Projekt Unbeschwert – Episode 8

Projekt Unbeschwert – Episode 8

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Wenn der Körper anders reagiert als der Kopf

Hallo liebe LeserInnen!

Ich hoffe, es geht Ihnen und euch gut. Schön, dass Sie noch dabei sind bei meinem Weg bzw. Willkommen, falls Sie erst kürzlich dazu gestoßen sind.

Das Thema heute “Wenn der Körper anders reagiert als der Kopf”. Was meine ich damit? Die OP ist kein Spaziergang und oft nimmt man sich die tollsten Sachen nach der OP vor…

und dann sagt einem der Körper aber recht deutlich, dass man noch kürzer treten sollte. So tat er es zumindest bei mir.

Die schwierigste Zeit für mich nach der OP bisher war etwa einen Monat später. Ich ging wieder arbeiten und freute mich an den kleinen Portionen und dem schnellen Sättigungsgefühl. Hin und wieder spürte ich jedoch einen leichten Schmerz im Bauch. Schmerzen im Bauch sind nach so einer OP immer ernst zu nehmen. Es können ganz harmlose Ursachen sein, es kann aber auch sein, dass z.B. etwas mit den Nähten nicht stimmt oder es ein Problem mit dem Darm gibt. Deshalb sollte man bei Schmerzen nicht lange warten, sondern relativ bald zum Arzt gehen. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig. So bin dann auch ich nach 2 Tagen Schmerzen, die eher mehr als weniger wurden, zum Arzt. Ein Ultraschall brachte uns nicht weiter und man überlegte, was das wohl sein könnte. Schlussendlich haben wir dann die Ursache gefunden. Bei der OP wird, um an Magen und Darm zu kommen, auch Nervengewebe “durchstochen”. Einer dieser Nerven schien das nicht so toll gefunden zu haben, dass man ihn “geärgert” hat und irgendwie ist dieser Nerv eingeklemmt gewesen.

Die Folgen dieses eingeklemmten Nervs waren wirklich blöd und zwangen mich dazu, kürzer zu treten. Sitzen war kaum möglich und verursachte starke Schmerzen. Lediglich beim Gehen/Dtehen und Liegen ließ es sich aushalten. Hier fiel mir auf, wie viel man eigentlich im Sitzen verbringt und wie “unsozial” das Leben ist, wenn man nicht richtig sitzen kann. Ein Freund hatte Geburtstag und feierte den auf der Donauinsel. Alle saßen fröhlich beieinander und plauderten, ich habe dann “stehend” gratuliert und den Rückweg angetreten, hinsetzen war einfach nicht drin… Ein wirklich blödes Gefühl und ich fühlte mich sozial ziemlich isoliert. Aber es blieb mir nichts anderes übrig, als die Situation anzunehmen und zu akzeptieren, dass der Körper noch Zeit brauchte, um “Wieder ins Gleichgewicht” zu kommen. Gegen eingeklemmte Nerven kann man auch nicht wirklich etwas machen, so half mir nur Abwarten. Gottseidank hatte ich nette Freunde, die mich wieder ein wenig aufgefangen haben und meine – zugegebenermaßen miese – Laune ertrugen und mich aufmunterten. Hier hat sich bezahlt gemacht, dass ich die OP nicht verschwiegen habe und ich erfuhr viel Unterstützung, die mir sehr geholfen hat.

