Was ist eigentlich eine „BIA-Messung“?

Was ist eigentlich eine „BIA-Messung“?

Was ist die BIA?

Die Bio-Impedanz-Analyse (BIA) ist eine wissenschaftlich anerkannte Methode zur Bestimmung und Darstellung der Körperzusammensetzung. Die Waage alleine ist nicht unbedingt aussagekräftig, wenn es gilt Erfolge bei der Gewichtsreduktion oder einer gewünschten Gewichtszunahme, etwa bei Training, darzustellen, denn sie unterscheidet nicht, ob das Gewicht aus Muskel- oder aus Fettmasse stammt. Daher dient die BIA der Statusmessung und der Erfolgskontrolle von Ernährungs- und Trainingsprogrammen. Wie schön wenn man „schwarz auf weiß“ sieht, wie sich der Körper zum Positiven verändert.

Bei der BIA wird der elektrische Widerstand des menschlichen Körpers gemessen. Dazu wird ein nicht spürbarer, schwacher Wechselstrom durch den Körper geleitet und ein Stromfeld erzeugt. Da unterschiedliche Körpergewebe den Strom unterschiedlich gut leiten, kann eine Unterteilung in Fettmasse, Muskelmasse und Wasseranteil erfolgen.

Wie läuft die Messung ab?

Sie liegen entspannt auf einer Liege, an den Handrücken sowie den Fußrücken werden je zwei Elektroden befestigt, über die das Stromfeld erzeugt wird.
Um korrekte Ergebnisse zu erhalten ist es wichtig, dass die zu messende Person ruhig und entspannt auf der Liege liegt, die Elektroden richtig platziert werden und sich Arme und Beine nicht berühren. Zusätzlich sind korrekte Werte für Größe, Gewicht und Alter erforderlich.

Die Messung selbst dauert nur wenige Sekunden, Sie erhalten einen anschaulichen Ausdruck mit den Ergebnissen. Selbstverständlich beinhaltet die Sitzung auch die Interpretation und Erläuterung der Ergebnisse. Insgesamt sind für eine erstmalige BIA-Messung also ca. 20 – 30min einzurechnen.

Für die Messung wird ein Gerät der neuesten Generation verwendet, dieses ist auch als medizinisches Gerät zertifiziert und geeicht.

Vorbereitend ist zu beachten:

Einige Faktoren können die Messung und die Aussagekraft beeinflussen. Die Verlaufsmessungen sollten also immer zu ähnlichen Zeitpunkten stattfinden und unter möglichst ähnlichen Voraussetzungen wie die Erstmessung. Folgende Punkte sind zu beachten:

  • Lassen Sie das Frühstück aus, wenn Sie in der Früh zur Messung kommen, ansonsten sollten Sie normal essen und trinken, die letzte größere Mahlzeit sollte aber 2h vor der Messung erledigt sein.
  • Trinken Sie in der letzten Stunde vor der Messung wenn möglich nur mehr sehr wenig.
  • Am Tag davor keinen Alkohol trinken.
  • Am Tag davor keine intensive Trainingseinheit absolvieren, auch ein Saunagang und ähnliches sollte vermieden werden.
  • Die Blase entleeren, wenn es geht auch das große Geschäft erledigen.
  • Die Messung muss Barfuß erfolgen, achten Sie daher auf leicht ausziehbare Schuhe und Strümpfe.
  • Hände und Füße sollten am Tag der Messung nicht eingecremt werden.
  • Personen mit elektronischen Implantaten, Prothesen können nicht gemessen werden.

Ein kleiner Einblick in die Messergebnisse:

Zusätzlich zu meiner Erklärung und Interpretation erhalten Sie einen Ausdruck, auf dem alle Werte erklärt werden, damit Sie auch zu Hause nachlesen können, wenn Sie das möchten!

Körperfett (Fettmasse, body fat): Die Normalwerte für Männer liegen bei 10-20% des Körpergewichts, die Normalwerte für Frauen liegen bei 20-30% des Körpergewichts.

Fettfreie Masse (Magermasse, lean body mass): Diese unterteilt sich in „BCM“ und „ECM“.

Körperzellmasse BCM
Die BCM enthält alle Zellen, die für den Stoffwechsel verantwortlich sind. Den Hauptanteil nimmt die Skelettmuskulatur ein, aber auch Organe gehören zur BCM. Während einer Ernährungsumstellung ist die Erhaltung der BCM essentiell. Bei Sportlern ist oft eine Steigerung der Muskelmasse wünschenswert. Die Normalwerte für Männer liegen bei 50-60% Zellanteil in der fettfreien Masse, die Normalwerte für Frauen: 50-56% Zellanteil in der fettfreien Masse.

Extrazelluläre Masse ECM
Die extrazelluläre Masse umfasst den Rest der fettfreien Masse. Dazu gehören vor allem Bindegewebe (Kollagen, Haut, Sehnen), Knochen (circa 3-5kg) sowie extrazelluläres Wasser (Magen-Darm-Inhalt, Flüssigkeitseinlagerungen…)

Gesamtkörperwasser = Total Body Water TBW: Die Normalwerte für Männer liegen bei 55-65% des Körpergewichts, für Frauen sind es 50-60% des Körpergewichts. Bei Adipositas (schwerem Übergewicht) liegen die Werte bei 40-50% des Körpergewichts.

