Adipositas und Adipositaschirugie in Österreich – ein paar Zahlen.

Adipositas und Adipositaschirugie in Österreich – ein paar Zahlen.

Prävalenz von Übergewicht in Österreich

Der österreichische Ernährungsbericht 2017, frei abrufbar zB hier: www.bmgf.gv.at ergab, dass 41,0 % der untersuchten erwachsenen Bevölkerung übergewichtig bzw. adipös sind. Übergewicht bedeutet einen Bodymass Index über 25, Adipositas Grad 1 liegt vor bei einem BMI ab 30, Adipositas Grad 2 ab BMI 35, extreme Adipositas ab BMI 40. Männer sind häufiger von Übergewicht betroffen als Frauen. Am stärksten sind laut Ernährungsbericht Männer im Alter von 51- bis unter 65 von Übergewicht bzw. Adipositas betroffen (48 % bzw. 20 %). Aber auch jeder vierte 15- bis unter 25-jährige Mann ist übergewichtig und jede sechste Frau im Alter zwischen 19 bis unter 25 Jahren. Bei den 51- bis unter  65-jährigen Teilnehmerinnen ist sogar jede dritte übergewichtig (Quelle: Österreichischer Ernährungsbericht 2017, https://www.bmgf.gv.at/home/Ernaehrungsbericht2017, abgerufen am 26.09.2018).

Folgen von Übergewicht

Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Schäden am Bewegungsapparat, psychische Probleme, Kosten für die Allgemeinheit, … die Folgen sind hinlänglich bekannt und die Ausmaße steigen auf allen Ebenen. Sowohl auf der persönlichen/individuellen Ebene als auch auf gesellschaftlicher Ebene. Über die „Schuldfrage“ diskutiere ich hier aus vielerlei Gründen nicht. Dazu möchte ich auf einen interessanten Artikel verweisen.

Fakt ist jedenfalls, dass ich als Diätologin mit der Thematik Übergewicht und Adipositas sehr häufig konfrontiert bin. Das ist meine Arbeit, mein Hauptthema, und es macht mir große Freude mit Menschen zusammenzuarbeiten, die das Thema aktiv angehen wollen. Manchmal kommt da auch die Thematik bariatrische Operation auf. Egal wie ich dazu stehe – ich muss zugeben das wechselt ständig – sie passieren, sie werden gemacht und die Betroffenen brauchen die bestmögliche Aufklärung vorab und die bestmögliche Betreuung währenddessen und danach um gesund zu werden, zu bleiben und in ein schlankeres Leben zu starten. Der Kopf wird dabei aber nicht „mitoperiert“, der macht da sozusagen oft auch „Schwierigkeiten“ und auch daher braucht es eine Betreuung, idealerweise multidisziplinär sowie eine gute Vertrauensbasis.

Häufigkeit und Art bariatrischer Operationen in Österreich

Hier erlaube ich mir um einen Eindruck zu vermitteln, einen Ausschnitt! aus einer Tabelle einzufügen, um die Häufigkeit der bariatrischen OPs in Österreich darzustellen. Inzwischen gibt es auch neuere Daten dazu, beispielsweise „IFSO Worldwide Survey 2016: Primary, Endoluminal, and Revisional Procedures.“ DOI: 10.1007/s11695-018-3450-2, diese sind für mich allerdings nur gegen Bezahlung erhältlich und ich denke das die Zahlen unten bereits für sich sprechen.

(Quelle: Bariatric Surgery and Endoluminal Procedures: IFSO Worldwide Survey 2014, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28405878, abgerufen am 26.09.2018)

In Österreich wurden also im Jahr 2014 bereits 2553 Operationen durchgeführt. Die am Häufigsten eingesetzte Methode war dabei der RYGB, der Roux-en-y-Gastric Bypass. Kurz erklärt wird bei dieser Operation der Magen verkleinert, und zwar zu einem sehr kleinen, sogenannten „Pouch“ dessen Größe der Chirurg bestimmt. Der Pouch kann ca. 15-20ml fassen. Zusätzlich wird der Dünndarm mittels Herstellung einer Schlinge abgetrennt, hochgezogen und so verkürzt. Dadurch werden der Zwölffingerdarm und eine wiederum vom Chirurgen bestimmte Länge des Jejunum ausgeschaltet. Durch diese Maßnahmen können nur mehr sehr kleine Mengen gegessen werden (restriktiv, einschränkend). Da in diesen Darmabschnitten ein großer Teil der Nährstoffe aufgenommen wird und dies nun nicht mehr möglich ist, nennt man das Verfahren auch malabsorptiv. Je nachdem wie viel Darm ausgeschaltet wird, ist die Malabsorption stärker oder geringer. Diese Malabsorption betrifft alle Nährstoffe, sowohl die energiegebenden als auch die Mikronährstoffe.

Die nun neuen physiologischen Gegebenheiten verlangen nach der OP ein völlig anderes Ernährungsregime. Wieviel, wie oft, was gegessen wird – alles ist plötzlich verändert. Zudem muss sehr genau auf eine ausreichende Nährstoffversorgung geachtet werden, vor allem der so wichtigen Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente). Ansonsten können sehr schwere Nebenwirkungen bis hin zu einer dauerhaften Schädigung des Körpers und des Nervensystems die Folge sein.

Umfassende Betreuung ist das A & O

Am besten schon BEVOR es zu einer Operation kommt. Beim chirurgischen Eingriff wird immerhin ein eigentlich gesundes Organ zerschnippelt. Ist eine Gewichtsreduktion aber nicht mehr anders möglich,  dann darf eine kompetente, begleitende Betreuung durch zertifizierte DiätologInnen nicht fehlen. Einige KollegInnen in unterschiedlichen Krankenhäusern oder auch freiberuflich stellen sich dieser Aufgabe. In den spezialisierten Krankenanstalten stehen häufig umfassende Betreuungsangebote mit Vorträgen, Workshops, Gruppentreffen und Selbsthilfegruppen zur Verfügung – Nutzen Sie diese Möglichkeiten!

Eine Lebens- und Ernährungsumstellung vor sowie nach der Operation ist nicht immer einfach, weshalb es von großer Bedeutung ist, qualifizierte Ansprechpartner zu haben. Bei Fragen, Unsicherheiten oder aufgetretenen Problemen stehe ich Ihnen in Wien und meine Kollegin Raphaela Lebeth (https://www.diaetologie-lebeth.at) in Korneuburg gerne zur Verfügung.

 

Mag. Birgit Barilits, BSc & Raphaela Lebeth, BSc, Diätologinnen

 

Projekt Unbeschwert – Episode 1

Projekt Unbeschwert – Episode 1

Episode 1 – Die Adipositas-OP als letzte Hoffnung

Viele Leute fragen sich vermutlich, wie ich es soweit habe kommen lassen. Ich solle doch einfach aufhören so viel zu essen und mich zusammenreißen. Genau das frage ich mich auch manchmal. Und dann fallen mir die vielen Dinge ein, die mich den den letzten 21 Jahren beschäftigt und beeinflusst haben und dessen Gesamtheit dazu beigetragen hat, dass ich heute so bin, wie ich bin und so aussehe, wie ich aussehe. Und dann merke ich, dass ich eben nicht einfach so aufhören kann zu essen. Sei es aufgrund von physischen Ursachen (ja, mein Magen ist nicht so groß wie eine Tomate, sondern eher so groß wie eine Honig-, wenn nicht gar Wassermelone), weshalb ich häufig Hunger habe und viel essen muss, um satt zu sein. Oder aber auch aufgrund von seelischen Ursachen, wobei für mich Essen ein Ventil für stressige Situationen ist. Inzwischen ist übermäßiges Essen aber auch einfach zur Gewohnheit geworden, da muss noch nicht einmal Stress mit im Spiel sein.

