Ofengemüse mit Topfen – gar nicht fad :)

Ofengemüse mit Topfen – gar nicht fad :)

Das ist ja so ein Ding, wenn man bei Ernährungsberatungen mehr Gemüse empfiehlt, beispielsweise in Form von „Gemüsesticks“ mit Topfendip… Da schlafen dann dem Gegenüber manchmal die Gesichtszüge ein. Ich stelle mir dann die Gedanken vor, die da so durchs gegenüberliegende Gehirn wandern, … „Nicht schon wieder Gemüsesticks“, „Klischee“, „fader gehts ja ned“, „ich hasse diese ewige Gemüseschnippelei“, „aufwändig“… etc.

Aber ich probiers einfach nochmal ;). Ja, Gemüsesticks mit Topfendip. Aber nicht fad, sondern gut gewürzt, mit guten Ölen, zum Sattessen und obendrein noch gesund!

Die Zutaten fürs Ofengemüse (2 Portionen):

  • ca. 400g bunte Karottenmischung
  • 2 kleine bis mittelgroße Zucchini
  • 1 Fenchelknolle
  • 1-2 EL Olivenöl
  • Rosmarin, Thymian, Oregano, Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer
  • 50g Pecorino

Das Gemüse putzen, die Karotten der Länge nach vierteln, so dass in etwa gleich große Stifte herauskommen. Die Zucchini etwas größer schneiden, damit sie nicht zu weich werden. Die Karotten habe ich mit Olivenöl, Rosmarin, Salz und Cayenne-Pfeffer gewürzt, die Zucchini mit Thymian, Oregano, Salz und Pfeffer. Einfach die Stifte in einer Salatschüssel mit Olivenöl und den Gewürzen vermischen. Auf Backpapier ausbreiten und bei 180 – 200° Heißluft ca. 20min backen. Beim Servieren mit kleinen Pecorino-Würferl bestreuen. Ich liebe diesen salzigen Schafkäse! 🙂

Die Zutaten für den Topfendip (2 Portionen):

  • 250g Magertopfen
  • 1 EL Leinöl
  • 2 EL Hanfsamen geschält
  • 1 kl. Zwiebel, fein geschnitten
  • 1 EL Dill
  • Salz, Pfeffer
  • 1 EL grober Dijonsenf
  • etwas Wasser

Den Topfen gleich in der Gemüseschüssel anrühren, so gehen die Reste der Gewürze und des Olivenöls hinein und nichts wird verschwendet.

Die Nährwerte pro Portion ca.: 500kcal, 36g EW, 25g F, 36g KH, 11g Ballaststoffe

Ich garantiere, das schmeckt nicht fad und macht auf gesunde weise schön satt! 🙂 Dazu noch ein grüner Salat… yummy… und schon hat man das mit dem täglichen Gemüse „erledigt“ ;).

Eure Diätologin

Mag. Birgit Barilits, BSc

 

Fotos: Birgit Barilits

 

Eggs Benedict mit Räucherlachs

Eggs Benedict mit Räucherlachs

Zugegeben: Die pochierten Eier habe ich nicht so schön hinbekommen. Und das Frühstück wurde auch gleich verspeist. Daher gibt es leider kein Bild davon.

Aber ich habe hier ein niedliches Katzenbild. Das geht angeblich immer:

Dieses Rezept findet sich sicherlich in vielen Kochbüchern, ich habe es aus „Paleo Küche für Genießer“ von Danielle Walker. Außerdem ist es mein absolutes Standardfrühstück, wenn ich in England bin!!! Dort kommt das Gericht typischerweise auf kleinen, getoasteten Brioche Buns… yummy…

Je nachdem, ob man dazu frisches knuspriges Baguette, Toast, Vollkornbrot, … isst, oder das Brot weglässt, fällt es unter Low Carb oder auch Paleo – oder nicht. Es ist definitiv etwas aufwändiger, aber es lohnt sich, denn es schmeckt ganz köstlich! Eine selbstgemachte Hollandaise kann schon was. Vielleicht mal als schönes Sonntagsfrühstück ausprobieren? Als besondere Aufmerksamkeit für den Lieben/die Liebe? 🙂

Originalrezept (4 Portionen)

Sauce Hollandaise:

  • 2 Eigelb
  • 2 TL frisch gepresster Zitronensaft
  • ¼ Tasse Kokosfett oder Ghee
  • ¼ TL Meersalz
  • 1 Prise Cayenne Pfeffer oder Paprika

Außerdem:

  • 4 Eier
  • 1 EL klarer Essig
  • 4 Tassen junger Spinat (alternativ: Blattspinat tiefgekühlt)
  • 8 Scheiben Räucherlachs
  • 2 TL Kapern

Die Nährwerte pro Portion (ca.): 259kcal, 17g Eiweiß, 20g Fett, 1g Kohlenhydrate

Zubereitung:

Den Spinat putzen und blanchieren oder auftauen und weichdünsten.

