Superfood Schwarzkümmelöl – kennst du das eigentlich?

Superfood Schwarzkümmelöl – kennst du das eigentlich?

In diesem Beitrag findest du:

  • Einige allgemeine Informationen zum Schwarzkümmel
  • Hinweise zu möglichen Wirkungen
  • Hinweise zur Anwendung
  • Info zu Omega 3 und Omega 6 (kürzest)
  • Ein Rezept für Hummus mit Schwarzkümmelöl am Ende des Beitrags

Hier ein Bild von der wunderschönen Blüte der Zierpflanze, der Jungfer im Grünen (Nigella damascena). Der echte Schwarzkümmel (Nigella sativa) sieht etwas anders aus, dazu habe ich leider kein „freies“ Bild gefunden. Aber im Wikipedia Eintrag findest du ein Bild davon! LINK

Schwarzkümmel, Nigella sativa L. wird schon seit jahrtausenden als Würzmittel und als Naturheilmittel eingesetzt, in Form des fetten Pflanzenöles und der Samen. Der Name Schwarzkümmel leitet sich her vom lateinischen nigellus („schwärzlich“) und sativus („angebaut, gesät, kultiviert“). Seit der Zeit der Ägypter wird es als Heilmittel für verschiedenste akute und chronische Zustände verwendet. Von Fieber bis zu Verdauungsbeschwerden und Krebs.

Zum Schwarzkümmelöl gibt es auch sehr viel „Literatur“, vom Beitrag in der nächsten Frauenzeitschrift bis zur ordentlichen wissenschaftlichen Studie. Das „Allheilmittel“ wurde zu den verschiedensten Erkrankungen untersucht und man könnte ganze Bücher mit Wissen und Anwendungen füllen. Hier möchte ich euch einen kleinen Vorgeschmack geben.

Von dieser Pflanze aus der Gattung der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) werden die Samen verwendet, als Würzmittel und um eben das berühmte Schwarzkümmelöl daraus zu gewinnen. Es wird daraus das fette Pflanzenöl gewonnen, das viele bereits kennen. Nicht so bekannt und eher schwer zu finden ist das ätherisches Öl, dass mittels Wasserdampfdestillation gewonnen wird.

  • Das ätherische Öl wirkt antihistaminisch, erweitert die Bronchien, wirkt entzündungshemmend und wird daher in der Aromatherapie zur Unterstützung von Allergien verwendet. Es ist zu ca. 1% – 2,5% je nach Quelle im fetten Pflanzenöl enthalten.
  • Dem fetten Pflanzenöl werden antitumorale, leber- und nierenschützende Effekte so wie eine schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben.

Die Samen stammen meistens aus Ägypten oder der Türkei. Wer das fette Öl schon einmal gerochen und gekostet hat, bemerkt einen intensiven, würzigen Duft und Geschmack. Durchaus auch mit einer leichten „Schärfe“, die etwas an Oregano und Thymian erinnert. Allein die Samen können schon wunderbar als Würzmittel z.B. für Hummus und Fladenbrot und verschiedene Speisen verwendet werden. Das Öl ist sehr wertvoll und wird daher eher therapeutisch eingesetzt, und nicht wie Oliven- oder Rapsöl großzügig über den Salat gegossen. Es ist übrigens immer kaltgepresst! Das bedeutet, dass bei der rein mechanischen Pressung die Temperatur nicht über ca. 40° geht.

(Mögliche) Wirkungen:

  • Antitumorale und chemo-präventive Wirkung
  • Neuroprotektive Effekte, Nervenreizleitung verbessernd
  • Antioxidativ
  • Entzündungshemmend
  • Hautpflegend
  • Schützend für Leber und Nieren
  • Blutdrucksenkend
  • Positive Effekte auf den Fettstoffwechsel (je nach Ergänzungsprodukt unterschiedliche Wirkungen)
  • Postive Effekte auf den Zuckerstoffwechsel
  • Positive Effekte auf den Darm
  • Positive Effekte auf das Immunsystem

Die Einnahme des fetten Pflanzenöls erfolgt als Kur, es wirkt wahrscheinlich antiallergisch und stabilisiert das Immunsystem zB bei Neurodermitis, Asthma, Heuschnupfen. Das ätherische Öl wird in der Aromatherapie in verschiedenen Zubereitungen verwendet.

  • Medizin Transparent stellt jedoch zB nach Recherchen jedoch fest, dass die Studienergebnisse zu schwach/widersprüchlich sind, um von einer Wirkung bei Asthma zu sprechen.

Nicht alle Wirkungen sind also eindeutig belegt, manche Ergebnisse sind widersprüchlich oder es gibt noch keine aussagekräftige Studie dazu. Manche Wirkungen wiederum sind wahrscheinlich und auf Grund der Inhaltsstoffe durchaus plausibel. Wie immer ist es nicht leicht, aus Studien schlau zu werden. 😉 Das Öl sollte also weder überschwenglich als Allheilmittel, aber auch nicht als kompletter Humbug hingestellt werden. Je nach gewünschtem Einsatzgebiet kann man sich noch tiefer in die Literatur begeben, man kann sich aber auch einfach auf einen Versuch einlassen. Denn es hat keine unerwünschten Nebenwirkungen…

Die Wirkungen die dem „schwarzen Gold der Pharaonen“ zugeschrieben werden stammen vermutlich von den spannenden Inhaltsstoffen:

Eine spezielle Fettsäure:

Es enthält die sogenannte Gamma-Linolensäure (auch: GLA abgekürzt), eine sehr spezielle dreifach ungesättigte Omega-6-Fettsäure.