Um es gleich vorwegzunehmen: Dieser Eintrag heute mag vielleicht so klingen, als wär mein gesamtes bisheriges Leben nur negativ gewesen. Nein, so war es wirklich nicht, natürlich war nicht mein ganzes Leben eine Enttäuschung oder Katastrophe. Es gab viele schöne Erlebnisse, tolle Chöre und schöne Aktionen mit diversen Freundeskreisen. Ich bin mit einer tollen Familie gesegnet, die immer zu mir gestanden hat und zu mir steht und dafür bin ich mehr als dankbar. Aber da ich in diesem Eintrag ja meine “Gewichtsgeschichte” behandeln möchte und erzählen möchte, wie es zu der Entscheidung für die OP kam, stehen natürlich eher die negativen Dinge im Vordergrund. Die Erlebnisse, die mich überhaupt so weit gebracht haben und welche die vielen tollen Erlebnisse in meinen Leben teilweise überlagert haben.

Richtig begonnen hat meine “Gewichtsgeschichte”, als ich neun Jahre alt war, in der vierten Klasse der Volksschule. Ich hatte immer schon ein wenig Probleme damit, Freundschaften zu schließen, hatte keine beste Freundin und war oft neidisch auf Klassenkameradinnen, die eine Solche hatten. Meine Lösung: Süßigkeiten! Denn Süßigkeiten schlossen mich nicht aus und der Zucker war ein wunderbarer Seelentröster. Der Schlüssel der daheim verschlossenen Süßigkeitentruhe war schnell gefunden und von meinem Taschengeld kaufte ich mir keine Mädchenzeitschriften, sondern beim Greissler neben der Schule weitere Süßigkeiten.

So begannen die Probleme. Meine Eltern machten sich Sorgen, hatte ich doch inzwischen bereits einiges an Übergewicht und nicht mehr nur harmlose “Speckfalten”. Sie gingen mit mir zum Arzt und wir beschlossen, dass ich am Besten eine Kur machen sollte, um abzunehmen.

Dies sollte nicht die einzige Kur bleiben, insgesamt habe ich knapp 1 ½ Jahre meines Lebens in diversen stationären Kuraufenthalten verbracht. Bei allen habe ich sehr gut abgenommen und war stolz auf meine Leistungen. Ich bekam Komplimente, Lob und fühlte mich super. Doch leider hielten die dort erzielten Erfolge nicht lange an.

Mit diversen PsychologInnen arbeitete ich intensiv an den zugrunde liegenden Ursachen meines Übergewichts. Müsste man die Ursache kurz und knapp beschreiben, so würde ich es unter den Worten “fehlende Liebe” subsumieren. Fehlende Liebe, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise verstanden werden kann. Zum einen eben jene bereits beschriebenen Freundschaften. Dies hat sich eigentlich nie wirklich verändert, es war mal mehr, mal weniger präsent, vor allem aber zwischen 1. und 5. Klasse Gymnasium und während meines Bachelorstudiums. Im Nachhinein denke ich, dass es vielleicht auf einfach eine verzerrte Wahrnehmung war, aber das habe ich damals so nicht gesehen. Essen war gerade in diesen Zeiten ein zuverlässiger Begleiter. Es enttäuschte mich nicht, sondern half mir über manch langen Abend oder ein einsames Wochenende hinweg.
Der andere Teil der fehlenden Liebe war aber auch die Liebe zu mir selbst. Es gab selten Situationen, wo ich wirklich glücklich und zufrieden mit mir war. Ich habe immer sehr hohe Erwartungen an mich selbst gestellt und mir ehrgeizige Ziele gesetzt. Diese konnte ich jedoch nur selten wirklich erreichen. Zurück blieb Frust und das Gefühl des Versagens, es schon wieder nicht geschafft zu haben. Und was gab es zum Trost? Richtig. Essen. Gegessen habe ich meist alleine und heimlich. Essen in der Öffentlichkeit war mir unangenehm. Sah man mich in Gesellschaft essen, konnt man sich nicht erklären, warum ich so eine Figur hatte. Die großen Mengen und vielen Süßigkeiten aß ich alleine und heimlich. Essen war schon wie eine Droge geworden, oft ging ich sogar zu unterschiedlichen Supermärkten, damit die Leute nicht sahen, wie oft ich einkaufte.

Auch meine Umwelt ließ mich spüren, dass ich mit meiner Figur nicht zum Mainstream gehörte. Ich wurde immer wieder auf der Straße und in der Öffentlichkeit angesprochen, dass ich doch dringend abnehmen solle und was für eine Zumutung ich doch für die Gesellschaft bin und dass ich bloß abhauen sollte.
Als Jugendliche hatte ich einmal ein Date, wir hatten uns online kennengelernt. Wir wollten ins Kino. Pünktlich erschien ich vor dem Kino und wartete und wartete, es kam aber niemand. Nach einer halben Stunde bin ich dann wieder gegangen. Am Abend kam eine SMS, in der er schrieb, dass er wieder gegangen wäre, ich solle es ihm nicht übel nehmen, mit so einer Dicken wolle er nichts anfangen.
Auch beim Radfahren wurde ich nicht mit Kommentaren verschont, das schlimmste Erlebnis hatte ich, als ich einen langen steilen Berg hinauf fuhr. Es war anstrengend und ich fuhr dementsprechend langsam. Den ganzen Berg hinauf begleiteten mich vier “freundliche Herren” in einem aufgemotzten weißen Auto. Sie riefen mir zu, was für eine fette Sau ich doch sei und warfen mir allerhand Beschimpfungen und Beleidigungen an den Kopf. Als ich endlich oben angekommen war, war ich fertig mit der Welt. Ich ließ meinen Tränen freien Lauf, aber anstatt es jemandem zu erzählen, aß ich.

Ich wusste, dass Essen ein Seelentröster war, aber die Strategien Essen durch etwas anderes zu ersetzen wie z. B. die beste Freundin anrufen oder ein Bad nehmen, haben bei mir nicht funktioniert. Wie auch, wenn man keine wirkliche beste Freundin hat und eigentlich Niemanden, der wirklich weiß, wie es in einem aussieht?
Nicht, dass hier ein falscher Eindruck entsteht, ich war immer aktiv und bin es auch noch, ich hatte Hobbys und einen Freundeskreis, habe mich jedoch fast immer ein bisschen wie die “Außenseiterin” gefühlt, wie “der Problemfall”. Ich hatte (und habe es auch teilweise heute noch) immer das Gefühl, dass ich wesentlich mehr in Freundschaften investiert habe, als ich zurückbekam. Aus dem Ganzen wurde ein totaler Teufelskreis, jegliche Ablehnung schob ich auf mein Gewicht, fühlte mich einsam und nicht zugehörig, aß … Im Nachhinein betrachtet, handelte es sich dabei um eine bequeme Methode, jegliche Enttäuschung, Konflikt oder Sonstiges aufs Übergewicht zu schieben und nicht zu hinterfragen. Vielleicht hatten die Dinge ja auch andere Ursachen, als immer nur das Gewicht?!  Aber hinterher ist man immer schlauer, damals habe ich das nicht so gesehen.

