Projekt Unbeschwert – Episode 12

Projekt Unbeschwert – Episode 12

1,5 Jahre nach der OP: Wie hat sich mein Leben verändert? 

Liebe Leserinnen und liebe Leser, 

Kennt ihr das, wenn man nach der Sommerpause wieder auf Kolleginnen oder Freunde trifft und die Frage aufkommt: “Hast du einen schönen Sommer gehabt”? Das eine oder andere Mal muss man dann überlegen, was überhaupt alles im Sommer los gewesen ist. Da kommen dann die ganzen positiven, aber vielleicht auch weniger positiven Erinnerungen zurück. Häufig kommt dann aber doch: “Ja, ich hatte einen schönen Sommer”. 

Warum ich das schreibe? Weil ich eine ähnliche Frage inzwischen immer häufiger gestellt bekomme:”Wie geht es dir 1 ½ Jahre nach der OP?” In diesen 1 ½ Jahren ist so viel passiert, da muss man auch erst einmal überlegen, was für Erinnerungen da alle in meinen Sinn kommen. 

Dies ist die letzte Episode dieses Blogs. Ich möchte heute eine Art Fazit ziehen und ein paar Gedanken mit euch teilen, die mich im vergangenen Jahr bewegt haben. 

Ob die OP gelingt oder nicht, ob man Komplikationen hat oder nicht, all das kann einem keiner vorhersagen und versprechen. Mit diesem Gedanken in meinem Kopf bin ich am 6. April 2018 in den OP geschoben worden. Aber ich war mir sicher, dass es der richtige Schritt war. Warum ich mir so sicher war? Weil ich wusste, dass mein Hormongleichgewicht auf konservative Art und Weise nicht wieder herzustellen und mein Magen einfach zu groß war. Ich hatte mich entschieden, dass ich ein aktives Leben mit Reisen und Sport führen wollte. Dieser festen Überzeugung bin ich bis heute und dies ist für mich die Grundlage, warum ich offen mit der OP umgehe und mit der Entscheidung mich operieren zu lassen. Und damit begegne ich auch einer eventuellen Kritik (die ich wirklich nur 2x in diesen ganzen 1 ½ Jahren gehört habe): ”Du hast mit der OP ja nur den bequemen Weg gewählt”. 

Über die OP als eine Art “Krücke” habe ich ja bereits geschrieben. Heute, nach 1 ½ Jahren kann ich sagen: “Ja, die Krücke war notwendig, sie wird auch weiterhin notwendig sein, aber ich habe die Chance genutzt, die Krücke genommen und bin losgelaufen, bzw. geradelt. Und durch den kleineren Magen habe ich weniger Hunger und esse weniger. Dieser reduzierte Hunger durch die OP ist eigentlich die größte Errungenschaft für mich. Ich brauche keine riesigen Portionen mehr, um satt zu werden. 

Die im wahrsten Sinne des Wortes schmerzhafteste Zeit nach der OP hatte ich zwei Wochen nach der OP, als ich mir einen Nerv am Bauch eingeklemmt hatte. Meine Bewegung war sehr, sehr eingeschränkt und ich hatte Schmerzen. Mein Kopf war fit und ich war voller Energie, mein Körper machte mir aber einen Strich durch die Rechnung. Aber an der OP habe ich deshalb nicht gezweifelt. Und mit viel Magnesium und B-Vitaminen hat sich der Nerv auch wieder entspannt und mit dem Nerv habe auch ich mich entspannt. 

Die ersten neun Monate ging das Abnehmen wirklich fast wie von alleine. Beziehungsweise mit viel Bewegung und bewusstem Essen hatte ich bis Ende November 55 kg abgenommen. Im Dezember kam dann ein kleiner Knackpunkt, der mich bis heute beschäftigt und wohl auch immer eine Challenge für mich bleiben wird. Der Stress kam zurück. Ganz zu Beginn dieses Blogs habe ich euch ja einmal erzählt, wie es bei mir zu so viel Übergewicht gekommen ist. 76 kg zu viel hat man nicht mal “Einfach so”. Der Stress, sowohl der soziale, als auch der physische Stress hat mich häufig in die Knie gezwungen und ich konnte damit nicht richtig umgehen. Essen senkt die Konzentration von Stresshormonen im Körper und war mein Ventil, um den Stress zu kompensieren. Und das ist leider bis heute so geblieben. Kurz nach der OP habe ich wirklich nur ganz wenig essen können, da war das Kompensieren von Stress mit Essen nicht möglich. Nach neun Monaten konnte ich jedoch schon wieder etwas mehr essen und das Kompensieren von Stress mit Essen wurde möglich. Und so war der Dezember eine große Herausforderung für mich, um den richtigen Umgang mit Stress zu lernen. Und was soll ich sagen: Leider habe ich bis heute nichts finden können, was mich ähnlich befriedigt wie Essen. Ich muss extrem wachsam sein und ständig mein Handeln hinterfragen, um nicht in alte Muster zurück zu fallen. Dass ich alles vertrage, keine Dumpings habe und keine Unverträglichkeiten habe ist Fluch und Segen zugleich. Manchmal wünschte ich, dass ich Süßigkeiten nicht so gut vertragen würde. Andererseits ist auf diese Art und Weise ein “normales” Leben ohne Einschränkungen möglich. 

Apropos Leben ohne Einschränkungen. Dieses Ziel, welches ich durch die Abnahme erreichen wollte, ist zu 100 % erfüllt worden. Ein paar Beispiele habe ich euch ja bereits im Eintrag über das Thema Sport und Bewegung geschrieben, aber ich möchte es hier noch einmal unterstreichen. Was hat sich geändert?