Für die Sauce Hollandaise das Eigelb und den Zitronensaft in einer Metallschüssel verquirlen, die Schüssel auf einen Topf mit kochendem Wasser stellen (= über Dampf schlagen). Achtung, gut quirlen und darauf achten das das Ei nicht stockt! Nach und nach die geschmolzene Butter oder Ghee mit einem Schneebesen einrühren. Die Sauce wird „mehr“, dick, gelb und schaumig. Die Gewürze einrühren, vom Herd nehmen und warm stellen. Sollte die Sauce etwas zu dick werden, kann man noch etwas heißes Wasser einrühren oder nach Geschmack noch etwas Zitronensaft bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Im Originalrezept werden die Eier pochiert, ich habe der Einfachheit halber weiche Eier zubereitet, diese dann geschält und auf den Spinat gesetzt. Wer es probieren möchte braucht einen etwas größeren Topf der zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Dieses sollte sieden, nicht sprudelnd kochen. 1 EL Essig dazugeben. Die Eier einzeln aufschlagen und einzeln in eine leicht geölte Tasse oder einen geölten Schöpfer geben. Das Wasser umrühren, sodaß ein richtiger Strudel entsteht und das Ei mitten hineinplatzieren. Nach 2-4min ist es fertig. Mit einem Siebschöpfer herausheben, etwas abtropfen. Es braucht etwas Übung! Ich habs leider bis jetzt nicht geschafft, da fehlt mir wohl die Geduld. 😉

Zum Servieren wird ein Häufchen Spinat, 2 Scheiben Räucherlachs, 1 Ei und die Sauce auf dem Teller angerichtet und noch mit den Kapern dekoriert. Guten Appetit!

Wer sich nun fragt

  • warum ich hier Butterschmalz und Kokosöl verwende,
  • was es überhaupt mit Fetten und Ölen auf sich hat,
  • was es Wissenswertes dazu gibt,
  • wie man damit umgeht,
  • was Paleo ist und ob und für wen das Sinn macht,

kann mich gerne kontaktieren :).

 

Eure Diätologin

Mag. Birgit Barilits, BSc

 

Fotoquelle: Fotolia

Adipositas Chirurgie – Risiken und Nebenwirkungen…

Adipositas Chirurgie – Risiken und Nebenwirkungen…

Jede Operation stellt ein Risiko dar, also natürlich auch die ersehnte Adipositas OP, sei es nun die Sleeve-Gastrektomie, der Magenbypass, Omega Loop, Mini Bypass, … oder welche Methode auch immer.

Klar, auch die morbide Adipositas mit BMI Werten über 40 ist an sich krankhaft und stellt einen massiven Risikofaktor dar für diverse Begleit- und Folgeerkrankungen. In diesem Beitrag soll es aber um die OP Risiken gehen, daher habe ich hier einige der Risiken zusammengetragen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!). Vor der Operation wird natürlich auch und besonders in den ärztlichen und chirurgischen Vorgesprächen genau aufgeklärt…

„Der Patient ist über Operationsverfahren und mögliche Behandlungsalternativen, über

Therapieeffekte, Komplikationen einschließlich Sterblichkeit, Notwendigkeit zur Nachsorge

inkl. möglicher lebenslanger Supplementation und plastische Folgeoperationen aufzuklären.“

Quelle: S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen, Version 2.3 (Februar 2018) AWMF-Register Nr. 088-001, https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/088-001.html, Stand 10.02.2019

 

Probleme bei der Narkose:  

Die Adipositas assoziierten Begleiterkrankungen können zu relevanten anästhesiologischen und intensivmedizinischen Problemen führen. Probleme werden verursacht durch

  • funktionelle Einschränkungen im Hals und Nackenbereich durch den „kurzen“, dicken Hals, die Fettansammlungen im Nacken
  • Auch die Venen sind schwer zu erreichen und evtl. auch in einem schlechten Zustand
  • Die Sauerstoffversorgung (Oxygenation und Ventilation) ist erschwert wenn (und das trifft häufig zu) auch die Lungenfunktion eingeschränkt ist (bestehende COPD oder Schlaf-Apnoe) bzw.
  • da die Lunge durch das hohe Gewicht (Druck der intraabdominellen Fettmassen) so schwere Arbeit leisten muss. Der Sauerstoff Verbrauch ist dadurch erhöht und
  • der Thorax ist nicht so elastisch, …

Quelle: Welk, I., & Schröder, S. (2015). Anästhesiologische Herausforderungen bei Adipositas–was sollte die Fachpflege wissen?. Jahrbuch Intensivmedizin, 233.

Komplikationen nach der Operation:

  • Oberflächliche und tiefe Wundinfekte
  • Intraabdominelle Infektionen und Wunddehiszenzen (Wunde schließt nicht)
  • Pneumonien
  • Tiefe Beinvenenthrombosen mit Lungenembolie
  • Sepsis und septischer Schock

Spezifisch bei Magenband (wird aber nur mehr selten durchgeführt):

  • Bandslippage (Band verrutscht)
  • Dehnung des Vormagens
  • Magenbandleck
  • Ösophagusdilatation (Speiseröhre erweitert)
  • Banderosionen
  • Magenstenosen und Obstruktionen (Verengungen und Verlegungen)
  • Portkammerinfektionen
  • Ösophagus und Magenperforationen (Durchbrüche)

Spezifisch bei Magenbypass:

  • Anastomosenulzera (Geschwüre an der Narbe)
  • Narbenhernien
  • Anastomosenstrikturen (extreme Narbenbildung)

Spezifisch bei Schlauchmagen:

  • Stenosen (Verengungen) oder auch Weitung des Lumens

Letalität:

  • Ja, man kann bei einer Operation auch sterben, auch wenn das glücklicherweise sehr, sehr selten vorkommt. Geringstes Sterberisiko während der OP stellt das Magenband dar. Je nach Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Operation (egal welche Art) erhöht sich das Risiko.

Spätkomplikationen

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Blähungen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Dumping-Syndrom
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Sodbrennen
  • Fettstühle

Quelle: Keuthage, W. (2010). Bariatrische Operationen bei Adipositas und Typ-2-Diabetes–Typ-2-Diabetiker profitieren überproportional. Diabetes aktuell, 8(03), 124-130.