Fotos: Birgit Barilits, Fotolia

 

 

Und wie ist das mit dem Essen nach der Operation…?

Und wie ist das mit dem Essen nach der Operation…?

Der Kostaufbau nach der Operation, DO´s and DONT´s

Passend zur Episode 6 gibt es hier einige wichtige DO´s and DONT´s zur Ernährung unmittelbar nach der Operation. Bitte beachtet, dass dies nur ein Ausschnitt ist, keinesfalls vollständig und lediglich einen Eindruck liefern soll. Es ist immens wichtig, jede vom jeweiligen Zentrum/Klinik angebotene Gelegenheit zu nutzen um sich über die Ernährung danach – vom unmittelbaren Kostaufbau bis zur Langzeiternährung – zu informieren. Wenn finanziell möglich, lohnen sich auch begleitende Einzelberatungen bei KollegInnen.

Der Kostaufbau gestaltet sich grundsätzlich in drei Phasen und erfolgt je nach OP und Befinden des Patienten unterschiedlich schnell:

  • Flüssigphase – Brühe, Tee, …
  • pürierte Kost und
  • schließlich der Übergang zur sogenannten leichten Vollkost*

* Der Heilungsprozess wird ungünstig beeinflusst durch zu scharfe, zu saure, zu fette, geräucherte oder gepökelte Speisen, sowie alles, was Blähungen auslösen könnte. Auch sehr kaltes oder sehr heißes Essen kann Probleme bereiten, da die Temperaturanpassung nicht mehr so gut erfolgen kann. Unbedingt gemieden werden sollte zudem alles, was grobkörnig ist und mechanische Reizungen auslösen könnte (z. B. grobes, frisches Brot, Kräuter).

Die Dauer der einzelnen Phasen des Kostaufbaus richtet sich im Wesentlichen nach der Verträglichkeit und Toleranz der Nahrung. Wichtig ist – nicht nur unmittelbar nach der OP sondern für IMMER – eine ausreichende Versorgung mit Eiweiß (täglich mind. 60 bis 120 g, dies hängt ab von Größe und dem sich verändernden Gewicht) sicherzustellen.

Der Schwerpunkt der Mahlzeiten liegt daher auf eiweißhaltigen, fettarmen Lebensmitteln, die ggf. durch Eiweißsupplemente ergänzt werden (zitiert aus: „Ernährung vor und nach bariatrischen Eingriffen, M. Hellbardt, Leipzig, Ernährungsumschau 11/2012). Dies bewirkt einerseits eine schnelle und länger anhaltende Sättigung, andererseits sorgt es dafür, dass der Körper vom überschüssigen Fett „zehrt“ und Muskelmasse möglichst erhalten bleibt und vielfältige Mangelerscheinungen vermieden werden.

Die DO´s and DONT´s:

Speziell in den ersten Tagen und Wochen nach der Adipositasoperation kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Die häufigsten Gründe für Übelkeit und Erbrechen sind:

  • zu schnelles Essen
  • der Verzehr von zu großen Nahrungsmengen
  • unzureichendes Kauen von Lebensmitteln nach der 4. postoperativen Woche
  • das Trinken von Flüssigkeiten zu den Mahlzeiten

Versuche daher, im Laufe der ersten Wochen aus deinen Fehlern zu lernen und zu reflektieren, was zu der unerwünschten Reaktion wie Übelkeit oder Erbrechen geführt hat. Erbrechen sollte unbedingt vermieden werden. Lerne aus den Reaktionen Ihres Körpers. In der ersten Zeit nach dem Eingriff stehen die Operationsnähte noch unter erheblichem Druck, so dass sie im schlimmsten Fall nach Erbrechen reißen können. Später kann häufiges Erbrechen zu einer Ausdehnung des Magenpouches führen.

  • Zu schnelles Essen: Wenn du vor der Operation ein „schneller Esser“ warst solltedst du dich nach dem Eingriff ganz bewusst auf das langsame Essen konzentrieren. Schauen z. B. beim Essen auf die Uhr. Wenn dein Körper nach dem Essen mit Übelkeit oder Erbrechen reagiert, versuche bei der darauffolgenden Mahlzeit bewusst, 3–5 min länger zu essen. Nimm dir gerade am Anfang diese Zeit, um Verträglichkeiten auszutesten.
  • Verzehr von zu großen Nahrungsmengen: Teste nach dem Eingriff dein individuelle Verzehrsmenge aus. Iss vorerst mit einem kleinen Löffel oder einer kleinen Gabel und zähle die Bissen ab. Wenn dir zB. nach dem 7. Löffel übel wird, versuche bei der nächsten Mahlzeit, nur 6 Löffel voll zu essen. Jeder Löffel und jeder kleinste Bissen zu viel führt nach einer Magenoperation direkt zu einer unangenehmen Reaktion des Körpers.
  • Unzureichendes Kauen von Lebensmitteln: Nach der 4. postoperativen Woche kann es durch unzureichendes Kauen von Lebensmitteln zu Erbrechen oder Übelkeit kommen. Kau bewusst und genieß die Speisen durch langes Kauen. Spüre den Geschmack und die Konsistenz der Lebensmittel im Mund.
  • Trinken von Flüssigkeiten zu den Mahlzeiten: Durch das Trinken von Flüssigkeiten zu den Mahlzeiten erfolgt eine schnelle Füllung des Magens, so dass Verzehrsmengen schnell überschätzt werden. Daher sollte Essen und Trinken in zeitlichem Abstand von 30 min stattfinden, damit der kleine Magen mit hochwertigen Lebensmitteln gefüllt wird, die deinem Körper auch Substanz liefern.