  • Ich kann wieder bequem reisen. Flugzeugsitze passen, im Zug ist niemand pikiert, dass ich den Platz neben ihm/ihr reserviert habe.
  • Ich kann in ein klappriges Holzboot steigen und auf eine einsame Insel fahren und
  • ich kann über Zäune klettern und unbemerkt in der Masse untertauchen.
  • Ich kann die Beine übereinanderschlagen und
  • freihändig Fahrrad fahren!
  • Auch kann ich nun Kleidung von der Stange kaufen und Kleider tragen. Meine Beine sind zwar noch im Vergleich zu meinem Oberkörper sehr voluminös, aber es gibt ja auch knielange Kleider. Ach wie ich Kleider inzwischen liebe!!
  • u.v.m.

Nichtsdestotrotz bin ich immer noch ein bisschen aufgeregt, wenn ich neue Dinge ausprobiere, immer mit dem Hintergedanken, dass das ja auch nicht klappen könnte. Aber in 95 % der Fälle klappt es. Merke: Du kannst immer so viel, wie dein Kopf dir sagt, dass du kannst”. An der Kopf-Sache muss ich noch arbeiten. Es kommt nicht von ungefähr, dass die guten Sportlerinnen und Sportler MentaltrainerInnen haben. 

In punkto Lebensqualität ist mein Leben also wirklich viel, viel unbeschwerter. Dass dies auch mein Körper so sieht, das zeigen die Untersuchungen, die ich in regelmäßigen Abständen machen lasse. Im Verhältnis Muskel- zu Fettmasse habe ich vor allem Fettmasse verloren, in den letzten Monaten habe ich sogar Muskelmasse aufbauen können. Der Zustand meiner Zellen war in den ersten Monaten nach meiner OP ok. Jetzt hat er sich aber noch einmal verbessert. Genau so verhält es sich mit meinen Blutwerten. Diese waren zwar auch schon vor der OP in Ordnung (ich bin Gott sei Dank von Diabetes, Bluthochdruck oder sonstigen Erkrankungen verschont geblieben), aber auch bei mir ist der Blutzuckerspiegel gesunken und die Nährstoffversorgung ist sehr gut. Die Nährstoffversorgung ist oftmals das Kritische nach so einer Art OP. Ich muss mein Leben lang recht hoch dosierte Vitamine und Mineralstoffe zu mir nehmen, da mein Darm kürzer ist und ich dadurch nicht mehr so viele Vitamine und Mineralstoffe aufnehmen kann. Dies nehme ich aber gerne in kauf für ein unbeschwertes Leben. Und zwei weitere vorher recht unangenehme Sachen gehören nun der Vergangenheit an: mein Belastungsasthma und das Schnarchen. 

Wen ich aber bisher noch gar nicht wirklich erwähnt habe, das sind die Menschen, die mich in den letzten 1 ½ Jahren begleitet haben. Ich tue dies hier nicht nur, um mich bei ihnen zu bedanken, sondern auch um zu zeigen, dass ein breites UnterstzützerInnennetzwerk sehr, sehr hilfreich ist. Da ist natürlich vor allem das gesamte medizinische Personal im Spital, meine Psychologin, meine Ernährungsberaterinnen und mein Hausarzt samt seinem gesamten Team. Ich fühle mich hervorragend betreut und beraten und sie sind immer da, wenn ich sie brauche.
Wichtig sind und waren aber auch meine Freunde und all die tollen Menschen, die ich in den letzten 1 ½ Jahren kennengelernt habe. Sie haben immer ein offenes Ohr und ich habe so viel mit ihnen erlebt! Sei es auf dem Rad, in indischen Großstädten, kalifornischen Nationalparks, in der Selbsthilfegruppe oder einfach am Donaukanal oder im Kaffeehaus. Danke, danke, danke!
Und zu guter Letzt meine Familie. Sie hat von klein auf meine Reise, meine Probleme und die damit verbundenen Herausforderungen mitbekommen und mich nie im Stich gelassen, sondern war im Gegenteil immer da für mich und hat mir jegliche Hilfestellung gegeben, die ich brauchte. Ihre Meinung war und ist mir sehr wichtig und ich kann nicht dankbar genug sein für den Support meiner Familie bis zur OP, aber auch danach. Vor allem ihre Betreuung in den ersten beiden Wochen nach der OP. Wenn man die Familie bei so einer OP mit im Boot hat, ist das wirklich eine riesige Stütze und ich kann nur jeder und jedem wünschen, dass sie/er so unterstützt wird, wie meine Familie mich unterstützt hat. So eine Familie ist wirklich ein Geschenk und nicht selbstverständlich!

Gestern habe ich eine lange Radtour mit vielen lieben Menschen gemacht und mich lange mit einem Freund unterhalten. Er erzählte mir:” Cycling literally changed my life and opend a new world for me” (das Rennrad fahren hat mein Leben verändert und mir eine neue Welt eröffnet). Diese Aussage kann ich in Bezug auf die OP zu 100 % bestätigen. Die OP hat mir die Chance gegeben, mein Leben zu verändern und diese Chance habe ich genutzt und mir damit eine neue Welt eröffnet. Die Reise ist noch nicht zu Ende. Die “prognostizierten” 80 % des Übergewichts habe ich abgenommen. Ein paar Kilo weniger wären noch toll. Viel wichtiger ist mir jedoch das unbeschwerte Leben und eine gute Gesundheit. Und das ich achtsam mit mir und meinem Körper umgehe und nicht müde werde, nach Lösungen zu suchen, wie Stress anders kompensiert werden kann, als durch essen. 