Das Gefühl “abnormal” zu sein war omnipräsent, Kleidung konnte ich schon lange nicht mehr in normalen Geschäften kaufen, Flugsitze wurden zu eng, Stühle unbequem und die Sorge, etwas aufgrund meines Gewichtes kaputtzumachen war groß.
Trotzdem: Wie anfangs bereits erwähnt war in dieser Phase zwischen meinem 10. und 20. Lebensjahr nicht alles schlecht, aber mein Gewicht stellte so etwas wie eine unsichtbare Mauer dar zwischen mir und meiner Umwelt, die ich nicht imstande war, dauerhaft einzureißen.

Ich war immer schon ein sehr aktiver Mensch, bin mit jedem Gewicht Fahrrad gefahren. Ja, auch mit 140 kg, da hatte mein Fahrradmechaniker sehr viel Geduld mit mir und hat mir stabilere Speichen eingebaut, da sich auf Grund des viele Gewichtes immer wieder Speichen lösten. Egal, so konnte ich fahren! Ich war Volleyball spielen und schwimmen und bis heute reise ich total gerne und bin ein sehr kommunikativer Mensch, der gerne unter Leuten ist. Durch mein Gewicht waren mir aber Grenzen gesetzt, meine Aktivität wurde nach und nach immer mehr eingeschränkt. Mit Normalgewichtigen konnte ich beim Sport nicht mithalten. Ich schaffte die Dinge zwar, aber ich war viel langsamer als sie. Das führte mir immer wieder vor Augen, wie “anders” ich war und das Anschauen des eigenen Scheiterns tat verdammt weh. Warum musste ich auch immer solche Sachen machen!

Nach solchen Ereignissen aß ich entweder noch mehr, oder aber ich beschloss, dass es jetzt reicht und schmiedete Pläne, wie ich den Kilos an den Leib rücken wollte. Zu Beginn klappte das meistens alles wunderbar, sobald aber meine sorgsam geschmiedeten Pläne und Listen durch Unvorhergesehens, Stressiges, Demütigendes, … durchkreuzt wurden fiel meine Selbstdisziplin zusammen wie ein Kartenhaus. Immer, wenn ich mich voll und ganz dem Abnehmen widmen konnte und wenig Störfaktoren von außen kamen, dann klappte das Abnehmen. Wurde es aber turbulenter und lief etwas nicht nach Plan, dann war wieder alles egal und ich aß wieder unkontrolliert.

In dieser Zeit – bis ich 25 war, wäre eine Operation nicht die richtige Wahl für mich gewesen, zu viele äußere Faktoren und innere Blockaden waren da und wenn ich mir das heute durchlese, dann war die psychische Belastung in der Zeit so groß, da wäre die OP nicht das Mittel der Wahl gewesen.

Dies hat sich erst in den letzten fünf Jahren geändert, denn meine “äußere Situation” sollte sich 2013 ändern, als ich für mein Masterstudium nach Wien zog. Vom ersten Tag an habe ich tolle Leute in Wien kennengelernt, fühlte mich als Teil und nicht mehr nur als Außenseiterin und wurde so akzeptiert, wie ich war. Dieses Gefühl hatte ich so bisher fast nie gehabt. Ich war gefestigt in meinem Umfeld, das Essen konnte ich aber trotzdem nicht lassen. Warum? 12 Jahre voller Diäten, Erfahrungen und Erlebnisse sind nicht spurlos an mir vorüber gegangen, ich hatte keine richtige Beziehung mehr zum Essen bzw. sie war völlig gestört. Hinzu kam, dass mein Magen durch das häufige “zu viel Essen” und das viele Essen über einen langen Zeitraum so gedehnt war, dass ich viel mehr essen musste, um statt zu sein.

Nach zwei Reisen, die für mich sehr demütigend und schmerzhaft waren (ich wurde noch mehr auf mein Gewicht angesprochen als sonst und mir wurden beim Sport/Bewegung wieder einmal mehr meine Grenzen aufgezeigt), gelang es mir dann aber doch noch einmal im Jahr 2015 einen Abnehmversuch zu starten. Jetzt, im Gegensatz zu meinen Versuchen vorher, mit Unterstützung einer Freundin. Dafür bin ich ihr ewig dankbar. Alles lief super, mit viel Sport und gesunder und ausgewogener Ernährung nahm ich 22 kg ab, ganz allein ohne Hilfe und auch nicht in einer Reha, sondern mitten im Leben, im Studienalltag! Ein super Gefühl!!

Aber wie Sie sich denken können, das war nicht das Happy End, sonst würde ich diesen Blog hier nicht schreiben. Denn dann kam ein großer Streit mit meiner ehemaligen Mitbewohnerin (erinnerte stark an meine vorherigen Erfahrungen mit Freundschaften), trotz Abnahme war ich beim Wandern mit Normalgewichtigen immer noch zu langsam und ich war so enttäuscht von mir!! Hinzu kam meine Masterarbeit, die mir sehr viel Energie und Nerven raubte. Denn auch hier wurde ich meinen selbst gesteckten Erwartungen nicht gerecht. Es war also wieder passiert: Es gab Stress von außen, oder Dinge, die für mich Stress bedeuteten und damit konnte ich nicht richtig umgehen. Ich hatte mich so diszipliniert beim Abnehmen, den Hunger unterdrückt (ja, auch wenn ich nicht wahnsinnig wenig gegessen habe, die Portionen waren kleiner als vorher und ich hatte häufig Hunger), diese Ereignisse zusammen waren aber zu viel für mich. Ich konnte mit dem Stress, den das Abnehmen eh schon verursachte und dem Stress von außen nicht mehr umgehen, das Stresshormon Cortisol war so außer Kontrolle geraten, dass ich wieder aß.

Dies sollte sich leider so schnell nicht ändern und nach 1 ½ Jahren hatte ich wieder 30 kg zugenommen und wog noch mehr, als vor dem letzten Abnehmversuch. Meine Unzufriedenheit war groß. In meinem Tagebuch habe ich folgende Notiz hinterlassen: “Was mich extrem fertigmacht, ist mein Gewicht. Wie schon die letzten 500.000 Jahre, wie immer in meinem Leben. Wie eine Krankheit, die mal mehr und mal weniger ausgeprägt ist. Immer wenn ich einen neuen Versuch unternehme sie zu heilen und Hoffnung besteht, dass es klappt und dass alles gut wird, dann kommt sie mit voller Wucht zurück”.

Inzwischen hatte ich mein Studium beendet, das Studienende war leider weniger schön, ich war enttäuscht von meinem Professor und enttäuscht über mich wegen der Abschlussnote. Es war wieder das Gefühl des Versagens. Mal wieder schmiedete ich Pläne, um abzunehmen, konnte sie aber nicht einhalten. Die Folge: Noch mehr Enttäuschung und es machte sich wieder einmal dieses “Egal-Gefühl” in mir breit. Es kam, wie es kommen musste, der Fokus aufs gesunde Essen kam erst gar nicht richtig in Fahrt und ich nahm weiter zu.

Das Gute an der ganzen Sache im Gegensatz zu früher war aber, dass ich nun immer mehr verstand warum ich so handelte, wie ich handelte und meine Aktionen hinterfragte. In mein Tagebuch schrieb ich folgende Sätze: “Es sind Gefühle der Enttäuschung, fehlende Anerkennung und Liebe, vielleicht auch Selbstüberschätzung, die mein seelisches Gleichgewicht ins Wanken bringen, worauf ich dann sehr, sehr häufig mit Essen reagiere. Dabei werden viele positive Dinge ausgeblendet oder schlecht gemacht, vielleicht übersehe ich sie auch einfach. Beispielsweise das Lob von Kolleginnen, über meine angenehme Art und die Anerkennung, die ich auf der Arbeit erfahre”. Ich hatte für mich also eine Antwort darauf gefunden, warum ich so handelte, wie ich handelte. Das Problem war, dass ich daraus keine Konsequenzen ableiten konnte, die mir halfen besser mit den Situationen klar zu kommen. Wie behandelt man Enttäuschung und Selbstüberschätzung?