Die Portionsgrößen müssen dem kleinen Magenpouch dauerhaft, das heißt ein Leben lang, angepasst bleiben. Wenn du deinen Mini-Magen mit süßen Lebensmitteln füllst, wirst du möglicherweise recht unmittelbar „bestraft“ (mit Durchfall oder Erbrechen) und du gefährdest deinen Abehm-Erfolg und deine Gesundheit! Besonders gefährdet sind operierte Personen, die „alles“ vertragen und essen können!

Also, die Devise lautet NACHDENKEN – INFORMIEREN – PLANEN und sich an den PLAN halten.

 

Deine Diätologin

 

Literaturtipp/Buchtipp:

Ernährung bei Adipositas-Operationen, Magenbypass – Omega-Loop-Bypass – Schlauchmagen, von Birgit Lötsch, Eva Russold, Bernhard Ludvik

Quellen:

  • Case Management in der Adipositaschirurgie, Hanna Dörr-Heiß u. Eva Wolf, Springer Verlag (Arbeitsblätter)
  • Ernährung im Kontext der bariatrischen Chirurgie, Mario Hellbardt (Hrsg.), Pabst Science Publishers
  • Beratungsbroschüren des Krankenhauses der barmherzigen Schwestern Wien
  • Bariatrisches Assessment, Stefanie Wagner, BSc, Bachelorarbeit an der FH St. Pölten
  • Ernährung vor und nach bariatrischen Eingriffen, M. Hellbardt, Leipzig, Ernährungsumschau 11/2012
Getrocknete Zitronenschalen und noch ein paar Tipps…

Getrocknete Zitronenschalen und noch ein paar Tipps…

bio zitronenschale

Ich versuche bei der Verarbeitung von Lebensmitteln so wenig „Reste“ wie möglich zu produzieren. Reste von Gerichten gibt es bei mir auch kaum, weil erstens meistens alles aufgegessen wird und zweitens aus Resten noch viele gute Sachen hergestellt werden können. Lebensmittel wegwerfen ist mir zuwieder.

Ich kaufe häufig unbehandelte Bio Zitronen, für Salate, Smoothies, etc. Die Schale kommt aber relativ selten zum Einsatz. Eigentlich schade drum! Die Lösung: vor dem Auspressen mit einem Sparschäler die aromatische Schale dünn abhobeln und trocknen. Am besten bei niedriger Temperatur im Backrohr. Wenn die Schalen komplett trocken sind, können sie in einem Schraubglas gelagert werden und im Tee landen, oder gemahlen in Muffins oder was einem sonst noch so einfällt. Das klappt auch mit unbehandelten Orangenschalen. Oder Apfelschalen, wenn man mal einen geschälten Apfel braucht.

Ein weiterer Tipp, wenn du viele Zitronen zu Hause hast und sie nicht so schnell verbrauchen kannst, einfach die Schalen gleich fein abreiben und in Eiswürfelbhältern einfrieren. Gleiches geht mit dem Saft! und hier noch ein heißer Tipp, um zu vermeiden, dass die Zitrusfrüchte im Körbchen schimmlig werden:

  1. Körbchen oder Schüssel gut waschen, sollte einmal was schimmlig geworden sein
  2. Serviette oder Küchenrolle hineinlegen
  3. 2 Tropfen Kiefernadelöl darauf tropfen, dann Zitronen, Limetten, … hineinlegen und freuen, dass nix mehr schimmelt! Genial! 🙂 Bitte darauf achten, dass es sich um ein 100% naturreines ätherisches Öl handelt!

 

Eure Diätologin

Foto: Birgit Barilits

 

Exkurs Kennzeichnung ätherischer Öle: Gute Qualität ist schwer zu erkennen, aber es gibt viele Hinweise auf gute Qualität, dies beginnt schon bei der Kennzeichnung:

  • Name der Ursprungspflanze: Deutscher und botanischer Name
  • Bezeichnung: 100% naturreines ätherisches Öl
  • Pflanzenteil: Blatt, Blüte, Zweige usw.
  • Mengenangabe
  • Chargennummer
  • Herstellername
  • Herkunftsland: Das Anbaugebiet bestimmt die Qualität mit!
  • Gewinnungsverfahren
  • Anbauart: kontrollierter biologischer Anbau (kbA), demeter-zertifizierte Bio-Qualität (demeter), Wildsammlung (Ws), konventioneller Anbau (konv.)
  • Lösungsmittel: Angabe des Lösungsmittels bei Extraktion
  • Verdünnungsverhältnis: und womit es verdünnt wurde, zB Melisse in Jojoba, Vanille-Extrakt in Alkohol
  • Verwendungsdauer nach dem Öffnen oder Ablaufdatum.
  • evtl. Verwendungshinweise
  • Sicherheitshinweise: „Vor Kindern sicher aufbewahren“, “nicht für Schwangere geeignet”, etc.
  • Gefahrenstoffzeichen: laut EU-Verordnung: je nach Öl individuell; nur bei einer Zulassung als Bedarfsmittel
  • evtl. Dosierungsempfehlung

 

Eggs Benedict mit Räucherlachs

Eggs Benedict mit Räucherlachs

Zugegeben: Die pochierten Eier habe ich nicht so schön hinbekommen. Und das Frühstück wurde auch gleich verspeist. Daher gibt es leider kein Bild davon.