Danke euch allen, liebe Leserinnen und Leser, die ihr an meiner Reise bzw. meinem “Projekt unbeschwert” Anteil genommen habt. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen (wenn auch subjektiven und wie immer sehr individuellen) Eindruck davon geben, wie die ersten 1 ½ Jahre bei mir nach der OP verlaufen sind. Diese Einträge zu schreiben haben auch mir immer wieder die Möglichkeit gegeben, meine Aktionen zu reflektieren, und ich habe den ein oder anderen AHA-Moment dadurch erlebt. Wenn ihr Fragen, Anregungen, Kritik oder sonst etwas zu diesem Blog äußern wollt, dann könnt ihr sehr gerne über Birgit Barilits mit mir in Kontakt treten. 

Euch allen alles Gute, vielen Dank fürs Lesen und hört auf euch, euren Körper und euren Instinkt! 

Alle Episoden:

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Episode 5

Episode 6

Episode 7

Erfolge 🙂

Episode 8

Episode 9

Episode 10

Episode 11

Erfolge 🙂 

Adipositaschirugie – Risiken und Nebenwirkungen

Adipositaschirurgie – Zahlen und Fakten 

Adipositaschirurgie?

Und wie ist das mit dem Essen nach der Operation?

Rad: Fotolia

Foto: Birgit Barilits

Das ABO…???

Das ABO…???

Das Abo für „ehrgeizige Dranbleiber“ – oder wenn du ein bisschen sanften Druck brauchst 😉

  • 2 Beratungen pro Monat um 130.-  
  • Halte deine Termine konsequent ein und du bekommst bei JEDEM Termin eine BIA Messung dazu, damit du deine Fortschritte auch schwarz auf weiß tracken und an den Kühlschrank pinnen kannst!

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Deine Vorteile:

  • Regelmäßige fixe Termine in kurzen Abständen – das hält die Motivation aufrecht und sorgt dafür, dass du in der Spur bleibst.
  • Wenn du deine Termine einhältst gibt es bei JEDEM Termin eine BIA-Messung und kannst schwarz auf weiß beobachten, wie das Körperfett schmilzt (gesetzt den Fall du arbeitest mit! 😉 ).
  • Durch die regelmäßigen Termine lerne ich dich besser kennen und kann die Empfehlungen optimal auf dich anpassen.
  • Nach jedem Termin erhältst du eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten besprochenen Punkte.

Meine KooperationspartnerInnen, Personal Fitness Trainerin Cornelia Brückner und die Selbstführungsexpertin Manuela Weiss werden dich ebenfalls bei deinem Vorhaben unterstützen, mit einem einmaligen Dranbleiben-Bonus!

Buche zusätzlich einen Fitness-Check bei Cornelia und erhalte deine Top 3 Übungen, die du täglich zu Hause durchführen kannst (diese sind im Fitness Check ansonsten nicht enthalten – also nur für „Dranbleiber“).

Buche mein Abo für Dranbleiber und erhalte eine wunderbare, lustige und lehrreiche Übung von Manuela Weiss!

Sei keine „KARTEILEICHE“! Mit dem Abo und den regelmäßigen Terminen gibt es sanften Druck und somit Unterstützung beim „Dranbleiben“, ich verspreche dir, du wirst keine Karteileiche sein ;). Du kannst das Abo jederzeit am Ende eines Monats auflösen.

Deine Diätologin

Foto: Birgit Barilits

DAS Reset-Programm – für einen fitten Stoffwechsel und eine gesunde Leber!

DAS Reset-Programm – für einen fitten Stoffwechsel und eine gesunde Leber!

DAS Reset-Programm – 21 Tage für einen fitten Stoffwechsel und eine gesunde Leber!

  • Du hast schon einige Diäten ausprobiert und es hat nicht geklappt.
  • Du willst endlich  (d)einen gesunden Lebensstil entwickeln.
  • Du hast wenig Zeit im Arbeitsalltag.
  • Du schaffst es nicht, einen „Rhythmus“ zu entwickeln.
  • Du willst ein paar Genusspfunde verlieren oder aus gesundheitlichen Grünen – nachhaltig – einige kg mehr loswerden.
  • Du willst dich endgültig von ungesunden Gewohnheiten verabschieden und überschüssiges Körperfett abbauen.

Egal was auf dich zutrifft, mit diesem Programm unterstütze ich dich dabei!

DEINE Ziele – DEINE Benefits – DEINE Erfolge

  • Du entlastest deine Leber und verbesserst deinen Stoffwechsel.
  • Du fühlst dich wohler und fitter.
  • Du lernst deinen Körper wieder besser kennen und sammelst neues Wissen über das Thema Ernährung.
  • Du lernst, wie du auch in Zukunft ein gesundes Gewicht halten kannst.
  • Du wirst von mir umfassend begleitet und verwendest wissenschaftlich erprobte und sichere Produkte.
  • Du bleibst „dran“!

Lass uns am Besten gleich loslegen! Kontaktiere mich 🙂

Kurzversion zum Download: RESET für den Stoffwechsel

Fotos: Fotolia

Freebies und Pakete – in Kooperation mit… :)

Freebies und Pakete – in Kooperation mit… :)

Die liebe Cornelia Brückner von Personal Training Cornelia Brückner hat ein tolles Online-Programm zusammengestellt! Für einen stärkeren Rücken und dadurch ein entspannteres Arbeiten. Und natürlich trägt das auch zur allgemeinen Fitness bei… 😉

Cornelia Brückner 2

Um richtig auf Touren zu kommen und deinen Rücken zu stärken ist die erste Stufe „Gute Haltung für Sitzkrieger“ aus dem Online Training das Richtige!

