Wintersprossen statt Sommersprossen :)

Wintersprossen statt Sommersprossen :)

Ich liebe den Morgen, ich liebe den Winter! Ich stehe gerne früh auf, sogar, wenn es noch finster ist und genieße die Ruhe. Und dann sehe ich bei einer Tasse Kaffee dem Sonnenaufgang zu und lese die Zeitung. Das ist Zeit für mich!

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Einen kleinen Nachteil hat der Winter natürlich schon, mit frischem saisonalen Gemüse ist es nicht ganz so leicht wie im Sommer und im Spätsommer. Wenn Ihnen also Karfiol und Co einmal langweilig werden: Eine gute Möglichkeit sich selbst kleine und schmackhafte Vitaminbomben zu züchten ist die Sprossenzucht! 🙂

Das geht ganz einfach, macht Spaß und kostet auch nicht viel Zeit und klappt am Fensterbrett:

  1. Samen/Saaten einkaufen: Beispielsweise Brocoletti, Radieschen, Alfalfa, Kresse, Senfsamen oder Mischungen. Auch Linsen, kleine Bohnensorten und Erbsen können verwendet werden.
  2. Sprossengläser einkaufen oder basteln: Schraubgläser mit einem Siebdeckel versehen, geschickte basteln das irgendwie selbst ^^. Ich hab zu den hübschen (nicht ganz billigen) von Eschenfelder gegriffen, diese kommen gleich mit einem praktischen Abstropfgestell.
  3. Samen/Saaten gut waschen und je nach Größe auch einweichen. Kresse und Alfalfa muss nicht eingeweicht werden. Alles was größer wird 1-2h oder bei Mungbohnen und Adzukibohnen 12-18h. Zur Menge: Am besten zur Probe nur einen Teelöffel voll nehmen (bei kleinen) oder einen Esslöffel bei den Bohnen. So kann man sehen welche Menge entsteht.
  4. Wichtig: 2 mal täglich mit kaltem Wasser gut spülen. Morgens und Abends ist gut. Zerbrochene oder schadhafte Samen vorher entfernen.
  5. Zusehen wie sie wachsen und sprossen! 😉

Im Internet gibt es jede Menge Anleitungen dazu zu finden, mit Angaben zu Einweichzeit und Keimzeit sowie wann sie am besten geerntet werden. Ich bin durch das Buch „Das große Buch der Sprossen und Keime“ dazu gekommen hin und wieder, geradezu anfallsartig, Sprossen zu züchten. Das tolle an den kleinen Kraftpaketen ist, dass durch die Keimung jede Menge an Enzyme aktiviert werden, welche wertvolle Nährstoffe herstellen (Vitamine, Mineralstoffe). Die Stärke wird in einfachere Zucker umgewandelt, dadurch wird sie bekömmlicher. Der Eiweißgehalt steigt und die Eiweiß-Qualität verbessert sich. Der Vitamin- und Mineralstoffgehalt steigt (viele B-Vitamine!). Sie sind eine sehr gute pflanzliche Calcium und Magnesiumquelle, die Mineralstoffe sind sehr gut aufnehmbar.

Hier: Bockshornklee und Radieschensprossen in the making 🙂

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Bockshornkleekeimlinge:

  • reichlich EW, Vit. A,  B1, B2, B3, B5, viele sekundäre Pflanzenstoffe
  • steigert die Abwehrkräfte, unterstützt den Stoffwechsel, unterstützt die Verdauung
  • die Keime schmecken leicht süßlich nach Erbsen und sind nur ganz leicht bitter, bereits nach 2-3 Tagen fertig

Radieschenkeimlinge:

  • herzhaft, scharf, schmeckt wie Radieschen, besonders gut aufs Butterbrot!
  • A, B1, B2, C, Eisen, Kalium, Kalzium, Magnesium
  • Senföle – die sekundären Pflanzenstoffe wirken leicht antibakteriell und entzündungshemmend

bockshornkleesprossen radieschensprossen alfalfasprossen

Beim Spülen der Sprossen/Keime schwimmen die Schalen der Samen/Saaten oben auf und lassen sich ganz gut mit einem kleinen Sieberl oder Löffel abschöpfen. Wenn sie fertig sind gut abspülen, abtropfen und auf Küchenpapier geben. Im Kühlschrank halten sie dann einige Tage, das Wachstum wird durch die Kälte nur gebremst. So lange sie frisch und knackig aussehen und nicht braun werden, noch gut riechen, kann man sie essen.

Was kann man damit machen?

Auf Salat streuen, aufs Butterbrot oder ins Jausenweckerl geben, Suppen und andere Gerichte damit garnieren, Aufstriche kreiieren, einfach so naschen…

Meine Lieblingsvariante:

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Oder auch mal eine Handvoll in den Smoothie. Eher die milden würde ich empfehlen 😉

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So gestärkt kann man hinaus an die Sonne und in die herrlich klirrende Kälte! 🙂 In diesem Sinne, viel Spaß bei allen winterlichen Aktivitäten!

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Sehr grüner Salat

Sehr grüner Salat

sehr grüner salat auf schwarzer fliese
Sehr grüner Salat auf schwarzer Fliese

 

Noch grüner: Spinatsalat
Noch grüner: Spinatsalat

 

Auch schön: Gurkensalat mit Chili-Sesam-Marinade
Auch schön: Gurkensalat mit Chili-Sesam-Marinade

 

Zutaten:

  • Grüner Blattsalat nach Wahl
  • Avocado
  • Radieschensprossen
  • Alfalfasprossen
  • Broccoletti Sprossen
  • geröstete Kürbiskerne

Für die Marinade:

  • 1 Teil heller Essig
  • 2 Teile Olivenöl
  • 1 TL Senf
  • Salz, weisser Pfeffer

Zubereitung:

Den Blattsalat in mundgerechte Stücke zerteilen, die Avocado würfeln, Sprossen dazugeben. Die Zutaten für die Marinade in eine Schüssel geben und mit dem Schneebesen schlagen bis sich eine homogene Flüssigkeit bildet. Über den Salat, durchmischen, mit den gerösteten Kürbiskernen bestreuen und noch mehr Sprossen zum garnieren drauf! Der Salat ist nicht nur grün sondern auch ein ganz Schneller J

Tipp zur Avocado: Diese kann man ruhig hart kaufen, wenn man sie zusammen mit einem Apfel in eine Zeitung wickelt, ist sie nach 3-5 Tagen perfekt reif. Das liegt daran, dass der Apfel Ethylengas, sein eigenes „Reifegas“, abgibt und so die Avocado zum nachreifen anregt. Daher soll man normalerweise auch Obst und Gemüse jeweils sortenrein lagern, damit es länger hält. Man kann sich diesen Effekt aber wie beschrieben auch zu Nutze machen.

Tipp zur Marinade: Das Rezept 2 Teile öl, 1 Teil Essig funktioniert immer, auch für Dressings mit Balsamicoessig etc.

Tipps zur Sprossenaufzucht: Folgen 🙂

 

Das Rezept zum Gurkensalat mit asiatischem Dressing gibt es HIER nachzulesen. Außerdem noch eine Variante des Rote Rüben Salates und ein Salat aus frischem Blattspinat.