Aber ich habe hier ein niedliches Katzenbild. Das geht angeblich immer:

Dieses Rezept findet sich sicherlich in vielen Kochbüchern, ich habe es aus „Paleo Küche für Genießer“ von Danielle Walker. Außerdem ist es mein absolutes Standardfrühstück, wenn ich in England bin!!! Dort kommt das Gericht typischerweise auf kleinen, getoasteten Brioche Buns… yummy…

Je nachdem, ob man dazu frisches knuspriges Baguette, Toast, Vollkornbrot, … isst, oder das Brot weglässt, fällt es unter Low Carb oder auch Paleo – oder nicht. Es ist definitiv etwas aufwändiger, aber es lohnt sich, denn es schmeckt ganz köstlich! Eine selbstgemachte Hollandaise kann schon was. Vielleicht mal als schönes Sonntagsfrühstück ausprobieren? Als besondere Aufmerksamkeit für den Lieben/die Liebe? 🙂

Originalrezept (4 Portionen)

Sauce Hollandaise:

  • 2 Eigelb
  • 2 TL frisch gepresster Zitronensaft
  • ¼ Tasse Kokosfett oder Ghee
  • ¼ TL Meersalz
  • 1 Prise Cayenne Pfeffer oder Paprika

Außerdem:

  • 4 Eier
  • 1 EL klarer Essig
  • 4 Tassen junger Spinat (alternativ: Blattspinat tiefgekühlt)
  • 8 Scheiben Räucherlachs
  • 2 TL Kapern

Die Nährwerte pro Portion (ca.): 259kcal, 17g Eiweiß, 20g Fett, 1g Kohlenhydrate

Zubereitung:

Den Spinat putzen und blanchieren oder auftauen und weichdünsten.

Für die Sauce Hollandaise das Eigelb und den Zitronensaft in einer Metallschüssel verquirlen, die Schüssel auf einen Topf mit kochendem Wasser stellen (= über Dampf schlagen). Achtung, gut quirlen und darauf achten das das Ei nicht stockt! Nach und nach die geschmolzene Butter oder Ghee mit einem Schneebesen einrühren. Die Sauce wird „mehr“, dick, gelb und schaumig. Die Gewürze einrühren, vom Herd nehmen und warm stellen. Sollte die Sauce etwas zu dick werden, kann man noch etwas heißes Wasser einrühren oder nach Geschmack noch etwas Zitronensaft bis die gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Im Originalrezept werden die Eier pochiert, ich habe der Einfachheit halber weiche Eier zubereitet, diese dann geschält und auf den Spinat gesetzt. Wer es probieren möchte braucht einen etwas größeren Topf der zur Hälfte mit Wasser gefüllt ist. Dieses sollte sieden, nicht sprudelnd kochen. 1 EL Essig dazugeben. Die Eier einzeln aufschlagen und einzeln in eine leicht geölte Tasse oder einen geölten Schöpfer geben. Das Wasser umrühren, sodaß ein richtiger Strudel entsteht und das Ei mitten hineinplatzieren. Nach 2-4min ist es fertig. Mit einem Siebschöpfer herausheben, etwas abtropfen. Es braucht etwas Übung! Ich habs leider bis jetzt nicht geschafft, da fehlt mir wohl die Geduld. 😉

Zum Servieren wird ein Häufchen Spinat, 2 Scheiben Räucherlachs, 1 Ei und die Sauce auf dem Teller angerichtet und noch mit den Kapern dekoriert. Guten Appetit!

Wer sich nun fragt

  • warum ich hier Butterschmalz und Kokosöl verwende,
  • was es überhaupt mit Fetten und Ölen auf sich hat,
  • was es Wissenswertes dazu gibt,
  • wie man damit umgeht,
  • was Paleo ist und ob und für wen das Sinn macht,

kann mich gerne kontaktieren :).

 

Eure Diätologin

Mag. Birgit Barilits, BSc

 

Fotoquelle: Fotolia

Adipositas Chirurgie – Risiken und Nebenwirkungen…

Adipositas Chirurgie – Risiken und Nebenwirkungen…

Jede Operation stellt ein Risiko dar, also natürlich auch die ersehnte Adipositas OP, sei es nun die Sleeve-Gastrektomie, der Magenbypass, Omega Loop, Mini Bypass, … oder welche Methode auch immer.