Du kannst das Programm online buchen und online absolvieren. Wenn du dazu auch ernährungsmäßig in Form kommen willst, gibt es dazu auch ein vergünstigtes Paket von mir. Aber eben nur, wenn du auch tatsächlich den Sitzkrieger buchst…

Mein Angebot zum Sitzkrieger: 1 Erstberatung per Skype und 4 Folgeberatungen per Skype um 300.- Euro (statt 385.-)! Wenn du das Angebot nutzen willst, schreib bei der Online Buchung im Kommentarfeld das Stichwort „Ernährungsberatung“ dazu, damit du das Skype Ernährungsberatungs-Paket bekommst!

In der Erstberatung lerne ich dich kennen und wir legen gemeinsam deine Ziele fest. Selbstverständlich gibt es bereits erste Tipps zur Umsetzung! In den Folgeberatungen (die Termine werden übrigens individuell vereinbart, müssen jedoch innerhalb der Zeit des Sitzkrieger Programmes absolviert werden) besprechen wir deine Fortschritte, Erfolge, Schwierigkeiten und alle Ernährungsfragen die dich bewegen.

Alle Informationen dazu findest du HIER auf Cornelias Homepage.

Du kannst mit Cornelia natürlich auch One to One trainieren! Hier gibt es ein kleines Goody von mir: Bei Buchung eines 10er Blocks bekommst du von mir eine BIA-Messung statt um 65.- Euro um 45.- Euro! Bei der Terminvereinbarung einfach im Kommentarfeld das Stichwort „BIA“ dazuschreiben um den ermäßigten Preis zu erhalten.

Im Rahmen unserer Kooperation wird es sicherlich auch immer wieder kleine Freebies geben, wie zum Beispiel den einen oder anderen Ernährungstipp oder eine kleine Fragesession in der Facebookgruppe. Also bleib dran und folge mir und Cornelia auf FB und IG!

 

 

Mit besten, entspannten Grüßen,

Deine Diätologin 🙂

 

Fotos: Fotolia, Birgit Barilits

 

Wie wichtig ist Sport in Zusammenhang mit Gewichtsreduktion?

Wie wichtig ist Sport in Zusammenhang mit Gewichtsreduktion?

Sicherlich haben die meisten von euch schon folgende Aussagen gehört:

  1. „You can´t outrun a bad diet” – also wenn du dich schlecht (und zu kalorienreich) ernährst, schaffst du es in der Regel nicht die überschüssigen kcal durch Sport abzubauen. Nur so am Rande: 1 kg Fettgewebe entspricht einem Energiegehalt von ca. 7000 kcal. Das bedeutet, man muss ca. 7000 kcal “einsparen“ bzw. zusätzlich verbrauchen (Sport), bzw. zusätzlich verbrauchen (Sport), um ein Kilo “abzuspecken“ um ein Kilo “abzuspecken“.

  1. „Muskeln verbrennen Fett“ – das ist natürlich so salopp geschrieben nicht korrekt, aber Tatsache ist, das Muskeln auch in Ruhe mehr Energie verbrauchen, als träge Fettzellen!

 

  1. „Wenn du keinen Sport machst, verlierst du nur Muskeln und kein Körperfett“ – auch das ist etwas ungenau, aber man verliert tatsächlich etwas Muskelmasse beim Abnehmen. Du erhöhst deinen Abnehmerfolg, wenn du brav trainierst, denn dann wird in der Regel mehr Körperfett abgebaut, stoffwechselaktive Muskelmasse aufgebaut bzw. erhalten. Ansonsten kommt es gerne zum „JOJO“… Also ja, die Muskeln möchten auch das Signal bekommen, dass sie gebraucht werden. Ansonsten verschlechtert sich unter Umständen das Verhältnis von BCM (Body cellular mass) zu ECM (extra cellular mass). Lies mehr dazu HIER.

Besonders mit Krafttraining und HIIT kann man ausgezeichnet die Gewichtsabnahme unterstützen und Körperfett abbauen. Es gibt auch den sogenannten “Nachbrenneffekt“, dass heißt nach einem intensiven Training verbrauchen wir eine Weile IMMER noch kcal 😉 – bis zu 24h! Langfristig bedeutet eine höhere Muskelmasse einen höheren Grundumsatz. Zudem wird dadurch, und eben das regelmäßige Training der Körper wieder „sensibel“ für Glukose – Zucker. Für Übergewichtige und Adipöse Menschen, die sehr häufig schon an einem schlechten „Zuckerstoffwechsel“ oder Insulinresistenz leiden – quasi der Vorstufe zum Diabetes (= Prädiabetes) , ist das immens wichtig.

Ganz kurz zur Erklärung: Die sogenannte „Insulinsensitivität beschreibt, wie gut bestimmte Gewebe des Körpers auf das Hormon Insulin reagieren – insbesondere die Leber und das Muskel- und Fettgewebe – sprich wie gut das Insulin die Zelle für den Zucker aufsperren kann. Reagiert ein bestimmtes Gewebe sensibel auf ein Hormon, reicht eine kleine Dosis aus. Das Gegenteil wäre die Insulinresistenz. Es wird eine höhere Hormondosis benötigt, um eine Reaktion auszulösen. Bei Übergewichtigen und Adipösen Personen muss die Bauchspeicheldrüse häufig immens viel Arbeit leisten um genug Insulin zu produzieren (und das kann zu einer Überlastung führen), damit der Zucker noch in die übervolle Zelle hinein kann. Das kann man übrigens bei einer Blutabnahme überprüfen. Relevante Werte um den Zuckerstoffwechsel zu beurteilen: Nüchtern Blutzucker, Nüchtern Insulin (aus diesen beiden Werten kann der sogenannte Homa-Index berechnet werden), HbA1c, Leberwerte, Blutfette.