Dieses “Wieder ins Gleichgewicht kommen” des Körpers merkt man aber auch noch an anderen Dingen. Beispielsweise am Haarausfall. Viele Operierte berichten davon, dass sie nach der OP Haare verlieren. Dies ist eine Folge der Hormonumstellung oder – wenn man nicht ausreichend Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe zuführt- kann dies auch eine Folge von Mangelerscheinungen sein. Der Organismus des Körpers “überspringt” eine Wachstumsphase der Haare, was dazu führt, dass diese ausfallen. Dieses Schicksal ist auch mir nicht erspart geblieben. Ich hatte darüber schon vor der OP gelesen und mich “geistig” darauf eingestellt, es war aber trotzdem nicht angenehm. Nach dem Haare waschen und kämmen hatte ich regelmäßig die Hände voller Haare. Allein der Gedanke, dass dies wieder vorbei gehen würde, kann einem dabei helfen, dass man gelassen bleibt. Meine Haare sind jedoch nicht büschelweise ausgefallen, es hielt sich im Rahmen und man merkt soweit nichts, wenn man es nicht weiß. Auch heute, gut ein Jahr nach der OP, verliere ich immer noch mehr Haare als “üblich”, ich hoffe, dass sich das irgendwann legt.

Nach der OP hatte ich eigentlich erwartet, dass ich mich müde und schlapp fühle. Schließlich nahm ich nicht wirklich viel Nahrung zu mir. Woher sollte also die Energie kommen? Aber ich war verblüfft: Dem war nicht so! Nichts desto trotz war ich noch vorsichtig mit meinen Aktivitäten, vor allem sportlicher Natur. Ich wollte nicht irgendwo zusammenklappen, weil ich nicht mehr konnte. Dies merkte ich beispielsweise auf einer Reise nach Südtirol. Wir waren eine Gruppe und wanderten in den Bergen. Ich hatte keine Ahnung, wie lange die Wanderung noch dauern würde und wie mein Körper reagieren würde. Ich war zwar nicht erschöpft, aber mein Körper signalisierte mir nach 1 ½ Stunden, dass ich eher etwas kürzer treten sollte. Ich war enttäuscht. Mein Körper machte mir einen Strich durch die Rechnung. Sowas kannte ich ja schon von vor der OP. Die Abnahme lief zwar super, aber auch mit 120 kg ist es noch viel anstrengender in den Bergen zu wandern als mit 65 kg. Ich musste mich also noch etwas gedulden. Noch konnte ich nicht mit Normalgewichtigen mithalten.

Gerade in solchen Situationen, wie ich sie da erlebt habe ist es wichtig, sich mit seinem Körper auseinanderzusetzen und auf ihn zu hören. Ich hatte so lange nicht auf meinen Körper gehört und ihn so lange vernachlässigt, ich musste erst eine neue “Beziehung” zu ihm aufbauen. Der Körper ist nun einmal das physische Gebilde, welches um unseren Geist herum ist und es kann dem Geist nur gut gehen, wenn es auch dem Körper gut geht. Es gilt also diese beiden in Einklang zu bringen, damit man sich auf beiden Ebenen wohlfühlt.

Diese “Schattenphasen” gibt es immer wieder im Laufe der Abnahme, manche haben sie häufiger, manche seltener. Wichtig ist in diesen Phasen zu akzeptieren, dass einem der Körper (noch) Grenzen setzt und wirklich darauf zu achten die Signale des Körpers ernst zu nehmen. Die OP bietet die Chance, dass man sich wieder auf den Körper und die körperlichen Reaktionen konzentriert. Man ist durch die ganze Umstellung auf allen Ebenen gezwungen, sich sehr intensiv mit dem Thema zu beschäftigen, und dies kann eine große Chance sein wieder mit seinem Körper in Kontakt zu kommen und eine liebevollere Beziehung zu ihm aufzubauen. Auch wenn es Phasen gibt, wo man am liebsten aus seinem Körper springen würde, weil man enttäuscht oder genervt von den Reaktionen ist.

Wie erwähnt, der Haarausfall ist noch (abgeschwächt) da, die Sache mit dem Nerv hat sich aber gottseidank nur etwa 3 Wochen gehalten. Auch das Gefühl, nicht mithalten zu können und nicht zu wissen, wieviel man sich körperlich zutrauen kann, wurde immer besser. Inzwischen ist es ganz verschwunden. Dies liegt auch definitiv daran, dass ich wieder mehr essen kann, als noch zu Beginn (logisch, ich kann mich ja nicht ein Leben lang von ½ Semmel ernähren).