Anfang 2017 hatte ich Gürtelrose und ging zu einem Vertretungsarzt, mein Hausarzt war im Urlaub. Die Ärztin hatte mich drei Minuten gesehen und sagte dann, ohne mich und meine Geschichte zu kennen “Warum lassen Sie sich nicht operieren? Sie kriegen die OP sofort genehmigt”. Stinksauer verließ ich die Praxis. Was bildete sich diese Ärztin ein? Diese Aussage war nicht böse gemeint (und das sind sicher viele Aussagen und Ratschläge gewesen, die ich bisher bekommen habe), aber ich habe mich sehr angegriffen gefühlt und ihr Kommentar klang so, als wäre das ganz einfach und die Lösung zu allen Problemen. Aber ich wollte es doch alleine schaffen! Und die Lösung für die ganze Gewichtsthematik war das vermutlich nicht. Dennoch: Der Gedanke bzw. Kommentar zur OP war in meinem Kopf, wenn auch ganz weit weg.

Es ging mir aber zunehmend schlechter, ich begann auch körperliche Beschwerden zu haben (was ich erstaunlicherweise vorher nicht hatte – eigentlich wirklich ein kleines Wunder bei knapp 80 kg Übergewicht!), mein Rücken tat weh, die Füße und auch meine Fitness ließ nach. Deshalb suchte ich nach einem Ratgeber und fand ein Buch, welches mir die Augen öffnete: ein Buch über den Zusammenhang zwischen Hormonen und Übergewicht. In Kombination mit einem Buch über den Zusammenhang zwischen der Funktionsweise des Gehirns und Übergewicht machte das alles für mich total Sinn! Ich fand mich in so vielen Aussagen und Beschreibungen wieder!! Aus dieser Perspektive hatte ich meine “Gewichtsgeschichte” bisher noch nicht betrachtet. Also beschloss ich, als allerletzten Versuch die in dem Buch beschriebene Vorgehensweise zum “Überlisten des Gehirns” auszuprobieren. Ziel sollte es sein, das Hormongleichgewicht im Körper wieder herzustellen, welches durch die Jahre des Ab- und Zunehmens und durch die Größe meines Magens völlig aus dem Gleichgewicht geraten war. Sollte dieser Versuch nicht klappen, so sagte ich mir, dann würde ich mir eine Überweisung für ein Adipositaszentrum holen, um mich über die Möglichkeiten einer bariatrischen OP zu informieren.

Und wie sollte es anders kommen, es funktionierte nicht, ich habe das Programm nicht durchgehalten. Ich haderte mit mir und ging (noch) nicht zum Arzt. Die finale Entscheidung zum Hausarzt zu gehen fiel dann in Griechenland auf der Insel Korfu. Ich machte Urlaub mit einer Freundin, wir wanderten, lagen am Strand, machten Touren. Bei keinen der genannten Aktivitäten habe ich mich richtig wohlgefühlt, ich hatte das Gefühl, dass ich nirgendwo zugehörig bin. Weder fühlte ich mich der “Gruppe der Dicken” zugehörig, noch der “Gruppe der Normalgewichtigen”.

Das Fazit meiner “Gewichtsgeschichte” – meine Möglichkeiten waren ausgeschöpft, ich wusste mir nicht mehr anders zu helfen als das Thema OP anzugehen. Meine Lebenssituation war gut und stabil, ich hatte keine Probleme, aber viel Hunger und den damit verbundenen Stress. Meine Motivation für die OP war: Den Teufelskreis des Auf und Ab und des Zunehmens und Abnehmens entkommen, den Hunger loswerden und durch einen kleineren Magen schneller satt zu sein. Und in der Folge bei sinkendem Gewicht all das tun, was ich will, all die Dinge tun, die Normalgewichtige auch tun, ohne Angst davor zu haben. Endlich nicht mehr Verstecken müssen oder Ausreden finden, warum ich Dinge nicht machen kann und endlich keine Gedanken mehr machen ob ich dies und jenes schaffe und wenn ja, wie.

Mit diesen Gedanken im Kopf und der für mich gefällten Entscheidung, dass eine OP für mich die wohl letzte und einzige Chance ist, die ich noch nicht probiert hatte, ging ich schlussendlich am 31.8.17 zum Hausarzt und bat ihn um eine Überweisung in ein Adipositaszentrum.

 

Fotoquelle: Pixabay

 

Next: Ein paar Fakten… zum Thema Übergewicht und Adipositas OPs in Österreich

Projekt Unbeschwert – Mein Leben mit einem Magenbypass

Projekt Unbeschwert – Mein Leben mit einem Magenbypass

Liebe LeserInnen,

hier darf ich euch mit der folgenden Einleitung ein ganz besonderes Projekt, einen ganz besonderen und persönlichen Bericht vorstellen. Die Geschichte einer Betroffenen – das „Projekt Unbeschwert – Mein Leben mit einem Magenbypass“.

Dies ist ein Bericht aus ganz persönlicher Sicht, aber auch ich werde zum Thema passende Einträge schreiben. Gleich vorweg – all das stellt keine Werbung oder Empfehlung für einen bariatrischen Eingriff dar. Für Fragen/Termine zum Thema stehe ich selbstverständlich zur Verfügung. Ebenso wie meine Kollegin in Korneuburg, Diätologin Raphaela Lebeth – https://www.diaetologie-lebeth.at/ – die das Projekt gemeinsam mit mir betreut.

Aber nun lasse ich Euch/Sie sich selbst ein Bild machen und übergebe die Feder – Los geht es! 🙂

 

Einleitung

Warum ein Blog über Adipositas-OPs?

Lange habe ich mich dagegen gesträubt, ja sogar dagegen ausgesprochen, mich einer Adipositas OP zu unterziehen. Ich wollte es alleine schaffen. Ich hatte bereits einige Male bewiesen, dass ich es kann, das mit dem Abnehmen! Nachdem ich nun aber ganze 21 Jahre meines Lebens damit beschäftigt bin, mich mal mehr, mal weniger mit dem Thema Übergewicht und Adipositas auseinanderzusetzen, unzählige Abnehmversuche hinter mir habe, in Rehakliniken war, meinen Lebensstil versucht habe zu ändern und in Verhaltenstherapien versucht habe die Ursachen des übermäßigen Essens zu finden, musste ich mir irgendwann eingestehen, dass ich es vermutlich doch nicht auf die konservative Art schaffe, dauerhaft abzunehmen. Deshalb habe ich mich (zumindest zu Beginn) schweren Herzens dazu entschlossen, als allerletzten Versuch einen solchen Eingriff bei mir vornehmen zu lassen. Warum schweren Herzens? Mit der Entscheidung für die OP habe ich mir auch gleichzeitig eingestanden, dass ich es eben nicht schaffe und dieses Eingestehen hat mich sehr viel Überwindung gekostet.