Und für ein fittes Herz-Kreislaufsystem noch ein bissi Ausdauer/Cardio zum drüberstreuen. Nach einer Weile, unglaublich aber wahr, werden auch beim hartnäckigsten Sportmuffel Endorphine ausgeschüttet und man fühlt sich gut!

Die oben genannten Punkte gelten INSBESONDERE für Personen die durch bariatrische Operationen sehr rasch an Gewicht verlieren. Natürlich spielt die entsprechende Ernährung eine immens wichtige Rolle (ausreichende Proteinzufuhr, Vitamine und Mineralstoffe) aber um das Gewicht nachhaltig zu beeinflussen, die Körperzusammensetzung zu beeinflussen, eine Zunahme oder einen Stopp der Abnahme zu verhindern ist Training unerlässlich. Leider „vergessen“ das viele PatientInnen. Viele haben körperliche Probleme, aber ein bisschen was geht immer, sage ich gerne. Schau doch mal in meinem Netzwerk nach, ich empfehle dir dort einige TrainerInnen, die dir kompetent weiterhelfen!

Nicht zu vernachlässigen: Nach Adipositas OPs „hängt“ die Haut meistens nach der rasanten Gewichtsabnahme, das ist oft nicht zu verhindern, aber (Kraft)Training kann das Gewebe festigen und straffen und so unterstützend wirken.

Also kurz (und vermutlich nicht vollständig) zusammengefasst:

  • Training ist wichtig um Muskelabbau zu verhindern.
  • Training ist wichtig um die Körperzusammensetzung zu verbessern.
  • Training verbraucht kcal und lässt die Pfunde leichter schmelzen.
  • Training macht glücklich.
  • Training stärkt das Körpergerüst und festigt die Konturen.
  • Training formt den Körper.
  • Training verbessert den Zuckerstoffwechsel.

Go, go, go! 😊

Deine Diätologin

 

Fotos: Fotolia

Bild BIA Ausdruck: Birgit Barilits

 

Carpe that fucking Diem! Oder: Es ändert sich nichts, wenn du nichts änderst.

Carpe that fucking Diem! Oder: Es ändert sich nichts, wenn du nichts änderst.

Manchmal kommen KundInnen nicht mehr zur Beratung.

Manchmal kommen sie nur zur Erstberatung, manchmal machen sie noch ein kleines Follow Up, aber dann kommen sie nicht mehr. Ich frage mich natürlich, woran das liegt. Die erste Frage ist immer, liegt es an mir und an meiner Beratung? War ich zu fordernd, oder umgekehrt zu „gemütlich“, waren wir uns nicht sympathisch, wurden die Erwartungen nicht erfüllt, habe ich einen fachlichen Fehler gemacht?

Nun, alles kann mal zutreffen, und wenn dann bitte ich um ein faires Feedback, schließlich bin ich Mensch und fehlbar. Aber in der Regel habe ich in der Beratung ein ganz gutes Gefühl. Ich biete auch Gelegenheit zur Diskussion und Gelegenheit das Anliegen zu präsentieren. Also wird es nicht immer einer der obigen Gründe sein. Was aber kann sonst der Grund sein?

A: Ah, eh klar, jetzt weiß ich was ich machen muss, danke, komme zurecht.

Ja das ist durchaus möglich! Super, wenn nur mehr der kleine Input oder eine Mini-Korrektur gefehlt hat und plötzlich rücken die Ziele näher! 🙂 Ich freue mich für dich und ich freue mich, dass ich eine Lösung präsentieren konnte!

B: Hm, ja eh super, aber ich mache aus Kostengründen alleine weiter. 

Manchmal geht es sich finanziell einfach nicht so gut aus.  Dafür habe ich vollstes Verständnis, auch ich war Studentin, und auch mal arbeitslos. Manchmal ist aber auch das neue Handy oder der wöchentliche Pokerabend mit Whiskey wichtiger als die Gesundheit. Auch wenn das bitter klingt, das sind reale Fälle! Die Prioritäten liegen eben bei jedem woanders…

  • 1000.- fürs neue I Phone gehen, aber 500 bis 600 Euro pro Jahr für Fitness auf keinen Fall.
  • Täglich 6.- für Zigaretten gehen locker, aber nicht für einen guten Laib Brot, mit dem man 1 Woche auskommt.
  • Der wöchentliche, Abend mit „Freunden“ und viel Alkohol um 50 oder 60 Euro geht, manchmal auch 2 mal die Woche, aber der gesunde Einkauf ist zu teuer.
  • Jedes Monat 200.- für billige Klamotten, no Problem, aber nicht für eine Ernährungsberatung um 1/3.

C: Waahhh, das ist ja Arbeit was da auf mich zukommt! 