Wie meine Entwicklung in Bezug auf Essen war und wie meine Ernährung nun aussieht, das erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

 

Fotos: Birgit Barilits, Patientin (anonym)

Neue Kugerl braucht die Energie!

Neue Kugerl braucht die Energie!

Ich habe ja schon mal ein paar Energiekugerlideen gepostet, zB HIER, aber meine liebe Kollegin im Vivea Gesundheitshotel Bad Vöslau (Danke Conny, du bist Schuld, dass jetzt ein weiteres Küchengerät seine Heimat in meiner Küche gefunden hat… 😉 ) hat mich wieder auf neue Ideen gebracht.

Also dann:

Kardamomkugerl, 10 Stück

  • 60g Datteln
  • 40g getrocknete Marillen
  • 50g Nüsse nach Wunsch
  • 20g Sesam
  • 10g Buchweizenpops
  • 1 TL Kardamom
  • 1-2 TL Kakao

Chia-Kugerl, 10 Stück

  • 30g Kokosraspel
  • 30g Chia Samen
  • 50g Nüsse nach Wunsch
  • 50g getrocknete Marillen
  • etwas Zitronensaft

Apfel-Goji-Kugerl, 10 Stück

  • 50g getrocknete Apfelscheiben
  • 50g getrocknete Gojibeeren (BIO!!!)
  • 20g Haferflocken
  • Zitronensaft
  • 1 TL Zimt
  • 1 EL Mandelmus

Weiße Kugerl, 10 Stück

  • 10g Haferflocken
  • 50g Kokosraspel
  • 50g weiße Nüsse (geschälte Mandeln, Cashews)
  • 15g Sesam zum wälzen
  • 1 EL Mandelmus

Die Zubereitung ist jeweils gleich, die Zutaten (bis auf Mandelmus und Zitronensaft) in der Küchenmaschine häckseln bis sie etwas zusammenkleben, dann je nach Rezept Mandelmus oder Zitronensaft dazugeben und zu Kugerln formen.

Das seltsame ist ja, das ich Kletzenbrot, Früchtebrot und Ähnliches oder Rosinen im Kuchen verachte. Ja verachte. Aber die Kugerl schmecken dann doch irgendwie ;).

Der Wandertag kann kommen. Oder die Pause. Je nachdem.

Fotos: Birgit Barilits

 

Hat mans, wenn mans braucht?

Hat mans, wenn mans braucht?

Die Empfehlung der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung lautet 5 Portionen Gemüse, Hülsenfrüchte und Obst pro Tag zu essen. Das übersetzt sich in 3 Portionen Gemüse und 2 Portionen Obst. Nein, man kann nicht einfach nur Obst essen. Also eigentlich, man kann, aber ob es auf die Dauer klug ist steht auf einem anderen Blatt.

Es gibt ein einfaches Prinzip, wie Mahlzeiten optimal zusammengestellt sein sollten. Einfach gesagt, jede Mahlzeit sollte Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate enthalten, und es darf, es soll sogar, Gemüse dabei sein. Fett bekommt keinen extra Platz auf dem Teller, da es beispielsweise in Fleisch, Fisch, Milchprodukten enthalten ist oder über die Zubereitung in Form von Kochfett oder Salatöl in die Speisen kommt. Etwa so sollte der Teller aufgeteilt sein:

Was für ein Kunstwerk
Was für ein Kunstwerk 😉

Ja eh klar. Weiß man ja. So einfach es klingt, der Alltag, der Gusto, die Gewohnheiten, die fehlende Zeit (?)… machen die Umsetzung für manche schwierig. Wie schafft man es also,  viel Gemüse (und Obst) zu essen? Beginnen wir bei den Basics – zunächst ist es wichtig, dass man davon auch etwas daheim hat ;). Sonst wird es eindeutig nichts mit der gesunden Jause oder der gemüsigen Beilage. Es geht also um die Planung!