Wie jeder Mensch, so ist auch die Geschichte eines/einer jeder/jedes Einzelnen unterschiedlich und einzigartig. Dieser Blog hat nicht zum Ziel, für eine Adipositas OP zu werben. Für wen und wann eine OP gut und sinnvoll ist, das hängt von vielen Faktoren ab und ist äußerst individuell und nicht pauschal zu sagen. Und für manche ist es auch der falsche Weg. Ich möchte in dem Blog über die vielschichtigen Probleme, Risiken, Umstellungen, aber natürlich auch Freunden und Erfolge, die mit der OP verknüpft sind, informieren. Sie bekommen einen Einblick in das Wie/Was/Warum es bei mir zu so einer OP gekommen ist und wie ich mit der neuen Situation umgehe und was mich beschäftigt. Mir ist aufgefallen, dass nicht nur bei vielen Menschen und Ärztinnen und Ärzten, sondern auch bei den Operierten selbst oder solchen, die sich auf eine Adipositas OP vorbereiten, viel Unwissen und Unsicherheit in Bezug auf das Thema herrscht. Dieser Blog soll auch dazu beitragen, dass eine etwas größere Personengruppe mehr über die vielschichtige (individuelle) Thematik Adipositas/Adipositastherapie und hier vor allem dann auch über die Adipositaschirurgie erfährt.

Aber anstatt eines wissenschaftlichen Artikels möchte ich hier teilweise auf ernsthafte, teilweise auf lustige oder ironische Weise von meinem “Projekt Unbeschwert” erzählen. Denn das ist es für mich: Ein Projekt, um in ein in vielerlei Hinsicht unbeschwerteres Leben (so erhoffe ich es mir zumindest) zu gehen. Sowohl im Hinblick auf das (hoffentlich) schrumpfende Gewicht, als auch im Hinblick auf mein gesamtes Leben. Ich erhoffe mir, dass mein Leben unbeschwerter wird und die aktuell vielfältigen Einschränkungen aufgrund des Gewichts weniger werden. Anstelle des Fetts wünsche ich mir in meinem Leben wieder mehr Platz für Freude, Zuversicht und Normalität- Unbeschwertheit eben. Sie sehen, es ist viel Konjunktiv und Hoffnung, eine Garantie für einen Erfolg dieser OP gibt es nicht.

Ich werde sicherlich nicht alles richtig machen und meine Lebensweise nach der OP wird wohl nicht immer so sein, wie es vielleicht von ErnährungsberaterInnen und ÄrztInnen empfohlen wird. Aber wer ist schon perfekt?? Ich gebe jedoch mein Bestes, um zumindest zum größten Teil mein Leben so zu gestalten, wie man es nach einem solchen Eingriff tun sollte (wobei es da auch wieder verschiedene Meinungen und Herangehensweisen gibt, wie eigentlich überall). Diesen “Guidelines” füge ich noch Individualität hinzu und würze es mit Lebensfreude und Experimentierfreudigkeit. So entsteht hoffentlich ein tolles, gesundes und wohlschmeckendes Gericht, welches mich stärkt und begleitet bei meinem “Projekt Unbeschwert” (und auch darüber hinaus!)

Lassen Sie sich überraschen und freuen Sie sich auf zwölf Episoden meiner Reise in ein unbeschwerteres Leben!

 

Nächster Eintrag: Episode 1 – Die Adipositas-OP für mich als letzte Hoffnung

Wohlbefinden steigern und Stoffwechsel verbessern mit Ernährung, Bewegung und Entspannung

Wohlbefinden steigern und Stoffwechsel verbessern mit Ernährung, Bewegung und Entspannung

Das umfassende und kontinuierlich betreute Programm – nur für Frauen* – mit Mag. Birgit Barilits, BSc und Conny Schatzer – Diätologinnen

Für eine Gewichtsreduktion ist eine Ernährungsumstellung die dauerhaft umsetzbar ist, essentiell. Zusätzlich soll mehr körperliche Bewegung den Alltag auf die Dauer bereichern. Die Umstellungen sollen daher zur Person selbst und zum Alltag der Person passen, Freude machen, umsetzbar sein und genussvoll sein. Nur so kann es gelingen „dran zu bleiben“! Um Sie auf dem Weg zu Ihrem persönlichen Gewichtsziel zu unterstützen, bieten wir Ihnen im Rahmen dieses einmaligen und nachhaltigen Programmes eine umfassende und professionelle Unterstützung, mit

  • Ernährungsberatung und Kochen (mit Genuss!),
  • Bewegung (mit Freude!) und
  • Entspannung für die Seele

Über 25 Termine über 9 Monate verteilt – ein Programm für Ihre Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Ohne Jojo-Effekt.

Ihr Nutzen

Nach der Teilnahme verfügen Sie über umfassendes Wissen und eine persönliche Toolbox. Dies unterstützt Sie auch in der Folge bei der Erhaltung Ihrer Gewichtsziele. Sie lernen Gleichgesinnte kennen und haben die Möglichkeit, sich gegenseitig zu unterstützen. Wir bieten Ihnen ein umfassendes und durchdachtes Programm, das wir mit Leidenschaft gemeinsam mit Ihnen durchziehen! Sie lernen wie Sie

  • Wohlbefinden und Selbstbewusstsein steigern
  • Gesunde Ernährung nachhaltig in den Alltag integrieren
  • Gut für sich selbst sorgen
  • Den Alltag für sich und Ihre Familie genussvoll gestalten können
  • Krankheiten vorbeugen und Medikamente reduzieren
  • Arbeitsfähigkeit erhalten
  • Ernährungswissen vermehren mit unserem Programm: „Gewichtsreduktion mit Ernährung, Bewegung und Entspannung!“

Welche Vorteile bietet das Paket?

  • 9 Monate kontinuierliche und motivierende Betreuung durch zwei engagierte Diätologinnen.
  • 3 aufeinander abgestimmte Phasen: Einstiegsphase – Lernphase – Stabilisierungsphase
  • Beratung, Bewegung und Entspannung kombiniert in einem Programm! à Unterstützt das Erreichen der gesetzten Gesundheitsziele durch Entwicklung gesunder Routinen.
  • Transparenz: Keine versteckten Kosten, klares Leistungsangebot.
  • Inkludiert: Unterlagen, Handouts, Unterstützungen, …
  • Wir achten auf eine gute Gruppenzusammensetzung und ein angenehmes Miteinander, in dem jede Teilnehmerin sich gut aufgehoben fühlen kann!

* Nächste Runde nur für Männer! 🙂

Die Programmleiterinnen

Mag. Birgit Barilits, BSc, Diätologin, Ernährungsberaterin, Psychologin, Coach, Nordic Walking Instructor, leidenschaftliche Köchin.

„Als Ernährungsberaterin habe ich die Möglichkeit, mein Wissen weiterzugeben, Erfahrungen auszutauschen und Menschen zu unterstützen, den Weg zu einem gesünderen Lebensstil zu finden!“

Conny Schatzer, Diätologin, Ernährungsberaterin, Mikronährstoffcoach, Nordic Walking/Aqua/Smovey/Gymnastik Trainerin, diplomierte Gedächtnistrainerin und Fachberaterin für essbare Wildpflanzen.

„Mit diesem Programm habe ich die Möglichkeit Ihnen viel Raum und Zeit zu geben, um Ihren eigenen Rhythmus und ihre eigenen Bedürfnisse zu fördern und zu erkennen. Ich freue mich darauf Sie ein Stück lang begleiten zu dürfen.“

Bei Interesse kontaktieren Sie mich gerne!

Flyer zum Download

Atmung und Ernährung

Atmung und Ernährung

Im Rahmen der Vortragsreihe „Die Geheimnisse der Atmung“ bei Cora Hiebinger, 2. Juni 2017

Als Cora mich gefragt hat, ob ich im Rahmen dieser Reihe einen Vortrag machen möchte, habe ich zuerst überlegt, was hat das miteinander zu tun? Als Erstes denkt eine Diätologin da wohl an Menschen die an COPD erkrankt sind und spezielle Ernährungserfordernisse haben, das Verschlucken und Husten oder das Völlegefühl, wenn man sich überessen hat… Aber nach einer Weile sind mir noch mehr Themen eingefallen, die mit der Atmung verknüpft sind!