Ja, in den meisten Fällen bedeutet es Arbeit an sich selbst und an den Gewohnheiten. Aber es lohnt sich! 🙂

Leider geht es bei einer Ernährungsumstellung nicht immer schnell mit den Erfolgen. Es dauert eine Weile bis sich Resultate – welcher Art auch immer – einstellen. Das bedeutet man investiert erst. Aufwand, Mühe, Geld, Zeit, Hirnschmalz, aber hat keine unmittelbare Belohnung oder keinen unmittelbaren Effekt. Man muss es aushalten, die „Belohnung“ hinauszuschieben. Und dann muss man das auch noch beibehalten! 😉 Das ist in unseren heutigen Zeiten, wo alles jetztgleichsofort bestellt, geliefert, konsumiert, erledigt, …. werden muss besonders schwer.

Da passiert es dann schon mal, dass schon bevor es richtig losgeht, die Pausetaste gedrückt wird, oder der Mut verloren geht. Vielleicht passt auch die Motivation dahinter nicht, vielleicht brauchst du einfach auch noch ein bisschen Zeit. Ich bin gerne da für dich, wenn du bereit bist.

D: Das habe ich mir anders vorgestellt, die Beraterin hat mir da was vorgeschlagen, das ich anders sehe, oder „macht nicht was ich will“. 

Huiuiuiui, das klingt ja furchtbar (und ist natürlich auch überspitzt formuliert) kann aber auch passieren. Beispielsweise wenn die Erwartungen unrealistisch/ungesund sind, oder wenn ich als Beraterin nicht das „System“ unterstütze. Man hat ja so seine eingefahrenen Wege und Meinungen, die man nicht gerne verlässt. Das kenne ich durchaus auch von mir selbst.

  • Und wenn dann eingebrannt ist, ich mache ja alles richtig, ich muss gar nichts ändern, ich verstehe nicht warum ich dieses und jenes ändern soll, und jetzt sagt die ich soll …
  • Oder wenn immer alles und jeder rundherum Schuld ist an der Situation, weil ich KANN ja gar nichts ändern wenn …
  • Oder wenn ich den 5. Speiseplan will aber mich eh nicht dran halte und dann unzufrieden mit dem Ergebnis bin, …
  • Oder wenn das Anliegen eigentlich ein ganz Anderes ist…
  • Oder wenn ich eine „Wunderpille“ erwarte, den einen Satz, der mein ganzes Leben verändert, es geht einfach nicht schnell genug … Ich würde das wirklich alles gerne liefern, aber das klappt so einfach nicht.
  • Oder, das habe ich ja alles eh schon gewusst, da war jetzt nichts Neues dabei… (ja aber woran hakt es dann? An der Umsetzung? Auch da kann ich gerne unterstützen, aber das wird sich wahrscheinlich nicht alles in nur einer Beratung regeln lassen 😉 )

Vielleicht möchtest du aber ja eigentlich auch lieber eine TCM Ernährungsberatung (nicht mein Thema) oder hast umgekehrt mit komplementären Methoden gar nix am Hut. Bei mir ist es so: ich schau schon auch mal links und rechts und nicht nur stur auf Leitlinien – ich versuche den Menschen als Ganzes zu sehen und auch mal was Neues auszuprobieren – halte mich aber im Grunde an die klassische Ernährungsmedizin. Nur zu Info.

Was auch immer es ist, lass uns doch darüber reden. Ich gebe mein Bestes, dich fachlich und auch auf individueller Ebene gut zu unterstützen.  Ich nehme mir Feedback und Kritik zu Herzen. Ich kann dein Sparring Partner sein, dich bei der Entwicklung und Umstellung begleiten. Aber das TUN und NACHDENKEN und VERÄNDERN bleibt nun mal dir überlassen.

E: Die Diätologin kann mir nicht helfen.

Sad but true, das kommt auch vor. Sei es nun das bestimmte medizinische Gründe vorliegen, die eventuell zuerst „behandelt“ werden müssen, oder dass wir uns nicht „grün“ sind, oder du eine andere Art der Therapie benötigst, oder ich aus fachlichen Gründen nicht die Richtige Ansprechpartnerin bin. Ich werde ehrlich sein und dir das sagen und wenn ich kann auch geeignete KollegInnen oder andere Disziplinen empfehlen. Aber bitte nicht verwechseln mit Punkt D.


Warum schreibt sie eigentlich den ganzen Sermon??? Es war mir heute ein Bedürfnis ;).  Es läuft eben nicht immer alles wie geschmiert, ich mache mir Sorgen und Gedanken um meine KundInnen und PatientInnen, denke über meine Fähigkeiten und Grenzen nach. Manchmal muss dann was raus auf das virtuelle Papier, damit es MIR besser geht, damit ich klarer denken kann. Punkt. UND ich hoffe, dass es den Einen oder die Andere doch auch ein bisschen zum Nachdenken anregt und zum Verständnis beiträgt, was ich leisten kann – und was nicht.

Deine Diätologin.

Foto: Birgit Barilits

Projekt Unbeschwert – Episode 11

Projekt Unbeschwert – Episode 11

Hallo liebe Leserinnen und Leser! 

Wieder ist ein Monat rum und ich sitze, passend zum Thema in einem Gastgarten, wo ich mit dem Fahrrad hingefahren bin. Denn in dieser Episode dreht sich alles um das Thema Sport. 

Sport ist nicht nur nach bariatrischen Operationen sinnvoll und wichtig, es handelt sich auch bei konservativen Methoden der Gewichtsreduktion um ein äußerst effektives und effizientes Mittel, um mehr Kalorien zu verbrennen, Muskeln zu erhalten oder sogar aufzubauen und, und, und… Und das Schönste: Hat man einmal die Sportart gefunden, die einem wirklich Spaß macht, dann kann Sport sogar glücklich machen!