Mein (glücklicherweise großer) Küchentisch sieht heute so aus:

Gemüsepalette
Gemüsepalette

So könnte die Planung aussehen:

  • STEP 1: Schreib eine Liste mit Gemüse- und Obstsorten, die du gerne isst. Eventuell fallen dir auch Gerichte dazu ein? Auch das Internet ist diesbezüglich hilfreich. Nun hängt es davon ab, ob du bereit bist, dir selbst etwas zuzubereiten und wie es um deine Kochkünste bestellt ist. Wobei – frei nach „Ratatouille“ – jeder kann kochen, und es muss ja nicht gleich ein Hauben Menü sein.
  • STEP 2: Betrachte deine (Arbeits)Woche und finde ein Zeitfenster um zu kochen. Trage dir den Termin ein! Wenn es zu Beginn nur ein Termin in der Woche ist, auch das ist ein Erfolg!
  • STEP 3: Nun schau nochmals in den Terminkalender: Wann und wie wäre es möglich, die Zutaten einzukaufen? Auf dem Weg zur Arbeit? Auf dem Weg von der Arbeit nach Hause? Lieferservice? Fixiere den Termin. Freu dich auf den Termin – das bedeutet Zeit für dich und eventuell auch für deine Lieben um gemeinsam zu gustieren und neue, gesunde Lebensmittel zu entdecken.
  • STEP 4: Rezept bereitlegen, Zutaten vorbereiten und los geht’s! Am Anfang klappt vielleicht noch nicht alles so, wie du dir das vorstellst, aber es geht nicht um Perfektion. Es geht darum zu üben: Lebensmittel mit allen Sinnen kennenlernen, riechen, schmecken, bearbeiten… sich darauf konzentrieren und alle anderen (störenden, belastenden Gedanken) beiseite zu schieben. Das kann ungemein entspannend wirken.
  • STEP 5: Sei auf dein Werk und genieß es 🙂

So könnten die Zucchini (mit Ricottafüllung) aussehen, dazu Ofenerdäpfel oder Brot:

ita 2

Oder so, Mit Pute und Schafkäse, und mit einem Schüsserl Reis als Beilage:

Zucchinipfanne 2

Über Details und die konkrete, individuelle Umsetzung, persönliche Schritte zur Ernährungsumstellung können wir gerne sprechen. Schließlich sind wir alle verschieden, und das ist auch gut so! 🙂

Deine Diätologin

 

Fotos: Birgit Barilits

Liebe KundInnen und PatientInnen…

Liebe KundInnen und PatientInnen…

Liebe KundInnen, liebe PatientInnen…

Bei einem Termin bei mir ist die Zeit nur für Dich alleine reserviert, es gibt keine Wartezeit und ich konzentriere mich ganz auf Dich. Das ist Zeit für DICH! 🙂

Es gibt auch kein Wartezimmer aus dem KundInnen nachrücken, wenn ein Termin verpasst wird.

Daher möchte ich wieder einmal darauf aufmerksam machen, das:

wenn Du zu spät zum vereinbarten Termin erscheinst diese Zeit nicht eingeholt werden kann, da ansonsten nachfolgende Termine darunter leiden. Diese Zeit geht somit von Deiner Beratungszeit ab.

Sollte ein Termin nicht wahrgenommen werden können, ist eine Absage bis 24 Stunden vorher persönlich, per E-Mail oder Telefon möglich, ohne dass Kosten verrechnet werden.
Bei einer späteren Absage oder Nichterscheinen werden Stornogebühren in der Höhe von Euro 50.- verrechnet.

 

Ich bitte um Verständnis!
Deine Diätologin

Personal Training für mehr Fitness und einen entspannten Rücken!

