung zu bestimmten Themen.

Man kann es aber auch mit Einstellung, Lebenshaltung, Weltanschauung übersetzen, jedenfalls geht es darum, wie dieses „Mindset“ unser Denken, Handeln, Fühlen beeinflusst.

In vielen Bereichen wird es als eine Art Überbegriff verwendet für Artikel/Themen zu Motivation, Empowerment, Glück finden, positives Denken, Produktivität, … Sehr oft wird es schlicht als Synonym für Einstellung benutzt, im Sinne von „wenn du das und das nicht schaffst, dann hast du nicht die richtige Einstellung (bzw. das richtige Mindset)“. Und wenn du diesen Kurs buchst lernst du in nur 1 Woche wie du dein Mindset supereasy positiv beeinflusst, so dass die Kilos purzeln und dir die Geldscheine nur so ins Haus flattern und du dir den besten Mann angelst. Du nimmst nicht ab? Na dann hast du nicht das richtige Mindset. Ok. Stop. Das ist der Punkt. Mindset wurde zu einem „Lifestyle“ Begriff. „Lifestyle“ wieder so ein Bullshit Wort… 😉

Hm… naja also irgendwie kann man diesen Begriff also für Vieles verwenden, jede einzelne Möglichkeit ist im Grunde wichtig und spannend und es ist was dran… auch wenns uns auf die Nerven geht und uns vielleicht gerade aus diesem „da ist was dran“ furchtbar triggert.

Denn… diese Haltungen, Einstellungen sind auch nicht angeboren oder kommen aus heiterem Himmel, sondern haben sich auf Grund unserer Erfahrungen, Erlebnisse, Erziehung entwickelt. DA IST ALSO WAS!

Aus der Psychologie kommt dazu beispielsweise die „Mindset Theory“ der Motivationspsychologin Carol Dweck (2012). Sie zeigt, welche Auswirkungen die Überzeugungen von Personen bzgl. ihrer Intelligenz und anderer Persönlichkeitsmerkmale auf ihr Lernen haben.

Sie unterscheidet:

  1. „Fixed“ Mindset, fest, starr, unflexibel – diese Menschen haben die Überzeugung Fähigkeiten stammen aus Talent und Begabung, das wäre angeboren, und wenn man daher scheitert dann ist fehlendes Talent/Begabung der Grund.
  2. „Growth“ Mindset, dynamisch, wachsend, veränderlich – diese Menschen haben die Überzeugung, dass sie sich weiterentwickeln, lernen, verbessern können aus eigener Kraft, unabhängig von Talent.

Das hat Auswirkungen darauf, wie und warum wir lernen, etwas machen:

  1. „Fixed“ – lernt um positives Feedback zu bekommen, Belohnung; ist überzeugt er/sie kann nur etwas, wozu er auch „Talent“ hat; Fehler sind für ihn bedrohlich, werten ihn ab; wollen so wenig Fehler wie möglich machen und bleiben daher bei dem was sie schon gut können; entwickeln sich nicht wirklich weiter; schrecken vor Herausforderungen zurück
  2. „Growth“ – lernt um etwas zu erfahren, sein Wissen zu erweitern, besser zu verstehen; Fehler sind Weiterentwicklung; ist überzeugt, dass er seine Fähigkeiten verbessern kann; setzen Lebensträume und Wünsche um, bleiben dran, glauben an sich

Wichtig: Wir haben und können nicht jederzeit nur „Growth“, wir können in unterschiedlichen Kontexten unterschiedlich wachstumsorientiert denken. Ich kann beruflich oder in der Familie super erfolgreich und glücklich sein, aber mein Essen und mein Gewicht krieg ich nicht auf die Reihe und hab da ein starres Bild von mir und den Möglichkeiten. Weil vielleicht die Mutter immer sagte, „du wirst nie eine Gazelle sein“, „finde dich damit ab, dass du immer zu den Pummeligen gehören wirst“. Und dann werde ich vor dieser Herausforderung immer wieder zurückschrecken. Oder der Zustand dauert schon so lange an, dass ich ihn als „fix“ annehme. Oder du sagst dir selbst immer wieder bewusst oder unbewusst, „ich kann das nicht“, „ich schaff das sowieso wieder nicht“, „ich bin undiszipliniert“.

Das ist eine Barriere, die ich mir zuallererst mal bewusst machen muss, herausfinden woher dieses Denkmuster kommt. Dann kann ich auch daran arbeiten. An diesem meinem Mindset.

Das Schöne, wir können das tatsächlich lernen, in Bereichen wo wir es bisher nicht hatten, ein „Growth Mindset“ zu entwickeln. Kinder können das. Wir auch noch! Also SAG STATTDESSEN: „Bisher konnte ich das nicht“! Was verändert diese kleine Umstellung des Satzes in dir?

Hier ein sehr hörens- uns sehenswerter Ted Talk von Carol Dweck dazu.