Risken durch die veränderte Ernährungssituation nach der OP:

Mangelernährung bis zu gravierenden Mangelerscheinungen durch die Restriktion und – je nach OP Art – gegebene Malabsorption. FAKT ist eben, hernach besteht ein geringes Nahrungsvolumen, also ich kann viel weniger essen, und mein Körper kann es auch nicht mehr so aufnehmen wie vorher. Es kann (und das tut es auch sehr häufig, da das Thema oftmals auf die leichte Schulter genommen wird) also Probleme geben bei der Deckung des Flüssigkeitsbedarfs, der Deckung des Proteinbedarfs und der Deckung des Mikronährstoffbedarfs (Kalzium, Vitamin D, A, E, K, B12, Folsäure, B1, B6, Eisen, Zink, Kupfer) – das kann gravierende Folgen haben!

Zeichen und Symptome einer Proteinmalnutrition:

  • Ödeme (Kwashiorkor)
  • Muskelschwund (Marasmus)
  • Schwere Steatorrhoe und /oder Diarrhoe
  • Massiver Gewichtsverlust (entweder über das festgelegten Ziel hinaus oder zu schnell)
  • Erniedrigte oder sinkende viszerale Protein-Marker (z. B. Albumin und Prealbumin)
  • Steathosis hepatis

Häufige Symptome

  • brüchige Haaren und Fingernägel
  • Zahnausfall
  • Haarausfall
  • chronischer Müdigkeit
  • Infektanfälligkeit
  • Nervosität und Reizbarkeit, Schlafstörungen bzw. Schlaflosigkeit
  • verminderter Konzentrationsfähigkeit, Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Osteoporose

Dumping Syndrom:

Bei manchen PatientInnen kommt es nach bariatrischen Operationen zum Dumping Syndrom. Entweder dem sogenannten Frühdumping, dies geschieht, wenn sehr süße Lebensmittel gegessen werden. Es kommt zu einem  hyperosmolaren Nahrungsangebot in der abführenden Schlinge. Durch die Hyperosmolarität kommt es zum massiven Flüssigkeitseinstrom in den Darm. Dies kann zu starken Durchfall bis zu Kreislaufkollaps führen. Das Frühdumping tritt direkt, d.h. ungefähr 15-30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme auf.

Oder es kommt zum sogenannten Spätdumping, etwa 1-2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme. Durch einen schnellen Blutzuckeranstieg kommt es zu einer erhöhten Insulinsekretion die wiederum zu einer Unterzuckerung mit den damit verbunden Symptomen   (z.B. Schwächegefühl, Schweißausbruch und Konzentrationsschwierigkeiten) führt.

Quelle: Kasper, Heinrich: Ernährungsmedizin und Diätetik, 12. Auflage, München, 2014.

Erneute Gewichtszunahme, Reoperationen, …

Auch das gibt es und steht immer als Risiko im Hintergrund. Denn der Kopf wird nunmal nicht mitoperiert…

 

Buchempfehlung sowie wichtige oder interessante Links (kleine Auswahl):

 

Eure Diätologin.

 

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Adipositas und Adipositaschirugie in Österreich – ein paar Zahlen.

Die Gutachtenerstellung vor einer bariatrischen Operation

Adipositaschirurgie?

Die Reihe „Unbeschwert“ – ein Patientinnenbericht:

Projekt Unbeschwert – Mein Leben mit einem Magenbypass

Kontakte zu Beratung und Betreuung vor und nach bariatrischer OP sowie zur Gutachtenerstellung:

Raphaela Lebeth, BSc, Klosterneuburg: Diätologie Lebeth

Mag. Birgit Barilits, BSc, Wien: Ernährungssachen

Projekt Unbeschwert – Episode 5

Projekt Unbeschwert – Episode 5

Satz mit x… Der erste OP-Versuch ist gescheitert: Wie geht es weiter?

Liebe LeserInnen,

Willkommen im Februar-Beitrag! Heute möchte ich euch daran teilhaben lassen, wie ich den ersten OP-Versuch erlebt habe. OP-Versuch? Ja, ihr habt richtig gelesen. Eigentlich gibt es ja nicht mehrere “Versuche” und eigentlich sollte ja beim ersten Mal alles gut gehen. Eigentlich. Wie ich bereits geschrieben habe, jeder Körper ist anders und einzigartig und mein Körper bzw. meine Lungen scheinen sehr sensibel zu sein, was dazu geführt hat, dass meine OP abgebrochen werden musste.

Aber von vorne und der Reihe nach.
Am 15.1. bin ich mit gepackter Tasche und ein bisschen Aufregung (ich war erstaunt, wie ruhig ich war!!) ins Spital gefahren. Ich lebe alleine, aber für die OP und die ersten 2 Wochen nach der OP waren meine Eltern da und dafür bin ich ihnen unendlich dankbar. Das war eine große Unterstützung, vor allem auch mental. Wenn man weiß, dass man nicht alleine ist lebt es sich wesentlich ruhiger. So begleitete mich mein Vater ins Spital.

Der Tag vor der OP verging wie im Flug. Es wurden noch ein paar Untersuchungen gemacht und dann war es auch schon Zeit zum Schlafen gehen. Die OP sollte am 16.1. früh morgens stattfinden. Nette Zimmernachbarinnen machten den Aufenthalt sehr angenehm. Neben mir lag eine junge Frau, die sich vor 2 Jahren hatte operieren lassen. Sie hatte ihr Wunschgewicht erreicht und war glücklich. Ich war skeptisch mir gegenüber. Ich bin, seit ich denken kann übergewichtig, kenne mich selbst gar nicht schlank. Ob ich wohl auch so toll abnehmen könnte wie sie? Bald würde ich es erfahren, die OP war ja schon am nächsten Tag.