Personal Training für mehr Fitness und einen entspannten Rücken!

Wie sieht es bei dir aus in Sachen Bewegung?

Drückt dich der Schweinehund aufs Sofa und will mit dir kuscheln? 🙂

Oder schiebt er dich Richtung Kühlschrank, weil du ohnehin schon fleißig genug warst im Büro?

Wenn du den Schweinehund auf seinen wohlverdienten Platz in der Ecke verweisen willst, wo er entspannen kann, und du endlich was gegen Bürozwicken und naja, …

… tun willst, dann ist Cornelia Brückner genau die Richtige für dich :)! Die liebe Cornelia Brückner von Personal Training Cornelia Brückner stellt mit dir, für dich ein maßgeschneidertes Programm zusammen. Für einen stärkeren Rücken und dadurch entspannteres Arbeiten. Und natürlich trägt das auch zur allgemeinen Fitness bei… 😉

Du traininerst mit Cornelia One to One ! Es gibt auch ein kleines Goody von mir dazu: Bei Buchung eines 10er oder 20er Blocks bekommst du von mir eine BIA-Messung statt um 65.- Euro um 45.- Euro! Bei der Terminvereinbarung einfach im Kommentarfeld das Stichwort „BIA“ dazuschreiben um den ermäßigten Preis zu erhalten.

Mit besten, fitten Grüßen, Deine Diätologin 🙂

Fotos: Fotolia, Birgit Barilits

 

Projekt Unbeschwert – ERFOLGE :)

Projekt Unbeschwert – ERFOLGE :)

Die 1. BIA Messung:

Der Verlauf – Fett wird abgebaut, Muskelmasse bleibt gut erhalten. So soll es sein!

Die letzte BIA Messung:

DiätologInnen können dabei begleiten, einen gesünderen Lebensstil zu entwickeln. Das TUN bleibt den PatientInnen. Egal ob mit der Unterstützung durch eine Operation (wenn es sein muss), oder ob auf herkömmlichem Weg!

Eure Diätologin.

 

Fotos: Patientin (anonym) und Birgit Barilits

 

Projekt Unbeschwert – Episode 7

Projekt Unbeschwert – Episode 7

„Ganz viele Erste Male“- Die ersten  Wochen nach der Operation

Hallo liebe Leserinnen und Leser!

Kann ich xyz nach der OP noch essen? Werde ich je wieder etwas genießen können nach der OP? Solche und ähnliche Fragen hört man recht häufig von noch nicht Operierten. Und eine definitive Antwort kann man nicht geben. Denn jeder Körper ist anders, jeder Körper reagiert anders auf Nahrung. Nach der OP gibt es 100te “Erste Male”. Die ersten Male nach der OP, die man etwas tut. Sei es etwas probieren, was man vorher ganz selbstverständlich gegessen hat, sei es etwas Neues ausprobieren und, und, und. Auch jetzt, ein Jahr nach der OP, habe ich noch viele erste Male. Jetzt sind es vor allem die ersten Male, die ich etwas machen kann, was ich mit höherem Gewicht noch nicht machen konnte (oder es mir eingebildet habe nicht machen zu können). Nach der OP war es aber ganz klar das Austesten, welche Nahrung mein Körper gut verträgt oder eben nicht.

Ich bin immer eine große Freundin des Kaffeetrinkens gewesen (und bin es auch heute noch). Ob ich Kaffee wohl nach der OP noch vertragen würde? Zwei Tage, nachdem ich wieder daheim war, war tolles Frühlingswetter. Wir gingen im Prater spazieren. Es war alles noch ein bisschen beschwerlich, aber vier Tage nach der OP war meine gesundheitliche Verfassung im Grunde wirklich super! Wir setzten uns in ein Café und es roch nach Kaffee. Ob ich es wohl wagen sollte, einen zu probieren? Gesagt, getan. Ich bestellte mir noch Wasser dazu, um den Kaffee eventuell zu verdünnen. Ganz vorsichtig nahm ich einen mini-mini Schluck und wartete. Hörte auf meinen Bauch, jederzeit bereit die Toilette aufzusuchen. Aber nichts geschah. Weder mein Magen noch mein Darm rebellierten. Juhuuu!!! Ich konnte also wieder Kaffee trinken! Für mich der Inbegriff von Genuss. Dann noch zwischen blühenden Kirschen und Marillen- das Leben war schön.