Klar, auch die morbide Adipositas mit BMI Werten über 40 ist an sich krankhaft und stellt einen massiven Risikofaktor dar für diverse Begleit- und Folgeerkrankungen. In diesem Beitrag soll es aber um die OP Risiken gehen, daher habe ich hier einige der Risiken zusammengetragen (ohne Anspruch auf Vollständigkeit!). Vor der Operation wird natürlich auch und besonders in den ärztlichen und chirurgischen Vorgesprächen genau aufgeklärt…

„Der Patient ist über Operationsverfahren und mögliche Behandlungsalternativen, über

Therapieeffekte, Komplikationen einschließlich Sterblichkeit, Notwendigkeit zur Nachsorge

inkl. möglicher lebenslanger Supplementation und plastische Folgeoperationen aufzuklären.“

Quelle: S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen, Version 2.3 (Februar 2018) AWMF-Register Nr. 088-001, https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/088-001.html, Stand 10.02.2019

 

Probleme bei der Narkose:  

Die Adipositas assoziierten Begleiterkrankungen können zu relevanten anästhesiologischen und intensivmedizinischen Problemen führen. Probleme werden verursacht durch

  • funktionelle Einschränkungen im Hals und Nackenbereich durch den „kurzen“, dicken Hals, die Fettansammlungen im Nacken
  • Auch die Venen sind schwer zu erreichen und evtl. auch in einem schlechten Zustand
  • Die Sauerstoffversorgung (Oxygenation und Ventilation) ist erschwert wenn (und das trifft häufig zu) auch die Lungenfunktion eingeschränkt ist (bestehende COPD oder Schlaf-Apnoe) bzw.
  • da die Lunge durch das hohe Gewicht (Druck der intraabdominellen Fettmassen) so schwere Arbeit leisten muss. Der Sauerstoff Verbrauch ist dadurch erhöht und
  • der Thorax ist nicht so elastisch, …

Quelle: Welk, I., & Schröder, S. (2015). Anästhesiologische Herausforderungen bei Adipositas–was sollte die Fachpflege wissen?. Jahrbuch Intensivmedizin, 233.

Komplikationen nach der Operation:

  • Oberflächliche und tiefe Wundinfekte
  • Intraabdominelle Infektionen und Wunddehiszenzen (Wunde schließt nicht)
  • Pneumonien
  • Tiefe Beinvenenthrombosen mit Lungenembolie
  • Sepsis und septischer Schock

Spezifisch bei Magenband (wird aber nur mehr selten durchgeführt):

  • Bandslippage (Band verrutscht)
  • Dehnung des Vormagens
  • Magenbandleck
  • Ösophagusdilatation (Speiseröhre erweitert)
  • Banderosionen
  • Magenstenosen und Obstruktionen (Verengungen und Verlegungen)
  • Portkammerinfektionen
  • Ösophagus und Magenperforationen (Durchbrüche)

Spezifisch bei Magenbypass:

  • Anastomosenulzera (Geschwüre an der Narbe)
  • Narbenhernien
  • Anastomosenstrikturen (extreme Narbenbildung)

Spezifisch bei Schlauchmagen:

  • Stenosen (Verengungen) oder auch Weitung des Lumens

Letalität:

  • Ja, man kann bei einer Operation auch sterben, auch wenn das glücklicherweise sehr, sehr selten vorkommt. Geringstes Sterberisiko während der OP stellt das Magenband dar. Je nach Gesundheitszustand zum Zeitpunkt der Operation (egal welche Art) erhöht sich das Risiko.

Spätkomplikationen

  • Übelkeit, Erbrechen
  • Blähungen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Dumping-Syndrom
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Sodbrennen
  • Fettstühle

Quelle: Keuthage, W. (2010). Bariatrische Operationen bei Adipositas und Typ-2-Diabetes–Typ-2-Diabetiker profitieren überproportional. Diabetes aktuell, 8(03), 124-130.

Risken durch die veränderte Ernährungssituation nach der OP:

Mangelernährung bis zu gravierenden Mangelerscheinungen durch die Restriktion und – je nach OP Art – gegebene Malabsorption. FAKT ist eben, hernach besteht ein geringes Nahrungsvolumen, also ich kann viel weniger essen, und mein Körper kann es auch nicht mehr so aufnehmen wie vorher. Es kann (und das tut es auch sehr häufig, da das Thema oftmals auf die leichte Schulter genommen wird) also Probleme geben bei der Deckung des Flüssigkeitsbedarfs, der Deckung des Proteinbedarfs und der Deckung des Mikronährstoffbedarfs (Kalzium, Vitamin D, A, E, K, B12, Folsäure, B1, B6, Eisen, Zink, Kupfer) – das kann gravierende Folgen haben!