Der Vortrag zeigt also einen Querschnitt von verschiedenen Themen, sozusagen eine Slideshow, die Atmung und Ernährung  miteinander verbindet. Ich habe die Inhalte grob in 3 Themenkreise eingeteilt, wobei sich auch diese immer wieder überschneiden. Ich bitte um Verständnis und Toleranz, dass diese Themen nur angerissen sind und sicherlich nicht erschöpfend behandelt wurden, aber es zeigt doch wunderbar, wie sehr und auf komplexe Weise verschiedene Systeme in uns zusammenwirken und welch eine wichtige Rolle die gesunde Ernährung spielt. Sollten dazu Fragen auftauchen können diese gerne bei einer persönlichen Beratung geklärt werden!

Themenkreis 1 – „Atmen und Abatmen“

Wir müssen atmen um zu leben, wir müssen atmen um Energie zu erzeugen!

Zunächst – die Energiegewinnung läuft in mehreren Stufen ab:

STUFE „0“ – Verdauung, Resorption, Assimilation

STUFE 1 – VORBEREITUNG: Dazu werden die Grundsubstrate AMINOSÄUREN, GLUKOSE und FETTSÄUREN über verschiedene Stoffwechselwege insbesondere zu Acetyl-CoA abgebaut. KH (Kohlenhydrate) durch Glykolyse zu Pyruvat und zu AcetylCoA, FS (Fettsäuren) durch Beta Oxidation zu AcetylCoA und wenn nötig auch AS (Aminosäuren) zu AcetlyCoA.

STUFE 2 – GEMEINSAME ENDSTRECKE: Acetyl-CoA wird im Citratzyklus oxidiert, auch hier werden schon einige ATP frei.

STUFE 3 – BIOLOGISCHE OXIDATION: In der Atmungskette, diese findet im Mitochondrium statt, wird Coenzym-gebundener Wasserstoff zu H2O oxidiert, dabei entsteht ATP (Adenosintriphosphat) die eigentliche „Energie“.

  • Die Zelle stellt also aus KH, F (u. EW) Energie für alle Lebensfunktionen (Grundumsatz, Leistungsumsatz) her
  • Der größte Teil dieses Prozesses passiert im Mitochondrium (Zellorganelle die ATP erzeugt)
  • Damit diese Reaktion vollständig, effektiv und effizient ablaufen kann, braucht sie Sauerstoff (Energieliefernder Nährstoff + O2 = ATP + H2O + CO2)
  • Das Endprodukt CO2 müssen wir abatmen
  • CO2 (Kohlenstoffdioxid) ist ein unbrennbares, geruchloses Gas, es macht das Blut „sauer“ wenn ein Überschuss herrscht oder wenn zu wenig O2 zur Verfügung steht

Für diese Reaktionen braucht der Körper viele Mikronährstoffe! Alle Nährstoffe werden letztlich zu CO2 und Wasser abgebaut, dadurch wird Energie frei. Auf Grund der Atmungskette haben wir CO2 als Endprodukt in der Zelle, diese gibt es ans Blut ab, das verbrauchte Blut geht zur Lunge, dort findet der Gasaustausch statt, CO2 wird abgeatmet und O2 aufgenommen, so schließt sich der Kreislauf. Atmen wir zuviel CO2 ein oder aus irgendeinem Grund zuwenig ab, führt dies zu Kopfschmerzen, Schwindel, beschleunigtem Herzschlag, Atemdepression (flache Atmung und mangelnde Sauerstoffaufnahme) und im schlimmsten Fall Atemstillstand, es kommt zu einer sogenannten respiratorischen Azidose, also einer unphysiologischen und krankhaften Übersäuerung des Blutes. Bis zu einem gewissen Grad kann sich der Körper anpassen und diese Veränderung im Säure-Basen-Haushalt des Blutes kompensieren, in dem die Säuren vermehrt über die Nieren ausgeschieden werden. Es ergeben sich allerdings Probleme bei einer krankhaften Schwäche der Atemmuskulatur, Asthma, COPD, Schlaf Apnoe, …

Woher bekommen wir diese Mikronährstoffe? Aus einer ausgewogenen, bunten und vielseitigen Ernährung. Hier – ohne Anspruch auf Vollständigkeit, essentiell für den Energiestoffwechsel:

  • B1, Thiamin (Leber, Schwein, Sonnenblumenkerne, Weizenkeime, Pistazien, Buchweizen, Vollkornprodukte, Sojabohnen)
  • B2, Riboflavin (Leber, Leberwurst, Milchprodukte, Ei, Mandeln, Pilze, Vollkornprodukte, Broccoli)
  • B3, Niacin (Leber, Thunfisch, Geflügel, Lachs, Lamm, Erdnüsse, Vollkorngetreide, Pilze, Bierhefe)
  • B5, Panthothensäure (Leber, Forelle, Hering, Makrele, Milchprodukte, Weizenkleie, Sonnenblumenkerne, Walnüsse, Vollkorngetreide)
  • B6, Pyridoxin (Lachs, Rinderleber, Vollkornprodukte, Sojabohnen, Walnüsse, Cashewnüsse, Linsen, grünes Gemüse)
  • Q10, Ubiquinol (Milch, Joghurt, Kefir, Sauermilch, Avocado, pflanzliche Öle, Nüsse)
  • Mg, Magnesium (Sonnenblumenkerne, Mangeln, Walnüsse, Haferflocken, Naturreis, Weizen VK, …)
  • Mn, Mangan (Roggen VK, Reis natur, Amaranth, Haferflocken, Dinkel, Brombeeren, Heidelbeeren, …)
  • Fe, Eisen (rotes Fleisch, Leber, Weizenkleie, Linsen, Kichererbsen, VK Produkte, Walnüsse, Heidelbeeren, Äpfel, Birnen, Melonen
  • Cystein (Fleisch, Paranüsse, Cashews, Walnüsse, Mandeln, Erdnüsse, Linsen, Bohnen, Fisch, …)
  • Lipoate (Salze der Liponsäure, Fleisch, Innereien, Brokkoli, Tomaten, Reiskleie, Spinat)

Diese Mikronährstoffe sind essentielle Co-Faktoren dieser Reaktionen!

Beim Atmen fallen „freie Radikale“ an.

  • Beim Atmen grundsätzlich, bei der vermehrten Atmung beim Sport, oder in der Höhenluft, fallen sogenannte ROS an (reactive oxygen species) auch „freie Radikale“ genannt.
  • Durch die Belastungen aus der Umwelt von UV Strahlung bis Umweltverschmutzung fallen vermehrt freie Radikale an.
  • Durch Dauerstress und Krankheiten fallen vermehrt freie Radikal an.
  • Es sind Atome/Moleküle mit einem/mehreren ungepaarten Elektronen im äußeren Orbital, sie wollen einen Partner, sie schnappen sich daher ein Elektron von anderen Verbindungen so entsteht eine Kette von freien Radikalen.
  • Der Körper braucht und hat auch! antioxidative Schutzsysteme/Enzymsysteme die mit Hilfe von Vitamin C, E, Beta Carotin, Flavonoiden, Glutathion, Urat, Serumproteinen, funktionieren.
  • Spurenelemente, bioaktive Stoffe, sekundäre Pflanzenstoffe, Fruchtsäuren, …. Alles was in der gesunden Ernährung enthalten sein sollte und ggf. etwas mehr davon wird gebraucht um diese Enzymsysteme zu unterstützen und zu regenerieren!