Nach 10 Tagen wurden mir die Klammern entfernt, ich war froh, dass sie endlich weg waren. Und ich durfte gleich danach das nächste “Erste Mal” erleben! Radfahren! Die Ärztin hatte mir erlaubt langsam wieder mit Sport anzufangen. Ganz langsam stieg ich aufs Rad. Es zwickte schon ein bisschen, aber ich fuhr! Mehr als zwei km schaffte ich an dem Tag nicht, aber: Auch das klappte! Es ging also Stückchen für Stückchen weiter.

Es gab aber auch erste Male, die nicht so gut geklappt haben. Etwa 1 ½ Monate nach der OP habe ich ein Puten-Frankfurter essen wollen. Das war keine gute Idee. Es drückte sehr im Magen und ich hatte das Gefühl, als würde es in der Speiseröhre stecken bleiben. 30 Minuten lief ich durch die Wohnung, in der Hoffnung, es würde besser werden. Dann versuchte ich es mit einem Schluck Wasser “hinunter zu spülen”. Keine gute Idee. Mir wurde nur noch übler. Das war wohl noch ein wenig zu früh mit den Puten-Frankfurtern. Heute, nach einem Jahr sind die Puten-Frankfurter aber kein Problem. Der Körper braucht Zeit, sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen und diese Zeit muss man ihm einräumen und gut auf ihn hören. Puten-Frankfurter wurden also erst einmal vom Speiseplan verbannt.

Das erste Eis gab es im Sommer, ca. zwei Monate nach der OP. Natürlich muss die Ernährung nach der OP umgestellt und angepasst werden und natürlich isst man kleinere Portionen. Es heißt aber nicht, dass man sein Leben lang asketisch leben und auf alles verzichten muss. Mit der OP bekommt man die Chance, von kleineren Portionen satt zu werden und nicht mehr so viel essen (zu können). Die Kunst ist es einen genuss- und maßvollen und gesunden Umgang mit dem Essen zu lernen. Das ist schwerer getan als gesagt, hatte ich doch vorher das Maß völlig verloren.

Anmerkung Diätologin: Achtung, mögliche Dumping-Gefahr* – wie auch weiter unten im Text beschrieben! Beachten Sie, was Sie in den Ernährungberatungen gelernt haben und dass Sie nicht wieder in alte Muster hineinrutschen – besonders wenn Sie zu den glücklichen Personen gehören, die danach alles vertragen!

*Erklärung:

Da nach der Magenresektion die Pylorusfunktion (Schließmuskel zum Darm hin) fehlt, kommt es zur raschen Entleerung des Nahrungsbreis in den Darm. Süße Lebensmittel und Getränke bewirken eine sogenannte Hyperosmolarität. Dadurch kommt es zum massiven Flüssigkeitseinstrom in die Darmlichtung. Direkt im Anschluss (daher „Frühdumping“) an die Nahrungsaufnahme treten möglicherweise krampfartige Schmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Brechreiz, starke Müdigkeit sowie Kreislaufsymptome auf.

Beim „Spätdumping“ wird Glukose schnell resorbiert und führt zu einem schnellen und hohen Blutzuckeranstieg mit einer vermehrten Ausschüttung von Insulin. Dadurch wird der Blutzucker schnell wieder aus dem Blut entfernt. Niedriger Blutdruck, Schwächegefühl, Hunger und Schwitzen sind Symptome des Spätdumpings – quasi die Symptome des Unterzuckers.