Am nächsten Tag wurde ich früh morgens abgeholt und durch lange Gänge geschoben. Dann ging die Türe zum OP Bereich auf und ich stand im “Wartebereich”. Ich weiß nicht, wie oft ich meinen Namen und mein Geburtsdatum nennen sollte. Aber damit wollten sie verhindern, dass womöglich mir die neue Hüfte eingesetzt wird, die eigentlich der Herr neben mir bekommen sollte und man wollte sicherstellen, dass ich auch wirklich die bin, die den Omega-Loop Bypass bekommt. Diese Hürden nahm ich und wurde in den OP geschoben. Von da an erinnere ich mich nur noch daran, dass ich die Sauerstoffmaske aufgesetzt bekam und dann schlief ich ein.

Als ich aufwachte, befand ich mich auf der Intensivstation. Im Spital, wo ich operiert wurde, werden die frisch Operierten eine Nacht auf der Intensivstation betreut. Ich hatte mich auf schlimme Schmerzen eingestellt. Ich wachte auf und war an vielen Kabeln angeschlossen. Schmerzen hatte ich jedoch überhaupt keine. Langsam schaute ich runter auf meinen Bauch, um zu sehen, wie dieser aussah. Ich schaute und stellte fest: Ich hatte nichts am Bauch! Wie bitte?? Wenige Minuten später kam ein Arzt und löste das Rätsel: “Da haben Sie uns aber einen gehörigen Schreck eingejagt”, meinte der dann zu mir. “Wir mussten die OP leider abbrechen, da wir Sie nicht intubieren (=in Narkose versetzen) konnten.” Was??? Ich war also nicht operiert worden?? Was war passiert? Bei der Narkoseeinleitung haben sich meine Lungen verkrampft. Bronchospasmus nennen sie das in der Fachsprache. Normalerweise kann man mit Medikamenten die Lungen wieder “entkrampfen”, das hat aber aus irgendeinem Grund bei mir nicht funktioniert und man musste die OP abbrechen. So lag ich also da, mit vielen Schläuchen, die an Maschinen hingen und war enttäuscht. Die ganze Vorbereitung umsonst?? Das konnte es doch nicht gewesen sein…

Drei Tage später wurde ich entlassen, so fehlte mir ja nichts. In diesen drei Tagen habe ich ein bisschen nachgedacht. Mir war von vorn herein bewusst, dass man nie weiß, was passiert. Und die Komplikation kam nicht von der OP selbst, sondern von der Narkose. Ich sprach also noch einmal mit ein paar Ärzten und holte mir Rat und wir entschieden, dass ich der Ursache für die Komplikation erst einmal auf den Grund gehe und dann, wenn es eine Freigabe gibt, es noch einmal probieren werde. Wieder erwies sich mein Hausarzt als perfekter Tippgeber in Sachen Arztempfehlung und er empfahl mir einen sehr guten Lungenfacharzt. Dort wurde ich buchstäblich “auf Herz und Nieren” geprüft, alle Ergebnisse sahen gut aus. Der letzte Test brachte dann aber zutage, dass meine Lungen sehr sensibel auf Gase bzw. Reize von außen reagieren und so konnte man sich erklären, warum das mit der Narkose nicht geklappt hatte. Gottseidank konnte man die Lungen auf die Belastung durch die Narkose “vorbereiten” und ich musste eine Art Asthmaspray nehmen, um sie möglichst du entspannen. So bekam ich die OP- Freigabe und ging erneut ins Spital. Inzwischen war schon März 2018, der neue OP Termin war für den 6. April angesetzt, Freitag nach Ostern.

Ihr seht also: Die OP ist keine Lappalie, jede Narkose ist mit einem Risiko verbunden und in diesem ersten Falle hat es bei mir nicht geklappt. Ob so was häufig vorkommt, fragt ihr euch vielleicht? Ich habe auf Facebook nachgefragt, mir hat niemand geantwortet, dem es ähnlich ergangen ist. Also: Jeder Weg ist individuell.

Um es jedoch vorwegzunehmen: Der 2. Versuch hat geklappt. Ich bin operiert. Wie es mir ergangen ist und wie die ersten Tage nach der OP aussehen, das erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

Fotos: Fotolia, Autorin (anonym)

 

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Projekt Unbeschwert – Episode 4

Projekt Unbeschwert – Episode 4

Hallo liebe LeserInnen!

Ich wünsche Euch allen ein frohes, gesundes und glückliches neues Jahr 2019! Wir haben bei unserer Silvesterfeier darüber gesprochen, was wir 2018 hinter uns lassen bzw. wie wir 2018 beschreiben würden. Und dazu fiel mir bei mir nur eines ein: unbeschwert(er). Während ich diese Blogeinträge verfasse, erlebe ich die Dinge wie im Zeitraffer. Für die Einträge haben wir uns aber dazu entschieden jede Episode einem Thema zu widmen und für eine erfolgreiche Abnahme und das “Leben danach” die ersten 6 Episoden “nur” über die Vorbereitung und die OP zu berichten. Deshalb: Lasst Euch überraschen, was Euch dieses Jahr an Erfahrungen erwartet! Ich verspreche Euch: Sie werden vielfältig sein!