Zeichen und Symptome einer Proteinmalnutrition:

  • Ödeme (Kwashiorkor)
  • Muskelschwund (Marasmus)
  • Schwere Steatorrhoe und /oder Diarrhoe
  • Massiver Gewichtsverlust (entweder über das festgelegten Ziel hinaus oder zu schnell)
  • Erniedrigte oder sinkende viszerale Protein-Marker (z. B. Albumin und Prealbumin)
  • Steathosis hepatis

Häufige Symptome

  • brüchige Haaren und Fingernägel
  • Zahnausfall
  • Haarausfall
  • chronischer Müdigkeit
  • Infektanfälligkeit
  • Nervosität und Reizbarkeit, Schlafstörungen bzw. Schlaflosigkeit
  • verminderter Konzentrationsfähigkeit, Kopfschmerzen
  • Muskelkrämpfe
  • Osteoporose

Dumping Syndrom:

Bei manchen PatientInnen kommt es nach bariatrischen Operationen zum Dumping Syndrom. Entweder dem sogenannten Frühdumping, dies geschieht, wenn sehr süße Lebensmittel gegessen werden. Es kommt zu einem  hyperosmolaren Nahrungsangebot in der abführenden Schlinge. Durch die Hyperosmolarität kommt es zum massiven Flüssigkeitseinstrom in den Darm. Dies kann zu starken Durchfall bis zu Kreislaufkollaps führen. Das Frühdumping tritt direkt, d.h. ungefähr 15-30 Minuten nach der Nahrungsaufnahme auf.

Oder es kommt zum sogenannten Spätdumping, etwa 1-2 Stunden nach der Nahrungsaufnahme. Durch einen schnellen Blutzuckeranstieg kommt es zu einer erhöhten Insulinsekretion die wiederum zu einer Unterzuckerung mit den damit verbunden Symptomen   (z.B. Schwächegefühl, Schweißausbruch und Konzentrationsschwierigkeiten) führt.

Quelle: Kasper, Heinrich: Ernährungsmedizin und Diätetik, 12. Auflage, München, 2014.

Erneute Gewichtszunahme, Reoperationen, …

Auch das gibt es und steht immer als Risiko im Hintergrund. Denn der Kopf wird nunmal nicht mitoperiert…

 

Buchempfehlung sowie wichtige oder interessante Links (kleine Auswahl):

 

Eure Diätologin.

 

Weitere Beiträge zu diesem Thema:

Adipositas und Adipositaschirugie in Österreich – ein paar Zahlen.

Die Gutachtenerstellung vor einer bariatrischen Operation

Adipositaschirurgie?

Die Reihe „Unbeschwert“ – ein Patientinnenbericht:

Projekt Unbeschwert – Mein Leben mit einem Magenbypass

Kontakte zu Beratung und Betreuung vor und nach bariatrischer OP sowie zur Gutachtenerstellung:

Raphaela Lebeth, BSc, Klosterneuburg: Diätologie Lebeth

Mag. Birgit Barilits, BSc, Wien: Ernährungssachen

Projekt Unbeschwert – Episode 5

Projekt Unbeschwert – Episode 5

Satz mit x… Der erste OP-Versuch ist gescheitert: Wie geht es weiter?

Liebe LeserInnen,

Willkommen im Februar-Beitrag! Heute möchte ich euch daran teilhaben lassen, wie ich den ersten OP-Versuch erlebt habe. OP-Versuch? Ja, ihr habt richtig gelesen. Eigentlich gibt es ja nicht mehrere “Versuche” und eigentlich sollte ja beim ersten Mal alles gut gehen. Eigentlich. Wie ich bereits geschrieben habe, jeder Körper ist anders und einzigartig und mein Körper bzw. meine Lungen scheinen sehr sensibel zu sein, was dazu geführt hat, dass meine OP abgebrochen werden musste.

Aber von vorne und der Reihe nach.
Am 15.1. bin ich mit gepackter Tasche und ein bisschen Aufregung (ich war erstaunt, wie ruhig ich war!!) ins Spital gefahren. Ich lebe alleine, aber für die OP und die ersten 2 Wochen nach der OP waren meine Eltern da und dafür bin ich ihnen unendlich dankbar. Das war eine große Unterstützung, vor allem auch mental. Wenn man weiß, dass man nicht alleine ist lebt es sich wesentlich ruhiger. So begleitete mich mein Vater ins Spital.

Der Tag vor der OP verging wie im Flug. Es wurden noch ein paar Untersuchungen gemacht und dann war es auch schon Zeit zum Schlafen gehen. Die OP sollte am 16.1. früh morgens stattfinden. Nette Zimmernachbarinnen machten den Aufenthalt sehr angenehm. Neben mir lag eine junge Frau, die sich vor 2 Jahren hatte operieren lassen. Sie hatte ihr Wunschgewicht erreicht und war glücklich. Ich war skeptisch mir gegenüber. Ich bin, seit ich denken kann übergewichtig, kenne mich selbst gar nicht schlank. Ob ich wohl auch so toll abnehmen könnte wie sie? Bald würde ich es erfahren, die OP war ja schon am nächsten Tag.

Am nächsten Tag wurde ich früh morgens abgeholt und durch lange Gänge geschoben. Dann ging die Türe zum OP Bereich auf und ich stand im “Wartebereich”. Ich weiß nicht, wie oft ich meinen Namen und mein Geburtsdatum nennen sollte. Aber damit wollten sie verhindern, dass womöglich mir die neue Hüfte eingesetzt wird, die eigentlich der Herr neben mir bekommen sollte und man wollte sicherstellen, dass ich auch wirklich die bin, die den Omega-Loop Bypass bekommt. Diese Hürden nahm ich und wurde in den OP geschoben. Von da an erinnere ich mich nur noch daran, dass ich die Sauerstoffmaske aufgesetzt bekam und dann schlief ich ein.