Es ist also sehr wichtig, über die Ernährung genügend Antioxidantien aufzunehmen und auch Erholungspausen einzulegen wenn man sich sehr angestrengt hat. Wir brauchen auch Pausen! Von der Arbeit, vom Stress, von intensiven Sporteinheiten. Auch sich in Ruhe zu einem schön gedeckten Tisch zu setzen, in Ruhe zu tafeln, gut zu kauen und so dem Körper die Gelegenheit zu geben die guten Nährstoffe aufzunehmen ist eine notwendige Pause.

Themenkreis 2 – Verdauung

Gleichzeitig schlucken und atmen geht nicht so gut… 🙂

  • Damit man schlucken kann, muss der Nasenrachenraum verschlossen sein, der Kehlkopf muss geschlossen werden, sonst kann Speisebrei in die Luftröhre gelangen.
  • Schluckreflex wird automatisch ausgelöst, wenn die Schleimhaut im Bereich des Zungengrundes (also weit hinten im Mund) berührt wird.
  • Wir können Kopfüber schlucken, weil wir aktiv schlucken und unsere Speiseröhre den Brei aktiv weiterdrückt, Vögel übrigens nicht ;)!
  • Verschlucken oder Aspiration – Eine Aspiration kann vom Körper durch Heraushusten der aspirierten Substanz oder des Fremdkörpers selbst behoben werden („Sich verschlucken“).
  • Wann passiert das? Wenn wir uns nicht aufs Essen konzentrieren, wenn wir sehr hastig essen und trinken, der Kopf woanders ist, gierig schlingen, …. (bei manchen Lungenerkrankungen besteht ebenfalls die erhöhte Gefahr der Aspiration, zB COPD).

Kautraining und entspanntes Essen gegen Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden

Rülpsen: Wenn man zu schnell isst oder trinkt, verschluckt man Luft, diese will wieder raus, auch Kohlensäure kann Rülpsen verursachen…

Römheld Syndrom: reflektorische Herzbeschwerden durch Gasansammlungen in Magen und Darm – durch diese Luftansammlungen wird das Zwerchfell nach oben gedrückt und übt indirekt Druck auf das Herz aus und natürlich auch auf die Lunge. Dies kann durch zu viel Essen, blähende Speisen, Hernien, NMU, Gastritis, Reizdarm, üppige und fettige Mahlzeiten, … entstehen. Es kommt zu Herzklopfen, Kurzatmigkeit, Atemnot, Angst, …, kann aber durch alles gemildert werden das Blähungen mildert, auch Atemtraining hilft!

Kauen ist essentiell für die Verdauung und einen fitten Darm! Verdauungsprobleme: beginnen häufig mit schlechtem Kauen und enden mit gutem Kauen, da reden wir noch gar nicht von der Zusammensetzung der Mahlzeiten! Magen/Darmbeschwerden, Völlegefühl (mit und ohne Überessen), Blähungen, schmerzhafte Blähungen, Winde (=Pupse 🙂 ). Durch Druck der Darmschlingen auf das Zwerchfell, somit auf die Atmung, verkrampfen wir möglicherweise als Ganzes, eine schlechte Haltung tut ihr übriges. Ad Pupse: Wir atmen übrigens einen Großteil der Gase die im Darm entstehen einfach aus, und Pupse sind normal, die meisten gehen unbemerkt und geruchlos ab. Wenn man sehr viel und geruchsintensiv pupst sollte man allerdings mal einen Blick auf die Ernährung und die Darmflora werfen… Ein gesunder Darm bedeutet ein gesundes Immunsystem. So kommt man auch besser über die Erkältungszeit. Da sind wir auch wieder beim Atmen.

Unverträglichkeiten: alles beginnt sehr häufig damit, dass wir nicht achtsam essen, nicht gut kauen, dies wirkt sich auch ungünstig auf die Darmgesundheit aus. Es geht also um eine gute Ess-Kultur, Ess-Rhythmus, um ein Ess-Bewußtsein!

Ich stelle mal so salopp in den Raum: Wenn ich dauernd Angst habe, dass mir ein Pups entwischt, dann könnte ich mir vorstellen das man auch nicht entspannt atmend durch die Gegen lauft ;). Die Banale Lösung: Einen Essplatz aussuchen, einigermaßen attraktiv gestalten, eine vollständige Mahlzeit hinstellen, aufrecht hinsetzen, abbeissen/einen Bissen nehmen, kauen bis es ein Brei ist, schlucken, dann erst den nächsten Bissen nehmen, kauen, …. Zwischendurch auch mal das Besteck hinlegen. Schlecht: Dabei lesen, fernsehen, Emails checken oder gar beantworten, telefonieren, herumwandern, Problemgespräche führen, am Arbeitsplatz essen, alles in 10min hinunterschlingen… Das alles kann man üben! Teuerstes Kautraining: FX Mayr Kur, kauen lernen mit einem trockenen Semmerl um 5000 Euro (oder so 😉 ), das kann ich auch billiger haben in dem ich zu Hause mit einem alten, trockenen Weckerl übe, oder mir beim Essen vornehme mal nur die ersten paar Bissen wirklich gut zu kauen. Und was braucht man zum Kauen? Gute Zähne! Gute Kaumuskeln, es ist also wichtig auf eine gute Mund- und Zahnhygiene zu achten. Im Moment ist es auch irgendwie modern, zumindest scheint es mir so, nur mehr weich und breiig zu essen. Fast Food, Smoothies, Frühstücksbreie, …. Dagegen ist ja grundsätzlich nichts einzuwenden, auch ich nehme ab und an mal einen Smoothie oder ein gekochtes Müsli. Aber viele Erwachsene ernähren sich gefühlt nur noch aus Trinkflaschen und Schüsseln…

Mundgeruch: Wenn beim Ausatmen aus dem Mund Geruch wahrnehmbar ist, liegt die Ursache meistens in der Mundhöhle – Bakterien auf der Zunge, schlechte Mundhygiene, Beläge und Schäden an den Zähnen, Entzündungsherde… oder wir haben Knoblauch gegessen, eine Leberkäsesemmel hinuntergeschlungen… Wenn es beim Ausatmen aus der Nase riecht, dann liegt die Ursache bei der Nase, den Nasennebenhöhlen, den Bronchien oder dem Gastrointestinaltrakt (Rachen, Speiseröhre, Magen, Darm) – auch hier können wieder Entzündungen die Ursache sein, der oberen Atemwege zB, oder es sind Magen-Darm-Beschwerden die wiederum durch ungünstiges Essverhalten, oder NMU (Nahrungsmittelunverträglichkeiten) entstehen.

H2-Atemtest: Wenn ich Unverträglichkeiten vermute, dann ist nach einem ausführlichen Ernährungsprotokoll, Anamnese, … zB ein H2-Atemtest angezeigt. Damit kann auf Fructosemalabsorption, Laktoseintolerant, Sorbitunverträglichkeit, Dünndarmfehlbesiedlung getestet werden. Ein entsprechendes Substrat (Laktoselösung, Fruktoselösung) wird verabreicht, entweder diese kann gut und ohne Beschwerden im Dünndarm zerlegt/aufgenommen werden, oder sie gelangt in den Dickdarm. Dort verarbeiten die Bakterien diese Zucker, es entsteht als Abfallprodukt H2, dieses wird über die Lunge abgeatmet und kann somit in der Atemluft gemessen werden.

Themenkreis 3 – Lunge

Ernährungs (und Lifestyle)-mit-bedingte Krankheiten, die sich auf unsere Atmung auswirken!