Der Eintrag heute passt sehr gut, denn ungefähr vor genau einem Jahr habe ich die intensive Phase der Vorbereitung auf die OP begonnen.
Richtig begonnen hat die individuelle OP-Vorbereitung aber natürlich schon früher. Ich komme immer gerne ein wenig informiert zum Arzt und so hatte ich mich bereits grob über das Thema “bariatrische OPs” informiert, bevor ich ins Adipositas-Zentrum ging. Nach dem Gespräch dort verbrachte ich die Abende nach der Arbeit oft vor dem Computer und las viel in den zahlreichen Gruppen in den sozialen Netzwerken, die sich mit dem Thema beschäftigen. Es gibt immer wieder Einträge dort, die mich sehr verwundern, aber das Wort “Schwarmintelligenz” bzw. “Schwarmwissen” scheint hier angebracht zu sein. JedeR kann aus eigenen Erfahrungen berichten und schildern wie er/sie mit der Situation und Vorbereitung umgeht. Auffällig ist, dass kein Verlauf der OP und auch die Vorbereitung und das Danach dem anderen gleicht. Aber es tat sehr gut, dass es Leute gibt, die im selben gleichen Boot sitzen und denen man Fragen stellen kann – auch wenn die Antworten teilweise mit Vorsicht zu genießen sind. Nichtsdestotrotz bin ich ein großer Freund dieser Gruppen und beteilige mich auch jetzt nach der OP aktiv an den Diskussionen.

Der digitale Austausch mit Operierten bzw. Menschen, die vor einer OP stehen, war aber nur eine Säule meiner individuellen Vorbereitung. Ich war mir bewusst, dass es nach der OP nicht einfach werden würde und so wollte ich mir bereits vor der OP eine Art “Netzwerk” aufbauen, auf welches ich zurückgreifen kann, wenn es mir nach der OP nicht so gut geht. Denn auch das habe ich im Laufe der Vorbereitung festgestellt und mich darauf vorbereitet: Die OP ist für mich wie eine Blackbox. Man weiß nicht, was dahinter ist, es kann wunderbar sein, es kann aber auch weniger schön sein, man weiß es nicht. Man kann aber zumindest manche Dinge beeinflussen und getreu dem Motto “Expecting the worst- hoping for the best” habe ich mich darauf konzentriert, dass ich Unterstützung habe, wenn es mir nach der OP nicht so gut geht.
Auch “Offline”, nämlich in Wien selbst, gibt es diverse Selbsthilfegruppen zum Thema Adipositas-OPs und zu einer solchen Gruppe bin ich hingegangen und es war super. Dort gibt es die unterschiedlichsten Menschen: Langzeit-operierte, Frisch-operierte, Nicht-operierte und andere Menschen, die sich für das Thema interessieren oder einfach nur mal schauen wollen. Jung, alt, alles ist vertreten und das Gespräch und der Austausch mit den Leuten war noch einmal intensiver als in den sozialen Netzwerken und natürlich auch regionaler. Und auch hier gab es Leute, die supertoll abgenommen hatten, andere hatten zwar toll abgenommen, aber wieder einiges zugenommen, wieder andere hatten viele Komplikationen und, und, und. Jede Geschichte war auch hier wieder anders. All die Erfahrungen und Schilderungen haben meinen Horizont erweitert und ich habe neue Inputs bekommen, konnte Fragen stellen und habe Dinge gelernt oder Seiten erfahren, die ich noch nie bedacht hatte.

Die Treffen finden monatlich statt und ich bin regelmäßig dort. Einige der Teilnehmenden sind inzwischen zu FreundInnen geworden. Den Besuch einer solchen Gruppe kann ich nur jeder/m ans Herz legen, denn auch nach der OP kann man sich dort Rat holen und nicht nur Freud’, sondern auch Leid teilen und man bekommt jedes Mal wieder neuen Auftrieb und auch Mut, wenn es mal nicht so gut läuft. Also eine wirklich wichtige Säule.

Immer wieder habe ich aber auch gelesen und gehört, wie wichtig der Einbezug des Kopfes bei der OP ist. Extremes Übergewicht wie ich es habe, hat in den seltensten Fällen nur genetische Ursachen, sondern meistens auch psychische und Verhaltensursachen. Psychologen habe ich ja in meinem Leben bereits relativ häufig aufgesucht, jedoch nicht wirklich erfolgreich. Aber vielleicht hatte ich den/die RichtigeN einfach noch nicht gefunden!? Es konnte jedenfalls nicht schaden, noch einen Versuch zu wagen.  Eine Freundin hatte mir eine Psychologin empfohlen, die auf das Thema Essstörungen spezialisiert ist und dort habe ich einige Termine wahrgenommen und schon einmal meine “Gewichtsgeschichte” erzählt. Wir haben versucht Mechanismen zu erarbeiten, wie ich nach der OP auch meinen Kopf mit ins Boot hole. Das Anwenden der Mechanismen vor der OP war jedoch weniger erfolgreich. Neue Erkenntnisse über die seelischen Ursachen meines Übergewichts bzw. Strategien oder neue Verhaltensweisen anstatt Essen waren eher Mangelware und zumindest kurzfristig nicht von Erfolg gekrönt. Im Nachhinein glaube ich auch, dass ich die wahren Ursachen meines Übergewichts (“Stress” wie in Episode 1 bereits beschrieben) eigentlich erst nach der OP herausgefunden habe und dass die Psychotherapie auch deshalb nicht von dem gewünschten Erfolg gekrönt war. Nichtsdestotrotz war ich froh, dass nun eine Psychologin meine Geschichte kannte und wo ich dann auch nach der OP hingehen kann, ohne alles von vorne erzählen zu müssen. Und 1x habe ich das nach der OP bereits genutzt und es hat mir sehr geholfen.