Auch vor der OP hat Sport schon immer eine Rolle in meinem Leben gespielt. Vor allem das Radfahren. Ich bin mit jedem Gewicht Rad fahren. Egal ob es 100, 120, 140 oder 145 kg waren. Vermutlich ging das so problemlos, da ich nie aufgehört habe, Rad zu fahren. Mit 65 kg mehr war jedoch lange nicht so viel und so intensiver Sport möglich, wie das jetzt der Fall ist. Zudem war ich viel langsamer als meine normalgewichtigen Freunde. Mein Problem beim Sport mit mehr Gewicht war immer, dass ich mich zu keiner „Gruppe“ zugehörig fühlte. Menschen mit ähnlich viel Übergewicht, wie ich es hatte, gab es ohnehin nicht viele und ich hatte auch wenige sehr übergewichtige Freunde. Meine normalgewichtigen Freunde waren sehr aktiv. Wandern, Skifahren, laufen usw. Ich war zwar in der Lage diese Sportarten auszuüben, jedoch war ich viel langsamer als die anderen. Damit habe ich mich das ein oder andere Mal in sehr, sehr unangenehme Situationen gebracht. Wenn ich mal wieder eine Wanderung abbrechen musste oder beim Skilanglauf einfach den Hang wieder runterrutschte, da war die Erdanziehungskraft einfach größer. 

Da mir Sport eigentlich Spaß machte, ich aber durch das Übergewicht so eingeschränkt war, war das Ziel alle Sportarten ohne Einschränkungen auszuüben eine starke Motivation bei der Entscheidung für die OP. Deshalb ist das Thema in meinem Leben auch so präsent. 

In den ersten Tage nach der OP sind nur leichte Spaziergänge erlaubt, da sind die OP Wunden noch zu frisch. Auch schwer Heben sollte man in den ersten Wochen nicht. Zudem zwickt es natürlich gerade kurz nach der OP noch gewaltig an den Narben und da möchte man Bewegungen, die Schmerzen verursachen, möglichst vermeiden. 

Nachdem mir 10 Tage nach der OP die Klammern entfernt worden waren, erlaubte mir die Ärztin leichten Sport. Für mich war nach der OP klar, dass der Sport meine Chance werden würde. Und ich hatte totale Lust darauf! Erhoffte ich mir doch von der Abnahme, dass ich nun endlich mit den anderen mithalten konnte. 

Zu Beginn war ich noch sehr unsicher, wie viel ich meinem Körper überhaupt zumuten konnte. Immerhin aß ich wirklich nur sehr wenig und ich habe mich immer wieder gefragt, wo denn eigentlich die ganze Energie herkommt, die ich hatte. Ich fühlte mich wirklich topfit! Die Müdigkeit oder Trägheit, von der ich so oft gelesen habe, konnte ich bei mir nicht spüren. 

Nichtsdestotrotz war ich noch vorsichtig. Meine erste größere Sport-Belastungsprobe kam 2 Monate nach der OP. Wir fuhren mit dem Chor auf eine Chorreise und wie üblich gehörte eine Wanderung dazu. Ich hatte bereits 20 kg weniger, aber auch mit 120 kg war ich immer noch sehr außerhalb der Norm. Trotzdem machte ich mich mit den anderen auf zum Berg und wir wanderten los. Und ja, leider passierte es wieder: Nach 2 Stunden verließ mich der Mut bzw. es wurde steiler und ich kämpfte mit mir. Irgendwann gab ich auf und sagte den anderen, dass ich umkehren würde. Ich konnte meinen Körper noch nicht einschätzen, wie viel er mitmachen würde. Das war ein ziemliches Gefühl der Enttäuschung. Bin ich doch schon wieder nicht mitgekommen. Diesmal ließ ich es aber zu, dass man mich zurückbegleitete und ich schaffte es, meine Enttäuschung auszudrücken und nicht zum Essen zu greifen. Ein Fortschritt!! Also: An Sport mit anderen sollte ich mich erst später wagen. 

Neben Ausdauertraining ist auch Krafttraining nach so einer OP dringend angeraten, damit die Muskelmasse erhalten bleibt bzw. nicht zu stark abnimmt. Ich habe schon vor ein paar Jahren einmal mit TRX® Training begonnen, das ist ein Training mit Schlingen und dem eigenen Körpergewicht. Meine alte Trainerin war aber leider nicht mehr da und irgendwie war es nicht so wie vorher. Vielleicht kennt ihr das? Wenn einem eine Sportart nicht wirklich Spaß macht, dann ist man auch wenig motiviert, damit weiter zu machen. Das ist definitiv eine „lesson learned“. Eigentlich wusste ich schon vorher, dass Fitnessstudios nicht unbedingt das Meine sind, aber wenn es für einen guten Zweck ist… Aber nein, es bringt nichts. Zumindest hat es mir nichts gebracht. Ich bin wie so viele eine zahlende Karteileiche gewesen. Das ist nicht Sinn der Sache. Und für mich weiß ich jetzt: Ich muss so lange neue Sportarten und Kurse oder sonstiges ausprobieren, bis ich das gefunden habe, wo ich wirklich Freude bei habe. Nur das ist bei mir nachhaltig. 