Als ich aufwachte, befand ich mich auf der Intensivstation. Im Spital, wo ich operiert wurde, werden die frisch Operierten eine Nacht auf der Intensivstation betreut. Ich hatte mich auf schlimme Schmerzen eingestellt. Ich wachte auf und war an vielen Kabeln angeschlossen. Schmerzen hatte ich jedoch überhaupt keine. Langsam schaute ich runter auf meinen Bauch, um zu sehen, wie dieser aussah. Ich schaute und stellte fest: Ich hatte nichts am Bauch! Wie bitte?? Wenige Minuten später kam ein Arzt und löste das Rätsel: “Da haben Sie uns aber einen gehörigen Schreck eingejagt”, meinte der dann zu mir. “Wir mussten die OP leider abbrechen, da wir Sie nicht intubieren (=in Narkose versetzen) konnten.” Was??? Ich war also nicht operiert worden?? Was war passiert? Bei der Narkoseeinleitung haben sich meine Lungen verkrampft. Bronchospasmus nennen sie das in der Fachsprache. Normalerweise kann man mit Medikamenten die Lungen wieder “entkrampfen”, das hat aber aus irgendeinem Grund bei mir nicht funktioniert und man musste die OP abbrechen. So lag ich also da, mit vielen Schläuchen, die an Maschinen hingen und war enttäuscht. Die ganze Vorbereitung umsonst?? Das konnte es doch nicht gewesen sein…

Drei Tage später wurde ich entlassen, so fehlte mir ja nichts. In diesen drei Tagen habe ich ein bisschen nachgedacht. Mir war von vorn herein bewusst, dass man nie weiß, was passiert. Und die Komplikation kam nicht von der OP selbst, sondern von der Narkose. Ich sprach also noch einmal mit ein paar Ärzten und holte mir Rat und wir entschieden, dass ich der Ursache für die Komplikation erst einmal auf den Grund gehe und dann, wenn es eine Freigabe gibt, es noch einmal probieren werde. Wieder erwies sich mein Hausarzt als perfekter Tippgeber in Sachen Arztempfehlung und er empfahl mir einen sehr guten Lungenfacharzt. Dort wurde ich buchstäblich “auf Herz und Nieren” geprüft, alle Ergebnisse sahen gut aus. Der letzte Test brachte dann aber zutage, dass meine Lungen sehr sensibel auf Gase bzw. Reize von außen reagieren und so konnte man sich erklären, warum das mit der Narkose nicht geklappt hatte. Gottseidank konnte man die Lungen auf die Belastung durch die Narkose “vorbereiten” und ich musste eine Art Asthmaspray nehmen, um sie möglichst du entspannen. So bekam ich die OP- Freigabe und ging erneut ins Spital. Inzwischen war schon März 2018, der neue OP Termin war für den 6. April angesetzt, Freitag nach Ostern.

Ihr seht also: Die OP ist keine Lappalie, jede Narkose ist mit einem Risiko verbunden und in diesem ersten Falle hat es bei mir nicht geklappt. Ob so was häufig vorkommt, fragt ihr euch vielleicht? Ich habe auf Facebook nachgefragt, mir hat niemand geantwortet, dem es ähnlich ergangen ist. Also: Jeder Weg ist individuell.

Um es jedoch vorwegzunehmen: Der 2. Versuch hat geklappt. Ich bin operiert. Wie es mir ergangen ist und wie die ersten Tage nach der OP aussehen, das erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

Fotos: Fotolia, Autorin (anonym)

 

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Ernährungsberatung, Ernährungscoaching, Ernährungstraining…???

Ernährungsberatung, Ernährungscoaching, Ernährungstraining…???

Was ist der Unterschied zwischen einer diätologischen Beratung, einer Ernährungsberatung und den Begriffen Ernährungstraining oder Ernährungscoaching?

Die Verwirrung ist verständlicherweise groß, aber es ist von Bedeutung die Unterschiede zu kennen, um die richtige Auswahl zu treffen und um eine Entscheidung bezüglich der Qualität des Angebotes treffen zu können.

Ernährungsberatung findet in zwei Bereichen statt:

1. Im medizinischen Bereich, das heißt:

Die ernährungsmedizinische Behandlung, Beratung und Therapie von Kranken oder krankheitsverdächtigen Menschendiese ist ÄrztInnen und DiätologInnen und – unter ärztlicher Anleitung – dem diplomierten Gesunden- und Krankenpflegepersonal gesetzlich vorbehalten.