Ich mag auch Prof. Dr. Gerald Hüther sehr gerne, und habe einen passenden Artikel bei ihm gefunden, hier zwei Zitate daraus:

„Immer wieder in ähnlichen Kontexten gemachten Erfahrungen bzw. die dadurch im Frontalhirn stabilisierten Verschaltungsmuster verdichten sich dabei zu einer „Metaerfahrung“. Die nennen wir im Deutschen „innere Einstellung“ oder „innere Überzeugung“ oder „Haltung“, im Englischen „Mindset“.“

 „Solche Menschen haben Freude an ihrem eigenen Körper und all dem, was sie mit ihm machen, was sie von ihm empfangen können. Sie lieben es, sich selbst zu spüren, und sind empfänglich für die Signale, die aus ihrem Körper kommen. Sie lenken ihr Verhalten so, dass sie ein gutes Körpergefühl haben. Das ist das Ergebnis einer Haltung, nicht eines krampfhaften Bemühens. Solche Menschen essen nicht mehr als ihnen gut tut, sie ernähren sich so, dass sie sich in ihrem Körper wohl fühlen. Solche Menschen lieben es, sich bis ins hohe Alter zu bewegen und körperlich fit zu bleiben – nicht weil sie das in Büchern und von Ratgebern so empfohlen bekommen, sondern weil es Ausdruck ihrer inneren Haltung ist.“

 Quelle: Lebenslang.de; Ein wissenschaftlicher Gastbeitrag von Prof. Dr. Gerald Hüther

Irgendwie taucht bei diesen Artikeln, Ted Talks und dem Thema Mindset bei mir auch immer das Thema Motivation, beziehungsweise intrinsische und extrinsische Motivation auf:

Intrinsische Motivation – aus uns und aus sich selbst entstehende Motivation, die uns zu Höchstleistungen antreibt und über Hindernisse hinweg hilft.  Der innere Antrieb, der Drive. Du machst etwas, einfach weil es dir total viel gibt, Spaß macht, deine Leidenschaft weckt, du sie als besonders sinnvoll siehst, du empfindest ehrliche Freude beim Tun, du könntest dich stundenlang damit beschäftigen. Du brauchst dafür keine Belohnung oder die Bestätigung Anderer. Sie gilt grundsätzlich als die stärkere Antriebskraft. Du kannst echten Antrieb nicht erzwingen.

Extrinsische Motivation – du machst etwas, weil du durch externe Einflüsse dazu motiviert wirst, positive oder negative (Belohnung oder Strafe), das kann sein Geld, Status, Anerkennung, oder Furcht vor… du tust etwas um ein Ziel zu erreichen, nicht um seiner selbst willen.

Meistens wird die extrinsische Motivation eben als negativ dargestellt, aber seien wir uns ehrlich, auch wenn uns die Arbeit erfüllt und extrem Spaß macht, den Lohn dafür wollen wir ja trotzdem, oder? Und wenn wir uns gesund ernähren und an der Fitness arbeiten, dann wollen wir in der Regel auch die „Belohnung“ sehen, sprich uns schlanker, hübscher, … naja du weißt schon.

Es gibt also auch (meistens) beides gleichzeitig! Und – es wird immer Tätigkeiten geben, die dir keinen Spaß machen. Du kannst dich aber unterstützen deine Motivation – auch wenn sie mehr extrinsisch als intrinsisch ist – aufrechtzuerhalten. Dazu vielleicht mal mehr in einem anderen Beitrag.

Mir geht es mit diesem Beitrag auch darum, dass du mal in Ruhe einen Blick darauf wirfst, wie und warum du hier bei mir gelandet bist und wie dein „Mindset“ dazu ist. Schließlich gibt es dafür einen Grund, warum du hier bist, auf meiner Facebook Seite, meinem Blog, in meiner Gruppe, in meinem Online Coaching, in meiner Beratung.

  • Was stört dich derzeit bei deiner Ernährung, deinem Essverhalten?
  • Welche Auswirkungen hat das deiner Meinung nach auf dich, deinen Körper, dein Wohlbefinden?
  • Wie würde es dir gehen, wenn du all das was dich stört, die Auswirkungen beseitigt hättest?
  • Was hat dich bisher davon abgehalten, das Thema anzugehen?
  • Warum hast du dich entschlossen JETZT etwas zu ändern?
  • Wie sehr glaubst du daran, dass du es schaffen kannst?
  • Was denkst du, wie, wann, wo du die Situation beeinflussen kannst?

Wenn du zu mir in die Beratung kommen möchtest oder an meinem 3-monatigen Online-Coaching „Live & Learn – gesunde Ernährung mit Genuss und Wirkung“ interessiert bist, melde dich gerne für ein kostenloses Vorgespräch via Zoom an, du kannst gleich Online buchen am Ende der Seite!

Wenn du nichts Wichtiges verpassen willst, abonniere meinen Newsletter, er erscheint 1-2 mal im Monat, je nach „News“ Lage 😉.

Und jetzt kommt hier noch ein feines UPDATE des Blog Beitrages! Wenn du mir auf Facebook folgst, kennst du eventuell schon „Bullshitbingo“, das Format unseres Erfolgsteams, bestehend aus Cornelia Biesenthal (Berufliche Neuorientierung für Frauen), Inken Revenstorff (Berufsorientierung für MaturantInnen/AbiturientInnen) und der unschlagbaren Annett Zöller, unsere Happy-Kritzeltante und Neurodingsspezialistin. In einem Live, haben wir den Begriff Mindset auseinandergenommen und wieder zusammengesetzt.

Cornelia Biesenthal hat dazu ebenfalls einen sehr feinen Blog-Artikel geschrieben, am Besten schaust du gleich mal HIER. Das Blog-Bild stammt übrigens von Annett Zöller die ebenfalls einen Blogpost zum Thema verfasst hat. Bildlich!

Deine Birgit