Deshalb zurück zum Fahrrad, denn das macht mir Freude. Den Sommer verbrachte ich damit, mir ein neues Fahrrad zu kaufen und da stand dann auch mein erstes Sportprojekt an: Mit dem Fahrrad nach Italien fahren. Nicht von Wien, aber von Villach. Entlang des Alpe-Adria Radwegs konnte ich meine Kondition testen und war sehr, sehr positiv überrascht. Die erste Etappe war recht bergig. Berge waren (und sind es auch heute noch) immer ein bisschen meine Achillesferse. Also lieber mal nicht zu viel vornehmen. Aber ich unterschätzte mich und meine Leistung gewaltig! Die Berge waren viel einfacher, als ich es mir vorgestellt hatte. Genial!!! Es wurde eine tolle Reise mit wunderschöner Landschaft, lieben Menschen und großer Freude, dass ich beweglicher war! 

So verging der Sommer und ich fuhr weiter Fahrrad. Zur Arbeit, nach der Arbeit, etwa 100-150 km in der Woche. Das trug maßgeblich zu meinem Wohlbefinden bei und ich bin davon überzeugt, dass mich die regelmäßige Bewegung auch vor den gefürchteten Stillständen bewahrte. 

Nachdem die Abnahme so gut funktionierte, rückte die Erfüllung eines weiteren Traumes in immer greifbarere Nähe. Rennrad fahren und an einem Radrennen teilnehmen! Im Februar 2019 war es dann soweit. Ich hatte frei und lieh mir probeweise ein Rennrad aus, um zu testen, ob mir dies Freude bereiten würde. Und was soll ich sagen: Ja, das tat es!! Es war so super! 2 Wochen später war ich stolze Besitzerin meines eigenen Rennrads und ich hatte mich beim Radrennen „5 Seen Marathon“ in Mondsee Ende Juni angemeldet. Das Wetter war blendend und ich konnte mit dem Training beginnen. 

Durch das Rennrad fahren hat sich für mich in Wien eine ganz andere Welt erschlossen. Ich lernte Menschen kennen, die ich nie kennengelernt hätte, machte Touren, die ich alleine nie gemacht hätte. Kurz um: Ich gehe in meinem neuen Hobby total auf. Zu Beginn konnte ich mich und meine Leistung noch nicht wirklich einschätzen, aber bald schon merkte ich, dass es doch recht passabel war. Rennradfahren ist doch eine recht männerdominierte Sportart und so trainierte ich hauptsächlich mit Männern. Das hilft mir sehr, um besser zu werden, da ich aus meiner Komfortzone herauskommen muss. 

Ende Juni fand dann das Radrennen statt und ich hatte mich für die 76 km Strecke angemeldet. Mein Ziel: die Strecke in 2:45h schaffen. Das Rennen begann und ich überholte gleich eine Menge Menschen. Ich war verwundert. Auch der erste Berg ging erstaunlich gut! Beflügelt von den ersten Erfolgen sauste ich durch die wunderschöne Landschaft. Schließlich fand ich 2 Herren, die ein ähnliches Tempo hatten wie ich und wir fuhren eine Weile gemeinsam. Beim letzten Anstieg fuhren sie mir dann aber doch davon und so kämpfte ich mich die letzten Kilometer alleine zum Ziel. Überglücklich fuhr ich nach 2:18h über die Ziellinie und konnte die ein oder andere Träne nicht zurückhalten. Ich hatte es geschafft! Was noch ein Jahr zuvor undenkbar gewesen wäre, hatte ich erreicht. Und nicht nur gut, sondern einfach fantastisch. 

Es war aber nicht nur das Rennrad fahren, das funktionierte. Ein Freund fragte mich, ob ich mit ihm bouldern gehen wolle. Jaaaaa, ich wollte, aber ich war unsicher: Konnte ich das wirklich? Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, also sagte ich zu. Ziemlich aufgeregt betrat ich die Halle und ergriff zaghaft die ersten Griffe. Und was soll ich sagen: Ein Naturtalent und 2. Tarzan bin ich vermutlich nicht gewesen. Aber ich habe es geschafft und mein Gewicht stand mir nicht im Wege. 

Die OP hat mir geholfen, dass ich das tun kann, was ich tun möchte. Ich denke immer noch viel zu viel über manche Dinge nach und mein Kopf hat noch einige Hürden zu überwinden. Ich erziele sportliche Leistungen, die ich mir nicht hätte vorstellen können und ich weiß ganz genau, dass der Sport mir sehr dabei hilft im Gleichgewicht zu bleiben. Sowohl im seelischen Gleichgewicht als auch, dass er mich davor bewahrt wieder zuzunehmen. Im nächsten Jahr plane ich schon meine Teilnahme an weiteren Radrennen – es wäre super die Alpen mit dem Rad zu überqueren… Also: Wenn jemand Lust hat mich zu begleiten: Most welcome! 

Sport ist innerhalb des letzten Jahres ganz selbstverständlich Teil meines Alltags geworden und er ist mir sehr wichtig. Ich habe einen Bürojob und nach der Arbeit ist es der perfekte Ausgleich zum ständigen sitzen. 

Das „Projekt unbeschwert“ nähert sich langsam dem Ende. Nächsten Monat ziehe ich eine Art Fazit nach 1 ½ Jahren Leben mit dem Omega-Loop Bypass und meinem Projekt „Unbeschwert“. Ihr dürft gespannt sein, wie vielfältig sich mein Leben geändert hat! 

Einleitung

Episode 1

Episode 2

Episode 3

Episode 4

Episode 5

Episode 6

Episode 7

Erfolge 🙂

Episode 8

Episode 9

Episode 10

Erfolge 🙂 

Adipositaschirugie – Risiken und Nebenwirkungen

Adipositaschirurgie – Zahlen und Fakten 

Adipositaschirurgie?

Und wie ist das mit dem Essen nach der Operation?

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