„Der Diätdienst und ernährungsmedizinische Beratungsdienst umfasst die eigenverantwortliche Auswahl, Zusammenstellung und Berechnung sowie die Anleitung und Überwachung der Zubereitung besonderer Kostformen zur Ernährung Kranker oder krankheitsverdächtiger Personen nach ärztlicher Anordnung einschließlich der Beratung der Kranken oder ihrer Angehörigen über die praktische Durchführung ärztlicher Diätverordnungen innerhalb und außerhalb einer Krankenanstalt; …“

NUR DiaetologInnen:

  • dürfen sich DiaetologInnen nennen
  • sind gesetzlich befugt sowohl Gesunde als auch Kranke ernährungstherapeutisch zu betreuen, sprich diätologische Beratung/ernährungsmedizinische Beratung und Ernährungstherapie und Ernährungsberatung anzubieten
  • üben einen gesetzlich anerkannten Gesundheitsberuf aus
  • übersetzen anerkannte Ernährungswissenschaft und –medizin in die Praxis
  • sind die Expertinnen im Bereich der professionellen Ernährungstherapie und Diätetik
  • sorgen für eine ausgewogene Lebensführung, indem sie Ernährungstherapie auf die individuellen Bedürfnisse der Menschen anpassen
  • verfügen über ein umfassendes ernährungsmedizinisches Wissen am Puls der Zeit
  • leisten im Bereich der Ernährung und Diätetik einen wesentlichen Beitrag zur Gesundung und Gesunderhaltung der Menschen

2. Im gewerblichen Bereich, das heißt:

Die Ernährungsberatung von nicht kranken oder krankheitsverdächtigen Menschen – diese ist seit der letzten Gewerberechtsnovelle als gebundenes Gewerbe im Bereich der „Lebens- und Sozialberatung – eingeschränkt auf Ernährungsberatung“ – geregelt. Dieses Gewerbe ist ÄrztInnen, ErnährungswissenschafterInnen, diplomiertem Gesunden- und krankenpflegepersonal und DiätologInnen vorbehalten. Ebenso dürfen Lebens- und SozialberaterInnen das Gewerbe der Ernährungsberatung ausüben, sofern sie eine entsprechende Ausbildung, also das Studium der Ernährungswissenschaften oder der Diätologie, absolviert haben.

„… ohne ärztliche Anordnung die Auswahl, Zusammenstellung und Berechnung der Kost für gesunde Personen und Personengruppen oder Personen und Personengruppen unter besonderen Belastungen (zB Schwangerschaft, Sport) einschließlich der Beratung dieser Personenkreise über Ernährung.“

Was ist Ernährungstraining oder Ähnliches?

Das Ernährungstraining ist eine Form der Unterrichtstätigkeit und ist als solche gemäß § 2 GewO vom Anwendungsbereich der Gewerbeordnung ausgenommen. Unterricht heißt dabei Wissensvermittlung an einen unbestimmten Teilnehmerkreis, nur Demonstration, keine Betreuung und individuelle Beratung. Geschuldet wird außerdem nur der Vortrag, kein Erfolg. Sie dürfen weder Krankheiten diagnostizieren noch therapieren, kranke Menschen sind daher hinsichtlich ihrer Krankheit völlig tabu. Das unterscheidet Ernährungstraining bzw. Coaching auch von der gewerblichen Tätigkeit, die erworbenes Wissen anwendet, kundenorientiert stattfindet, individuell betreut und berät und einen Erfolg (durch Mithilfe der KundInnen wohlgemerkt) schuldet.

TrainerIn und Coach sind an sich inhaltsleere Wörter – der abstrakte Begriff “Coaching” oder „Coach“ kann frei verwendet werden – nicht jedoch im Zusammenhang und im Sinne einer Tätigkeit, die gesetzlich geregelt ist – und beschreibt keine konkrete Tätigkeit. (Update: Der Begriff Ernährungscoaching allerdings beinhaltet lt. WKO die persönliche und individuelle Beratung und darf daher nicht verwendet werden). Ernährungstraining fällt auch nicht unter den Anwendungsbereich der Gewerbeordnung und stellt auch keinen gesetzlichen Ausübungsvorbehalt der Lebens- und SozialberaterInnen dar.

ErnährungstrainerInnen haben in der Regel kurze Ausbildungen absolviert und keine praktische Erfahrung durch die Betreuung von PatientInnen in Krankenhäusern gesammelt, wie es DiaetologInnen oder ErnährungswissenschafterInnen mit Aufbaulehrgang im Rahmen der umfangreichen Ausbildung gemacht haben. Achtung: Der „Privatunterricht“ ist den Ernährungstrainern erlaubt und stellt lt. WKO und Bundesministerium keine Beratung dar. Meiner persönlichen Meinung nach ist das extrem schwammig und zieht keine klare Grenze. Daher ist es umso wichtiger, dass wir als DiätologInnen und ErnährungswissenschafterInnen mit Aufbau uns im Gesundheitsberufsregister anmelden und registrieren. So haben auch KlientInnen und PatientInnen die Möglichkeit zu überprüfen ob sie tatsächlich von einer qualifizierten BeraterIn beraten werden.

 

Wichtige Links:

Information des Verbandes der Diätologen

Information Gesundheitsberufsregister

Abrufen der Daten/Suche nach registrierten DiätologInnen

 

Quellen:

  • Bundesgesetz über die Regelung der gehobenen medizinischen-technischen Dienste, MTD-Gesetz BGBl. Nr. 460/1992 in der letztgültigen Fassung BGBl. I Nr. 7/2004, BGBl I Nr. 70/2005 und BGBl Nr. 43/2006
  • Verband der Diätologen Österreichs
  • Wirtschaftskammer Österreich
  • Gesundheitsberuferegister