Aber da war ja auch noch etwas über eine Auflage des Krankenhauses, dass ich 5kg abnehmen sollte vor der OP. Der Grund dafür ist vor allem, dass auch durch auch eine geringe Gewichtsreduktion (und bei meinen Gewicht waren 5kg wirklich nicht viel) die Leber kleiner wird. Viele Übergewichtige leiden unter einer sogenannten Fettleber und je größer die Leber ist, desto schwieriger ist die Operation. Manchmal müssen ÄrztInnen sogar eine andere OP-Methode wählen, wenn die Leber zu groß ist. Diese Auflage hat man mir bereits im August gegeben und ich war mir sehr sicher, dass ich das mit Links bis zur OP im Jänner schaffen würde. Aber hier machte mir meine Selbstdisziplin einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Die Monate vor Weihnachten sind bei mir immer mit viel Arbeit und Trubel verknüpft, zudem fand noch eine Dienstreise statt und meine Vorbereitung auf die OP bestand nur aus dem Lesen der Beiträge in den sozialen Medien. All meine Pläne über die gesunde Ernährung und den vielen Sport hatte ich scheinbar vergessen.

Die Ernährungsberaterin hatte mir bereits einiges über die Ernährung vor und nach der OP erzählt und auch in den zahlreichen Büchern stand viel darüber. An Wissen mangelte es mir also nicht. Aber ich schaffte es einfach nicht, die Dinge umzusetzen. Damit ging es mir ganz und gar nicht gut, ich zog mich zurück und wollte allein sein und ich hatte ein wahnsinnig schlechtes Gewissen und Angst, dass ich nicht operiert werden könnte.
Irgendwie habe ich dann aber doch am 2. Weihnachtsfeiertag den Schalter umlegen können und streng kohlenhydrat- und fettarm gegessen, damit die Leber möglichst klein wird. Auch habe ich angefangen mit zusätzlichen Vitaminen die Nährstoffspeicher meines Körpers bestmöglichst zu füllen, denn ein gut versorgter Körper wird schneller gesund. Die OP war für den 16.1. angesetzt und der Skiurlaub über Silvester wurde dazu genutzt, noch einmal intensiv Sport zu treiben. Und auch da bin ich standhaft geblieben gegenüber den Leckereien der Hütten oder sonstigen Versuchungen. Also, geht doch!

Im Prinzip war nun alles “bereit”. Ich war mit meinem neu geschaffenen “Adipositas-Netzwerk” sehr zufrieden, habe am Schluss doch noch einmal die Kurve gekriegt und die OP konnte kommen!

Bilder: Birgit Barilits, Fotolia

 

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 5

Projekt Unbeschwert – Episode 3

Projekt Unbeschwert – Episode 3

Bald wird sich mein Leben grundlegend verändern: (Wie) Sage ich es meinem Umfeld?

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

pünktlich zu Weihnachten, welches vermutlich viele von euch mit Freunden und Verwandten feiern, kommt hier – sozusagen „druckfrisch“ – mein Beitrag über die Frage ob und wie ich meiner Familie, meiner Arbeitsstelle und meinen Freunden von der OP erzählte. In den vergangenen Beiträgen habe ich euch ja bereits an der Entscheidungsfindung und den Voruntersuchungen teilhaben lassen. Nun war es aber auch an der Zeit, mein Umfeld darüber zu informieren, was ich vorhatte…

Die Frage, ob man es dem Umfeld sagt, dass man operiert wird, oder ob dies für jemanden zu persönlich ist, das kann nur jede/r für sich selbst beantworten. Ich kenne Menschen, da weiß von der OP nur der allerengste Familienkreis und sonst niemand. Zu groß ist die Sorge vor “Verurteilung”, übler Nachrede, … oder vielleicht will man so etwas Persönliches auch nicht preisgeben. Man weiß schließlich nicht, wie das Umfeld reagiert und ob das informierte Umfeld dann eher eine Last oder eine Stütze ist.

Für mich war sehr schnell klar, dass ich mit dem Thema offen umgehen werde. Ich bin ein kommunikativer Mensch und die OP würde so vieles in meinem Leben verändern, ich würde es nicht aushalten das alles für mich zu behalten. Zudem wäre es in Zukunft mit sehr viel “flunkern” verbunden, wenn ich nicht zumindest einige “Schlüsselpersonen” in mein Vorhaben einweihen würde.

Die Einladung zu einer Hochzeitsfeier in der Heimat kam gerade Recht, denn ich wollte meine Eltern gerne persönlich in meine Pläne einweihen. Und es war fast so, wie ich vermutet hatte: Meine Eltern haben mir lange zugehört und waren sich dann beide einig, dass der Schritt auf jeden Fall der Richtige ist, dass sie mich voll und ganz bei meinem Vorhaben unterstützen. Sie haben auch gleich angeboten während und nach der OP nach Wien zu kommen und für mich da zu sein und dafür war ich ihnen unendlich dankbar. Das Gefühl nach so einer OP dann nicht alleine zu sein ist sehr beruhigend. Auch meine Eltern stimmten mir zu, dass der Zeitpunkt nun der Richtige sei, das Umfeld stabil und das Risiko für Folgeschäden durch die Adipositas inzwischen so groß, dass diese auf jeden Fall schwerer wiegen als das Risiko der OP und lebenslange Einnahme von Supplementen. Mir hat es sehr, sehr gut getan zu wissen, dass meine Eltern hinter mir stehen und das war und ist mir sehr wichtig. Ihre Zustimmung hat meine Zweifel (die bis zur OP da waren) weiter minimiert und nun fühlte sich die Entscheidung noch besser an.