Auf ein weiteres erstes Mal war ich sehr gespannt. Das erste Mal Reis essen. Ich hatte von einigen Operierten gelesen, dass sie keinen Reis mehr vertragen haben. Das wäre für mich sehr, sehr blöd gewesen, denn ich bin beruflich immer mal wieder in Asien unterwegs. Und dort ist das Grundnahrungsmittel nun einmal Reis. Als ich nach zwei Monaten wieder “normale” Vollkost essen durfte, probierte ich also Reis. Wenn ich etwas das erste Mal probiert habe, dann habe ich immer nur ein kleines bisschen gegessen und erst einmal abgewartet, wie der Körper reagiert. Ich nahm also eine kleine Gabel, kaute gut und wartete. Und siehe da: Es passierte nichts! Juhuu!! Also ging auch Reis! Ich war sehr erleichtert, jetzt stand der nächsten Dienstreise nichts mehr im Wege.

Es wird immer wieder gefragt, ob und wann man nach der OP Alkohol trinken kann. Durch den kleinen Magen und den verkürzten Darm verändert sich auch die Aufnahme des Alkohols ins Blut. Manche berichten, dass sie sehr schnell betrunken sind, andere spüren keine Veränderung. Da Alkohol die Fettverbrennung hemmt und (für mich) nicht unbedingt lebensnotwendig ist, habe ich die ersten 9 Monate nach der OP nichts getrunken. Ich wollte nichts riskieren und habe auch kein Verlangen danach gehabt. Das erste ¼ Glas Wein habe ich an Weihnachten getrunken.

In meinem Falle sind die “ersten Male” wirklich fast alle positiv verlaufen. Ich vertrage sehr viel, manchmal vielleicht sogar zu viel. Vor allem beim Magenbypass berichten Operierte, dass sie beispielsweise nach viel Zuckerkonsum ein Dumping hatten. Ein Dumping hat man dann, wenn sich der Inhalt des Magens “sturzartig” in den Darm entleert. Warum passiert das? Nach dem Bypass gibt es keinen Magenpförtner mehr, der den Nahrungsbrei gleichmäßig in den Darm abgibt. Im Magen findet die Vorverdauung statt, bevor die Nahrung in den Darm gelangt. Wenn jetzt aber die Nahrung zu schnell in den Darm kommt, findet eben diese Vorverdauung nicht statt und das Essen kommt fast unverändert in den Darm. Dies kann bei vielen zu Übelkeit, Zittern, Müdigkeit, Blutdruckabfall oder anderen Symptomen führen. Es gibt Operierte, die haben damit große Probleme, andere haben das noch nie gehabt. Aber auch dies ist eine ernst zu nehmende Reaktion des Körpers, der einem ziemlich zuverlässig mitteilt, was er braucht oder auch nicht. Dies hatte ich bei meinen vielen ersten “Essensmalen” immer im Hinterkopf und habe die meisten neuen Sachen dementsprechend daheim ausprobiert, wo ich mit zur Not hinlegen konnte oder eine Toilette nicht weit war.

Heute, ein Jahr nach der OP kann ich sagen, dass ich fast alles vertrage. Mit Ausnahme vielleicht von Trockenfleisch. Aber es lässt sich auch ohne Trockenfleisch recht gut leben.

Es gab bei mir jedoch auch Rückschläge, es war kein permanentes Hoch. Die für mich schwierigste Zeit nach der OP war ca. einen Monat später. Ein eingeklemmter Nerv bereitete mir Schmerzen und ließ mich langsamer treten. Auch ein Signal des Körpers?

Mehr über die Signale des Körpers und auch die körperlichen Auswirkungen der OP erfahrt ihr im nächsten Beitrag.

Bis dahin, einen schönen Frühling!

Foto: Birgit Barilits

 

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Episode 5

Episode 6