Spezielle Bestandteile des ätherischen Öl-Anteils wie:

  • ätherische Leitsubstanzen ρ-Cymen (36%), Thymoquinon (11%) und α-Thujen (10%)
  • Alkaloid: Nigellin
  • viel Vitamin E
  • außerdem Aminosäuren, Mineralstoffe, Spurenelemente, uvm.

Anwendung in der Ernährungstherapie:

In der Ernährungstherapie wird Schwarzkümmelöl typischerweise bei verschiedenen entzündlichen Erkrankungen eingesetzt, z.B. Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises (rheumatoide Arthritis) oder als Unterstützung in der Therapie der Neurodermitis. Auch in der Rheuma Therapie (rheumatoide Arthritis) kann der Einsatz hilfreich sein. Hier geht es speziell um die sogenannte Gamma-Linolensäure (auch in Borretsch-Öl, Nachtkerzenöl, dem Öl aus der schwarzen Johannisbeere und Hanföl enthalten), aus ihr kann unser Körper entzündungshemmende Botenstoffe bilden.

EXKURS:

Wenn du in diese Richtung schon mal nachgelesen hast, wirst du dich jetzt unter Umständen wundern. Denn Omega 6 gilt ja als entzündungsfördernd, und Omega 3 als entzündungshemmend!

Ja so kann man das (sehr vereinfacht) sagen. Wir brauchen diese beiden essentielle Fettsäuren in einem bestimmten für uns günstigen Verhältnis. Omega 3 : Omega 6 wie 1:5. Sprich es sollten maximal 5 Teile Omega 6 auf einen Teil Omega 3 kommen.

Nun ist es für uns sehr leicht, größere Mengen Omega 6 aufzunehmen, denn sie ist in fetten tierischen Produkten (je nach Qualität und Art) reichlich enthalten und auch die meisten Pflanzenöle und daraus hergestellte Produkte wie Margarine sind an vorderster Stelle. Auch wenn man gerne zu Fertigprodukten, gekauften Kuchen, Keksen, Blätterteig etc. greift und gerne verarbeitete Fleischprodukte isst (Wurst) ist man vorne mit dabei.

Umgekehrt ist es für uns nicht so leicht, genügend Omega 3 Fettsäuren aufzunehmen. Diese sind in relevanten Mengen nur in gewissen fetten Fischen von der tierischen Seite und Leinsamenöl, Chiasamenöl von der pflanzlichen Seite enthalten. In anderen Pflanzenölen kommen sie nur in kleinen Mengen oder gar in Spuren vor.

Aha! Jetzt kann man sich die Sache schon besser vorstellen! Wenig Fisch, viele fette tierische Produkte, viel billiges Pflanzenöl das hoch in Omega 6 Fettsäuren ist, und noch dazu ist das auch in vielen Fertigprodukten drin, und das Leinsamenöl kennt und mag nicht jeder… Da kommt dann unter Umständen ein extrem ungünstiges Verhältnis heraus!

Bitte nicht falsch verstehen, wir brauchen beide Sorten, das Omega 3 und das Omega 6 (den beide haben vielerlei Funktionen) aber eben im guten Verhältnis, damit die Entzündung nicht gefördert wird. Und du kannst das schließlich auch selbst steuern… 😉

Die spezielle Gamma-Linolensäure ist auch eine Omega 6 Fettsäure…, aber sie ist eben in der Lage, bzw. ist unser Körper in der Lage, wenn wir ihn noch dazu mit gesunder Ernährung unterstützen, auch daraus entzündungshemmende Botenstoffe zu bilden. Zusätzlich hat das Schwarzkümmelöl noch diese speziellen Inhaltsstoffe, die ich weiter oben schon angeführt habe.

Bei Erkrankungen aller Art die mit Entzündung einhergehen empfehle ich daher eine „entzündungshemmende“ Ernährung, damit der Körper unterstützt wird und nicht noch die Entzündung angeheizt wird. Wie kann man sich das vorstellen? Kurz gesagt bedeutet das darauf zu achten das:

  • Bunt gemischte, vielseitige, bedarfsdeckende, frische Kost
    • Besondere Berücksichtung der enthaltenen Vitaminen, Antioxidantien, Mineralstoffe und Spurenelemente
    • Kein Fertigfutter
  • Vermeidung von Übergewicht, vor allem viszeralen Fett (Gewichtsnormalisierung)
    • Auch Fasten – hier nicht unbedingt zur Gewichtsreduktion sondern wegen der entzündungshemmenden Wirkung – kann angewendet werden.
  • Modifikation der Fettsäurenzufuhr = Reduktion von Arachidonsäure und Erhöhung Omega-3-Fettsäuren
    • Mehr Leinsamenöl, „Fischöl“, Walnüsse, Hanfsamen und weniger tierisches Fett, vor allem wenn es aus herkömmlicher Produktion stammt
    • Also Schluß mit Leberkässemmel und Blätterteigteilchen!