Schnarchen: Viele Leute schnarchen etwas, ohne dass es krankhaft ist… Das Geräusch entsteht in den oberen Atemwegen durch flatternde Bewegungen des Gaumens und des Zäpfchens, des Zungengrundes und des Rachens. Häufiger kommt es in Rückenlage zum Schnarchen wenn der Mund offen ist und die Muskulatur im Rachenraum entspannt ist. Auch die Alterung des Gewebes spielt hier eine Rolle. Es können Lärmspitzen entstehen die der Lautstärke eine Lastwagens gleichen! Ursache sind Engstellen der oberen Atemwege, beispielsweise eine verkrümmte Nasenscheidewand, vergrößerte Rachen- oder Gaumenmandeln, Polypen bzw. Schnupfen oder Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)

  • Was fördert Schnarchen? Alkoholkonsum, Allergien, Schnupfen, Übergewicht …
  • Bei Übergewicht lagert sich das Fett übrigens nicht nur im und um den Bauch ab, sondern auch im Rachenbereich, der Atemdurchmesser ist also verengt und das fördert Schnarchen und Apnoe!
  • Für die SchnarcherInnen bzw. den erholsamen Schlaf spielt neben der Gewichtsnormalisierung (wenn dies die Ursache ist) möglicherweise auch der Zeitpunkt und die Zusammensetzung des Abendessens eine Rolle: Also Schnitzel und Bier um 21 Uhr und schlafen gehen um 23 Uhr schlecht – leichtes Abendessen und Tee/Wasser um 18 Uhr und schlafen gehen um 22 Uhr gut!

Wenn das Schnarchen sehr schlimm ist und auch Aussetzer der Atmung vorkommen; spricht man von Schlaf Apnoe, da wehrt sich der Körper natürlich dagegen, schließlich bekommt er zu wenig O2! Es kommt als Reaktion zu einer Adrenalinausschüttung und der Patient wacht evtl. sogar auf durch den Adrenalinschub, denn der Körper ist in akuter Sauerstoffnot. Das ist für den Körper purer Stress, massiv anstrengend, von erholsamen Schlaf ist da keine Rede mehr. Die Folgen sind chronische Tagesmüdigkeit, Bluthochdruck, Depressionen bis zu Schlaganfall und Herzinfarkt.

Ein hohes Gewicht beeinträchtig auch die Lungenfunktion! Da liegt ja eine Menge an Gewicht auf der Lunge, dieses muss erst mal mit der Atemmuskulatur bewegt werden. Übergewicht erfordert vom Körper zusätzliche Leistung, es muss ja herumgetragen werden, ich muss also schon von Haus aus mehr atmen. Übergewichtige haben ein wesentlich höheres Risiko an Lungenerkrankungen wie beispielsweise COPD zu erkranken, also Gewichtsnormalisierung und Sport spielen neben Rauchstopp und wenn möglich einer gesünderen Umwelt auch eine große Rolle! Diese Anstrengung, diese vermehrten ROS (reactive oxygen species) die dabei entstehen, der erhöhte Energiebedarf bei häufig gleichzeitigem Übergewicht, brauchen die Ernährungstherapie – fettarm, proteinreich, kohlenhydratmodifiziert, und vor allem reich an Antioxidantien und anderen Mikronährstoffen.

Asthma und Bronchitis: Asthma ist durch eine Entzündung und Verengung der Atemwege kennzeichnet. Bronchitis (chronische) ist ebenfalls mit Entzündungsgeschehen verbunden. Das erschwert die Atmung, wodurch der Körper mehr Energie und Nährstoffe verbraucht. Bei Asthma ist es wichtig Allergien und Unverträglichkeiten abzuklären die die Beschwerden triggern oder verschlimmern können. Auch Lebensmittelzusätze (Tartrazine, Sulfite, Glutamat) stehen im Verdacht die Beschwerden zu verschlimmern. Wichtig ist eine Entzündungshemmende Ernährung, gesunde und ausgewogene Ernährung, mit Antioxidantien…, Gewichtsnormalisierung und regelmäßige Bewegung! Bei der Bronchitis können es ständige (verschleppte) Erkältungskrankheiten oder das Rauchen gewesen sein.

Was ist Entzündungshemmende Ernährung?
Das bedeutet ein ausgewogenes Verhältnis der Fettsäuren Omega 3 und Omega 6. In früheren Zeiten war dies ein Verhältnis von 1:1 bis 1 (n3) : 2 (n6), die Ernährungsgesellschaften empfehlen heute ein Verhältnis von 1 (n3) : 5 (n6). In der Realität ist es leider oft bis 1 (n3) : 20 (n6). Wichtig ist die sogenannte Arachidonsäure (hauptsächlich aus tierischen Fetten) zu reduzieren und die Alpha-Linolensäure, EPA und DHA zu steigern (Leinöl, Hanföl, Walnussöl, fetter Fisch oder Nahrungsergänzungsmittel von guter Qualität). Und wir brauchen dazu auch wiedereinmal unsere wertvollen Mikronährstoffe!

Rauchen: Rauchen fordert massiv den Stoffwechsel, fordert Mikronährstoffe und ist auch ein Knochenterrorist! (schlechte Durchblutung, schlechte Nährstoffversorgung der Knochen, Raucher haben niedrigeren Östrogenspiegel, nehmen weniger Ca aus dem Darm auf –> Osteoporose!) Rauchen fördert Entzündungen. Raucher brauchen mehr von allen Mikronährstoffen (zB Vit. C mind. das Doppelte) und schädigen trotz (wenn sie dies denn tun) guter Ernährung und Versorgung mit Nährstoffen die Lunge. Die veränderte Stoffwechselsituation bei Rauchstopp lässt viele an Gewicht zunehmen, der Energieverbrauch sinkt  wieder aufs normale Maß zurück, dazu kommt statt der Zigarette oft der Gang zum Kühlschrank oder der Griff in die Naschlade, der Appetit kommt wieder, der Geschmack kommt wieder… und schwupps sind 10 kg mehr auf der Waage. Daher ist es manchmal sinnvoll und hilfreich, erst Ernährung und Lifestyle umzustellen und dann den Rauchstopp anzugehen. Rauchen macht nicht schlank sondern stresst den Körper und sorgt für eine ungünstige Fettverteilung!

Es wissen zwar immer alle wie schlecht Rauchen ist, aber nur zur Erinnerung hier nochmals ein paar Details:

  • aromatische Kohlenwasserstoffe (schädlich)
  • Nitrosamine (schädlich)
  • Schwermetalle wie Cadmium (schädlich)
  • Blausäure (schädlich)
  • Nikotin (schädlich)

Und die Folgen:

  • Lungenkrebs, Speiseröhrenkrebs, Mundhöhlen- und Kehlkopfkrebs
  • erhöhter Blutdruck
  • Arteriosklerose (Verengung der Blutgefäße)
  • erhöhter Cholesterinspiegel

So. Das musste noch sein. Das Wort zum Sonntag sozusagen ;).

Vielen Dank an dieser Stelle nochmals an Cora Hiebinger, die mich dazu inspiriert hat über das Thema Atmen und Ernährung nachzudenken!

Link zur Vortragsreihe

Herzlichst, eure Diätologin Birgit 🙂

 

Quellen:

  • netdoktor.at
  • Biochemie der Ernährung, Gertrude Rehner und Hannelore Daniel, 3. Auflage 2010
  • Husten – Atemnot -COPD, OA Dr. Sylvia Eva Hartl, Dr. Martina Nerz, Buchreihe des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger für Patienten und Angehörige
  • Vortrag Dr. Harald Stossier im Rahmen einer Weiterbildung im Vivea Gesundheitshotel Bad Vöslau
  • Mikronährstoffe: Metabolix Tuning – Prävention – Therapie, Uwe Grüber, 2010