Meinen Bruder habe ich einen Tag später eingeweiht. Wir trafen uns in einem Cafe und das, was er mir gesagt hat, war zum einen Teil erschreckend, zum anderen Teil gut.
Mein Bruder war heilfroh, dass ich mich für eine OP entschieden hatte. Er meinte, er hätte ohnehin nach einer Möglichkeit gesucht, mit mir darüber zu sprechen. Denn er mache sich Sorgen, ich sei in dem Jahr ja bereits ein paar Mal krank gewesen und schon wegen der zukünftigen Gesundheit sei es zwingend notwendig rasch zu handeln. Mein Bruder arbeitet bei der Rettung und er meinte, dass viele seiner PatientInnen mit ähnlichem Gewicht wie ich nicht mehr so mobil sind und viel schlechter dran und dass ich deshalb schnell handeln solle.
Verwundert haben mich aber seine Erfahrungen, die er als mein Bruder gemacht hat. Er bekam immer mal wieder ungläubige Fragen von Leuten wie “Was, die ist deine Schwester?”. Auch Bekannte aus unserem Umfeld haben ihn schon angesprochen was denn mit mir los sei, ich sei doch so erfolgreich, aber warum würde ich nur so aussehen, wie ich aussehe? Diese Aussagen haben mich sehr nachdenklich und auch ein bisschen traurig gemacht. Es ist sehr schlimm, dass sich mein Bruder für mich rechtfertigen musste und mich teilweise auch verteidigen musste. Aber auch von ihm und auch von meinem zweiten Bruder habe ich volle Rückendeckung erhalten und fuhr gestärkt zurück nach Wien – mit der geballten Unterstützung der Familie.

Ich hatte mich auch auf der Arbeit dazu entschieden, die Wahrheit zu sagen. Es hätte sonst viele Fragen aufgeworfen. Wir essen immer alle gemeinsam zu Mittag – das Essen danach würde anders sein, ich würde eine Weile auf der Arbeit fehlen und vielleicht würde es mir am Anfang nicht so gut gehen. Ich wollte offen sein. Gottseidank waren die Verantwortlichen auf der Arbeit genauso offen der OP gegenüber, wie ich mir das erhofft hatte und sie sagten mir ebenfalls Unterstützung zu. Wir schauten gemeinsam nach einem günstigen Zeitpunkt und dementsprechend konnte ich dann die OP planen. Eine wirklich schöne Rückmeldung habe ich von einer Kollegin bekommen. Ich hatte ihr von der OP und dem Wie und Warum erzählt und sie freute sich für mich. Am Abend schrieb sie mir eine Nachricht, die mich total freute: Sie fände es mutig, wie ich mit meiner Geschichte umgehe und ich sei eine starke Frau. Sie sei sehr froh, mich zu kennen.

Solche Nachrichten und viele, viele weitere nette Reaktionen und “Geständnisse” von manchen Leuten haben mich total bestärkt. Ich muss wirklich sagen, dass mein Umfeld durchwegs positiv auf die OP reagiert hat und meine Entscheidung mein gesamtes Umfeld mit einzuweihen sehr, sehr richtig war. Ich glaube, dass es auch für “danach” Vorteile haben kann. Ich gehe jetzt mit meiner Krankheit so offen um wie nie und ich möchte die OP nutzen meine Hormone zu “resetten”. Ich werde aber auch danach sicher das ein oder andere Mal Hilfe benötigen und darf nicht mehr den Fehler machen alles nur mit mir alleine auszumachen und mich zu verkriechen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Probleme meist dann weniger wurden, wenn ich mich jemandem anvertraut habe und Unterstützung bekommen habe. Diese Tatsache sollte ich nun erst recht nach der OP nutzen und bei Problemen um Unterstützung bitten. Und nachdem ich so viel positiven Zuspruch seitens meines Umfeldes für die Entscheidung bekommen habe, würde es mir sicher leichter fallen bei eventuellen Problemen mit Vertrauenspersonen zu sprechen.

Fotoquelle: Pixabay

 

Episode 1

Episode 2

Episode 4

 

Gesunde Ernährung im Arbeitsalltag?

Gesunde Ernährung im Arbeitsalltag?

Das ist ein Thema, dass viele beschäftigt. Zeit und Muße für Kochen, Essen und Genuss fehlen irgendwie…

Dabei ist es sooo wichtig! Liebe LeserInnen, lasst euch diese Zeit nicht nehmen, schaut nochmal auf eure Woche, vielleicht gibt es doch kleine, feine Möglichkeiten eurer Ernährung und damit eurer Gesundheit, eurem Körper etwas mehr Zeit zu widmen!

Ich selbst behaupte mal von mir, dass ich auch zu denen gehöre, die viel arbeiten, allerdings kann ich mir meine Zeit ganz gut einteilen, da ich selbstständig tätig bin. Trotzdem kommt es vor, dass meine Tage sehr dicht bepackt sind, sodass ich auch mal durcharbeite und keine großartige Mittagspause habe. Dann schaue ich drauf, dass ich eine Jause mit habe. Das kann sein ein „Salat im Glas“ und ein Weckerl, oder eine Suppe die ich aufwärme oder sogar kalt trinke, oder ein Shake, oder auch mal nur 1 Packerl Buttermilch, Nüsse und Karotten. 15min Pause zum Essen, dass MUSS drin sein. Ansonsten bin ich auch nicht leistungssfähig und das rächt sich irgendwann.

Am Abend koche ich eigentlich bis auf wenige Ausnahmen täglich frisch. Da ich nun schon einige Jahre Übung habe 😉 geht das auch recht flott. In 15-30min, je nachdem was ich koche, habe ich ein frisches Gericht auf den Tisch und der Rest wird eingekühlt für den nächsten Tag. Nebenbei lässt sich auch noch Gemüse für den nächsten Tag schnippeln oder die Bohnen für den Eintopf einweichen. Wenn mehr Zeit ist, koche ich auch größere Mengen vor, auch von ganz klassischen Gerichten, die ich dann portionsweise einfriere als „Notration“. Eine Rindsuppe mit Fleisch und viel Wurzelgemüse, Chili con carne (Ja, Diätologinnen essen sowas!), Erdäpfelgulasch vegetarisch, Und ich gehe auch mal essen oder bestelle was vom Lieferdienst, wenn es sich nicht anders ausgeht.