Als Nahrungsergänzungsmittel kann und wird dann zusätzlich – um die entzündungshemmenden Prozesse zu unterstützen – eben zB das Schwarzkümmelöl, Omega-3-Öl, und evtl. auch Vitamin- und Mineralstoffpräparate eingesetzt. Die Basis ist aber IMMER die Umstellung der Ernährung.

Übrigens: Wenn du mehr darüber wissen willst wie das jetzt genau ist mit Fett und Öl und Omega und was auch immer, oder Hilfe bei der Umsetzung brauchst, melde dich gerne bei mir!

So, aber jetzt noch zur Anwendung von fetten Schwarzkümmelöl:

Fettes Schwarzkümmelöl – kurmäßige Einnahme: Dauer: 6 Wochen bis 3 Monate. 3 mal täglich ½ bis 1 Teelöffel. Weitere Anwendungsmöglichkeiten: Inhalationsbad, Ölziehen, Hautpflege

Und wohooo! Es gibt tatsächlich Menschen, die Schwarzkümmel in Österreich anbauen und verarbeiten. Dazu kannst du einfach in Google eingeben „Schwarzkümmelöl aus Österreich“ und schon bekommst du Vorschläge.

Anwendung in der Küche:

  • Hummus damit würzen, zusätzlich die dekorativen Samen verwenden
  • Fladenbrot backen und damit bestreuen
  • Ofengemüsesalat mit Schwarzkümmelsamen und Öl
  • In Linsensalat
  • Auf Kürbiscremesuppe
  • Als „Mantel“ für Fleisch und Fisch
  • Lass deine Phantasie spielen und überlege wo der würzige Geschmack passen könnte, hol dir Inspiration in der Levante Küche (Libanesisch, Syrien, Israel,…)! 😊

Wenn du übrigens nicht auf österreichische Herkunft fixiert bist und nicht suchen willst, kann ich dir auch noch das Schwarzkümmelöl in Bio Qualität der Firma Feeling empfehlen (allerdings nicht aus österreichischer Herkunft): https://www.feeling.at/shop/schwarzkuemmeloel-nativ-bio-nigella-sativa.html

Wenn du es bestellst, kannst du, natürlich nur wenn du möchtest meinen Code angeben: 20114569 Birgit Barilits, dann erhalte ich eine kleine Provision.

Ätherisches Schwarzkümmelöl:

Aus ungefähr einer Tonne Samen entstehen ca. dreieinhalb Kilo ätherisches Öl. Man bekommt es nicht so leicht wie das fette Öl, und man sollte es nicht verwechseln! Das ätherische Öl ist natürlich ein Konzentrat und daher viel, viel intensiver. Dementsprechend wird das auch nicht „einfach so“ eingenommen sondern in Mischungen auf unterschiedlichste Art in der Aromatherapie eingesetzt. Das ist also nicht so die für uns einfach machbare alltägliche Anwendung.

So, ich hoffe du hattest Spaß an diesem Artikel und das interessante Infos für dich dabei waren! 🙂 Wenn du Fragen hast oder eine Beratung benötigst, melde dich gerne bei mir.

Deine Diätologin, Birgit

Rezept Hummus mit Schwarzkümmelöl:

  • Inhalt (abgetropft) von 2 x 400g Dosen Kichererbsen (oder selbst einweichen und kochen)
  • 4 EL Tahin
  • 6 EL Olivenöl
  • 2 EL Schwarzkümmelöl
  • Salz, Pfeffer
  • Saft von 1 Zitrone
  • Joghurt/Wasser für die Konsistenz

Zubereitung: Alle Zutaten mit dem Stabmixer zu einer sämigen Masse pürieren. Wer mag kann noch mit Schwarzkümmelsamen und Olivenöl garnieren. Das herrliche Gewürz Za’atar aus der levantinischen Küche passt übrigens auch super dazu.

Fotos: Pixabay

Verwendete Literatur/Literaturhinweise:

  • Chemical composition of Nigella sativa Linn: Part 2 Recent advances; 10.1007/s10787-016-0262-7
  • Spices for Prevention and Treatment of Cancers; 10.3390/nu8080495
  • Nigella sativa (black seed) effects on plasma lipid concentrations in humans: A systematic review and meta-analysis of randomized placebo-controlled trials. doi: 10.1016/j.phrs.2016.02.008
  • Review on Clinical Trials of Black Seed (Nigella sativa ) and Its Active Constituent, Thymoquinone; doi: 10.3831/KPI.2017.20.021
  • Aromatherapie für Pflege- und Heilberufe, 6. Auflage 2018
  • Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde, 4. Auflage 2014
  • Chrubasik-Hausmann, Prof. Dr. Sigrun: Schwarzkümmel (Nigella sativum) (Abruf: 11.04.2020), Uniklinik Freiburg
  • https://www.medizin-transparent.at/schwarzkuemmel-asthma