Hier habe ich ein paar Vorschläge für euch aus meinem Repertoire:

Flotte Frühstücksvarianten:

  1. Joghurt mit Beeren, Flocken und Nüssen, kann auch am Abend vorbereitet werden.
  2. Griechischer Joghurt mit Walnüssen und Honig (in 2min hergerichtet)
  3. Frühstücksshake mit Beeren, Topfen und Haferflocken (Auch. Na maximal 5min)
  4. Weiches Ei mit Butterbrot
  5. Haferbrei mit Apfel und Zimt (10min)
  6. Brot mit Cottage Cheese und Gurkenscheiben
  7. Schinkenbrot mit Avocado

Mittagessen „auf die Schnelle“:

  1. Shake mit Topfen, Beeren und Mandelmus (in der Früh vorbereiten und mitnehmen)
  2. 0,5l Buttermilch, Karotten, Apfel (beides schon geschnitten im Tegerl, geht sogar am Vortag) und Nüsse
  3. AndSoy Suppe in der Thermoskanne (am Abend vorkochen)
  4. Overnight Oats im Glas zum Mitnehmen (am Abend vorbereiten)
  5. Salat im Glas zum Mitnehmen mit hartem Ei (am Abend vorbereiten, hart gekochte Eier habe ich meistens im Kühlschrank)
  6. Salat im Glas zum Mitnehmen mit Linsen (ebenso)
  7. Vollkornbrot/Sandwich mit Käse und Gemüse (Paprika, Gurken, Karotten, … geht in der Früh in 5min)

Dessert: 1 Rippe dunkle Schokolade, 2 Datteln, 1 Schokopudding (selbst gemacht natürlich), Mandarine, wenn die Mama zu Besuch war: Kuchen! Dessert gibt es aber nicht täglich.

Abendessen dass sich fast von selbst kocht:

  1. Ofengemüse mit Feta (20min, währenddessen Dusche oder Wäsche machen)
  2. Ofengemüse mit Fisch aus der Pfanne
  3. Linsensuppe (im Kochmixer)
  4. Kürbiscremesuppe mit Feta Würferl (ebenso)
  5. Fisch aus dem Pergament mit Cocktailtomaten und Ofenkartoffel
  6. Omelette mit Pilzen (10min geschtätzt)
  7. Faschiertes orientalisch gewürzt in Chiccoree Schifferl oder Salatblättern (ok das dauert 20min)

Worauf ich beim Bestellen von Lieferdiensten achte: Das es nicht immer Pizza ist 😉. Nein. Wenn schon Pizza dann richtig im Lokal. Beim Essen gehen greifen manche ja gerne zu den „sicheren“ Lieblingsgerichten wie Schnitzerl oder Geschnetzeltem, aber schaut doch mal was es sonst noch auf der Speisekarte gibt. Fisch und Fleisch natur abgebraten mit Reis/Erdäpfeln und Gemüse geht fast immer und fast überall. Bei vegetarischen Gerichten achte ich darauf, dass eine Eiweißquelle dabei ist. Beispielsweise Hülsenfrüchte, Tofu, Feta, Ei. Beim Asiaten gibt es viel Gemüse aus dem Wok oder Gemüse-Eier-Reis, …

Nun kam letztens bei einer Fortbildung die Frage auf, was tun, wenn ich aber sehr oft essen gehe, und Sorgen bezüglich der Qualität habe…?

Das ist nicht so leicht zu beantworten. Qualität in welcher Hinsicht? Wenn man den Anspruch hat, dass immer alles BIO und perfekt nährstoffschonend zubereitet ist, könnte das teuer oder schwierig werden… Ich antworte dann gerne in diese Richtung…: Der Tag ist lang und es gibt (meistens) noch 2 Mahlzeiten, die ich dann eigenverantwortlich „besser“ gestalten kann! Es ist schon sinnvoll und verständlich, dass die gesunde Ernährung sich irgendwie dem Berufsalltag anpassen sollte, also machbar sein muss, aber irgendwo muss man dann auch selbst Anpassungen und Änderungen vornehmen und ein Minimum an Zeit investieren. Der Körper und auch der Kopf der drauf sitzt wird es danken. Auch kleine Änderungen, kleine Schritte sind der Start eines neuen Weges und können sich sehr positiv auswirken! 😊

Mein Tipp: Das Tellermodell im Auge behalten, und ansonsten mit Genuss und in Ruhe essen und nicht ständig überlegen ob das jetzt die perfekte Nährstoffkombi war oder ob in dem Mischgemüse noch jedes Vitaminchen drin war. Stress gibt es ja ohnehin schon genug…

Tellermodell:

Was für ein Kunstwerk! 😉

In diesem Sinne – fangt klein an! Ich unterstütze euch gerne auf dem Weg in einen gesünderen Ernährungsalltag, denn mir ist schon klar, dass es mit diesem Beitrag alleine nicht getan ist, dass vielleicht das eine oder andere ernährungstechnische Problem vorhanden ist, dass von der Theorie zur praktischen Umsetzung noch irgendwas fehlt, dass euch hindert… Vielleicht kann ich helfen! 😊

 

Eure Diätologin

 

Fotos: Fotolia, Birgit Barilits